#26.07.22 – Cádiz, Spanien, viele interessante Erlebnisse und noch mehr Spaß
Am Morgen war es noch etwas dunstig-bewölkt, aber mit gut 23° angenehm mild, nicht zu heiß und keineswegs zu kühl. Die letzte Nacht hatten wir ehrlich gesagt bescheiden geschlafen, da unser Liegeplatz im Puerto América ganz nahe neben dem REAL CLUB NÁUTICO DE CÁDIZ liegt; dort finden regelmäßig laute Partys mit dröhnenden Bässen bis tief in die Nacht statt. Derzeit herrscht nach der gewonnenen Fußball-WM ohnehin eine hemmungslose Partystimmung praktisch überall, wo man hinkommt, und zudem läuft ja auch die Touristen-Hauptsaison auf Hochtouren.
Wir mussten schließlich alle Luken dicht verriegeln und nur durch die Lüfter-Doraden mühsam Luft hereinlassen, um den dröhnenden Schall einigermaßen auszusperren. Doch auch eine relativ massiv gebaute GFK-Yacht ist, wie die allermeisten Boote, schlichtweg nicht gut schallisoliert. Dementsprechend noch heftig gähnend, aber dennoch bei bester Laune, versammelten wir uns zum Frühstück im Cockpit und genossen die ersten, durchkommenden Sonnenstrahlen auf der Haut.
»Moin Leute…, oh man, ich hab garantiert nichts gegen Partys; aber was hier die letzten Tage abgeht, ist voll krass.« Meinte Britt, rieb sich die müden Augen und schlürfte ihren letzten Schluck Kaffee.
»Jammer nicht so scheinheilig! Wärst du auf der Party mit am Abfeiern gewesen, hättest du auch keinen Gedanken an die Leute verschwendet, die daneben schlafen wollen, stimmts?!« Zwinkerte ich leicht amüsiert, obwohl mich der stundenlange Radau wahrscheinlich am meisten genervt hatte. Aber es ist halt, wie es ist, und genau wie beim Wetter hat es wenig Sinn, sich darüber groß zu ärgern.
»Haha, stimmt schon, du Schlaumeier.« Gab sie schmunzelnd zu, schmiss aber prompt einen Brotkrumen zur Strafe nach mir, weil ich unnötigerweise erwähnte, was sowieso alle wussten.
Bald darauf schnappte sich Demo eine große Umhänge-Reisetasche mit Britts Sachen, während sie sich selbst in einem hübschen hell-dunkelblau gemusterten Sommerkleid noch eine kleinere Tasche mit typischem Frauenkram umhängte. Geschwind wurde die Yacht oben verriegelt, dann spazierten wir gemütlich durch die warme Morgenluft zu Europcar nahe dem Hauptbahnhof am Hafen. Dort hatten wir gestern einen Wagen bestellt, um Britt zum Aeropuerto de Jerez zu bringen.
Sie fliegt für ein paar Tage zu einem lukrativen Shooting nach Mailand, um wieder extra Geld für sich selbst und die Bordkasse zu verdienen. Das eingebaute Navi in einem schnuckeligen Citroën C3 veranschlagte bei der aktuellen Verkehrslage entspannte 37 Minuten für die Fahrt, und Vicky übernahm gewohnt energisch das Steuer mit der durchaus nicht unzutreffenden Begründung:
»Unser luxusverwöhnter Captain fährt doch freiwillig nichts anderes als Mercedes Oberklasse oder ähnliche Luxusschlitten, haha! Stimmts Brummelbärchen?«
»Stimmt auffallend, du kennst mich einfach viel zu gut, hoho!« Lachte ich vergnügt mit ihr und den anderen. Ganz so extrem ist es zwar nicht, ein kleinerer Benz wäre mir auch recht gewesen, aber es steckte schon einige Wahrheit in ihrer Aussage: Ich bin diesbezüglich schlicht etwas luxusverwöhnt und bevorzuge, wann immer möglich, bekanntlich stets Mercedes-Autos mit dem nötigen Komfort.
Wegen unserer noch latenten Müdigkeit in den Knochen und weil sich Vicky in einem ungewohnten Auto auf den stellenweise recht chaotischen, südländischen Verkehr konzentrieren musste, verlief die kurze Fahrt eher ruhig. Auch am Flughafen machten wir nicht lange rührselig rum, rauchten draußen im Schatten noch eine schnelle Kippe, Britt und Demo küssten sich kurz leidenschaftlich, und dann checkte die schöne Schwedin auch schon flink ein. Ein letztes Winken durch die Glasscheibe, dann stiegen wir wieder in den Wagen und fuhren weiter.
Es ging zu einer Verabredung mit dieser rassigen Malerin und Künstlerin Conchita. Sie lebt eigentlich in einer urigen Atelier-Altbauwohnung mitten in der Altstadt; doch momentan hält sie sich die meiste Zeit als Haussitterin in einer hübschen, kleinen Ferienhaus-Villa nordwestlich von Cádiz auf, die einem abwesenden, sie fördernden Kunstmäzen gehört. Da dieses Anwesen in einer gut bewachten Closed-Community liegt, muss sie dort nichts groß bewachen, sondern nur Blumen gießen und gelegentlich ein paar technische Geräte laufen lassen, damit diese auch einwandfrei funktionieren, wenn der Eigentümer herkommt. Weshalb das kein festes Hauspersonal macht…, nun, keine Ahnung. Vielleicht hat er hier noch keine vertrauenswürdigen Angestellten oder so?
Wir trafen uns im gegenüber der bewachten Einfahrt außerhalb gelegenen Momentum House Coffee Roaster and Boba tea, einem offenbar beachtlich guten, kleinen Caféhaus, das auf Google mit hohen 4,7 Sternen bewertet wird. Eindeutig zu Recht, wie beste Kaffeespezialitäten, verführerische Snacks, feines Gebäck, frischer Kuchen und Törtchen schnell bewiesen. Der Service war auch supernett, flott und kompetent. Man fühlt sich im hübschen Ambiente oder auf der kleinen Außenterrasse wohl, und die Preise sind überraschenderweise sogar erstaunlich günstig.
Die meisten Rezensionen fallen geradezu enthusiastisch aus, wie beispielsweise die von Hannah Ibarra, welche ich mal hier reinkopiere: »Das beste Café in Südspanien! Es ist so gemütlich und einladend! Die Getränke sind köstlich und immer kreativ. Die Inhaber sind sehr bodenständig und kümmern sich wirklich um ihre Produkte und Kunden. Die Baristas sind fantastisch und sorgen dafür, dass man sich sofort wohlfühlt. Absolut empfehlenswert!«
Quasi nahe daneben liegt die Base Naval de Rota mit einem auch an Land riesigen Militärgelände. Es ist also nicht wirklich ein klassisches Touristengebiet, und viele Gäste dürften Militärpersonal sein, welche es finanziell meist nicht so dicke haben; daher dürften auch die recht günstigen Preise kommen. Auch der Teil der jetzigen Closed-Community gehörte ehemals dazu, und soweit ich es herausfinden konnte, wohnen dort heutzutage nicht nur vermögende Zivilisten, sondern auch höhere Militärs gut abgeschirmt. Typischerweise gibt es über solche militärisch geprägten Gebiete nur begrenzte Informationen, kaum öffentliche Fotos, und was ich dazu schreibe, sind eher begründete Vermutungen als harte Fakten. Conchita weiß auch nichts Genaueres darüber, und es spielt für uns ja letztlich auch keine wesentliche Rolle.
Als wir schließlich hinein zur Villa fuhren, sah das bewachte Gelände eindeutig ehemals militärisch geprägt nach einer früheren Wohnsiedlung für hohe Offiziere aus. Noch vor gerade mal 51 Jahren wurde Spanien schließlich jahrzehntelang von der sehr brutalen, faschistischen Franco-Diktatur beherrscht. Für solche Machtsysteme ist es völlig üblich, Militärangehörigen und Sicherheitsdiensten besondere Privilegien zuzugestehen, damit diese die herrschende Clique schützen. Natürlich bekamen das nur skrupellos-korrupte Offiziere und höhere Dienstgrade, während einfache Soldaten sogar noch schlimmer behandelt wurden als das ohnehin unterdrückte Volk. Die Villa im Finca-Stil dürfte nach meiner fachlichen Einschätzung ein gründlich renovierter und modernisierter ehemaliger Generals- oder Admirals-Dienst- und Wohnsitz gewesen sein.
Es war jedenfalls ausgesprochen interessant und auch optisch hübsch, das weitläufige Gelände und die ruhige Siedlung zu besichtigen. Es gibt ein gar nicht mal so kleines Wäldchen mit gepflegten Wegen zum Spazierengehen; viele Bäume und blühende Pflanzen wurden im Gelände gesetzt, ein großer Kinder- und ein kleinerer Grillplatz liegen im östlichen Teil. Die Hauptsiedlung erinnert stark an gepflegte US-Vorstädte für die obere Mittelschicht, aber natürlich konsequent im spanischen Stil gehalten. Es ist weitestgehend sauber, gepflegt und aufgeräumt; ich konnte weder achtlos weggeworfenen Zivilisationsmüll noch vernachlässigte, schäbige Gebäude entdecken.
Leider darf ich davon keine Fotos zeigen. Es ist nun mal eine geschlossene, diskrete Closed-Community, deren Bewohner verständlicherweise nicht wünschen, dass beispielsweise in einem öffentlichen Blog Einbrecherbanden genau sehen können, wie das Innere gestaltet ist, um ihren nächsten Raubzug zu planen. Die Bewohner legen viel Wert auf Diskretion und Anonymität, obwohl es definitiv keine reine Superreichen-Siedlung ist. Es gibt ein paar schöne, beeindruckende, größere Villen, aber das meiste entspricht wie gesagt der vermögenden, jedoch nicht besonders reichen gehobenen Mittelschicht.
Nach einer guten Stunde fuhren wir gemeinsam zurück in die malerische Altstadt und querten dazu den Sund zwischen dem Festland und der vorgelagerten Halbinsel über die schön gebaute, beeindruckende Puente de la Constitución de 1812 Brücke.
Kurze Beschreibung: Die Puente de la Constitución de 1812 (auch Puente de la Pepa genannt) ist eine der bekanntesten und markantesten Brücken von Cádiz.
Wichtige Infos: Gesamtkosten: ca. 120 Millionen Euro Bauzeit: 2009 – 2015 (6 Jahre) Finanzierung: Überwiegend durch die spanische Regierung und die Region Andalusien. Eröffnung: 2015 (zum 200-jährigen Jubiläum der spanischen Verfassung von 1812)
Länge: ca. 1.650 Meter Typ: Schrägseilbrücke (Cable-Stayed Bridge) mit einem markanten weißen Pylon Funktion: Sie verbindet die Altstadt von Cádiz mit dem Festland (über die Bahía de Cádiz) und entlastet die ältere Puente de Cádiz.
Besonderheiten: Der Name erinnert an die Liberale Verfassung von 1812, die in Cádiz verabschiedet wurde und als eine der fortschrittlichsten Verfassungen ihrer Zeit gilt. Die Brücke ist architektonisch sehr elegant und nachts schön beleuchtet. Sie hat separate Spuren für Autos, Radfahrer und Fußgänger und bietet schöne Ausblicke auf die Bucht und die Stadt. Sie ist heute eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen für Cádiz und ein modernes Wahrzeichen der Stadt.
Demo fuhr mit dem Mietwagen weiter, um diverse Ersatzteile für die Vikarelia einzukaufen und das Fahrzeug anschließend wieder abzugeben. Conchita, Vicky und ich spazierten derweil durch die malerischen Gassen der Altstadt zu Conchitas Atelier-Wohnung im Obergeschoss eines stimmungsvollen Altbaus, wo Conchita ihre Bilder erschafft.
Der Studiotrakt war typisch für echte, leidenschaftliche Künstler: herrlich chaotisch, etwas schmutzig, voller Farbspritzer überall und es roch intensiv nach Terpentin, Farben, Leinwänden usw., bis wir jetzt wieder alle Fenster weit öffneten und durchlüfteten. Daran angeschlossen gibt es eine kleine, höchstens 30 qm Appartementwohnung für sie, mit Bett, Sitz- und Essecke, TV, einem kleinen Bad und einer halboffenen, immerhin voll ausgestatteten Küche.
Vom Typ her ähnelt Conchita unserer Vicky sehr. Auch sie ist sehr attraktiv und besitzt eine schlanke, sportliche, wohlgeformte Figur von Model-Format. Sehr fraulich selbstbewusst, ungeniert, clever, mit ausgeprägter exhibitionistischer Ader und leidenschaftlich ihre Kunst produzierend, weiß sie ihr rassiges Sexappeal geschickt verkaufsfördernd einzusetzen.
Dazu sollte ich auch ein paar reizvolle Fotos von ihr schießen; beispielsweise im Malerkittel mit nichts darunter und auch farbbespritzt nackt im Atelier, allerdings ohne dass man wirklich Geschlechtsteile von ihr sehen konnte. Also klassische, fantasieanregende und vor allem bei zahlungskräftiger Kundschaft Kopfkino auslösende, softerotisch-verlockende Fotos, welche bei der anvisierten Zielgruppe Interesse an ihrer Kunst wecken und diese natürlich überwiegend männlichen Kunden dazu animieren sollen, Conchita im Atelier besuchen zu kommen. Einmal drinnen, sitzen die »Herren« dann quasi in der sprichwörtlichen weiblichen Falle und kommen kaum noch raus, ohne ein Bild von ihr zu erwerben. lach
Ihre Kunst fand ich als eher Kunstmuffel, der nicht viel davon versteht, ziemlich reizvoll. Sie malt künstlerisch verfremdete, aber noch viel Realismus zeigende Öl- und andere Farbbilder, sowie interessanterweise auch ähnliche, aber kleinformatige Kohlezeichnungen wie Vicky. Die zwei jungen, schönen Frauen verstanden sich menschlich und künstlerisch bestens, diskutierten nahezu ununterbrochen mit Fachausdrücken über Kunst generell und das, was beide machen im Besonderen; ich hielt mich weitestgehend zurück und ließ sie ungestört miteinander schwätzen, hörte aber aufmerksam zu.
Ich mag zwar eher der Kunstbanausen-Typus sein, aber ich bin nicht generell uninteressiert daran und lerne auch gern dazu. Außerdem respektiere ich bei jedem Künstler, selbst wenn mir die Werke überhaupt nicht gefallen, wenn jemand das, was er oder sie tut, mit Leidenschaft und Einsatz betreibt. Echte Künstler sind zwar nicht selten auch ganz schön egozentrisch, ehrgeizig und mehr oder weniger narzisstisch, was natürlich nervend werden kann, wenn sie glauben, sie und ihre Kunst seien das Wichtigste überhaupt.
Aber Conchita und Vicky sind vor allen Dingen attraktive, charmante, überdurchschnittlich gebildete, kluge und sympathische Frauen. Diese Sorte, welche einfach gern schöne, reizvolle und verlockende Frauen sind; die sich bei allem gleichberechtigten Selbstbewusstsein aber nicht wie verbissene Feministinnen verbiegen, sondern die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, typisch männliche und weibliche Verhaltensweisen als das Selbstverständlichste, Natürlichste der Welt akzeptieren und es auch genauso haben wollen.
Frauen dieser Wesensart halten es schlicht für lächerlich, dumm und scheinheilig verlogen, wenn Frauen sich nicht klassisch »Und ewig lockt das Weib« verlockend und verführerisch benehmen; ihr Sexappeal, ihre Reize und ihre weibliche Sexualität nicht so einsetzen, wie Natur und Evolution es nun mal vorgesehen haben. Oder dass Männer sich nicht eben wie Männer benehmen und dieses uralte, reizvolle Spiel zwischen den Geschlechtern nicht genauso gekonnt spielen. Aber selbstverständlich alles mit Stil, einem gewissen Niveau und nicht wie schweinische, animalische Tiere.
Als die beiden ein-zwei Tage später lasen, was ich hier geschrieben habe, zogen sie mich fraulich amüsiert scherzhaft mit spitzen Bemerkungen ein bisschen auf. Aber, und das ist wichtig, mit einem Ausdruck in Gesicht und Augen, der auch anerkennenden Respekt zeigte. Was solche Frauen todlangweilig finden, sind dumme, nach ihnen geifernde und kinderleicht zu manipulierende Männer. Doch wenn sie es mit intellektuell reflektierenden, selbstbewusst beherrschten Gentlemen mit Klasse zu tun haben, die sich angesichts ihres ungenierten Sexappeals nicht gleich in geifernde Idioten verwandeln, dann wirst du sehr interessant für sie, dann respektieren sie dich.
Und auch wenn ich als Mann nicht so sehr auf den dunkel-rassigen, sehr leidenschaftlichen Typ Frau stehe, gebe ich gern offen zu: Diese Conchita »hat was« und könnte es schaffen, sogar mir als an den Umgang mit erotischen, kaum oder gar nicht bekleideten Schönheiten gewohnten Mann zumindest etwas den Kopf zu verdrehen. Definitiv eine WOW-Frau mit Charakter und Persönlichkeit, Klasse, erotischer Ausstrahlung, jeder Menge Sexappeal, Humor und einem sehr gut funktionierenden Hirn. Solche Frauen sind viel interessanter als irgendwelche hübschen Püppchen oder gar schöne, aber dämliche Tussis, die glauben, nur weil sie schön und sexy sind, müssten alle Männer verrückt nach ihnen sein. Letztere sind für mich ätzend langweilig.
Erst um 14 Uhr, bei inzwischen etwa 28° Lufttemperatur, spazierten wir zum Mittagessen ins La Evolución Comida Casera y Sin Gluten Cádiz, an der C. Sta. Cruz de Tenerife, 10. Das auf Google mit beachtlichen 4,5 Sternen im Schnitt bewertete Lokal könnte man als klassische, spanische Tapas-Bar bezeichnen. Superfreundliches Personal, vor allem eine kompetent-humorvolle Ana, umsorgt und animiert die Gäste, eine außergewöhnlich große Auswahl an köstlichen vegetarischen Gerichten zu probieren. Fisch- und Fleischgerichte gibt es aber auch, was ich bevorzugte, und wir schlemmten ausgiebig in typischer Tapas-Art mit verschiedenen, eher klein portionierten Gerichten.
Alles schmeckte sehr delikat und war handwerklich gut zubereitet. Preislich liegen sie im fairen Mittelfeld; man kann für 15–20 € leckere Happen und einen Drink genießen, oder wie wir ausgiebiger schlemmen; mehr als etwa 30–40 Euro kann man pro Person aber kaum ausgeben, sonst würden selbst »große Esser« mit viel Appetit platzen, denn klein sind die einzelnen Portionen wahrlich auch nicht. Geöffnet haben sie täglich von 08 bis leider nur 16:30 Uhr, und wer solche Tapas-Gerichte mag, ist dort sehr gut aufgehoben, wird sich wohlfühlen und delikat satt werden.
»Oh la la, du lädst mich ein und ich soll ungeniert bestellen, worauf immer ich Lust habe?« Schmunzelte Conchita sehr charmant fraulich und streichelte mir elektrisch kribbelnd über den Unterarm. »Vorsicht Amigo, ich kann hemmungslos verlangend werden, haha!« Flirtete sie bewusst mehrdeutig und fixierte mich mit ihren dunklen Augen.
»Darauf wette ich, Conchita.« Grinste ich männlich cool zurück. »Und wenn ein Mann nicht aufpasst, saugst du ihn aus wie eine schwarze Witwe. Wo entsorgst du die leeren Gerippe, oder gibt es einen Schrank in deinem Atelier, in welchen du sie stopfst, hoho?«
»Ach was, die werfe ich einfach aus dem Fenster auf die Gasse, wo die Müllabfuhr sie entsorgt.« Konterte sie schlagfertig und bewusst auf eine Art, als würde sie das todernst meinen.
»Die armen Müllabfuhr-Jungs müssen doch total überarbeitet sein, hahaha!« Lachte Vicky passend dazu, und bei der kurzen Kopfkino-Vorstellung darüber mussten wir alle drei heftig lachen.
»Das könnte man als herrlich morbide, schwarze Slapstick-Komödie verfilmen. Unzählige Männer werden von deinen sexy-verlockenden Werbefotos und Bildern in dein Studio gelockt. Am nächsten Tag fliegen leergesaugte Gerippe aus dem Fenster und schwitzende, überarbeitete Müllmänner lassen sie wortlos verschwinden; als Lohn dürfen sie ab und zu durch ein Fenster lugen, während du nackt an einer Leinwand mit Leidenschaft dein neuestes Werk erschaffst. Irgendwann kann ein besonders mutiger Verliebter nicht mehr widerstehen, betritt auch dein Atelier… und landet am nächsten Tag als leere Hülle auf der Straße, wo ihn seine lebenden Kollegen mit ›wir haben ihn gewarnt, aber er wollte nicht hören!‹-Attitüde entsorgen…«
»Ahahaha…« Prusteten die Frauen los. »Hör bloß auf, das hält doch keiner aus! Schreib ein Drehbuch, das wird ein Blockbuster in Adult-Kinos und dann wird die Warteschlange vor meiner Bude kilometerlang, hahaha.«
Ja, diese Kopfkino-Vorstellung war einfach zu amüsant, und so ein Erotikfilm würde mit guten Schauspielern, Conchita in der Hauptrolle und toller Regie selbst heutzutage wohl tatsächlich so was wie ein legendärer Kultfilm und Kassenschlager werden. Am schwierigsten wäre es sicherlich, eine originelle, passende Schlussszene für so einen Film zu finden. Und es sollte mindestens das erste Drittel oder die Hälfte des Films nicht klar sein, was eigentlich passiert, nur langsam die Spannung aufgebaut werden, indem auf unerklärliche Art Männer aus der Stadt spurlos verschwinden. Vielleicht sollte ich als Drehbuchschreiber so ein Projekt promoten? schmunzel
Gegen 17 Uhr trennten wir uns vorerst und legten eine ausgiebige Siesta mit Schlaf auf Vorrat ein. Nicht ohne dass sich Conchita zuvor auf verflucht erotische Art mit einer sehr engen Dankesküsse-Umarmung bei mir für die Essenseinladung bedankte. Demo hatte inzwischen alles eingekauft und bei Wartungsarbeiten an Bord ordentlich geschwitzt. Wir ruhten uns mit sinnlichem Schmusen plus Siesta-Nickerchen bis 19:40 Uhr aus. Dann trafen wir uns frisch geduscht und locker gekleidet wieder mit Conchita.
Die rassige, leidenschaftliche Schönheit schleppte uns zu diversen öffentlichen oder privaten Künstlertreffs, durch etliche Kneipen und volle Tapas-Bars. Mit leckeren Speisen, guten Weinen und Drinks sowie vielen interessanten Typen im blühenden, südländischen Nachtleben von Cádiz in der Hauptsaison, hatten wir massig Spaß. Es waren viel zu viele Orte und Ereignisse, als dass ich sie nacheinander beschreiben könnte; das würde sonst ein ausgemachter Roman werden.
Superguter Laune und mit beachtlichen Mengen Alkohol intus, angetrunken, aber selbstverständlich auch nicht unangenehm besoffen, kamen wir erst kurz vor 03 Uhr zurück an Bord. Trotz des Schlafmangels durch den Party-Radau letzte Nacht waren wir noch zu aufgekratzt, um sofort schlafenzugehen. Also nahmen wir noch ein letztes, kleines Glas Wein aus dem Bordvorrat im Cockpit, respektive Demo ein heimisches Craft-Bier, und rauchten eine letzte Zigarette in der lauen Nachtluft.
Conchita war noch bei uns, weil sie in alkoholisierter Spontanität unbedingt mal unser Segelboot sehen wollte. Natürlich war sie als lebenslustige, schöne Künstlerin auch schon zu Gast auf wesentlich größeren, schicken Yachten von Kunden oder Mäzenen geladen. Aber gerade weil wir auf einer relativ kleinen Fahrtenyacht unterwegs sind, was etwas ganz anderes ist als eine schicke Angeber-Yacht, reizte es sie besonders und sie war verdammt neugierig darauf.
Leise, um schlafende Crews auf anderen Yachten in der eng gepackten Marina nicht zu stören, lachten und plauderten wir über all die Ereignisse der Nacht, in welcher es auch kurz einen unangenehmen Vorfall gegeben hatte. Nichts Schlimmes oder wirklich Gefährliches, nur ein allzu betrunkenes, dünnes und wohl schwer in Conchita verknalltes Männchen wurde zu aufdringlich. Als ich ihn etwas auf Abstand halten wollte, versuchte er mich trainierten, kräftigen Bären von Mann in betrunkener Selbstüberschätzung schlicht zu schlagen.
Das war natürlich völliger Schwachsinn, aber auch allzu betrunkene, vergleichsweise schwache Männchen können in ihrem Kontrollverlust gefährlich werden, wenn sie beispielsweise ein Messer einstecken haben oder eine Flasche zerschlagen, um mit der scharfen Kante zuzuschlagen. Da ich den Typ ja nicht kannte und ihn daher nicht richtig einschätzen konnte, blieb mir gar nichts anderes übrig, als ihn zur Sicherheit ruckzuck flachzulegen und kampfunfähig zu machen. Allerdings ohne ihn dabei grob zu verletzen oder so; der Schock, plötzlich hilflos ausgeliefert auf dem Boden zu liegen, genügt bei Nichtprofis meist völlig, um sie schlagartig wieder runterzuholen und etwas zu ernüchtern.
»Ich hab das ja gar nicht richtig mitbekommen.« Sinnierte Conchita eher amüsiert. »Grad stand der Depp noch vor meiner Nase, laberte mich voll und versuchte mich anzugrabschen, da ging euer Captain dazwischen und der Trottel auf ihn los… und nen Sekundenbruchteil später liegt er auf dem Rücken, bettelt wie ein Hund um Gnade; was für ein Idiot, der war doch kaum halb so schwer und viel kleiner als Steve!«
»Ich habs gar nicht gecheckt, sprach gerade weggedreht mit Igor.« Womit Vicky einen weiteren Künstler älteren Semesters meinte. »Und plötzlich rumpelts, Sekunden später war schon alles vorbei und der Kellner schmiss den Trottel raus. Immer diese Besoffenen, die gar nicht mehr wissen, was sie tun.«
»Ich schätze, man muss schon arg doof oder total besoffen sein, um sich als Leichtgewicht mit einem Kerl wie Steve anzulegen.« Überwand sogar Demo seine gewohnte Mundfaulheit. »Das ging echt blitzschnell und ich bekam noch nicht mal mit, wie sich Steve plötzlich bewegte.«
»Nun ja, anderes Thema bitte!« Grinste ich etwas säuerlich, denn ich verabscheue Gewalt zutiefst und solche Zwischenfälle, die im Nachtleben leider besonders durch viel zu betrunkene Kerle immer mal wieder vorkommen. »Es war nicht wirklich gefährlich, aber weil ich den Typ nicht kannte, musste ich zur Sicherheit…« Erklärte ich kurz das oben Beschriebene.
»Hattest du mal eine militärische Kampfausbildung, oder so was?« Wollte Conchita dennoch mit sehr neugierig funkelnden Augen wissen.
»Ja, und ›oder so was‹ auch noch, aber darüber möchte ich jetzt wirklich nicht sprechen. Es war nur ein winziger Moment an einem ansonsten großartigen, schönen Abend. Du hast eine Menge interessanter Künstlerfreunde.« Versuchte ich das Thema endgültig zu wechseln. Vicky ging darauf ein und fügte hinzu:
»Wetten, er meint vor allem dieses erotische Vollweib Stasiia, haha! Was war sie nochmal? Russin? Ukrainerin und Model?«
»Stasii, mit zwei ›ii‹, haha, ist ne Ukraine-Flüchtlingsfrau und erst seit Kurzem hier. Ich glaube, sie jobbt vor allem als Model und ist als Influencerin Online unterwegs.« Erkannte auch Conchita, dass ich wirklich nicht weiter über diesen dämlichen Vorfall sprechen wollte. »Voll erotisch, oder? Und clever ist sie, glaube ich, auch. Wirst du mit ihr shooten und bist schon scharf darauf, sie nackt zu sehen, haha?«
»Beides…, hoffe ich, hehe!« Gluckste ich amüsiert und dachte: Nein, mein Typ als Frau wäre auch diese Stasiia nicht wirklich. Aber als Model dürfte sie höchstwahrscheinlich toll sein und auch als Mensch hatte sie nicht unsympathisch auf mich gewirkt. Allerdings hatte ich nur wenige Worte mit ihr gesprochen und wusste somit fast nichts über sie.
So palaverten wir noch fast eine Stunde weiter, wobei immer heftiger gegähnt wurde. Noch eine allerletzte Zigarette, dann schnell abduschen und ab in die Kojen! Für Conchita riefen wir ein Taxi, respektive bestand ich darauf, denn sie wollte eigentlich laufen. Es war ja auch nicht sehr weit zu ihrer Atelierwohnung in der Altstadt. Doch dazu müsste sie durch das noch nachtdunkle Industriegelände voller Container und sonstigem Kram eines betriebsamen Hafens rund um die Marina, wo sich nachts auch lichtscheues Gesindel rumdrücken könnte.
Sie einfach so allein gehen zu lassen, gefiel mir ganz und gar nicht. Da kommt bei mir dann doch immer sehr der vielleicht etwas altmodische Gentleman und Beschützerbär holder Weiblichkeit durch. Hätte sie darauf bestanden zu laufen, würde ich darauf bestehen, sie auch hundemüde zumindest heimzubringen. Doch sie ließ sich überzeugen und bestellte selbst einen Wagen mit einem ihr gut bekannten Taxifahrer der Nachtschicht. Fünf Minuten später stieg sie ein, wir krochen endlich in die Betten und pennten praktisch sofort ein… schnarch
Unzensiert Weiterlesen? Klick >>>
|
»« ©-http://srjexped.jimdo.com/2026 Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte & Bilder - auch auszugsweise - ohne schriftliche Genehmigung ist nicht gestattet. Alle Angaben ohne Gewähr! |










Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen