Ionisches Meer, Parga, Erkundungen, Spaß und Nightlife

 

#26.06.02 Ionisches Meer, Parga, Erkundungen, Spaß und Nightlife

Schon bei Sonnenaufgang um 06:15 Uhr starteten wir in den Tag und frühstückten lecker kräftig. Natürlich wollten wir mehr von Parga und Umgebung erkunden; aber zunächst erfreuten wir uns an Badespaß in den herrlich erfrischenden, kühlen Meeresfluten rund um das ankernde Boot. Das Wasser war so klar, dass man die eigenen Zehen durch die sanften Wellen hindurch sehen konnte, und die Sonne spiegelte sich in tausend funkelnden Lichtpunkten auf der Oberfläche.

Ein paar schöne, softerotische Fotos schossen Marina und ich auch; einfach so, weil es Freude macht und sie gern fotogen posiert. Dazu ruderten wir für eine halbe Stunde an die felsige Küste unterhalb der venezianischen Festung auf der Seeseite. Dieser Bereich ist für Einheimische oder Touristen nur schwer und unbequem zugänglich, weshalb sich dorthin kaum mal jemand verirrt. Die Felsen waren rau und an einigen Stellen von der Dünung glattpoliert warm von der Morgensonne. Das leise Plätschern der Wellen gegen den Stein klang wie ein sanftes Lied. Nicht, dass es uns groß stören würde, wenn jemand beim unbekleideten Plantschen und Posieren zuschauen sollte, aber man will ja auch keine unnötige Aufmerksamkeit hervorrufen oder vielleicht verklemmte Moralapostel in ihren Empfindungen verärgern.


 

Inzwischen hatten sich der Morgendunst und einige Wolken komplett verzogen, und die Luft roch nach Salz, Meer und dem ersten Hauch von mediterranen Kräutern. Wir starteten bei sehr sonnigen 26 °C eine weitere Erkundungstour. Zunächst wollten wir uns noch mal die Ruinen der Burg oder Festung genauer anschauen und von oben die fantastische Aussicht genießen. Der erste Besuch war doch recht kurz ausgefallen, und wir hatten noch längst nicht alles gesehen.

Besonders spannend ist, dass man auch einige verfallene Bereiche der Burg erklettern kann, die eigentlich nicht offiziell für Besucher freigegeben sind. Natürlich nur auf eigene Gefahr und mit klarem Blick für die realen Risiken – leichtsinniges Drauflosklettern ist hier definitiv keine gute Idee. Die venezianische Burg hat einige steile Abbrüche und einsturzgefährdete Höhlen oder Ruinengebäude. Leider gab es in der Vergangenheit bereits tragische Unfälle an ungesicherten Stellen. Besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist, die von solchen geheimnisvollen Höhlen natürlich magisch angezogen werden, sollte man gut auf sie aufpassen und sie nicht einfach wild herumtoben lassen. Am 24. Oktober 2019 stürzte beispielsweise eine 33-jährige niederländische Touristin von der Burg und starb. Sie fiel von einem nicht für Besucher freigegebenen, ungesicherten Bereich in die Tiefe.



 

Die venezianische Burg von Parga thront wie eine verwitterte Krone auf dem steilen Hügel über der Bucht. Schon beim Aufstieg spürt man die Geschichte dieses Ortes – nicht als staubige Vergangenheit, sondern als lebendige, ein wenig melancholische Kulisse. Der Pfad war steinig und von wilden Kräutern gesäumt, deren Duft in der warmen Luft hing. Und ebenfalls prima, vor allem für Allan als Eigner der Yacht, mit der wir unterwegs sind: von dort oben konnte er fast ständig das ankernde Boot im Blick behalten. Ich verstand das sehr gut. Wenn ich als Verantwortlicher oder Eigner einer ankernden Yacht unterwegs bin, fühle ich mich auch immer ein bisschen unwohl, wenn ich sie nicht im Blick habe; das steckt einfach in einem guten Seemann drinnen.

Oben angekommen öffnet sich von verschiedenen Stellen, die teils wie verwilderte Terrassen wirken, ein atemberaubender Rundblick: tief unten das türkisblaue Wasser der Bucht, das in der Sonne fast grell leuchtete, die langen Sandstrände von Valtos und Lichnos, und am Horizont das offene Ionische Meer. Die alten Mauern sind teilweise zerfallen, aber genau das macht den Charme aus. Man kann zwischen überwucherten Steinbögen hindurchschlendern, über grasbewachsene Terrassen laufen und an manchen Stellen sogar ein Stück in die nicht gesicherten Ruinen hineinklettern – natürlich mit Respekt und klarem Kopf.

Die Luft roch hier oben nach trockenem Stein, wildem Thymian und dem salzigen Hauch des Meeres. Es ist kein steriler Museumshügel, sondern ein wildromantischer Ort, an dem Wind und Zeit ihre Spuren hinterlassen haben. An einigen Stellen gibt es auch noch uralte Kanonen, Feldschlangen würde ich schätzen. Hier oben versteht man, warum es so viele Touristen und natürlich auch Einheimische dorthin zieht; Jugendliche treffen sich dort natürlich auch gern, um heimlich zu knutschen oder ein bisschen Party zu machen. Die Burg ist nicht nur ein Aussichtspunkt, sie ist ein Ort, an dem man gerne länger sitzen bleibt, den Wind im Gesicht spürt und einfach nur schaut. Ein toller Ausflugsort, der einfach Spaß macht und auch zum Träumen anregt.


 

»Echt romantisch… aber langsam knurrt mir der Magen. Wann wollen wir essen gehen?« Brachte Lany als erste zur Sprache, woran ich auch schon gedacht hatte. Es war bereits 13 Uhr, und auch wenn wir gut gefrühstückt hatten, stimmten alle anderen ebenfalls sofort zu.

Da wir vom Herumklettern etwas verschwitzt und schmutzig waren, kehrten wir zunächst an Bord zurück, duschten uns frisch und zogen sommerlich leichte Klamotten über. Die kühle Dusche war ein wahrer Genuss, und das Gefühl von frischer, salziger Meeresluft auf der Haut danach noch besser. Dann schipperten wir mit dem Beiboot direkt zur Seepromenade von Parga und wählten das hübsche, gute Taverna/Restaurant Ponte. Eigentlich wollten wir zur Abwechslung chinesisch im Shanghai, ebenfalls an der Seepromenade, essen gehen, doch dieses öffnet erst am Abend, wie übrigens auch etliche andere Lokalitäten.

Ein deutscher Gast bewertete das Ponte wie folgt treffend: -Wer in Parga essen gehen möchte, sollte unbedingt hier einkehren. Das Essen war absolut fantastisch. Die Sauce der Muscheln ein Traum. Die Pizza auf dem Punkt und auch das Gyros große Klasse. Das Restaurant selbst hat ein sehr schönes Ambiente, Doppelsitzsofas in Richtung Meer und Hafen und einen wunderbar freundlichen Service. Die Preise sind absolut fair und angenehm, und hier könnte man Stunden verbringen.« © Ruediger Baumann


 

Bei fast 700 Rezensionen halten sie einen hohen Schnitt von 4,6 Google-Sternen und haben täglich von 09 bis 02 Uhr geöffnet. Preislich sollte man typische 20–30 Euro pro Person erwarten, was bei der Speisequalität, Lage, Gastfreundschaft und Portionsgröße sogar als günstig bezeichnen könnte. Wir fühlten uns wohl, schlemmten sehr lecker und genossen dabei auch die malerische Aussicht über die kleine Hafenbucht mit Anlege-Kai und ankernden Booten oder Schiffen, deren Masten sich sanft im Wind wiegten.

»Ach, was für ein schönes Leben. Ich habe mich schon in Griechenland verliebt.« Seufzte Marina lächelnd, während sie mit den Fingern durch ihr noch feuchtes Haar fuhr; die anderen nickten zustimmend.

»Oh ja, Griechenland, gleich ob für Land- oder Segelurlaub, war schon immer eines meiner liebsten Länder, auch wenn es nicht mehr ganz so günstig und frei ist wie noch vor einigen Jahren.« Diskutierten wir dieses Thema ausführlicher.

Griechenland bleibt für mich eines der schönsten Segelreviere im Mittelmeer und weltweit. Dennoch habe ich mich gefragt, wie objektiv dieser Eindruck eigentlich ist – besonders weil die Preise und Regulierungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Deshalb habe ich eine KI gebeten, das Thema völlig neutral und nur auf Basis verfügbarer Daten – sozusagen gefühllos – zu bewerten. Eine KI hat keinerlei emotionale Bindung zu den bezaubernden Landschaften, der uralten Geschichte oder der griechischen Gastfreundschaft und urteilt rein datenbasiert und objektiv. Hier das Ergebnis:

-Objektiv-neutrale Einschätzung basierend auf aktuellen Daten, Segler-Foren (Cruisers Forum, Noonsite), Berichten von Yachtcharter-Firmen und offiziellen Statistiken (Stand 2026):

  • Griechenland als Segelrevier – Die Bilanz: Griechenland ist weiterhin eines der besten Segelreviere im Mittelmeer, aber es hat seinen Status als »günstiges Paradies« weitgehend verloren. Es ist immer noch exzellent, aber nicht mehr unschlagbar günstig.
  • Stärken: Revierqualität (über 6.000 Inseln, unzählige Buchten, sehr gutes Segelklima), Ankerfreiheit (im Vergleich zu Kroatien, Italien oder Spanien darf man hier noch sehr viel mehr wild ankern), Infrastruktur (in touristischen Gebieten gut bis sehr gut) und Sicherheit (kaum Kriminalität gegen Yachten, keine Piraterie).
  • Schwächen: Kosten (deutlich gestiegen durch Hafengebühren und Steuern), Regulierung (mehr Bürokratie, Restricted Areas), Überlaufenheit in der Hochsaison (Mykonos, Santorini, Hydra, Paxos etc.) und schwankende Service-Qualität.
  • Fazit: Griechenland ist ein hervorragendes Segelrevier, besonders für Leute, die gerne wild ankern und Inselhopping lieben. Es ist mittlerweile jedoch ein gehobenes Mittelmeer-Revier mit entsprechenden Preisen.

Interessant, nicht wahr? Nach rein objektiver Faktenlage beurteilt eine KI das Segeln in Griechenland also als inzwischen eher durchschnittlich. Gleichzeitig empfinden viele ausländische Segler, ebenso wie ich, es nach wie vor als eine Art Seglerparadies. Zugegeben, nicht mehr ganz so großartig wie früher mal, aber immer noch besser als viele andere Segelreviere.

Tori runzelte nachdenklich die Stirn. »Verglichen mit meinen heimischen Segelerfahrungen in Kanada, an der US-Ostküste und sogar der Karibik, finde ich es hier auch wunderschön. Und freier, mit weniger Vorschriften als woanders; also mir gefällt es sehr!«

»Und ihr?« Wandte ich mich an Allan und Paul, die bei der Überführung der Yacht über den Atlantik auch in Britannien, Frankreich, Spanien und Italien Zwischenstationen machten; Tori kam erst auf Korfu wieder an Bord.

»Ich finde es herrlich hier und würde es auch als Seglerparadies bezeichnen.« Meinte Paul überlegend. Allan schloss sich dem ebenfalls an. Marina konnte es nicht vergleichen, ist dies doch ihr erstes Segelerlebnis überhaupt, und Lany kennt sonst nur das Schwarze Meer und ein bisschen die türkischen Küsten, was sie ebenfalls schön findet.



 

Wir diskutierten noch einige Zeit dieses Thema. Köstlich gesättigt wurden dann vor allem die Frauen wieder stark verlockt von all den hübschen Geschäften in den malerischen Gassen von Parga. Diesmal begleiteten wir Männer sie und hatten durchaus auch Spaß beim Herumstöbern. Wie schon erwähnt, wimmelt es in der Altstadt nur so von hübschen, meist liebevoll gestalteten, kleinen Geschäften, Bars, Tavernen oder Restaurants, und die oft sehr engen Gassen sind pittoresk. Der Duft von gebratenem Fisch, frischem Brot und Gewürzen lag in der Luft, und das bunte Treiben der Einheimischen und Touristen machte die Atmosphäre lebendig.

Irgendwo gönnten wir uns recht gutes Eis, das kühl und cremig auf der Zunge zerging, und am frühen Abend pausierten wir in der urig-originellen Antico Rock Bar Parga an der seeseitigen Promenade. Die gefiel uns sogar noch deutlich besser als Mikes Bar vorgestern. Geöffnet haben sie von 09 Uhr bis 04 Uhr in der Nacht und sind offensichtlich sowohl bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebt. Also beschlossen wir dort den Abend zu verbringen und nach dem üppigen Mittagessen mit ein paar leichten, aber leckeren Snacks in Tapas-Art zufrieden zu sein.

Wir vergnügten uns die meiste Zeit draußen auf der Terrasse, direkt am Meer, wo die salzige Brise uns umspielte, und auch drinnen ist die Bar urig-gemütlich. Und was am wichtigsten ist: es herrschte eine angenehme, locker-freundliche Stimmung mit Menschen, die einfach das Leben genießen wollen. In der Hochsaison, wenn sich die Touristenmassen, insbesondere junger Männer volllaufen lassen, mag es anders zugehen. Aber heute empfanden wir es als sehr angenehm, hatten auch mit dem Personal und anderen Gästen Spaß. Die Lichterketten über der Terrasse warfen ein warmes, gemütliches Licht auf die Tische, und das leise Klirren von Gläsern vermischte sich mit dem Lachen der Gäste.


 

Ein paar interessante, intelligente Gespräche gab es auch, und wir lernten eine blondgefärbte, schöne junge Frau kennen, die sich offensichtlich gern sexy gibt und wohl auch intimen Abenteuern nicht abgeneigt ist. Ein bisschen berechnend anscheinend auf der Jagd nach Männern mit Geld, aber durchaus sympathisch, clever und gut informiert über das Weltgeschehen. Da Allan, Paul und ich in Begleitung von schönen Frauen waren, sah sie uns wohl eher als ungeeignet, plauderte aber trotzdem ziemlich viel mit uns. Schmunzel

In der Bar ist die Musik ziemlich laut und kann man sich daher nicht so gut unterhalten. Aber wir waren ja zu 90 % draußen und genossen die milde, salzige Mittelmeerluft, wo die Geräuschkulisse deutlich gedämpfter ist. Nachts können die Temperaturen derzeit noch deutlich unter 20 °C sinken, aber wie schon öfter beschrieben, empfindet man das im Mittelmeerklima gefühlt im Allgemeinen als angenehm, nicht als zum Frösteln.

 

Einen sehr amüsanten, reizvollen „Zwischenfall“ gab es auch noch. Eine sympathische, rassig-sexy Aushilfsbedienung oder Hilfskraft namens Ione, mit der wir viel scherzten, arbeitete nicht durch, sondern machte gegen Mitternacht Schluss. Als ich mal wieder die Toilette hinten im Laden aufsuchen wollte – ich muss zugeben, bereits ganz schön gepichelt und nicht mehr nüchtern gewesen zu sein –, verwechselte ich die Tür. Statt in die Männertoilette platzte ich in den Umkleideraum für Angestellte, wo Ione gerade duschte und hinter dem etwas durchsichtigen Plastikvorhang schöne, frauliche Formen erkennbar waren.

Als Mann konnte ich natürlich nicht anders, als vergnügt hinzuschauen, doch als Gentleman wollte ich den Raum auch sofort wieder verlassen. Aber da war sie schon fertig mit duschen, schob den Vorhang beiseite, griff nach einem Handtuch am Wandhaken und bemerkte mich halb in der Tür gar nicht. Daher durfte ich kurz den Anblick wirklich toll gebauter Formen einer frisch geduschten, nackten rassigen Frau genießen. Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich das den Raum verlassen und die Tür möglichst unauffällig leise zu schließen etwas verzögert und erfreut genau hingeschaut zu haben. grins

Aber mal ganz ehrlich: Wenn eine hübsche Bedienung, Aushilfe oder was auch immer in so einem Lokal im Umkleideraum duschen geht, dann sollte sie eigentlich clever genug sein, den Raum nach Betreten zu verriegeln. Insbesondere wenn der Eingang so leicht zu verwechseln neben den Toiletten für Gäste liegt. Also könnte man „selbst schuld!“ sagen, hoho.

 

Darüber immer noch äußerlich und innerlich grinsend, kam ich zurück zu unserer Gruppe, und Marina wollte typischerweise mit weiblichem Instinkt etwas ahnend wissen, worum ich wie ein Honigkuchenpferd grinse. Ich erzählte es ihr natürlich, und da musste auch sie lachen.

»Du bist wirklich ein Glückspilz von Mann, haha! Vielleicht hättest du sie fragen sollen, ob du ihr den Rücken abtrocknen darfst und wer weiß… hahaha.«

»Natürlich hätte Ione ‚ja, danke, gerne‘ geantwortet, was denn sonst, hohoho?« Gluckste ich vergnügt und wie gesagt nicht mehr nüchtern, mit der zusätzlichen Frechheit durch Alkohol.

»Bei deinem Glück mit Frauen, du charmanter Gentleman-Gauner, könnte das echt sein, haha.« Lachte Marina sichtlich belustigt. Sie war natürlich, genauso wie wir alle, ebenfalls nicht mehr nüchtern.

Na, jedenfalls war es ein wirklich schöner Abend mit viel Spaß, und wir versackten etwas, blieben deutlich länger in der Antico Rock Bar, als wir eigentlich beabsichtigt hatten. So völlig ungeplant, wenn sich einfach ein richtig schöner, unterhaltsamer Abend beim Ausgehen spontan zufällig ergibt, mag ich das am liebsten. Es passte einfach alles: Musik, die Stimmung der Menschen, gute Drinks und Snacks, sympathische neue Bekanntschaften und das alles in der romantisch beleuchteten, malerischen Umgebung einer griechischen Frühsommernacht am Meer; herrlich, das macht einfach Freude und sorgt für gute Laune!

Erst nach 02 Uhr kamen wir gleichzeitig etwas aufgekratzt und wohlig müde zurück an Bord. Wie es schon fast Tradition geworden ist, sprangen wir in die erfrischenden, kühlen Meeresfluten und kletterten tropfnass, etwas ernüchtert und lachend wieder über die Heck-Badeleiter hoch. Marina und ich liebten uns noch schön, aber eher schnell in Quickie-Art. Dann nur noch schnell frisch duschen. Nach dem langen Tag mit Herumklettern auf dem Burghügel und Herumlaufen in den Gassen, sowie nächtlicher Party waren wir doch richtig müde und wollten baldmöglichst einschlummern. Aneinander gekuschelt sanken wir auch fast sofort in tiefen Schlaf… schnarch

 

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Griechenland, Ionisches Meer, Ormos Valtou-Parga

 

#26.05.30 – Griechenland, Ionisches Meer, Ormos Valtou-Parga

»Klar zum Ankern…« rief Paul, der momentan als Wachhabender unserer Crew-Rolle anführte, vom Steuerstand nach vorne zum Bug, wo ich bereits an der Ankerwinde stand. »… fallen Anker!«

Im gleichen Moment löste ich die Bremse. Mit einem metallischen Rattern rauschte die Kette in die Tiefe. Bei fünfeinhalb Metern Wassertiefe gab ich klassisch die fünffache Länge, also etwa 25 Meter Kette, bis der „Haken“ – unser massiver 34 kg CQR-Pflugscharanker – auf dem sandigen Boden saß. Platz zum Schwoien gab es in dieser malerischen Bucht des Ormos Valtou mehr als genug; außer uns lagen nur fünf bis sechs weitere Boote in dem geschützten Becken, was uns eine etwas Privatsphäre garantierte. Auf mein Handzeichen hin legte Paul kurz den Rückwärtsgang ein und gab für 30 Sekunden „Voll zurück“, um den Anker unter Zug ordentlich einzugraben. Die Yacht ruckte kurz an der Kette, dann lagen wir bombenfest und sicher in der malerischen Kulisse.

 

Gleich darauf wurde der Diesel abgestellt. Stille legte sich über das Deck, nur unterbrochen vom sanften, fast meditativ wirkenden säuseln des Windes in den Wanten und gegen den Bootsrumpf plätschernden, kleinen Wellen. Wir klarten das Deck zügig auf, nachdem wir diesen 11 Seemeilen langen Törn erfolgreich hinter uns gebracht hatten. Wegen der schwachen Winde von lediglich 4 bis 7 Knoten waren wir insgesamt gut vier Stunden unterwegs gewesen, wobei die schnittige Segelyacht mit 2 bis 4 Knoten sanft durch das azurblaue Meer pflügte. Was für Landratten wie ein lahmes Kriechen klingen mag, ist für eine Einrumpf-Fahrtenyacht bei diesen leichten Bedingungen ein beachtliches Tempo. Wir hatten es ohnehin nicht eilig; der Weg war das Ziel, und wir genossen es, den Motor ausschließlich für die Manöver beim Ein- und Auslaufen zu nutzen.

Die Koordinaten unserer Position liegen bei 39° 16,91' N 020° 23,38' E. Die Bucht ist weiträumig und bietet exzellenten Halt auf Sandgrund. Die Wassertiefe von 5 bis 7 Metern ist ideal für eine entspannte Nacht vor Anker. Von hier aus lässt sich das pulsierende Leben von Parga ganz bequem mit dem Wassertaxi erreichen. Mit den Bootsführern lässt sich problemlos ein Abholtermin vereinbaren; die regelmäßigen Fahrten finden abends ab 22:00 Uhr im 30-Minuten-Takt bis Mitternacht statt. Die Bootsführer sind wahre Profis – sie merken sich genau, wo jedes Boot liegt, und finden einen auch in der dunkelsten Nacht zielsicher wieder.

Östlich davon liegt das Städtchen Parga selbst. Ein sehenswerter Ort, der jedoch einen entscheidenden Haken hat: Der dortige Anleger ist für die Yacht-Schifffahrt nicht zum Anlegen geeignet – höchstens kurzfristig zur schnellen Versorgung. Deshalb ankert man am besten in der westlich benachbarten Bucht Ormos Valtou.


 

Parga schmiegt sich an die Hänge, und eine enge Gasse zieht sich den Berg hinauf zur 1570 errichteten venezianischen Festung. Die Wege sind gesäumt von kleinen Touristik-Läden und feinen Auslagen mit lokalem Kunsthandwerk. Oben angekommen, wird man für den Aufstieg mit einem phantastischen Blick auf den Hafen und die Bucht Valtou belohnt. Unter alten Pinienbäumen lässt es sich in einem kleinen Café herrlich verschnaufen, bevor man sich in das schier unendliche Angebot an Tavernen, Cafés und Bars stürzt.

Restaurant-Tipp: Die Taverne „Avra“ liegt auf der linken Seite, ziemlich am Ende des Weges Richtung Burg. Die Terrasse bietet einen wunderschönen Ausblick über die Altstadt und den Hafen. Das Essen ist exzellent und der Wirt überaus gastfreundlich. Quelle ©: https://www.skipperguide.de/wiki/Parga#Ormos_Valtou

»Kommt schon, ihr lahmen Enten… yuchuuu…!« stichelte Lany und lief splitternackig, wie sie es an Bord am liebsten tat, zur Reling. Mit einem lauten Platsch und einer gewaltigen Fontäne sprang sie direkt über Bord in das herrlich erfrischende Nass. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen! In kürzester Zeit hüpften auch wir anderen in die Fluten. Lachend und prustend plantschten wir eine gute Viertelstunde um das Boot herum – ein herrlicher Spaß.

Nachdem wir uns an Deck den Salzfilm abgeduscht hatten, machten wir uns fertig für den Landausflug. Wir wollten die venezianische Burg erkunden. Zugegeben, sie ist nicht ganz so imposant wie die Festung über Korfu-Stadt, da sie größtenteils aus Ruinen besteht, aber sie ist ein echtes Historien-Highlight mit Charme und Tragik.

Die Burg wurde 1570 erbaut, um die Bewohner vor Piraten und osmanischen Angreifern zu schützen. Doch die Geschichte Pargas ist ein Auf und Ab: 1537 machte der berüchtigte Barbarossa eine ältere Festung dem Erdboden gleich. Die Venezianer bauten 1570 neu auf – nur um die Stadt später wieder zu verlieren. Erst 1792 gelang ihnen der dritte Anlauf. Die massive Festung hielt bis 1819 stand, trotz der Belagerungen durch Ali Pascha von Ioannina. Doch dann verkauften die Engländer die Stadt kurzerhand an die Türken, und die Burg verlor jede strategische Bedeutung. Ein Haufen Steine also – aber mit einer Aussicht, die jedes Herz höherschlagen lässt.


 

Und für uns, besonders Tori als Hobby-Historiker ihrer weitverstreuten Familie besonders spannend: Im April 1946 landete hier Toris Ur-Großonkel mit seinem Team, Goldmünzen und Waffen von Malta kommend, auf einem dafür eingesetzten Khaiki (auch Kaiki oder auf Französisch Caïque genannt) an; sie ähneln den türkischen Gulets. Diese traditionelle Schiffsbauweise aus Holz, wir noch heute überwiegend für Traditions-Yachten und den Tourismus eingesetzt. In den 1940er Jahren waren diese Boote das Rückgrat der griechischen Küstenschifffahrt und des Handels in der Ägäis und im Ionischen Meer und somit nicht weiter auffällig.

 Laut den Tagebucheinträgen war dieser Einsatz relativ ungefährlich, fast wie eine Art entspannender Urlaub für das Team. Trotzdem mussten sie natürlich vorsichtig agieren, denn zu jener Zeit wimmelte es überall von Spionen, Verrätern und Leuten mit fragwürdigen Absichten. Wie schon im ersten Blog zu dieser Geschichte erwähnt, verlief der griechische Bürgerkrieg sehr brutal. Menschenleben zählten kaum etwas und wie leider immer in solchen Zeiten, litt insbesondere die arme, hungernde Zivilbevölkerung darunter, die schon unter der Nazi-Besetzung jahrelang leiden mussten. In solchen Zeiten ist es nirgendwo ungefährlich; schon gar nicht, wenn du Nahrung, Gold und Waffen transportierst.


 

Gegen 14 Uhr meldete sich der Hunger. Wir entschieden uns für das mit 4,6 Sternen bewertete „Bacchos“ (Anevxavrtisias 63, Parga). Täglich von 10 Uhr bis Mitternacht geöffnet, kann man hier für 15 bis 25 Euro absolut köstlich schlemmen und satt werden. Mehr auszugeben ist bei der schieren Größe der Portionen kaum möglich, will man nicht überfressen platzen. Es ist ein perfektes Musterbeispiel für griechische Gastronomiekultur, Gastfreundschaft und den allgemeinen, südlichen Lebensgenuss. Wir saßen gemütlich auf der beschatteten Außenterrasse, den malerischen Ausblick auf die Bucht und die umliegenden Inseln im strahlenden Sonnenschein, bei angenehmen 27 °C zusätzlich genießend.

Eine Rezession von La Chimolala beschreibt sehr treffend die direkt an der Hafenpromenade gelegene Taverna / das Restaurant:  Ein sehr gemütliches und warmes Lokal, perfekt fürs Abendessen. Es ist das einzige Restaurant in Parga, wo man auf einen Tisch warten muss, weil es einfach so gut ist und man innerhalb von drei Minuten einen Platz bekommt. Das Personal ist überaus freundlich und zuvorkommend. Die Portionen sind riesig und das Essen fantastisch. Wir waren zweimal dort und hatten eine wundervolle Zeit. Absolut empfehlenswert! ©La Chimolala


 

»Mein Gott, wie soll ich all das schaffen, ohne dick und fett zu werden?« stöhnte die gertenschlanke Lany. Tori und Marina stimmten sofort zu, und auch wir Männer hatten zu kämpfen, um die Portionen aufzuessen.

»Du könntest jetzt gleich von hier bis zur Festung auf dem Hügel hin und her joggen! Am besten nackig, damit dich ein paar entzückte, hormonüberflutete knackige Kerle durch die Gassen jagen, hoho«, gluckste ich vergnügt und schob mir eine delikat gewürzte Scampi in den Mund.

»Ahaha, pass bloß auf, dass wir dich nicht ausziehen und von hübschen Girls herumjagen lassen«, lachte Tori, und natürlich verbündeten sich die Frauen sofort gegen uns Männer.

 »Interessante Idee, aber leider unmöglich«, grinste ich sehr breit und männlich cool. »Dann müsste die Regierung in Athen den Notstand ausrufen und die Armee schicken, um die Lage wieder zu beruhigen.«

Marina prustete heftig los: »Ahahaha…, ich stell mir das grad bildlich vor. Unser Casanova-Captain rennt nackig mit schwingendem Schwänzchen durch die Stadt, verfolgt von hunderten, kreischenden Frauen und er muss sich in der Burg verschanzen. Gerade noch rechtzeitig marschiert die Armee ein und fliegt ihn mit einem Heli aus, bevor tausende Frauen die Festung stürmen… haha.«

Über dieses sehr amüsante Bild im Kopfkino mussten wir alle lachen. Tori ergänzte augenzwinkernd: »Welche Frau könnte einem so charmanten Adonis auch widerstehen, haha?!«

»Insbesondere wenn er nackig ist und das Schwänzchen herumwirbelt, haha!« prustete auch Lany heftig. Da diese Vorstellung in dieser hübschen, griechischen Kleinstadt so lustig war, scherzten und lachten wir noch einige Minuten darüber. Es erinnerte uns ein wenig an diese berühmte Szene aus „Das Parfüm“, in der sich der Hauptdarsteller am Ende mit seinem unwiderstehlich machenden Extrakt beträufelt und alle Zuschauer der mittelalterlichen Hinrichtungsstätte plötzlich hemmungslos in ihn verlieben. Schmunzel



 

Dann wollte Allan als Bootseigner zurück zur Yacht, um zu schauen, ob der Anker auch wirklich gut hält und um ein paar kleinere Wartungsarbeiten vorzunehmen. Die Frauen wollten unbedingt durch die bezaubernden Gassen der Altstadt schlendern und jedes verlockende Geschäft mit hübschem Kram und Souvenirs einer genauen Inspektion unterziehen – wie weibliche Wesen das halt lieben. Paul und ich weigerten uns jedoch strikt, dabei mitzumachen, und wir verabredeten, dass wir beide hier faul auf der Terrasse abhängen, bis die Schönen zurückkehren.

An sich wäre ich auch ganz gerne durch die schnuckeligen Gassen geschlendert; nach dem üppigen Mahl wäre körperliche Bewegung auch sehr angebracht gewesen. Solch hübsch-gepflegte Altstadtgassen in malerischer Umgebung und im Mai bei noch angenehmen Temperaturen und ohne alles überfüllenden Touristenmassen zu erkunden, macht doch immer Spaß. Aber manchmal habe ich total faule Momente und bleibe lieber hocken, um dem bunten Treiben einfach zuzuschauen. Paul erging es wohl ebenso.

Wir plauderten über dies und das, oder hockten einfach nur da und schauten den hübschen, sexy-luftig gekleideten Frauen hinterher. Allerdings fiel mir auf, dass mich Paul anscheinend ein bisschen ausfragte; insbesondere über mein Seglerleben und Erfahrungen von über 200.000 Seemeilen auf vielen Weltmeeren. Er kam jedoch nicht konkret auf einen speziellen Punkt zu sprechen. Es könnte ganz allgemeine Neugierde von jemandem gewesen sein, der selbst weniger als 10.000 Seemeilen Segelerfahrung hat und bisher nur in küstennahen Gewässern unterwegs war. Irgendwie hatte ich jedoch den Eindruck, dass er auf etwas Bestimmtes hinauswollte; doch er sprach es nicht an, und ich fragte nicht direkt nach.


 

Schätzungsweise zwei Stunden später riefen die Frauen an und forderten uns auf, zur „Limoncello Gastro Bar“, nördlich fast direkt unter dem Burghügel, zu kommen, wo sie sich Erfrischungsdrinks oder Cocktails genehmigten. Dank Google-Maps fanden wir den Laden recht problemlos… jedoch ohne die Frauen.

Dort waren die Schönen schon wieder ausgeflogen und zu „Mike's Bar“, nur wenige Schritte weiter, gewechselt, wo es ihnen viel besser gefiel, informierte uns ein weiterer Anruf. Diese liegt in oder neben der Taverna Stefanos und wird vermutlich von dessen Sohn betrieben. Die Bar wird durchschnittlich mit hohen 4,8 Sternen auf Google bewertet, und das zu Recht.

Man weiß gar nicht, was in dieser Bar besser ist. Zunächst einmal ist das Ambiente mit Blick aufs Meer und den Strand wunderbar, die Dekoration ist bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet und die Musik passt perfekt. Das Personal ist superfreundlich und bemüht sich wirklich, dass sich jeder wohlfühlt. Unsere wärmste Empfehlung für Cocktails, die so viele einzigartige Aromen haben, dass man so etwas wirklich nirgendwo anders probieren wird. Drinks kosten im Schnitt zwischen 5 und 10 Euro. Geöffnet ist ab 08 Uhr bis Mitternacht, man fühlt sich wohl und kann eine Menge Spaß haben.


 

Unsere drei Schönheiten flirteten und scherzten bereits leicht aufgedreht mit dem Personal und anderen Gästen. Allan war auch schon dort und hatte unser Beiboot unterhalb des Burghügels, kaum 50 m von der Bar entfernt, festgemacht. Wir beschlossen, dort den Abend zu verbringen, denn sie haben auch ausreichend gute Speisen und Snacks. Nach dem üppigen, exzellenten und relativ späten Mittagessen hatte sowieso niemand richtig Hunger. Es ging mehr um eine Grundlage im Magen für weitere Drinks mit Alkohol; die Cocktails sind richtig gut und lecker, wie es sich für eine ordentliche Bar gehört.

Parga gilt als einer der beliebtesten Urlaubsorte in Epirus – vor allem wegen seiner malerischen Altstadt, der venezianischen Burg, der traumhaften Strände (wie Valtos oder Lichnos) und der Nähe zu den Inseln Paxos und Antipaxos. In Reiseführern wird es oft als „Beauty Queen“ der Region bezeichnet.

Im Mai ist der Ort noch nicht überlaufen; erst in der Hauptsaison treffen täglich im Schnitt über 6.000 Touristen auf die gerade mal 2.500 Einheimischen. Ab Juni/Juli wird es dann lebhaft bis voll, aber nie so überlaufen, hektisch und nervend wie z. B. auf Santorin oder Mykonos. Typischerweise lebt so ein Ort fast ausschließlich vom Tourismus und wimmelt es nur so von Bars, Tavernen, Restaurants, Cafés, Boutiquen, Souvenirläden und kleinen Geschäften. Alles in allem ein wirklich bezaubernder Ort, nicht nur für Urlauber.

 

»Hier könnten wir ein paar Tage länger bleiben und ankern, was meint ihr?« brachte Marina zur Sprache, worüber sich die Frauen offensichtlich schon abgesprochen hatten, wie ich schnell bemerkte. schmunzel

»Gern…, aber nur wenn die Wetterlage ruhig bleibt«, meinte Allan als Eigner der Yacht. »Wir liegen hier weit offen nach Westen und Süden zum ionischen Meer; wenn stürmisches Wetter aufzieht, könnte es riskant werden. Was sagst du, Steve? Du kennst dich mit Segeln in Griechenland am besten aus.«

»Jahaaa… was sagt unser berühmter Captain Steve, haha?« stichelten die schon erkennbar beschwipsten und etwas aufgekratzten Frauen.

»Euer gestrenger Captain sagt:« grinste ich, »Allan hat es richtig erkannt und eingeschätzt. Wenn die Wetterlage so bleibt, können wir hier problemlos länger ankern und ja, mir gefällt Parga auch.«

»Also alle paar Stunden die Wetterlage prüfen, und ich hätte ebenfalls nichts dagegen, ein paar Tage in der Gegend zu bleiben«, fasste Paul überlegt zusammen.

»Oh ja, Griechenland ist wirklich ein wunderbares Segelrevier. So viel Geschichte, bezaubernde Orte, preiswert und wenige Vorschriften, keine Abzocke von Yachties. Ich würde auch gern etwas länger hier ankern«, meinte Tori, die etwa 2.500 Seemeilen Segelerfahrung hat, einschließlich eines Karibik-Segelurlaubs auf einer Charteryacht.

Also waren wir uns einig und vergnügten uns noch deutlich bis nach Sonnenuntergang, derzeit hier um 21:01 Uhr, in Mikes Bar. Wie erwähnt ist derzeit noch nicht so arg viel los, aber wir hatten trotzdem Spaß, auch mit anderen Gästen. Nüchtern waren wir alle nicht mehr, und automatisch fällt man in der malerischen Umgebung mit romantischer Nachtbeleuchtung in ebensolche Stimmung. Eine richtige Tanzfläche gibt es nicht, aber solange man keine anderen Gäste direkt belästigt, stört es auch keinen, wenn im Gang zwischen den Tischen und der eigentlichen Bar jemanden die Tanzlust überkommt.

Natürlich waren es vor allem die Frauen, die uns dazu nötigten, doch auch Allan und Paul sind richtig gute Tänzer. Ich Tanzmuffel biss halt mal wieder die Zähne zusammen, war kein Spielverderber und tanzte Marina zuliebe auch ein bisschen mit ihr. Sie hat durchaus Verständnis dafür, dass mir das Tanzen nun mal gar nicht liegt und mir keinen Spaß macht.

 Ich schrieb es schon häufiger: So richtig verstehe ich bis heute nicht, was die Leute eigentlich an diesem Herumgezappel finden? Ich schätze durchaus den ästhetischen Genuss von beispielsweise professionellen Tanzgruppen oder bewundere mit Respekt gute, leidenschaftliche Einzeltänzer – als Mann logischerweise insbesondere attraktive Frauen in reizvollen Kostümen –, aber für mich war das noch nie etwas. Mir fehlt schlicht das passende Rhythmusgefühl, und ich habe keine Lust auf „Abtanzen“ und sich dabei klatschnass schwitzen, wie es so viele so gern tun.

 

»Ach…, echt schön hier und unser Seglerleben«, seufzte Marina etwas beschwipst und verschmust an mich geschmiegt, als ich etwas beiseite eine rauchte. Am Sichelrand der Bucht funkelte die romantische Beleuchtung von Hotels, Pensionen, Lokalen und die allgemeine Beleuchtung. Ein schwacher Wind aus nordwestlicher Richtung trug salzige Seeluft und die Düfte all der im Mai blühenden Pflanzen herbei. Die Grillen zirpten ihr typisches „Griechenland-Feeling“-Konzert, was hier wegen der nicht zu lauten Musik von der Bar aber nicht so deutlich zu vernehmen war.

»Hm ja«, brummte ich, hielt sie im Arm und ließ meine freie Hand in den Ausschnitt ihres sexy Kleides gleiten. Wir küssten uns mit spürbarem Verlangen aufeinander, aber dennoch auch mit entspannter, innerer Ruhe.

Gegen 23 Uhr kamen wir schließlich gut gelaunt und wohlig müde zurück aufs Boot. Lachend schlüpften wir alle aus den Kleidern und sprangen zur Erfrischung klatschend in die Meeresfluten… herrlich! Die 21 Grad Wassertemperatur und kaum mehr Lufttemperatur machten uns etwas nüchterner, als wir wieder an Deck kletterten. Dann nur noch schnell duschen und ab in die Kojen. Leichte, kleine Wellen, die sanft gegen den Rumpf klatschten, und das ebenso sanfte, kaum wahrnehmbare Schaukeln in der minimalen Dünung wiegten uns mit einem Lächeln im Gesicht schnell in tiefen Schlaf.

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