Algarve, Lagos, Finca- & Felsküsten Vibes und ein neuer Kunstinteressent

 

#26.07.04 – Algarve, Lagos, Finca- & Felsküsten Vibes und ein neuer Kunstinteressent

Wir sind immer noch zu Gast in Rodrigos wunderschöner Villa etwas südlich von Lagos – deutlich länger als ursprünglich geplant. Der Grund: Rodrigo hatte Vicky einen weiteren Kunstliebhaber unter seinen Freunden vermittelt, den wir gestern Abend im lebhaften Nightlife von Lagos kennengelernt hatten.

Lagos mag zwar nur eine kleine Küstenstadt sein, doch in der Hochsaison tobt hier das Nachtleben richtig. Die engen Gassen wimmeln von Menschen, die Bars und Restaurants sind bis in die frühen Morgenstunden gefüllt, und die Luft ist erfüllt von Musik, Lachen und dem Duft von gegrilltem Fisch und Meeresfrüchten. Es war eine dieser Nächte, in denen man sich fragt, warum man jemals woanders sein möchte.

Nach der langen, ausgiebigen Nacht schliefen wir heute fast bis Mittag aus. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, und als wir endlich die Augen öffneten, empfing uns ein strahlend blauer Himmel und Temperaturen von bereits 34 °C. Der erste Weg führte uns zum hübschen Pool auf Rodrigos Grundstück, wo wir uns mit einem erfrischenden Bad von den letzten Resten der nächtlichen Exzesse befreiten. Das Wasser war kühl und einladend, und es war ein wahrer Genuss, die Hitze des Tages für einen Moment zu vergessen.

Rodrigo, sein neu aufgetauchter Freund und Kunstinteressent sowie natürlich auch ich genossen den Anblick – besonders, als Vicky und Britt selbstbewusst und völlig ungeniert im Pool plantschten. Die Wassertropfen glitzerten in der Sonne wie flüssige Diamanten auf ihrer Haut, und das Lachen der beiden hallte über das Grundstück. Lois, die uns in den letzten Tagen mit ihrer Lebensfreude bereichert hatte, war übrigens nicht mehr vor Ort. Sie war am Vortag zu einem Shooting und Model-Event nach Madrid aufgebrochen, und wir vermissten ihre fröhliche Art schon ein wenig.

 

Dann wurde auch schon das Mittagessen aufgetischt, und wir ließen uns gemütlich im kühlen Schatten der Terrasse nieder. Heute gab es ein wahrhaftes Festmahl, das uns sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Als Vorspeise servierte Rodrigos Köchin einen würzigen Krabben-Cocktail in einer cremigen Sauce mit fruchtigen Stückchen. Der Geschmack war einfach himmlisch – frisch, aromatisch und perfekt abgestimmt.

Als Hauptgang folgte ein Teller mit gebratenen, saftigen Würsten vom Iberico-Schwein, die so zart waren, dass sie fast auf der Zunge zergingen. Dazu gab es goldbraun gebratene Süßkartoffeln, eine Fülle von knackigem Pfannengemüse und einen frischen, knusprigen gemischten Salat mit verschiedenen Blättern, Tomaten und Gurken. Dazu tranken wir einen exzellenten portugiesischen Wein, der perfekt zu den herzhaften Speisen passte.

Als Nachtisch gab es ein Erdbeer-Sorbet, das wie ein eiskalter Hauch von Winter auf der Zunge zerging, sowie eine Auswahl an geschmacksintensiven Käsesorten, begleitet von knusprigen Kräckern, süßen Weintrauben, saftigen Wassermelonenstücken und – natürlich – einem richtig guten Kaffee, der den Geschmack der Mahlzeit perfekt abrundete. Der Duft von frischem Obst und Kaffee vermischte sich mit der warmen Luft und schuf eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlud.

Die Gespräche am Tisch waren lebhaft und intelligent, und wir plauderten über die unterschiedlichsten Themen – von Kunst über Reisen bis hin zu den aktuellen weltpolitischen Entwicklungen.

Nach dem Kaffee begann der ernsthafte Teil des Tages: die Verhandlungen zwischen Vicky und dem neuen Interessenten. Dieser hatte sich in der Zwischenzeit Vickys verfügbare Werke angeschaut, doch keines davon schien ihm so recht zuzusagen. Stattdessen äußerte er den Wunsch, ein großes Auftragswerk in den Maßen 3 x 2 Meter bei ihr in Auftrag zu geben, das sie innerhalb von etwa ein-zwei Wochen nach seinen Wünschen und Vorstellungen erschaffen könnte. Rodrigo bot ihr dazu großzügig einen Raum als Atelier in seiner Villa an – ein Angebot, das Vicky natürlich mit großer Freude annahm.

Mit dem Verkauf eines kleineren Werkes an den vorherigen Interessenten und dem neu in Auftrag gegebenen Bild wäre sie dann sogar in der Lage, mir sofort alles zurückzuzahlen, was ich für die Yacht vorgeschossen hatte. Rodrigo erwies sich damit einmal mehr als ein echter Glücksfall für sie. Normalerweise verkauft sie nur alle paar Monate eines ihrer Bilder – jetzt waren es innerhalb weniger Wochen gleich drei. Solche Gelegenheiten sind für jeden Künstler Gold wert, denn sie kommen nicht so häufig. Es ist wie mit den Wellen hier an der Algarve: Manchmal kommt eine besonders große, und man muss sie nutzen, bevor sie wieder verschwindet.

»Kommt ihr mit an einen romantischen Strand, oder müsst ihr erst noch arbeiten?« fragte Britt mit sichtlicher Vorfreude in der Stimme, als sie sich zu Vicky und mir umdrehte. Ihre Augen funkelten vorfreudig, und es war klar, dass sie den Tag nutzen wollte.

»Vielleicht später, Schatz. Ich will gleich mit dem Bild anfangen«, erwiderte Vicky und strich sich dabei ein paar vom Wind verwehte Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ihre Finger zupften dabei nachdenklich an einer Strähne, als würde sie bereits die ersten Linien ihrer Zeichnung vor ihrem inneren Auge sehen.

»Yep, später. Ich muss erst dringend ein paar Online-Sachen am Laptop erledigen«, fügte ich hinzu und trank den letzten Schluck meines Kaffees aus. »Viel Spaß, und pass auf, dass sich Demo nicht in eine maurische Höhlenprinzessin verliebt«, schmunzelte ich, während ich mir eine neue Zigarette anzündete. Der Rauch stieg träge in die warme Luft auf, und für einen Moment war alles still.

»Wenn er so doof ist, sich lieber mit Geistern zu vergnügen, statt mit mir, hat er Pech gehabt, haha«, lachte Britt und begann gemeinsam mit Demo, einen Kühlrucksack mit Getränken, Bade- und Strandtüchern vorzubereiten. Die beiden scherzten dabei so locker miteinander, wie es bei uns bekanntlich Standard ist.

Ich blieb also zurück und widmete mich gut zwei Stunden lang verschiedenen Routineangelegenheiten – teils geschäftlich, teils privat. Mails beantworten, empfangene Dateien sichten und beurteilen, eine kurze Net-Recherche mit KI-Hilfe durchführen, Börsencharts technisch analysieren und Anlagen umdisponieren – das Übliche halt. Lästig im Vergleich mit dem schönen Leben, das ich führen darf, aber nun mal notwendig, damit ich mir dieses Leben überhaupt leisten kann. Die Arbeit erforderte disziplinierte Konzentration, aber die Aussicht auf den Nachmittag am Strand machte alles wieder gut.

Als ich fertig war und nach Vicky schaute, war diese gerade so im künstlerischen Flow, dass sie weiter an ihrer Kohlezeichnung arbeiten wollte. Ihr Blick war konzentriert, und es war klar, dass sie in ihrer eigenen Kunstwelt versunken war. Also machte ich mich allein mit einem Kühlrucksack voller Getränke, einer saftigen Wassermelone, Erfrischungsgetränken und einem Handtuch auf den Weg.

Da wir uns an dieser zerklüfteten Felsküste mit ihren unzähligen versteckten Plätzen ohne Absprachen nur schwer finden würden, sprachen wir uns über die Handys ab. Demo kletterte die Klippen hinauf zu einem leicht zu findenden Treffpunkt, von dem aus wir uns dann gemeinsam wieder auf den Weg zu ihrem versteckten Plätzchen machten.

Die beiden hatten sich typischerweise irgendwo in diesen fantastischen, malerischen und rauen Felsformationen ein Plätzchen gesucht, an dem sie zumindest zeitweise ungeniert nackt baden konnten, ohne mögliche verklemmte Blicke auf sich zu ziehen. Die Felsen hier sind wie aus einem Märchen – wild, zerklüftet und voller versteckter Buchten, in denen man sich wie in einer anderen Welt fühlt. Und wie es der Zufall so wollte, waren sie dabei auf eine ähnlich selbstbewusste, ungeniert nackige junge Schwedin getroffen – eine Begegnung, die Britt natürlich besonders freute, denn so konnte sie mal wieder in ihrer Muttersprache über all die Dinge schwatzen, über die Girls bekanntlich endlos palavern können.


 

»Männliche Unterstützung ist sehr willkommen. Lena ist ’ne ganz schön rollige Freche«, grinste Demo, als wir uns über einen der steilen Pfade und Felstreppen zu ihnen hinabarbeiteten. Sein Grinsen war breit, und es war klar, dass er die neue Bekanntschaft amüsant fand.

»Noch so eine? Oh je!« grinste ich in männlicher Komplizenschaft zurück, dachte aber, dass er wohl nur scherzhaft übertrieb. Doch dann zeigte sich, dass diese sehr hübsche, weißblond gefärbte Lena mit ihrer altmodischen Pony-Frisur tatsächlich mit etwas Vorsicht zu genießen war.

Mit der in Skandinavien so verbreiteten Selbstsicherheit von vielen Frauen allgemein, die sich ganz selbstverständlich die gleichen Rechte wie Jungs oder Männer herausnehmen, befand sie sich eindeutig in der abenteuerlustigen Sturm-und-Drang-Phase. Wild neugierig darauf, alle möglichen Abenteuer mit dem anderen Geschlecht zu erleben, benahm sie sich zwar leicht provokativ, aber auf eine durchaus nette, liebreizende Art. Es war diese Mischung aus unbekümmerter Jugendlichkeit und fraulicher Frechheit, die sie so sympathisch machte.

Schwer zu sagen, ob Lena volljährig ist, aber ich schätzte den schlanken Nackedei mit Model-Figur eher jünger ein. Sie verbringt ihre schwedischen Sommerferien bei guten Freunden der Familie in der Region. Das alte schwedisch-portugiesische Paar im Großeltern-Alter ist natürlich nicht in der Lage, mit einem vor Lebensenergie nur so sprühenden, abenteuerlustigen Frechdachs mitzuhalten. Deshalb war Lena oft allein oder mit jugendlichen Freunden an diesem riesigen Abenteuerspielplatz der Algarve-Felsküste unterwegs. Es war, als hätte sie eine neue Welt für sich entdeckt – und wir durften für einen Nachmittag Teil dieser Welt sein.

Vom Typ her ist sie eindeutig ein liebeswerter, netter Frechdachs, den man unvermeidlich auf Anhieb gernhaben muss. Und natürlich wusste sie auch längst ganz genau, wie sie mit ihrem jugendlichen Sexappeal Jungs und Männer zum Schwitzen bringen konnte. Dass sie mit Britt nun auch noch ein leibhaftiges, erfolgreiches schwedisches Model getroffen hatte, fand sie natürlich „voll cool“ und spannend. Die meisten hübschen – und sogar nicht so hübschen – Teengirls träumen ja von einem glanzvollen, aufregenden Leben als umschwärmte Model-Schönheit in Paris oder ähnlich glamourösen Metropolen. Und wer weiß – vielleicht würde Lena eines Tages genau das erreichen. Aber heute war sie einfach nur ein selbstbewusst vor Lebensenergie sprühendes Girl, das den Tag genießen wollte. Schmunzel

Was Attraktivität, Figur, fotogene Ausstrahlung und die Fähigkeit, locker zu posieren, anbetraf, wäre sie sogar als Model geeignet; mit unter 170 cm war sie allerdings für die meisten Model-Agenturen zu klein. Na egal – jedenfalls hatten wir drei eine Menge Spaß miteinander. Wir plantschten im herrlich erfrischenden Meer, erkundeten geheimnisvolle Felshöhlen und machten die typischen Strand- und Wasserspiele.

Für Schwedinnen und den finnischen Demo sind die von mir als erfrischend kühl empfundenen 21 °C Wassertemperaturen geradezu warm; aus ihrer Heimat sind sie deutlich kälteren Badevergnügen gewohnt. Die drei lachten über meine Bezeichnungen wie „kühl“, während sie sich wie Fische im Wasser fühlten. Zudem hatten wir derzeit besonders heiße Tagesphasen mit Nachmittagstemperaturen von über 35 °C in der kräftig herunterbrennenden Sonne Portugals.

Für helle, nordische Haut war das nur mit starken Sonnenschutzmitteln oder im Schatten auszuhalten, wenn sie keinen üblen Sonnenbrand riskieren wollten. Aus diesem Grund hatten Britt und Demo einen Platz gewählt, an dem es am Nachmittag viel Schatten gab und zudem wehte ein kräftigerer, frischer Wind mit bis zu 5 Beaufort aus Südost. Der rauschte romantisch in den zerklüfteten Felsformationen und sorgte für eine angenehme Abkühlung.

Kurz nach 17 Uhr schlachteten wir die von mir mitgebrachte Wassermelone, die im guten Kühlrucksack herrlich frisch-kühl geblieben war. Wie schon so oft beschrieben, ist für mich Wassermelone einfach die ideale Sommererfrischung – saftig-süß, durstlöschend und leicht sättigend, ohne dass das auf der Zunge zergehende Fruchtfleisch schwer im Magen liegt. Die ersten Bissen waren wie ein Fest und genau das Richtige nach einem anstrengenden Nachmittag in der Hitze.

»Ist das steil! Voll magisch!« riefen Britt und Lena entzückt aus, als wir eine im unteren Drittel vom Meer geflutete Höhle entdeckten und hineinschwammen. Durch das auf der Meeresoberfläche reflektierte Sonnenlicht am Eingang war das Innere erstaunlich hell erleuchtet, und durch die sich ständig verändernden Reflexionen des leuchtend blauen Wassers wirkte es tatsächlich magisch verzaubert. Es war, als beträte man eine andere Welt – eine Welt, in der das Licht mit dem Wasser tanzte und die Felsen wie von Zauberhand geformt schienen.

Über einen schmalen Felsengrat an der Rückwand der Höhle konnte man mit etwas Klettergeschick zu einem Absatz nahe dem blendend hellstrahlenden Eingang gelangen und aus knapp zwei Metern Höhe ins dort tiefere Wasser springen. Das begeisterte vor allem Lena, die geradezu vor Lebensfreude und Energie platzte. Sie ist eindeutig der sprichwörtliche Kumpel-Typ zum Pferdestehlen, der unbedingt jeden – auch gefährlicheren – Blödsinn mit- oder vormachen will. Ihr freudiges Lachen hallte durch die Höhle, und es war ansteckend.


 

Nur einmal wurden wir von anderen Badegästen in der Nähe gestört und zogen kurz unsere Badesachen über. Ansonsten konnten wir den ganzen Nachmittag in natürlicher Nacktheit genießen. Es war ein Gefühl von Freiheit, das man nur an solchen abgelegenen Orten erleben kann. Lena blieb lange bei uns, als wären wir schon länger eng befreundet, was uns natürlich nicht störte, denn sie war bei aller manchmal etwas überdreht wirkender Lebensfreude doch ein sehr sympathischer, netter Typ. Bevor sie sich verabschiedete, tauschten wir auch Kontaktdaten aus.

Wir boten dem Frechdachs nämlich an, mit in Rodrigos Villa zu kommen und mit uns zu Abend zu essen. Doch sie hatte den lieben Alten, bei denen sie hier lebte, versprochen, bis 20 Uhr zurück zu sein und mit ihnen zu essen. Das wollte Lena auch lieb einhalten und nicht egoistisch mit zu uns kommen, was sie fraglos lieber getan hätte. Es war schön zu sehen, wie sie trotz ihrer freien Art auch Empathie für ihre gastfamilie zeigte. Wir verabredeten uns, morgen zu telefonieren und vielleicht gemeinsam etwas zu unternehmen oder auch mal miteinander auszugehen.

»Cool … ich freu mich schon …« verabschiedeten wir uns gegen 19:45 Uhr voneinander, wobei der Frechdachs es typischerweise nicht unterlassen konnte, ihre entzückenden Formen bei den Abschieds-Küsschen-Umarmungen leicht provokant an mir zu reiben. Klassisch abenteuerlustiges Teen-Girl halt – oder vielleicht doch schon erwachsene Frau, denn sie behauptete, bereits volljährig zu sein. Darauf gab ich natürlich nicht viel, denn in diesem Alter schwindeln junge Menschen gern mit dem Alter. Es war eine dieser Lockerheiten junger Menschen, die zeigen, dass das Leben manchmal einfach zu schön ist, um es immer ernst zu nehmen. schmunzel

Zurück in Rodrigos Finca spülten wir uns Sand, Salz und Schweiß ab, zogen uns locker-elegant für den Abend um, wobei Britt mal wieder alle ausstach. Professionell geschminkt und gestylt, in einem dünnen, schwarzen Rock über Sandalen, mit einem sehr raffinierten schwarzen Oberteil, das an den Seiten und im Rücken teilweise durchsichtig war, sah sie einfach umwerfend schön aus. Es war, als hätte sie sich extra für diesen Abend in Szene gesetzt – und das hatte sie natürlich auch.

»WOW! Vicky, du wirst ganz klar die Schönste des Abends sein!« lobte Vicky anerkennend, bevor Rodrigo und ich unsere bewundernden, männlich-galanten Komplimente dazugeben konnten. Die Rolle der kühlen nordischen Femme fatale mit heißem Blut und Sexappeal passt perfekt zu ihr, und sie spielte sie mit viel Vergnügen. Natürlich würde sie die Blicke der Männer magisch anziehen – und auch einige neidige weibliche.

 

Wir waren von Rodrigo in eine Art exklusiven Country-Club mit erstklassiger Restauration eingeladen, in dem sich die hiesige und urlaubende Oberschicht traf. Der Club lag etwas abseits der Touristenpfade und bot eine Atmosphäre von exklusiver Gelassenheit. Gleichzeitig war es eine prima Gelegenheit für Vicky, ihre eigene, spezielle Kunst vorzustellen und bekannt zu machen. Die Gäste waren eine Mischung aus Einheimischen und Urlaubern, alle mit einem Hang zu den schönen Dingen des Lebens. Von den typischerweise viel Wert auf Diskretion legenden Leuten, durfte ich typischerweise keine Fotos schießen; Reiche bleiben halt gern anononym.

Dazu gab es nach 23 Uhr noch eine ihrer futuristischen, sehr sexy Life-Performances, wie ich sie in einem früheren Blog schon einmal ein bisschen beschrieben habe. Im Hintergrund wurde die HD-Projektion einer futuristischen Sci-Fi-Stadtkulisse auf eine große Leinwand projiziert. Davor agierte Vicky topless in einem megakurzem, silbernem Minirock, mit ein paar futuristisch wirkenden Fantasie-Applikationen und so etwas wie einem silbernen Roboterhund, mit dem sie in der Art eines Bauchredners mit seiner Puppe interagierte. Es war eine Performance, die alle Blicke auf sich zog – und das nicht nur wegen der optischen Reize.

Rein optisch war das fraglos ein sehenswertes Schauspiel mit „Männer-Kopfkino“-auslösendem Sexappeal. Künstlerisch … nun ja, würde es wohl eher keine Preise gewinnen, aber ich verstehe nichts von moderner Kunst und habe bekanntlich mit dieser Art von Darbietungen wenig am Hut. Das sollen andere bewerten. Für mich zählt vor allem, dass Vicky Spaß daran hatte – und das hatte sie mit ihrer ohnehin stark ausgeprägten, exhibitionistischen Ader sicht- und spürbar.

Jedenfalls erfüllte es fraglos seinen Zweck, nämlich Aufmerksamkeit zu erregen – und das nicht nur bei den Männern. Fast alle der knapp zwei Dutzend Anwesenden waren Ehepaare der wohl situierten Oberschicht, die meisten im gesetzteren Alter. Und Vickys futuristische Interpretation von sexy-amüsant-ironischen Bauchredner-Interaktionen war durchaus unterhaltsam und gut gemacht. Es gab mehrmals reflexartiges Lachen im Publikum, und am Ende nicht nur höflichen, sondern anerkennenden bis leicht begeisterten Applaus. Vermutlich auch, weil es quasi etwas Neues, Ungewöhnliches war, wofür sich kunstaffine Menschen ja meist interessieren – und ihre Darbietung kam gut an.

Alles in allem würde ich aus meiner subjektiven Sicht dazu sagen: Es ist auf jeden Fall interessanter und geschmackvoller als der Besuch einer Table-Dance-Bar, um dort irgendwelchen Strip- und Nackttänzerinnen zuzuschauen. Letzteres gehört für mich in die Kategorie primitiver Vermarktung weiblicher Nacktheit für Proleten – dem konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Kunst sollte etwas mehr sein als nur bloße Darstellung von Sexappeal – und Vicky verstand es gut, diese Grenze zu beachten.

Es war eine interessante Abendgesellschaft mit exzellentem Essen und Weinen, vielen neuen Bekanntschaften und – und für Vicky – dem Versprechen auf weitere Kunsterfolge. Die Atmosphäre war entspannt, und die Gespräche flossen wie der Wein. Zwei oder drei der Anwesenden zeigten tatsächlich gesteigertes Interesse an ihren Werken. Womöglich könnte sie also noch mehr Bilder verkaufen oder einige Kunstmäzene würden sie gut für die Aufführung weiterer Life-Performances bezahlen. Es war schön zu sehen, wie Vicky in ihrem Element war – selbstbewusst, charmant und voller Ideen.


 

All das gehört zum Handwerk der Selbst-Promotion. Denn selbst der beste Künstler hat nichts davon, wenn ihn niemand kennt und er nichts verkaufen kann. Gerade heutzutage, wo sich Abermillionen für Künstler halten und verzweifelt darum kämpfen, überhaupt wahrgenommen zu werden, muss man dieses Spiel gut beherrschen und verstehen, wie der elitäre Kunstmarkt wirklich funktioniert.

Es ist ein hartes Geschäft in der kapitalistischen Welt, und Vicky hatte gelernt, es mit Anmut und Charme zu meistern. Die meisten erfolgreichen, modernen Künstler sind keineswegs allein deshalb erfolgreich, weil ihre Werke qualitativ herausragen. Häufig ist es eher der Zufall der Entdeckung durch einflussreiche Promoter, Mäzene und Förderer, der eine Mode unter den finanzkräftigen Sammlern auslöst – und plötzlich werden die Werke eines bestimmten Künstlers zu hohen Preisen gehandelt. Vicky hatte das Glück, genau diese Art von Förderern in Rodrigo und seinem Kreis gefunden zu haben.

Erst nach 02 Uhr kamen wir gut gelaunt zurück in Rodrigos Finca, wo wir uns dann alle gleich schlaffertig machten und wohlig müde in die Betten krochen. Typisch für das atlantische Klima der Algarve hatten wir bis dahin angenehme Nachtluft von noch etwa 23–24 °C, die kühlend und nach subtropischen Pflanzen plus salziger Seeluft duftend durch die weit geöffneten Fenster hereinströmte – als wolle die Natur selbst uns eine Gute-Nacht mit erholsamem Schlaf ohne Schwitzen wünschen.

Kaum im Bett, nur nachlässig dünne Laken über die nackten Körper gezogen, schlummerten wir auch schon aneinander gekuschelt mit einem Lächeln auf den Lippen ein. Wieder mal einer dieser gelungenen Tage und Nächte, an denen man sich fragt, warum man nicht immer so zufrieden sein kann. Und die Antwort war einfach: Weil wir genau hier und jetzt waren – an der Algarve, mit guten Freunden, gutem Essen und der Gewissheit, dass das Leben schön ist.

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Algarve, Lagos, Finca- & Felsküsten Vibes und ein Kunstinteressent

 

#26.07.01 - Algarve, Lagos, Finca- & Felsküsten Vibes und ein Kunstinteressent

Das atlantische Küstenklima an der Algarve ist, zumindest derzeit im Sommer, wirklich prima. Auch wenn es tagsüber deutlich über 30°C werden können, sinken die Temperaturen nachts durch den Einfluss des kühlen Atlantiks meist auf angenehme Werte zwischen 19 und 24°C. So kann man wunderbar schlafen und auch sinnlich schmusen, ohne gleich schwitzend aneinander zu kleben. Und Letzteres machten wir heute Morgen ausgiebig, inklusive eines schönen Liebesspiels. zwinker

Dann duschten wir uns frisch und gingen zum Frühstück nach unten. Ein Blick aus dem Fenster zeigte Britt nach dem morgendlichen Plantschen im Pool beim Abtrocknen. Sie stand auf den hellen Fliesen, während die Wassertropfen auf ihrer Haut in der Morgensonne glitzerten. Unser freundlicher Gastgeber Rodrigo beäugte das weiblich verlockende Schauspiel mit sichtlichem Vergnügen genauso genüsslich wie meine Wenigkeit. 

 

Wir begrüßten uns in der lichtdurchfluteten Loggia, und während ich auf meinen frischen Café-Crema vom Personal wartete, nahm ich mir am Buffet ein paar Happen Mangostücke, Wassermelone, Banane und Kirschen. Das Obst war kühl und erfrischend. Mit dem guten Kaffee in der Hand ging ich auf die Terrasse und paffte dort zunächst meine geliebte Morgenzigarette, bevor ich richtig frühstückte. Der blaue Rauch zog träge in den wolkenlosen Himmel.

»Ach, herrlich hier, nicht wahr?!« Folgte mir Vicky nach draußen und rauchte ebenfalls eine Kippe, während sich Britt nur zwei Züge von uns klaute, um den Geschmack auf der Zunge zu haben. In Rodrigos Richtung rief sie mit einem strahlenden Lächeln: »Eine bezaubernd hübsche Finca hast du hier!«

»Danke, schöne Vicky und Britt, doch durch eure Anwesenheit wird sie noch viel schöner!« Lächelte der Schlawiner galant. Seine Augen blitzten aufmerksam, was die Frauen mit einem charmanten Lächeln quittierten.

Inzwischen haben wir Rodrigo recht gut kennengelernt. Ich weiß natürlich nicht, wie er im Geschäftsleben oder früher als Ehemann war, doch er ist eindeutig ein galanter, sympathischer, hochgebildeter Gentleman-Typ mit gesundem, trockenem Humor und ebenso eindeutig ein großer Bewunderer weiblichen Liebreizes. Man kann herrlich locker mit ihm scherzen, sich aber auch auf sehr tiefschürfend intellektuelle Unterhaltungen einlassen. Es gibt kaum einen Themenbereich, in dem er sich gar nicht auskennt; ähnlich wie ich ist er eher ein Universalist, der sich für sehr viele Facetten des Lebens interessiert.

Sein Hauptaugenmerk richtet sich allerdings auf Kunst generell, insbesondere auf die darstellenden Künste und die Malerei. Als leidenschaftlicher Hobbyfotograf versucht er sich seit rund einem halben Jahr auch an schöner, softerotischer Fotokunst, wobei ihm die Ästhetik des weiblichen Körpers im Spiel von Licht und Schatten besonders am Herzen liegt. Natürlich hatten sich Britt und Vicky sofort völlig locker bereit erklärt, unserem großzügigen Gastgeber gern ein bisschen im Garten oder am Pool zu posieren, was ihn selbstredend sehr freute.

»Ja, lieber Rodrigo, deine Finca hier ist echt zauberhaft.« Lächelte Britt ebenfalls, strich sich eine nasse Locke aus dem Gesicht und ergänzte, sich auch an uns andere wendend: »Und so malerisch in diese fantastische Küstenlandschaft eingefügt. Gehen wir die heute wieder erkunden?«

»Sehr gern, die ist hier wie ein riesiger, natürlicher Abenteuerspielplatz, mit entzückenden kleinen oder größeren Stränden für Badespaß im erfrischenden Meer.« Waren wir sofort dafür. Lois, die sich in dieser Ecke der Region ziemlich gut auskennt, hat uns bereits einige sehr reizvolle Stellen abseits der Touristenwege gezeigt und meinte ebenfalls sehr charmant zwinkernd zu mir: »Dann musst du aber wieder schöne Fotos von uns schießen!«

»Mit dem größten Vergnügen…, aber nur, wenn ihr ganz lieb zu mir seid und den Captain nicht ärgert, hehe!« Grinste ich, während wir uns nun um einen schmiedeeisernen Gartentisch auf der Pool-Terrasse unter einem schattenspendenden Patio versammelten, um uns für den Tag kräftig zu stärken. Das Geschirr klapperte leise auf dem Metalltisch.

»Pah, der Captain sollte uns auf Knien dafür danken, uns fotografieren zu dürfen, haha.« Konterte Britt schlagfertig wortgewandt, worüber Rodrigo und Demo amüsiert schmunzelten.


 

So frotzelten wir, wie wir es lieben und gerne fast immer miteinander tun, während wir ordentlich bei allen aufgetischten Köstlichkeiten zulangten. Die urige, auch sehr humorvolle »Wuchtbrumme«, die hier als Haushälterin und Köchin agiert, versprach uns delikate Snacks zum Mitnehmen in Kühl-Rucksäcken. Doch wir bremsten sie gutgelaunt und baten lediglich um etwas Obst sowie Erfrischungsdrinks, da wir zum Mittagessen doch wieder zurück in die Finca kommen wollten. Wir nutzen übrigens hochwertige Yeti Hopper M20 Backpacks, die zwar ziemlich teuer in der Anschaffung sind, aber hervorragend isolieren und dichthalten; Qualität hat halt zurecht ihren Preis, besonders unter der heißen Sonne Portugals.

Sehr lecker gestärkt erledigten wir zunächst noch eine Stunde notwendige Online-Arbeit an den Laptops, dann brachen wir endlich auf, um die fantastische, wildromantische Felsenkliff-Küste weiter zu erkunden. Die Steilküste ist hier tatsächlich noch ein gutes Stück rauer und beeindruckend schöner als bei Portimão. Jetzt in der Hochsaison ist es nur schwer möglich, Plätze zu finden, an denen es überhaupt keine Touristen gibt, welche die faszinierenden Landschaften, Kliffs, Buchten und bizarren Felsformationen ebenfalls gern erkunden wollen. Aber Lois kennt ein paar geheime Schleichwege und versteckte Pfade, auf die sich normale Urlauber eher selten verirren.

Die grandiosen, meist goldbraunen, manchmal felsengrau-braunen oder abschnittsweise grün bewachsenen Felsformationen, die von den Gezeiten und der jahrtausendalten Erosion ausgespült wurden, sind einfach WOW! Man fühlt sich wie in einer anderen Welt aus einem Märchenfilm oder so. Es ist ein riesiger, von der Natur erschaffener Abenteuerspielplatz, auf dem man hinter jeder Biegung etwas Neues entdecken kann.

Inzwischen hatten wir sonnige 27°C, mit einem schwachen Wind aus Südost, der zwischen all den zerklüfteten Felsen leise säuselte. Das bot eine angenehme Kühlung bei den anstrengenden Klettertouren über Stock und Stein. Permanent eröffneten sich uns unglaubliche Ausblicke über die Küste und den weiten Ozean. Manchmal stand man staunend mit offenem Mund einfach nur da, ließ seinen Blick schweifen und konnte kaum glauben, welche Skulpturen die Natur da aus dem Stein gemeißelt hat.

»Look at this! Awesome, fantastic…« und ähnliche, begeisterte englische Ausrufe kamen öfters vor allem von Britt, wenn sich das Panorama wieder öffnete. »Hej, können wir in dieses Tor zur Unterwelt eindringen, Lois?« Wies sie abenteuerlustig auf einen landseitigen Höhleneingang, der im Halbschatten der Klippe tatsächlich wie ein leicht unheimlicher Eingang zu einer verwunschenen Schattenwelt ausschaute.


 

»Ja… und wenn wir uns ganz hinten in der Höhle durch einen schmalen Spalt zwängen…« schaute sie leicht zweifelnd auf meine männliche Bärenstatur »…also wenn der Captain durchkommt, haha, kommen wir sogar unten am Meer an einer Stelle raus, wo man sonst nur mit dem Boot hinkommt. Hat mir mal ein einheimischer Freund gezeigt.«

»Nicht dass uns der Captain in dem Spalt steckenbleibt und, hahaha, elendig verhungert.« Lachte Vicky laut auf, und Britt kommentierte frech: »Und wenn schon; für was brauchen wir ihn überhaupt?«

»Würden wir überhaupt bemerken, wenn er fehlt, hihi?« Haute Lois feixend in die gleiche Kerbe.

»Demo, wir müssen was unternehmen!« Grinste ich sehr amüsiert über diese weiblichen Frechheiten, die natürlich nur lieb gemeint waren. »Wenn wir drinnen sind, verrammeln wir den Eingang und den Durchgangsspalt. Dann opfern wir sie den „Mouras Encantadas“ Höhlengeistern, damit sie uns Männer unbeschadet durchlassen, hoho.«

»Wieso? Wenn die Frauen durch den Spalt kommen, komme ich auch durch.« Meinte der athletisch schlanke Demo trocken und verriet eiskalt die männliche Solidarität. Unerhört, diese respektlose Crew! Ich muss mir wohl schleunigst strengste Disziplinarstrafen ausdenken und die Bande beim nächsten Segeltörn zur Strafe Kielholen! lach

Heiter und viel darüber lachend, recherchierten wir unterwegs auf den Smartphones über lokale Sagen und Legenden zu Höhlengeistern. Zur Folklore: Es gibt reichlich Mauren-Legenden an der Algarve, die perfekt zu diesen dunklen Höhlen, Klippen und versteckten Orten passen. Die Region war lange Zeit unter maurischer Herrschaft, und daraus entstanden viele Geschichten über die Mouras Encantadas – verzauberte Maurinnen oder Mauren-Prinzessinnen. Das sind schöne, übernatürliche weibliche Wesen, oft Geister oder verfluchte Königstöchter, die in Höhlen, Ruinen, alten Quellen oder direkt an der Brandung Küstengängern erscheinen.

»Hm, wenn da was dran ist, sollte ich vielleicht gern steckenbleiben und auf eine wunderschöne, liebe Mauren-Prinzessin warten, die nicht so gemein zu mir ist wie ihr!« Grummelte ich scherzhaft, und dann drangen wir vorsichtig nacheinander in diese Höhle vor. Der Boden war uneben und die Luft kühl.

Wie schon zuvor beschrieben, muss man bei solchen Touren natürlich gut aufpassen. Man sollte die Felsdecken über sich genau im Auge behalten, um nach von der Erosion gelockerten Felsbrocken zu schauen, die plötzlich herunterfallen könnten. An dem besagten Felsspalt wurde es dann tatsächlich verdammt eng für meine Statur. Ich musste mich wie eine Schlange winden, den Bauch einziehen und ein paar leichte Kratzer an den Schultern in Kauf nehmen, während die Frauen und Demo problemlos hindurchschlüpften.

Auch ungefähr 25 Meter tief in der Höhle wurde es nie ganz stockdunkel; vom oberen Eingang und von unten, knapp über dem Meeresspiegel, flimmerte genügend reflektiertes Sonnenlicht herein, um sich einigermaßen sicher auf den rauen Steinen zu bewegen. Hinter dem Engpass wurde es auch gleich wieder breit genug, sodass man sogar zu zweit nebeneinander gehen konnte. Der Raum öffnete sich spektakulär. Unten kamen wir auf einem schmalen Sandstreifen hinaus, der geradezu melodramatisch von grandiosen Felsbögen überspannt wurde, die wie gotische Kathedralen wirkten und hoch aufragten.

Etwa 10 bis 12 Meter Richtung Ozean sank der sandige, von einigen Felsbrocken garnierte Boden weiter ab, sodass die aktuell schwache Brandung ein paar Meter rhythmisch hineinschwappte. Ein Ort wie verzaubert, der uns wieder sprachlos staunen ließ. Und das Beste: Kein einziger Mensch war in der Nähe zu sehen, auch keines der vielen Boote mit privaten oder touristischen Ausflüglern kreuzte vor dem unteren Höhlenausgang. Das nutzten wir sofort aus, machten uns alle kurzerhand splitternackig und kletterten wegen all der teils scharfkantigen Felsbrocken im Uferbereich vorsichtig, aber freudig in die herrlich erfrischenden Fluten des Atlantiks.


 

Vergnügt plantschend kühlten wir uns ab und spülten den Sand, den Staub und den Schweiß von den Klettertouren zuvor von der Haut. An diesem fantastischen Platz blieben wir bis zur Mittagszeit, erkundeten jede kleine Felsnische, faulenzten im weichen Sand und erfrischten uns natürlich mehrmals im klaren Meerwasser. Dann kletterten wir bei inzwischen etwa 33°C die steilen Klippenpfade wieder hoch zur Finca und duschten uns den Schweiß, den Sand und das Salz gründlich ab.

Rodrigo, der sich in seinem Alter verständlicherweise nicht mehr gesund und fit genug fühlt, um solche anstrengenden Klettertouren mitzumachen, erwartete uns bereits auf der schattigen Terrasse. Milde und vergnügt lächelnd hörte er vor allem Britt zu, die mit fast schon kindlicher Aufregung von unseren Entdeckungen berichtete. Natürlich kennt er jede Spalte da unten, denn die Finca ist schon seit vielen Jahrzehnten in Familienbesitz. Als Kind und Jugendlicher erkundete er selbstverständlich auch all diese Küstenabschnitte und Höhlen. Er erzählte uns beim Speisen schmunzelnd, wie er sich damals in die Rolle eines Piratenkapitäns versetzte, der an dieser Küste strandet, oder sich als mutiger Retter einer wunderschönen, maurischen Höhlenprinzessin sah.

Es gab klassische Antipasti als Vorspeise, dann ein köstliches, saftig-zartes Fischfilet, das einem förmlich auf der Zunge zerging. Serviert wurde es mit einer einheimischen Version von würzigem, leicht scharfem Djuvec-Reis und einem knackigen Tomaten-Kräuter-Salat mit Olivenöl. Dazu genossen wir einen gut gekühlten Rosé-Wein und spritziges Mineralwasser.

Als Nachspeise servierte die sympathische Köchin eine Riesenschüssel mit herrlich fruchtig-frischem Obstsalat. Er bestand zur Hälfte aus saftig-süßen Erdbeeren, dazu Rosinen, Wassermelonenstücke, Mango, Passionsfrucht und allerlei Beeren; wer wollte, bekam einen großen Klecks selbstgemachte Schlagsahne dazu. Zum Abschluss gab es noch würzigen Käse, vor allem für Rodrigo und mich, die wir diese »Käse schließt den Magen«-Happen besonders lieben, sowie einen exzellenten, starken Kaffee.

Nach einer faulen, entspannenden Ruhepause im Schatten sehr hoher Sichtschutzhecken am Pool wollten die Frauen am liebsten am Strand abhängen. Die offiziellen Badestrände und auch die bekannteren Ecken sind um diese Jahreszeit fast überall voll oder zumindest nicht leer. Aber wenn man sich gut auskennt oder ein wenig sucht, findet man doch abgelegenere Plätze, an denen sehr wenige oder gar keine Menschen sind. An so einen versteckten Platz führte uns Lois über die grandiosen Klippenwege. Und tatsächlich konnten wir dort, so wie es für uns einfach am schönsten ist, völlig ungestört und nackt in der Sonne liegen oder im Meer baden.



 

An Lois’ und Britts Körper verrieten hellere Stellen im Hautton, dass sie im Alltag daran gewohnt sind, meist Badekleidung zu tragen. Vicky ist es jedoch wichtig, absolut gleichmäßig gebräunt zu sein; an ihrem schönen, schlanken Körper findet sich nirgendwo auch nur der kleinste, helle Fleck. Mir selbst ist meine Bräunung eher gleichgültig, aber ich liebe das Strand- und Badeerlebnis vorzugsweise in natürlicher Nacktheit und hasse es beispielsweise, nach dem Baden eine nasse, kalte Badehose am Körper kleben zu haben.

»Mensch, wir haben im Baltikum und in Skandinavien auch großartige Strände, die ich wirklich liebe. Aber dort ist es viel kühler und bei Weitem nicht so romantisch schön wie hier an der Algarve. Was für fantastische Klippen und Landschaften!« Seufzte Vicky wohlig und räkelte ihre entzückenden Formen im strahlenden Sonnenschein auf einem hellgelben Strandtuch. Die Brandung plätscherte nur sanft auf den feinen Sandstrand – eine einschläfernde, beruhigende Melodie… und ich war prompt schon leicht am Einschlummern.

»Ja, ich kenne einige Strände und Küsten im Norden, und ihr habt dort natürlich auch fantastische Landschaften. Doch der Süden ist…, nun eben der Süden. Wärmer, angenehmer, und die Algarve hat mit die faszinierendsten Küsten, die ich kenne.« Streichelte ich lächelnd über ihre zarte, nach Sommer, Sonne, Salz, Sonnenschutzmittel und Strand duftende Haut an Rücken und Po. »Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich immer den Süden und die Wärme. Warst du schon mal an der Amalfi-Küste? Die ist auf eine andere Art ähnlich beeindruckend wie die Algarve und…« bemerkte ich, dass sie bereits friedlich eingeschlummert war, und streckte mich ebenfalls gemütlich aus.

So ein kleines Nachmittags-Nickerchen in südlicher Wärme am Strand, umgeben von grandiosen Landschaften und netten Menschen, ist doch etwas Herrliches! Schätzungsweise eine gute Dreiviertelstunde versank ich in irgendwelchen Träumen, an die ich mich nach dem Aufwachen allerdings nicht mehr erinnern konnte. Dann weckte mich Britt typisch frech, indem sie sich tropfnass direkt aus dem Meer kommend quasi auf meinen von der Sonne erhitzten Körper drauflegte. Das kalte Wasser auf der heißen Haut ließ mich aufschrecken.

»Hej, ihr Schlafmützen!« Spritzte sie auch auf Vicky einige kühle Tropfen. »Wollt ihr den ganzen, herrlichen Nachmittag verpennen?«

»Na warte, du Freche!« Umklammerte ich sie schnell mit eisernen Bärenkräften und patschte ihr mit einer Hand kräftiger, aber natürlich trotzdem zärtlich, auf die knackigen Pobacken.

Lachend und spielerisch miteinander kämpfend, rollten wir vom Badetuch durch den Sand, der prompt überall an uns klebte, und wollten dann natürlich gleich in die Brandung laufen, um uns wieder abzuspülen. Nach einer Stunde in der kräftig herunterknallenden Sommersonne taten mir die erfrischenden 20 oder 21°C im Atlantik sehr gut. Für die Fitness und den Kalorienverbrauch kraulte ich sportlich Strecke und schwamm ziemlich weit hinaus, wo ich mich schließlich auf den Rücken drehte und als »Toter Mann« treiben ließ.

Wie ich das liebe! Die sanfte Ozeandünung hebt und senkt dich bei dem schönen, ruhigen Wetter ganz sachte; ab und zu spülen plätschernde Wellen leicht über den Körper und das Gesicht. Leuchtend blaues Meer umgibt einen, und nach Westen müsste man tausende Kilometer über den offenen Ozean schwimmen, um wieder festes Land zu erreichen. Am hellblauen Himmel kreisten majestätisch einige Seevögel unter ein paar Streifen ganz dünner Schleierwolken, hier und da getüpfelt von kleinen Schäfchenwolken. Uralte Urinstinkte sorgen in solchen Momenten für ein tief in den Genen verankertes Wohlbefinden, da bekanntlich alles Leben auf unserem Planeten ursprünglich aus dem Meer kam.

In den Tropen könnte ich mehrmals täglich Stunden im warmen Meerwasser verbringen. Bei den Wassertemperaturen hier muss man sich durch Bewegung jedoch ausreichend warmhalten, weshalb ich nach vielleicht zehn Minuten ebenso sportlich zurück kraulte, was die Muskeln wieder gut aufwärmte. Vicky, Lois und Demo hatten sich inzwischen auch im Meer erfrischt und machten zusammen mit Britt ein Wurfscheiben-Strandspiel in der flachen Brandung. Lachend winkten sie mir zu, mitzumachen, doch ich bewegte meinen tropfnassen Adonis-Körper lieber zu den zwei Kühl-Rucksäcken. Ich holte mir erst mal ein kaltes Erfrischungsgetränk heraus, zündete mir dann eine Kippe an und schaute faul nur zu, wie sie im seichten Wasser herumtobten.

»Du faule Socke, du!« Stichelte typischerweise vor allem Britt, als sie eine halbe Stunde später ebenfalls ihren Durst am Rucksack löschen wollte. Wir hatten immer noch deutlich über 30°C, aber am Meer mit der leicht kühlenden Seebrise und natürlich nackt empfindet man das nicht als so drückend heiß wie beispielsweise in den engen Gassen der Stadt. Und wenn es dir mal zu warm wird…, nun, dann läuft man einfach kurz in die kühlen Fluten, und die anschließende Verdunstungskühle auf der Haut sorgt auch danach noch etliche Minuten für pures Wohlbefinden.

Nach 19 Uhr sank die Temperatur langsam unter die 30°C-Marke, und bis zum Sonnenuntergang um 20:58 Uhr blieb es sehr angenehm warm. Wir bewunderten gemeinsam das farbenfrohe, romantische Schauspiel der Natur am Horizont, verzichteten diesmal am Strand aber bewusst auf Schmusen, weil sich Lois sonst ein bisschen wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen hätte fühlen können.; sie scheint derzeit keinen Liebhaber oder Freund zu haben. Das gebot einfach die höfliche Rücksichtname.

 

Dann erfrischten wir uns ein letztes Mal in den kühlen Fluten des Atlantiks und kletterten in der einsetzenden Dämmerung wieder hoch zur Finca. Frisch geduscht und locker gekleidet versammelten wir uns gegen 21:30 Uhr mit Rodrigo und drei eingeladenen Gästen von ihm zu einem delikaten Abendimbiss auf der beleuchteten Terrasse. Einer davon war der schon erwähnte Kunstliebhaber, der sich für Vickys großformatige Kohlezeichnungen interessiert.

Der distinguierte, schätzungsweise Mittvierziger zeigte ernsthaftes Interesse, und sie führte ihm auf einem großen Flatscreen-TV einige ihrer besten Bilder vor, die sie von ihrem Laptop unkompliziert über WLAN übertrug. Alle drei Frauen umgarnten ihn zudem gekonnt mit charmanter Weiblichkeit und einem Hauch von dezentem Sexappeal. Aber – und das ist wichtig – ohne zu übertreiben oder es nach schmieriger Anbiederung zur Verkaufsförderung wirken zu lassen. Das ist ein schmaler Grat, den nicht viele Frauen so gut beherrschen, wenn sie einen Mann wohlwollend stimmen wollen. Wer dabei plump oder falsch vorgeht, kann ganz schnell eine gegenteilige, abblockende Wirkung auslösen.

Das Vorgehen der Schönen war offensichtlich von Erfolg gekrönt. Dieser Geschäftsmann und Kunstliebhaber urlaubt derzeit in einem etwa anderthalb Kilometer entfernten, ihm gehörenden modernen Ferienhaus, das architektonisch im edlen Finca-Stil designt ist. Dorthin lud er Vicky und, wenn wir Lust hätten, auch uns andere für den nächsten Tag zum Mittagessen ein. Dort wollte er sich von Vicky ausführlich beraten lassen, welches ihrer derzeit verfügbaren Werke am besten in die exklusive Inneneinrichtung des Salons passt, oder gegebenenfalls direkt ein neues, passendes Werk bei ihr in Auftrag geben.

Über mögliche Preise wurde an diesem Abend natürlich noch nicht gesprochen. Außer Lois – sie hatte morgen eine private Verabredung und etwas anderes vor – wollten wir ihn natürlich gern alle besuchen. Er ist zwar nicht gerade der Typus Mann, mit dem ich privat näher befreundet sein möchte, aber nach Einschätzung meiner Menschenkenntnis ein seriöser Geschäftsmann und ernsthafter Kunstliebhaber. Wenn du Kunst oder sonst etwas Hochpreisiges verkaufen möchtest, kannst du dir die Käufer ja schließlich nicht nach reiner Sympathie aussuchen, sondern musst sie geschäftlich nehmen, wie sie kommen. zwinker

Gegen Mitternacht nahmen wir bei immer noch an die 25°C einen letzten Drink auf der gemütlichen Pool-Terrasse. Die Grillen zirpten lautstark in den Büschen, süße Düfte von Frangipani und Bougainvillea umfächelten uns mit einer sanften, salzigen Nachbrise, und wir plauderten gutgelaunt über verschiedene Themen des Tages. Dann verabschiedete sich der alte Rodrigo als Erster zum Schlafengehen; die Gäste gingen und auch wir anderen machten uns nach diesem tollen, ereignisreichen Tag wohlig müde bereit für die Betten.

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