Algarve, Lagos, Strandabenteuer und viel Spaß

 

#26.07.15 - Algarve, Lagos, Strandabenteuer und viel Spaß

Nach blühenden Pflanzen und dem Salz des Meeres duftende, frische Luft strömte am Morgen durch die weit geöffneten Fenster herein. Noch hatten wir kaum 22 °C, doch es war bereits in den ersten Morgenstunden zu spüren, dass sich die Kaltluftfront der letzten Tage verzog und wir heute um die 30 °C bekommen würden. Vicky räkelte sich genüsslich neben mir im großen Bett, strampelte die Reste der sie noch bedeckenden, leichten Decke von ihrem wohlgeformten, nackten Körper und seufzte leise:

»Verflixt… und ich muss bei dem schönen Wetter dringend am Bild weiterarbeiten, sonst wird es diese Woche nicht fertig.«

»Aber vorher musst du noch andere, viel wichtigere Pflichten erfüllen, hehe!« grinste ich männlich verlangend, drehte mich über sie und spürte sofort ihre wohlige Wärme. Das führte natürlich zu sinnlichen Handlungen, stetig steigendem Verlangen und einem ausgiebigen, wunderbar intensiven morgendlichen Liebesspiel.

Angenehm befriedigt duschten wir uns frisch und erledigten die typische Badroutine. Dann begann mein gewohntes Morgenritual vor dem eigentlichen Frühstück, also genau so, wie ich es liebe: erst ein paar Happen frisches Obst, dazu ein guter, heißer Café Crema und schließlich das genüssliche Schmauchen meiner geliebten Morgenzigarette im Freien am Beckenrand.

Alle anderen waren auch schon munter und am beschatteten Gartentisch auf der Pool-Terrasse mit dem Frühstücken beschäftigt, wobei wie üblich munter gescherzt, gelacht und laut geplaudert wurde. Rodrigo präsidierte vergnügt am Tisch der munteren Versammlung und lächelte väterlich über die Truppe junger Menschen; kurz darauf schloss ich mich an und langte ebenfalls ordentlich zu.

»Was unternehmen wir heute?« fragte Lena in die Runde, während sie sich ein Stück Melone in den Mund schob. »Es soll richtig schön sonnig und heiß werden!«

»Also ich bin voll und ganz für einen ausgiebigen Beach-Day!« antwortete Britt als Erste mit viel Nachdruck in der Stimme.

»Yup, ich auch«, murmelte Demo gewohnt mundfaul und mit einem dicken Bissen leckerem Futter im Mund.

»Finde ich gut, bin auch absolut dafür«, meinte Lois kaffeeschlürfend, und für einen Moment wurden wir alle abgelenkt.

Ein süßes kleines Vögelchen, ähnlich einer Meise, landete frech und piepsend mitten auf dem gedeckten Esstisch, schnappte sich flink ein heruntergefallenes Brotstückchen, flatterte schnell wieder davon und hinterließ uns mit einem Schmunzeln im Gesicht. Vicky erklärte uns dann, erst später am Nachmittag zu uns stoßen zu können, weil sie unbedingt an ihrer großformatigen Kohlezeichnung weiterarbeiten musste.

Rodrigo wiederum wollte den Hausmädchen Olga und Olea heute komplett freigeben, sodass sie mit uns kommen konnten, während er in der kühlen Finca blieb und im Hausbüro einige geschäftliche Dinge zu regeln hatte.

»Yuhuuu…, danke, lieber Dominus…« freuten sich Olga und Olea überschwänglich, bedankten sich mit süßen, frechen Dankesküsschen auf die Wange des alten Hausherren und freuten sich sichtlich über ihren großzügigen Arbeitgeber. Es verrät so einiges über Rodrigos Charakter, dass er sein Hauspersonal stets freundlich wie Gleichgestellte behandelt. Beispielsweise bekommen sie auch kein billigeres Personalessen, sondern exakt die gleichen hochwertigen Speisen wie er selbst und seine Hausgäste.

Also blieb mir gar nichts anderes übrig, als ebenfalls für den Strandtag zu stimmen, was ich aber sehr gerne tat, weil ich durchaus ebenfalls Lust auf Sand und Wellen hatte. Allerdings musste ich zunächst noch eine knappe Stunde meinen Laptop checken und ein bisschen arbeiten, aber es lag glücklicherweise nichts Wichtiges oder Dringendes vor.

Die anderen hatten unterdessen mit Köchin Marias tatkräftiger Hilfe unsere Strandsachen und zwei große Kühlrucksäcke mit kalten Getränken, frischem Obst und kleinen Knabbereien vorbereitet. Zum Mittagessen wollten wir wieder hoch zur Finca kommen, also nahmen wir sonst kein Essen mit. Mit ihren hervorragenden Ortskenntnissen führte uns Lois abseits der bekannten Routen über nicht so von Urlaubern überlaufene Pfade die rauen, malerischen Klippen hinunter zum Meer.

 

Selbst jetzt in der vollen Hauptsaison gibt es immer noch versteckte Plätze und windgeschützte Ecken an dieser faszinierenden Felsenküste, wo es zumindest nicht so voll ist oder für längere Zeit überhaupt keine Menschen hinkommen. Völlig und dauerhaft einsame Plätze findet man derzeit an der Algarve aber so gut wie gar keine; dazu müsste man sich schon weit von den beliebten Touristenküsten entfernen.

Daher wechselten wir oft vom paradiesisch natürlichen, nackten Badespaß in unsere Badekleidung und wieder zurück – je nachdem, wo wir uns gerade aufhielten und wie viele oder welche anderen Menschen gerade in Sichtweite waren.

Dazu blieben wir nicht nur an einem einzigen Fleck, sondern wechselten häufiger die Location. Das Erkunden dieser bezaubernden Küste mit ihren versteckten Sandstränden, den natürlich entstandenen oder mühsam in die Felsen geschlagenen Höhlen, dunklen Tunneln und fantastischen Felsformationen macht einfach viel Spaß. Besonders für junge fantasiebegabte oder geistig junggebliebene Menschen ist es ein reizvolles Abenteuer herumzulaufen, auf die Klippen zu klettern und ständig etwas Neues vom genialen Künstler Natur zu entdecken.

Auf zwei hohen, mit einem vom Wasser ausgespülten Felsenbogen verbundenen Felsformationen kletterten irgendwann Olga, Olea und Lena wie drei splitternackte Nymphen herum und riefen dann lautstark lustige Sprüche zu uns vermeintlichen Feiglingen herunter. Voll überschäumender Lebens- und Abenteuerlust sprangen sie ziemlich gewagt auf der schmalen, verbindenden Felsbrücke herum und verlangten nach schönen Schnappschüssen. So etwas sind natürlich sehr reizvolle Fotomotive, die ich sowieso zu knipsen versucht hätte.

Aber beinahe versenkte ich dabei meine kleine Schnappschuss-Ixus im salzigen Meer, weil ich für den optimalen Winkel recht tief in die Dünung gehen musste, von einer unerwartet höheren Welle fast umgeworfen wurde und zudem auch noch auf dem glitschigen, von Algen bewachsenen Untergrund den Halt verlor.

 

»Ahaha… kletterst du jetzt zu uns hoch, oder müssen wir runterspringen und den tapsigen Kapitänsbären retten?« prusteten unvermeidlich mit viel schadenfreudigem Lachen die drei Frechen oben auf dem windigen Felsbogen.

Dann sprangen sie tatsächlich nacheinander jauchzend hinunter ins erfrischende Meerwasser, was ich allerdings niemandem raten würde, der sich hier nicht bestens auskennt. Knapp unter der Meeresoberfläche könnten sich raue Felsen verbergen, die man wegen der rauschenden, um die Felsspitzen verwirbelten Brandung schlichtweg nicht sehen kann. Das würde aus dieser Höhe mindestens mit üblen Knochenbrüchen enden, wenn nicht gar mit Schlimmerem.

Aber Olga und Olea waren schon früher hier und wussten, dass man an dieser speziellen Stelle gefahrlos in ausreichend tiefes Wasser herunterspringen kann. Daher kannten sie auch den vom Ufer aus nicht sichtbaren Pfad, auf dem man mit etwas Klettergeschick auf die ansonsten unzugänglichen Felsformationen hochkommt.

Wie könnte es anders sein, wollten das jetzt natürlich alle nachmachen – auch ich mit meiner zum Glück recht gut durchtrainierten Bärenstatur. Und ja, so ein kleiner Nervenkitzel macht einfach riesigen Spaß. Selbst Lois kannte diese Stelle noch nicht und zögerte zunächst, doch auch sie ist als Model sehr fit und schaffte es langsam, aber sicher nach oben.

Das Riskanteste an der ganzen Sache war, dass man, um auf den Felsbogen zu gelangen, sich auf einem schmalen, etwas bröckeligen Grat erst vorsichtig um die äußere Felsnadel herumarbeiten musste. Ganz ungefährlich ist es also wirklich nicht, aber was wäre das Leben ohne ein bisschen riskantes Abenteuer?! Man sollte allerdings wirklich fit sein und zumindest etwas Erfahrung im Felsklettern haben, sonst könnte so ein Ausflug übel enden.

 

Der steile Rückweg hinauf zur Finca verlangte uns in der sengenden Mittagshitze dann noch mal einiges ab. Mit staubigen Füßen, leicht verschwitzt, aber bester Laune stapften wir die ausgetretenen Klippenpfade empor, wobei uns der köstliche Duft aus Marias Küche schon von Weitem wie ein unsichtbarer Wegweiser entgegenwehte.

Wie vereinbart kamen wir gegen 13:15 Uhr zurück in die Finca, um uns an einem leckeren, von Maria zubereiteten Mittagessen zu erfreuen und uns mit neuen Kräften zu stärken. Es gab zunächst kalte, köstliche Antipasti in Tapas-Art mit eingelegten Oliven, Schafskäse, Avocado, Sardellen, Paprika und Tomaten, die wunderbar delikat schmeckten und beim Verzehr in größeren Mengen auch locker als komplette Mahlzeit ausgereicht hätten.

Es folgten zarte Hähnchenbrüste auf einem frischen Gemüsebett, serviert mit der portugiesischen Variante von würzigem Djuvec-Reis, abgerundet durch einen schmackhaften Tomaten-Kräutersalat. Selbstverständlich kann man die hiesigen Tomaten nicht mit dem eher geschmacklosen Gemüse vergleichen, das man in deutschen Märkten bekommt. Hier an der Algarve sind sie, genau wie in Italien, prallvoll mit Sonne, fleischig und geschmacksintensiv – ein echter Genuss. Dazu tranken wir gut gekühlten, fruchtigen Roséwein und eiskaltes Mineralwasser.

Zum krönenden Abschluss gab es feines Krokant-Eis, einen herrlich frischen Fruchtsalat mit viel Wasser- und Honigmelone, süßen Erdbeeren und einem großzügigen Schuss Portwein sowie eine würzige Käsemischung auf Crackern mit Weintrauben und natürlich exzellenten Kaffee.

Rodrigo schaute sichtlich amüsiert zu, wie die schlanken, ansonsten sehr auf ihre Figur bedachten jungen Frauen dennoch mit erstaunlich gesundem Appetit zulangten und teils beachtliche Mengen verdrückten. Natürlich wurde in der munteren Tischrunde auch wieder ausgiebig gescherzt, gefrotzelt, gelacht, und vor allem Lena berichtete dem Hausherrn mit leuchtenden Augen haarklein von unseren Küstenabenteuern.

Wie schon mal beschrieben, kennt Rodrigo das selbst natürlich alles in- und auswendig, war er doch als Kind und Jugendlicher schon unzählige Male an dieser Küste unterwegs gewesen. Diese Finca gehört seiner erfolgreichen Unternehmerfamilie schließlich schon seit Generationen. Doch wenn einem alten Mann so junge, sympathische und vor Lebenslust nur so sprühende Frauen mit funkelnden Augen von ihren Erlebnissen erzählen, dann lächelt man unvermeidlich gerührt dazu und erfreut sich an all diesem jugendlichen Enthusiasmus. Die mitreißende Energie junger Menschen, insbesondere hübscher, charmanter Frauen, kann auf einen reiferen Herrn wie ein wahrer Jungbrunnen wirken und neue Lebensfreude schenken.

Wie es die Vorhersage versprochen hatte, zeigten die Thermometer inzwischen an die 30 °C Lufttemperatur. Etwas vollgefressen legten wir alle erst einmal eine kleine Siesta ein und genossen die angenehme Brise am Pool mit einem guten Kaffee oder kalten Erfrischungsdrinks. Vicky war derweil mit ihrem Kohlebild fast fertig geworden, wollte morgen nur noch den letzten Feinschliff erledigen und schloss sich uns jetzt gut gelaunt an, als wir am späten Nachmittag erneut über die malerischen Klippen hinunter ans Meer stiegen.


 

Wir suchten uns ein paar schattige Plätze in der warmen Nachmittagssonne, und es ging spürbar ruhiger zu als noch am Vormittag. Vor allem mich verlangte es nach einem gemütlichen Nickerchen im warmen Sand, und prompt schlummerte ich für eine gute Dreiviertelstunde tief und fest ein. Ach, das tat gut. Das sanfte Plätschern der Brandungswellen am Ufer, das leise Säuseln des Seewinds und die gedämpften Stimmen der anderen im Hintergrund wirkten wie eine perfekte, einschläfernde Kulisse. Doch die Ruhe hielt nicht ewig…

»Wie lange willst du Faulenzer hier eigentlich noch pennen, haha-hihi?« Mit diesen Worten warf sich Lena superfrech, klatschnass direkt aus dem Meer kommend, mit ihrem abgekühlen Körper direkt auf mich.

»Na warte, du Frechdachs!« rief ich, schloss meine Arme wie fixierende Klammern um ihren gertenschlanken Körper und trommelte kräftig, aber selbstverständlich trotzdem zärtlich und spielerisch auf ihren knackigen Pobacken herum.

»Hiiiiilfeeee…, ein grausames Bärenmonster foltert mich…« kreischte sie prompt begeistert auf und schmiegte ihre entzückend nackigen, jugendlichen Formen extra frech und leicht provozierend an meine Brust.

»Mmh… so köstliches, zartes Mädchenfleisch«, fletschte ich die Zähne und biss ihr spielerisch sanft in die nasse Schulter.

»Aaiiiih… und jetzt frisst er mich auch noch auf, hihi!« prustete der Frechdachs mit wild funkelnden Augen, während sie sich lachend wand, aber mir nicht wirklich entkommen wollte.

»Deine eigene Schuld, das hast du dir ganz allein eingebrockt, haha!« lachten die anderen amüsiert, und Vicky reichte mir einen kühlen Fruchtsaft-Mineralwasser-Mix aus einer der Kühltaschen.

Sie weiß, dass ich nach dem Aufwachen aus einem Nickerchen oder richtigem Schlaf immer als Erstes etwas trinken möchte. Ich habe nun mal die Unart, mit leicht geöffnetem Mund zu schlummern, wodurch mein Mundraum schnell austrocknet – was durch meine Rauchgewohnheiten natürlich noch verstärkt wird. Nachdem wir uns lachend wieder auseinandergesetzt hatten, zündete ich mir auch gleich eine Zigarette an und paffte genüsslich.

»Bah, du mit deiner doofen Qualmerei…« wedelte Lena mir die Rauchfahne weg, die typischerweise wieder mal ausgerechnet zu ihr, der Nichtraucherin neben mir, herüberzog.

Sie, Olga und Olea rauchen vernünftigerweise nicht, ganz im Gegensatz zu Vicky, Britt, Demo und mir. Es ist wirklich eines der unerklärlichen Paradoxa des Lebens, dass der Qualm von Rauchern fast immer zielsicher zu den Nichtrauchern zieht, völlig egal, wie man die Zigarette hält oder woher der Wind weht.

»Entschuldige bitte, dass ich lebe, atme… und rauche«, grinste ich und kitzelte sie mit der Fingerspitze an der Seite.

Lachend und fast mädchenhaft kichernd sprang sie auf und lief flink mit hüpfenden, süßen Brüsten und Pobacken zu Olga und Olea hinüber, die es sich in der tiefen, kühlen Schattenhöhle einer Felsformation gemütlich gemacht hatten.

»Ja, komm nur zu uns, wir beschützen dich vor dem großen Kapitänsmonster, haha!« riefen die beiden lachend.

Nachdem ich fertig geraucht hatte, lief ich ins Meer und schwamm sportlich kraulend weit hinaus, wo ich mich entspannt auf dem Rücken treiben ließ, wie ich es so sehr liebe. Inzwischen dürfte es etwa 16:00 Uhr gewesen sein, und die Sonnenstrahlen brannten noch kräftig schräg vom tiefblauen Himmel herunter. Nur ab und zu milderten ein paar feine Schleier- oder Schäfchenwolken die Hitze der Sonne ab. Je nach Wellengang und Dünung glitzerten die Strahlen blendend auf dem Wasser.

 

Beim gemütlichen Treibenlassen passte ich dennoch gut auf: Jetzt in der Hauptsaison sind auch nicht wenige Sportbootfahrer auf dem küstennahen Meer unterwegs, und die können den kleinen Kopf eines Schwimmers zwischen den Wellen leicht mal übersehen.

Als ich zurückschwamm und ans Ufer watete, staunte ich nicht schlecht über eine weitere schlanke Schönheit von echtem Model-Format, die sich in Begleitung von zwei jungen Männern gerade genauso ungeniert wie wir nackt im Meer erfrischte.

»Das ist Abby, eine Model-Freundin von mir aus Paris«, erklärte mir Britt. »Wir sind gerade völlig überraschend aufeinandergetroffen. Sie macht einen kurzen Urlaub an der Algarve, und die beiden Typen sind ihre Begleiter.«

»Aha, Begleiter oder Lover?« zwinkerte ich, und Britt lachte amüsiert auf.

»Haha, es könnten gut beide ihre Lover sein. Abby ist sexuell sehr aktiv und mag auch gern Dreier oder sogar Gruppensex.«

Das überraschte mich natürlich kein bisschen. In der schillernden Model-Welt habe ich im Laufe der Jahre schon ganz andere, verrückte Sachen erlebt. Gleich darauf machte uns Britt alle miteinander bekannt, und die schöne Abby entpuppte sich als sehr clever, unkonventionell und mindestens genauso exhibitionistisch gepolt wie Vicky. Definitiv ein interessanter, ungewöhnlicher Charakter, zudem wunderschön und mit einer fantastischen Top-Figur gesegnet.

 

Menschlich oder charakterlich entsprach sie allerdings nicht unbedingt dem Typ Frau, mit dem ich privat gern enger befreundet wäre. Das merkte ich mit meinem großen Erfahrungsschatz und meiner ausgezeichneten Menschenkenntnis schon nach wenigen Minuten Smalltalk. Privat mag sie ja durchaus sympathisch und verführerisch sein, doch eindeutig gehört sie zu jener Sorte kühl berechnender Frauen, die den ihnen von der Natur geschenkten Vorteil außergewöhnlicher Schönheit und Cleverness sehr gezielt zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen wissen. Und zu der mir noch nie sonderlich willkommenen Kategorie »Für Geld oder Erfolg tue ich so gut wie alles« gehört Abby eben leider auch.

Nicht, dass ich solche Menschen deshalb pauschal verurteilen oder abwerten würde. Wir leben nun mal in einer harten, kapitalistischen Welt, in der solche Verhaltensweisen durchaus nützlich und manchmal sogar notwendig sein können. Aber sympathisch muss es mir deshalb ja noch lange nicht sein. Ich bevorzugte schon immer die eher ehrlichen, guten Menschen mit einem gewissen Anstand, die eben nicht für jeden materiellen Vorteil sofort ihre Prinzipien über Bord werfen.

Na ja, egal, es betrifft mich ja im Grunde nicht, wer oder was diese Abby und ihre Begleiter tatsächlich sind. Wir hatten jedenfalls noch jede Menge Spaß miteinander an dieser malerischen Küste und blieben bis zum romantischen Sonnenuntergang gegen 20:55 Uhr am Strand. Um diese Zeit waren die allermeisten Badegäste längst abgezogen, sodass wir noch mal völlig ungezwungen und in natürlicher Nacktheit in den herrlich erfrischenden Meeresfluten plantschen konnten. Seit gut zwei Stunden hatten wir uns keine Badesachen mehr überziehen müssen, weil einfach keine Fremden mehr an unseren Platz kamen.

 

Nach all den vielen Aktivitäten, den Strandspielen und den Klettereien in den Felsen kamen wir am doch ein bisschen wohlig müde und erschöpft zurück in die Finca. Frisch geduscht und luftig bekleidet, nahmen wir gemeinsam mit Rodrigo noch ein spätes, delikates Abendessen ein.

Ich ergötzte mich beispielsweise an gutem, dunklem Körnerbrot mit frischer Butter, hausgemachtem Aioli, Avocado und köstlichem Räucherfisch, reichlich garniert mit Oliven, Peperoni und scharfen Jalapeños, wie ich es deftig und würzig liebe. Dazu tranken wir einen hervorragenden Rotwein und eiskaltes Mineralwasser, während wir gemütlich miteinander plauderten und uns einfach nur wohlfühlten.

Rodrigo kann ein wirklich unterhaltsamer Geschichtenerzähler sein, voll von Anekdoten mit einem herrlich trockenen Humor, den man manchmal erst mit einer kleinen Verzögerung versteht; dann aber umso herzhafter lachen muss, wenn es im Kopf erst einmal Klick gemacht hat. Und heute Abend war der alte Herr sichtlich in Bestform. schmunzel

Bevor wir schließlich ins Bett schlüpften, zog mich Vicky noch an der Hand in das Atelier vor ihre Staffelei, um mir stolz ihr fast vollendetes Werk zu präsentieren. Die kraftvollen, kontrastreichen Kohlestriche fingen das Licht der Algarve auf eine so faszinierende Weise ein, dass ich sie einfach nur bewundernd in den Arm nehmen und küssen konnte. Ich bin eigentlich kein Fan von einfarbigen Kohlezeichnungen, erkenne aber mit Respekt gern an, dass sie diesbezüglich wirklich viel Talent hat und mit echter Künstlerleidenschaft agiert. Das kann ich bewundern, auch wenn solche großformatigen Bilder nicht dem Stil entsprechen, den ich mir selbst gern an die Wände hängen würde.

Kurz nach 23:00 Uhr zog sich Rodrigo schließlich in seine Gemächer zurück, und auch wir anderen verschwanden bald darauf in unseren jeweiligen Betten. Nach einem noch recht ruhigen, aber wunderbar sinnlichen Liebesspiel duschten wir uns noch mal kurz ab und pennten nach diesem erneut traumhaften Tag an der Algarve kurz nach Mitternacht glücklich und zufrieden ein.

Ach ja… schönes Sommerwetter, faszinierende Landschaften, zauberhafte Strände, köstliches Essen und nette, gute Menschen um sich herum – nicht zuletzt auch außergewöhnlich schöne, charmante Frauen, mit denen man jede Menge Spaß haben kann. Was will man mehr?

 

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Algarve, Lagos, Sightseeing, geheimnisvolle Orden und eine Fun-Night

 

#26.07.12 - Algarve, Lagos, Sightseeing, geheimnisvolle Orden und eine Fun-Night

»Morning Britt…« grinste ich am Morgen vergnügt und ließ meine Blicke bewundernd über ihre Silhouette schweifen. »…dein Anblick impliziert die sehr wichtige Frage: Ziehst du dich gerade an oder aus?«

Es war gerade mal 07:20 Uhr an diesem wunderbar stillen Morgen, an dem das erste Licht des Tages über die Finca kroch. Vicky und Demo schlummerten noch tief und fest in den Federn, und ich wollte mich eigentlich nur durch einen raschen Sprung in das kühle Nass des Pools erfrischen, um den Kopf freizubekommen.

Doch dort am Beckenrand stand die auch schon überraschend muntere Britt in einem einteiligen, strahlend weißen Badeanzug, den sie jedoch keck vom Oberkörper heruntergezogen hatte – stand also topless da, und das war im goldenen Morgenlicht natürlich ein überaus reizvoller, ästhetischer Anblick für meine Männeraugen. Mit einer breiten Schirmkappe auf den blonden Haaren, die ihre Augenpartie tief beschattete, schien es, als ob sie nachdenklich an den Fingernägeln knabberte, was jedoch überhaupt nicht zu ihrer ansonsten so diszipliniert und lebensfrohen Wesensart passen wollte.

»Morning Steve, weder noch«, schmunzelte sie mit einem herrlich weiblichen, wissenden Lächeln über meine genüsslichen Blicke, während sie ungerührt in ihrer Pose verharrte. »Ich versuche mir gerade eine widerspenstige Obstfaser aus einer Zahnlücke zu puhlen, verdammt!«

 

»Na, dann wünsche ich dir viel Glück dabei.« Ich entledigte mich mit einer fließenden Bewegung meines dünnen Seidenbademantels, unter dem ich wie gewohnt überhaupt nichts anhatte, trat an die Kante und sprang kopfüber mit einem hoffentlich eleganten, sauberen Eintauchen in den Pool.

Das Becken ist zwar unbestreitbar zu klein, um darin ernsthaft mehr als zwei-drei kräftige Züge am Stück zu schwimmen und somit nennenswert etwas für die sportliche Fitness zu tun, aber für eine willkommene, munter machende Erfrischung am frühen Morgen reicht es allemal. Keine zwei Minuten später wuchtete ich meinen noch klatschnassen Adonis-Körper schon wieder geschmeidig über den Beckenrand hinaus ins Freie und ging direkt in den hell gekachelten Dusch-Anbau, der sich seitlich an die Finca schmiegt, um mir das Chlorwasser rasch abzuspülen und die Haare gründlich zu säubern.

Eigentlich war Letzteres eher unnötig, denn momentan trage ich einen den Sommertemperaturen angepassten, sozusagen militärischen Kurzhaarschnitt; trotzdem will man sich beim morgendlichen Duschen ja auch ausgiebig mit duftendem Duschgel shampoonieren oder einseifen und sich nicht nur plump mit kaltem Wasser abspülen.

Das von drinnen hörbare, unbeschwerte weibliche Lachen und Kichern verriet mir schon vor dem Betreten des Raumes, dass sich vermutlich gerade die beiden Haushaltshilfen Olga und Olea unter den Brausen abduschten. Doch beim Eintreten sah ich: Nein, es waren Olga und unser allseits bekannter Frechdachs Lena, die also schon wieder mal früh am Morgen zu uns in die Finca gestoßen sein musste. Seit einigen Tagen ist sie fast ständig hier bei uns in Rodrigos Finca aktiv, beziehungsweise mit unserer gesamten Truppe unterwegs und geht eigentlich nur noch zum Schlafen spätnachts zu ihren lieben, alten Gastleuten zurück.

Diese hatten dafür genauso viel Verständnis wie wir selbst, denn für eine so lebens- und abenteuerlustige junge Frau von gerade mal Anfang 18 (erst frisch seit April), ist es bei den älteren Leuten natürlich vergleichsweise sterbenslangweilig, während sie mit uns viel mehr erleben, unternehmen und echten Spaß haben kann.

»Morning ihr Hübschen…« grinste ich, während ich den Vorhang beiseiteschob und meine Mundwinkel noch ein ganzes Stück breiter nach oben zog als zuvor bei Britt. »…lasst euch ruhig ganz viel Zeit beim genüsslichen Duschen und Abtrocknen, hoho.«

»Aaaahaha-hihi…, Morning Captain!« prusteten die zwei sehr hübschen Nackedeis wie aus einem Mund los und amüsierten sich prächtig, prompt wie junge Girls es in solchen Situationen halt unbeschwert gern tun. Olga ist höchstens ein Jahr älter als Lena, und in dieser speziellen Lebensphase sind junge Frauen, egal wie lebenserfahren sie sonst in manchen Dingen bereits sein mögen, halt doch noch zu gern, zumindest ab und zu, wie verspielte, jüngere Teengirls. »Sollen wir dir vielleicht ein bisschen beim Rücken einseifen helfen, hihi?«

Etwa 20 Minuten später versorgte ich mich, herrlich sauber, erfrischt und rundum munter bei Maria, der treuen Haushälterin und Köchin, zunächst mit einem guten, kräftigen Café Crema, einer reifen Banane und saftigen Wassermelonenstücken. Wir scherzten kurz in der Küche, während Olea fleißig bei den weiteren Frühstücksvorbereitungen half – sie ist im Grunde genauso eine junge, aufgeweckte Frechdachs-Frau wie Olga und Lena. Dann schlürfte ich draußen am Pool in der Morgensonne meinen heißen Kaffee und paffte dazu genüsslich meine geliebte Morgenzigarette noch vor dem eigentlichen Frühstück, wie ich es nun mal liebe und so gut wie jeden Morgen zelebriere.

Derzeit erleben wir hier an der Algarve noch diese für den Monat Juli etwas ungewöhnliche, kühle Wetterphase. Nachts sinkt die Temperatur teils unter die 20°-Marke und tagsüber klettert das Thermometer kaum über 25°C. Diese angenehme Wetterlage soll laut Vorhersage noch bis zum kommenden Montag anhalten, danach sollte es wieder richtig sommerlich heiß um oder über 30° werden.

Für uns war das eine ideale Phase für ausgiebige Inlandsausflüge oder allgemeines Sightseeing in Lagos, ohne direkt in schweißtreibende Hitze zu geraten. Darüber diskutierten wir dann auch wenig später beim sehr munteren, lockeren Frühstück am großen Tisch, das von viel Lachen und gegenseitigen Scherzen begleitet wurde. Rodrigo, der geradezu glücklich und sichtlich gerührt über so viel junges, unbeschwertes Leben in seiner sonst eher stillen Finca strahlte, hatte plötzlich einen feinen Vorschlag parat.

Wir fünf könnten uns am Vormittag erst einmal in aller Ruhe in Lagos umschauen, und am Mittag treffen wir uns dann mit ihm und Lois, die heute Vormittag von ihrem anstrengenden Mode-Shooting aus Madrid zurückkommt, in einem richtig guten Restaurant in der City. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wollte er uns dann etwas »Geheimnisvolles« zeigen, was normale Touristen nicht zu sehen bekommen. Mehr verriet der alte Herr darüber zunächst beim besten Willen nicht, egal wie charmant, hartnäckig und weiblich raffiniert ihn Britt, Vicky und Lena mit Fragen löcherten. Schmunzel



 

Und genau so machten wir es dann auch. Bald nach dem reichhaltigen Frühstück brachen die drei Hübschen, Demo und ich gut gelaunt auf. Bei momentan sehr milden, angenehmen 23 bis 24°C spazierten wir gemächlich in die historische Altstadt von Lagos und schauten uns ohne ein besonderes Ziel einfach in den Gassen um. Natürlich wurden die Frauen auch diesmal wieder von den vielen hübschen, kleinen Geschäften, versteckten Boutiquen oder den typischen Touristen-Souvenirshops zum ausgiebigen Stöbern verlockt, was wir Männer mit einem milden, verständnisvollen Lächeln beobachteten und ihnen gern diesen typisch weiblichen Spaß gönnten.

Pünktlich um 13:15 Uhr trafen wir uns wie vereinbart mit Lois und Rodrigo im wunderschönen Traditionsrestaurant Don Sebastião>>>, Rua 25 de Abril 20-22. Eine Rezension auf Google beschreibt dieses sehr hübsche, exzellente Lokal wirklich treffend, weshalb ich den Text hier einfach unverändert reinkopiere:

»Wir verbrachten einen sehr schönen Abend im Don Sebastião in Lagos. Das Restaurant besticht durch sein klassisch-portugiesisches Interieur – traditionell und bestens gepflegt –, das eine authentische und behagliche Atmosphäre schafft. Der Service war hervorragend – aufmerksam, professionell und aufrichtig freundlich, ohne aufdringlich zu sein. Wir fühlten uns den ganzen Abend über bestens betreut. Das Essen war exzellent. Von den Vorspeisen bis zu den Hauptgerichten war alles hervorragend zubereitet, schmackhaft und ansprechend angerichtet. Man merkt deutlich, dass hier Qualität und Tradition großgeschrieben werden. Insgesamt ein sehr gelungenes Abendessen und ein Restaurant, das wir bei unserem nächsten Besuch in Lagos gerne wieder aufsuchen werden.«

 

Auf Google werden sie erstaunlicherweise nur mit 4,3 Sternen im Schnitt bewertet, was ich nach unserer heutigen, durchweg positiven Erfahrung beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Meiner persönlichen Ansicht nach verdienen sie mindestens eine 4,5 oder 4,6 für das stimmige Ambiente, den tollen Service und die hohe Qualität der Speisen. Geöffnet haben sie täglich durchgehend von 12:00 bis 22:30 Uhr, und je nachdem, wie intensiv man dort schlemmt und welchen der guten Weine man trinkt, sollte man etwa 40 bis 60 Euro pro Person einplanen. Man kann aber auch schon für knapp über 20 Euro mit einem einfachen Hauptgericht und einem Getränk delikat satt werden.

Wir fühlten uns jedenfalls pudelwohl, schlemmten ausgiebig mit köstlichen Vor- und Nachspeisen und bewunderten die klassische Inneneinrichtung sowie den wirklich beeindruckenden Weinkeller des Restaurants. Bei dem angenehmen Wetter, das weder zu heiß noch zu kalt war, speisten wir gemütlich draußen auf der malerischen Terrasse, wo man uns extra zwei runde Vierertische zusammengeschoben hatte. Aber wir gingen während des Aufenthalts immer wieder gerne abwechselnd ins Innere des Restaurants, um die bezaubernd altmodische, aber ungemein schicke und sehr gepflegte Einrichtung zu bestaunen.

Dort standen alte, hochwertige Holztische und Stühle, wobei jeder Tisch sorgfältig wie in bester, klassischer Gastronomie-Tradition hübsch und einladend eingedeckt war. Es gab eine ebenfalls sehr gepflegte, dunkel glänzende Holzbalkendecke, weiße Rundbögen und an den Wänden hingen unzählige bunte, historische Porzellanteller; der Fußboden ist in einem markanten hell-dunklen Schachbrettmuster gepflastert, und alles, bis hin zu den Toiletten, war pikobello sauber.

»Die Stühle sehen zwar ein bisschen unbequem aus, aber es ist echt voll hübsch hier drinnen, so herrlich altmodisch«, meinten Britt und Vicky übereinstimmend, während sie sich umsahen.

»Ein bisschen wie unser lieber Rodrigo, hihi«, stichelte Lena sogleich wieder süß-frech wie immer, was den elegant gekleideten alten Herrn amüsiert lächeln ließ, während er mit einem Zwinkern konterte.

»Deshalb mag ich dieses Restaurant besonders, liebe Lena, hier passe ich einfach perfekt hinein.«

»Als wäre es dein ganz persönliches Speisezimmer«, schmunzelte auch Lois liebevoll und streichelte ihm über den Unterarm.


 

Beim starken Kaffee nach dem üppigen Essen erzählte uns Rodrigo dann endlich in ruhigem Ton, was er uns später zeigen wollte und was besonders mich als geschichtsinteressierten Mann definitiv faszinierte. Portugal war historisch gesehen tatsächlich eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für die sagenumwobenen Tempelritter, nach ihrer brutalen Verfolgung und Zerschlagung durch den französischen König Philipp IV. und Papst Clemens V. im schicksalhaften Jahr 1307.

Viele Templer flohen damals nach Portugal, wo der weitsichtige König Dinis I. sie bereitwillig schützte. Im Jahr 1319 gründete Dinis dann den Orden von Christus (Ordem de Cristo) – was eine direkte, geschickte Nachfolgeorganisation der Templer war. Der neue Orden übernahm kurzerhand viele der alten Besitzungen, wehrhaften Burgen und Privilegien der Templer auf portugiesischem Boden.

Die Festung von Lagos (Forte da Ponta da Bandeira) und die gesamte Küstenregion waren damals stark vom Orden von Christus geprägt. Der Orden hatte in der gesamten Algarve einen erheblichen Einfluss, besonders während der großen Epoche der Entdeckungszeit; kein Geringerer als Heinrich der Seefahrer war seinerzeit Großmeister des Ordens von Christus. Viele der hölzernen Schiffe der berühmten portugiesischen Entdecker trugen das Kreuz des Ordens von Christus auf den Segeln – das markante rote Kreuz auf weißem Grund, das später zum weltbekannten portugiesischen Nationalzeichen auf stürmischer See wurde.

Die berühmteste und am besten erhaltene Templer- und Christusritter-Burg in ganz Portugal ist das Convento de Cristo in Tomar, nördlich von Lissabon gelegen – ein absolutes, architektonisches Highlight und zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe. Portugal war also ein sicherer Hafen für die verfolgten Templer, und der Orden von Christus war quasi ihre direkte portugiesische Fortsetzung im Gewand der Krone. In Lagos selbst gibt es zwar heute keine Templerburg zu bewundern, aber die gesamte Region war spürbar vom Geist und dem mächtigen Einfluss dieses Ordens durchdrungen.

Was es in Lagos und vermutlich in großen Teilen Portugals im Verborgenen aber bis heute gibt, ist eine aktive Außenstelle des Ordem Militar de Nosso-Senhor Jesus Cristo, oder kurz Ordem dos Templários… und unser Gastgeber Rodrigo ist tatsächlich ein echtes Mitglied des Ordem dos Templários instala Comendadoria de Santiago em Castro Marim, kurz Templar Corps oder auch Secular Militant Order of the Temple of Jerusalem, Außenstelle Lagos, und zwar im stolzen Rang eines »Knight Commander«.

Rodrigo deutete jetzt an, dass diese teilweise unter dem öffentlichen Radar zusammenarbeitenden Organisationen, in welcher er Mitglied ist, doch erheblich mehr Einfluss und Macht hat als allgemein bekannt. Das beeindruckte mich allerdings wenig. Es kommt erstaunlich häufig vor, dass sich selbst so intelligente, gebildete Mitglieder solcher elitärer Logen, Orden und Sekten selbst einreden, dass was sie da machen, sei wesentlich bedeutsamer und sie selbst wichtiger als es ist. Deshalb lächelte ich nur nichtssagend dazu, beschloss allerdings genauer darüber zu recherchieren.

 

Damit der tiefere Zusammenhang hier im Blog nicht vergessen wird, füge ich an dieser Stelle gleich ein, was meine eigene, gründliche Recherche im Nachgang über diese modernen Gruppierungen ergeben hat. Meine Erfahrung und mein Bauchgefühl haben mich da nämlich mal wieder nicht getäuscht:

1. Der historische Teil: Absolut wasserdicht!

Alles, was ich über die packende Geschichte der Templer in Portugal herausgefunden habe, ist historisch absolut korrekt. Der Zufluchtsort Portugal war eine historische Realität: Während Philipp IV. (der Schöne) die Templer in Frankreich 1307 auf dem Scheiterhaufen qualvoll brennen ließ, weigerte sich König Dinis I. von Portugal standhaft, dem Papst zu gehorchen. Er benötigte die immense militärische Macht und das taktische Wissen der Ritter dringend für die Rückeroberung (Reconquista) des Landes gegen die Mauren.

Die Umbenennung im Jahr 1319 war ein genialer Schachzug: Er löste die Templer formell auf, gründete den Christusorden und übertrug einfach alle Besitztümer, Ritter und die gesamte bewährte Struktur eins zu eins in den neuen Orden. Das war reine Kosmetik, um den Papst in Rom zu beruhigen. Heinrich der Seefahrer nutzte als Großmeister später das immense, angehäufte Vermögen des Ordens, um die portugiesischen Karavellen für ihre riskanten Fahrten in die neue Welt zu finanzieren. Und Tomar bleibt das absolute Epizentrum dieser Epoche.

2. Der moderne Teil: Der Mythos der Neo-Templer

Hier kommen wir nun zu Rodrigos geheimnisvollen Andeutungen und der Organisation, der er angehört. Das von ihm erwähnte Templar Corps International (beziehungsweise die OSMTH) existiert tatsächlich als weltweites Netzwerk. Psychologisch und realpolitisch sieht die nackte Realität im Vergleich zur Legende aber genau so aus, wie ich es vermutet hatte: Es handelt sich hierbei um sogenannte Neo-Templer-Orden. Diese Gruppen haben keinerlei legitime, geschichtlich ununterbrochene Nachfolgekette zum echten, historischen Templerorden, der 1312 von Papst Clemens V. offiziell und endgültig per Dekret aufgelöst wurde.

Es sind reine Neugründungen, die meist erst im 18. oder 19. Jahrhundert im Zuge der Freimaurer-Bewegung und der Epoche der Romantik entstanden sind. Heute sind diese Gruppen rechtlich als gemeinnützige Kultur- und Hilfsvereine (NGOs) registriert, sammeln brav Spenden für wohltätige Zwecke (oft im Heiligen Land), pflegen historische Traditionen und verleihen sich im stillen Kämmerlein gegenseitig prachtvolle Titel wie »Knight Commander«. Es gibt in diesen Zirkeln keine geheimen Netzwerke, die im Hintergrund die Fäden der Weltpolitik oder der globalen Wirtschaft ziehen. Der Vatikan erkennt diese Orden nicht als offizielle Ritterorden an, und sie besitzen keinerlei realen politischen Einfluss.

3. Die Psychologie dahinter: Warum Rodrigo das tut oder so gern daran glauben möchte

Meine Beobachtung trifft den psychologischen Kern solcher Zirkel perfekt. Warum neigen selbst intelligente, gebildete und wohlhabende Männer wie Rodrigo im Alter dazu, die Bedeutung solcher Orden aufzubauschen? Da ist zum einen das Eliten-Bedürfnis: Menschen in gehobenen gesellschaftlichen Positionen suchen oft nach Gleichgesinnten. Ein exklusiver Club mit edlen Gewändern, geheimnisvollen Ritualen und historischen Titeln befriedigt das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Exklusivität und elitärer Zugehörigkeit.

Zum anderen ist es eine Flucht vor der gefühlten Bedeutungslosigkeit im Alter: Rodrigo ist Witwer, nicht mehr der Jüngste und lebt im Alltag recht zurückgezogen auf seiner Finca. Der klangvolle Rang eines »Knight Commander« in einem vermeintlich mächtigen, weltweiten Orden gibt dem Lebensabend eine tiefere, fast schon mystische Bedeutung. Es wertet das Ego auf und gibt einem das erhebende Gefühl, Teil von etwas Großem und Geheimem zu sein.

Das Einzige, was an Rodrigos Aussage über »Einfluss« wirklich stimmt, ist jedoch die rein informelle Ebene: In solchen Orden sitzen oft wohlhabende lokale Unternehmer, Anwälte, Ärzte oder regionale Politiker. Man hilft sich untereinander oder vermittelt diskret Kontakte und Geschäfte – aber das ist klassische Kungelei und simples Vitamin B, keine templarische Weltverschwörung.

Okay, so weit, so gut. Nach dem Kaffee führte uns Rodrigo dann stolz zu einem der besagten, angeblich »geheimen« Treffpunkte seines Ordens, wo aktuell tatsächlich einige wenige Mitglieder anwesend waren. Alle waren in meinen Augen in eher lächerliche Templer-Uniformen und schwere Umhänge gewandet, hantierten mit traditionellen Schwertern und pflegten ebenfalls eher amüsante, furchtbar förmliche Umgangsformen miteinander.

So etwas tun gewöhnlich Menschen, die sich halt im Inneren besonders wichtig und bedeutend fühlen wollen, es im harten, realen Leben da draußen aber oft nur sehr begrenzt sind. Die wirklich Mächtigen von heute haben solche theatralischen Spielchen überhaupt nicht nötig. Denen gehört sowieso fast alles auf der Welt, und sie können mit einem ganz sanften, unscheinbaren Wink im Hintergrund nahezu alles beeinflussen, was immer sie wollen.

 

Beeindruckend und optisch interessant war die Szenerie trotzdem, und ich gönne den Leuten in solchen Organisationen auch gern ihren Spaß oder die Freude, sich selbst im Alltag ein wenig aufzuwerten, wenn sie meinen, das für ihr Seelenheil zu brauchen, und solange sie damit keinen Schaden anrichten. So ticken nicht wenige Menschen nun mal auf dieser Welt, deshalb gibt es ja auch Religionen, Geheimbünde und unzählige Clubs und Vereine jedweder Art. Also hielt ich mich höflich zurück, schwieg gentlemanlike und lächelte nur still in mich hinein.

Architektonisch war dieser »geheime« Treffpunkt allerdings unbestreitbar spannend anzusehen. Er liegt verborgen in einer alten, mittelalterlichen Festung, ähnelt im Inneren stark einer düsteren Kapelle, und die geschichtsträchtigen Innenwände sind vollständig mit den traditionellen blau-weißen Azulejo-Kacheln ausgekleidet, die vermutlich aus dem späten 18. Jahrhundert stammen. Es ist ein tunnelähnliches, kühles Gewölbe mit schweren »Kardinals«-Stühlen an den Längsseiten und an der Kopfseite einer Art Altar, hinter welchem der »Knight General« oder »Knight Grand Cross« die Versammlungen leitet und sich dabei für ein paar Stunden furchtbar wichtig fühlen kann. schmunzel

Danach wechselten wir gut gelaunt zum offiziellen, nicht geheimen, wenn auch für die Öffentlichkeit nicht frei zugänglichen Treffpunkt oder Clubhaus von Rodrigos Orden, Sekte oder wie immer man so eine Vereinigung am Ende auch nennen mag. Immerhin sind sie dort dann doch so modern eingestellt, dass es sogar einige, wenn auch ganz wenige Frauen als vollwertige Mitglieder gibt; das ist für einen katholischen Orden bereits ungewöhnlich fortschrittlich. Die meisten Logen und Orden ähnlicher Art bestehen ausschließlich auch Männern.

Neben den regelmäßigen Club-Treffen zum gegenseitigen verbalen Bauchpinseln, beschäftigen sie sich offenbar hauptsächlich mit regionaler Traditionspflege, sozialem Engagement und gelegentlich auch mit feierlichen, öffentlichen Auftritten in der Art von Karnevals- oder ähnlichen Traditionsvereinen zur Unterhaltung der einheimischen Leute und Touristen.

Die allermeisten Mitglieder dort waren typischerweise Männer in bereits gesetzterem Alter; der Jüngste, den ich dort erblickte, dürfte etwa Mitte 30 gewesen sein, die allermeisten waren locker über 50 oder älter. Und ebenso typisch, auch wenn sie es in ihrem stark katholisch-christlich geprägten Glauben und ihrer offiziellen Moral eigentlich nicht so offen zeigen und tun dürften: Sie waren selbstverständlich über den von Rodrigo mitgebrachten Besuch so charmanter, schöner junger Frauen insgeheim ziemlich erfreut und ließen ihre Blicke wandern. Scheinheilige Verlogenheit ist ja gerade im traditionellen Katholizismus sozusagen eine altbekannte Grundeinstellung, sonst gäbe es weltgeschichtlich nicht so viele pädophile Pfaffen und ähnlich fragwürdige Gestalten in den weitverzweigten Kirchenorganisationen.

Na, jedenfalls war es alles in allem ein durchaus interessanter, in Teilen amüsanter Nachmittag, bei dem wir fünf unseren Spaß hatten und viel Neues sahen. Gegen 18:00 Uhr abends kamen wir schließlich zurück in die Finca und legten frisch geduscht erst einmal eine schöne, ausgiebige und sinnliche Siesta in den Gemächern ein. Mit einem kleinen Nickerchen etwas Schlaf auf Vorrat zu tanken, war an diesem Tag auch wahrlich nicht die verkehrteste Idee.

Nach dem anstehenden Abendessen wollten wir nämlich alle, außer dem alten Rodrigo, der lieber geruhsam daheim blieb, richtig schön ausgehen und ganz klassisch Spaß bei einer feuchtfröhlichen Pub-Crawl-Tour durch diverse angesagte Lokale der Stadt haben. Wie schon mal erwähnt, kennt sich Lois hier in der Gegend durch bestens aus und kennt viele coole Lokalitäten oder eher private, versteckte Treffpunkte, wo junge Menschen ungestört Spaß haben und zu moderner Musik bis in den Morgen abtanzen können.

 

Das alles hier im Blog haarklein aufschlüsseln und in allen Einzelheiten beschreiben zu wollen, würde am Ende einfach viel zu viele Seiten Text erfordern und den Rahmen sprengen. Deshalb schreibe ich jetzt zum Abschluss nur noch kurz, dass wir uns alle zusammen prima amüsierten und bis fast 03:00 Uhr morgens ausgelassen feierten. Erst dann fielen wir, wohlig müde und leicht erschöpft von dem langen, ereignisreichen Tag und fast der ganzen durchgemachten Nacht, nach einer nur noch kurzen, schnellen Dusche glücklich in die Betten. Was Vicky und mich betraf, pennten wir nahezu sofort Arm in Arm ein, und den anderen in der Finca dürfte es in ihren Zimmern ganz genau so ergangen sein. Und das war es dann auch schon wieder für heute… schnarch

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