Algarve, positive Entwicklungen und Party Spaß

 

#26.06.10– Algarve, positive Entwicklungen und Party Spaß

»Hey, supi…« freute sich Vicky am frühen Morgen, als sie mit bester Laune den Salon der Nauticat betrat und mir die neuesten Nachrichten verkündete. »Es scheint ja im Moment alles noch viel besser zu laufen als erhofft.«

Nach den ganzen Sorgen wegen der Orca-Attacke und den potenziellen Schäden am Ruder war diese Erleichterung förmlich greifbar. Am Dienstag rief schon kurz nach dem Frühstück jemand vom maritimen Servicezentrum an und bestätigte uns für Donnerstag einen festen Travellift-Termin. Das war in der beginnenden Hochsaison ein echter Glücksfall. Die Zusage umfasste das volle Programm: das vorsichtige Liften der Yacht, die gründliche Reinigung des Rumpfes mit dem Hochdruckstrahler und den anschließenden Neuanstrich des gesamten Unterwasserschiffs mit frischem Antifouling.

Besonders beruhigend war die ausdrückliche Stellplatzgarantie an Land für die gesamte Dauer der Arbeiten. Falls sich bei der genaueren Inspektion an der Ruderanlage tatsächlich weitergehende, kompliziertere Reparaturarbeiten als notwendig erweisen sollten, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, könnten wir das Boot ebenfalls problemlos auf den Docks stehen lassen. Die freundliche Stimme am Telefon bat uns, am besten schnellstmöglich im Hafenbüro vorbeizukommen, um den offiziellen Auftrag und den Vertrag zu unterzeichnen. Ein vorläufiger Kostenvoranschlag für den Lift, den Stellplatz, die Hochdruck-Strahlreinigung und den Antifouling-Anstrich lag auch schon bereit.

 

Noch während wir uns auf den Weg machten und diese Formalitäten gutgelaunt und zügig im modernen Maritimen Dienstleistungszentrum erledigten, vibrierte das Handy. Britts Partybekanntschaft Tomás meldete sich wie versprochen. Nach einem kurzen, charmanten Telefonat verabredeten wir uns für 10 Uhr im schnuckeligen, kleinen Café La Parisienne in der R. Salgueiro Maia 17A.

Das Café gilt unter Kennern als die mit Abstand beste französische Patisserie in ganz Portimão. Schon beim Betreten schlug uns dieser unwiderstehliche Duft von frisch gebackenen Croissants, feiner Vanille und frisch geröstetem Espresso entgegen. Der französische Betreiber versteht sein Handwerk meisterhaft. Es gab dort erstklassigen Kaffee und eine Auslage voller sündhaft leckerer Gebäckstücke und kunstvoller Törtchen, denen Vicky und Britt prompt nicht widerstehen konnten. Die typischen Sorgen um »oh je, meine Figur« wurden für diesen Morgen erst einmal einstimmig über Bord geworfen.

Bis zu dem Treffen schlenderten wir zunächst noch ein bisschen durch die malerischen, Gassen der Stadt, atmeten das erwachende südländische Leben ein und kamen pünktlich um 10 Uhr am Café an, wo Tomás bereits an einem der kleinen Tische im Schatten wartete. Ich muss zugeben, der Kerl machte gar keinen so schlechten Eindruck auf mich, als ich ihn das erste Mal sah. Ja, er ist definitiv etwas der verwöhnte Sohn reicher oder sehr vermögender Eltern, das merkte man an seiner Art sofort, wenn man Menschenkenntnis hat, aber er wirkte im Gespräch auch kompetent und fachlich wirklich gut drauf.


 

Der ca. 22-Jährige arbeitet im Immobilien- und Tourismusbetrieb seines Vaters fleißig mit, weiß genau, wie das Geschäft an der Küste läuft, und ist keineswegs ein oberflächlicher, hohler Angeber. Da er zu allem Überfluss auch noch verdammt gut aussieht, Geld wie Heu hat und ein tolles Auto fährt, laufen ihm die typischen Tussis hier in den Urlaubsmetropolen reihenweise hinterher. Da sagt kaum eine hübsche, junge Frau Nein zu ihm. Es ist also kein Wunder, dass so ein junger Mann ein bisschen eingebildet wird und felsenfest glaubt, dass ihm keine Frau auf dieser Welt widerstehen kann.

»Bom dia, Tomás!« begrüßten Vicky und Britt ihn gut gelaunt mit der typischen rechts/links Küsschen-Umarmung. Die beiden Frauen sparten dabei nicht mit raffiniert weiblich eingesetzten Reizen und skandinavischem Charme, was den jungen Portugiesen sichtlich ins Schwitzen brachte. »Hast du was Passendes für uns gefunden?«

Hatte er tatsächlich: und zwar ein ziemlich schickes, modernes Apartamento in erstklassiger Lage mit einer tollen Aussicht auf den geschäftigen Hafen und den glitzernden Fluss. Die Anlage verfügte sogar über einen großen Pool für alle Appartementhaus-Bewohner, der unten auf einer weitläufigen, sonnigen Terrasse angelegt war. Der nächste Sandstrand war auch nur einen knappen Kilometer entfernt und somit problemlos zu Fuß erreichbar. Die Wohnung bot mehr als genug Platz für uns vier: zwei getrennte Schlafzimmer, eine Waschmaschine, eine voll ausgestattete Küche mit Geschirrspüler und großem Kühlschrank, ein Flat-TV im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer, ein großer Balkon mit bequemen Gartenmöbeln, ein Zimmersafe für die Dokumente und so weiter.

Zudem wies das Ganze eine deutlich hochwertigere, geschmackvollere Möblierung auf als die üblichen, oft etwas lieblos eingerichteten Standard-Ferienwohnungen für Massentouristen. Das Beste daran war der Preis: Tomás überließ uns das Objekt zu einem absolut fairen und sogar ziemlich günstigen Pauschalpreis für die erste Woche. Sollten die Arbeiten am Boot auf der Werft allerdings länger dauern, müsste er uns das Appartement für eine weitere Woche verständlicherweise zum regulären, teureren Saisontarif berechnen.

»Du bist ein Schatz, molto obrigado!« Erleichtert bekam er noch mehr herzliche Umarmungsküsschen von den beiden sexy-hübsch sommerlich und luftig gekleideten Schönen. Wir hatten mittlerweile bereits wieder herrliche 26 °C und viel Sonnenschein, der von einem lauen, angenehm kühlenden Nordwind begleitet wurde.


 

Mit einem grinsenden, aber durchaus sympathischen Gesichtsausdruck erklärte Tomás uns dann den Haken an der Sache – oder besser gesagt, seine kleine Bedingung: Für die günstige erste Woche erwartete er als Gegenleistung ein paar professionelle, sexy Werbefotos mit Vicky und Britt in den Einrichtungen des Hauses und am Pool, die er für Promotion-Zwecke auf den gängigen Online-Plattformen verwenden durfte.

Das war ein faires und geschäftsmäßig kluges Angebot, worüber die Frauen nur lachten und sich gern dazu bereit erklärten. Ähnliches machen sie, vor allem Britt, in ihren Model-Jobs ja ohnehin regelmäßig, und ich kann als professioneller, sehr erfahrener Fotograf problemlos erstklassige Bilder mit der passenden Belichtung liefern. Und während wir so gutgelaunt am Tisch plauderten, war auch beim besten Willen nicht zu übersehen, dass Tomás ziemlich fasziniert von Britts nordischer Erscheinung war. schmunzel

Wir sagten kurzentschlossen zu und unterschrieben die Papiere. Vicky meinte zwar auf dem Rückweg zum Fluss noch etwas zögerlich, dass es eine einfachere und billigere Bude für die paar Tage sicherlich auch getan hätte. Ich stimmte ihr zwar theoretisch zu, wies jedoch auch direkt darauf hin, dass ich im Urlaub oder bei Zwischenstopps schlicht keine Lust auf eine billige, schäbige Absteige habe, wenn man es sich auch nett machen kann.

»Klar, du luxusverwöhnter Nobel-Globetrotter, haha!« stichelte sie ein bisschen liebevoll in meine Richtung, doch in Wahrheit war es ihr einfach nur ein kleines bisschen unangenehm, dass ich das alles so selbstverständlich aus eigener Tasche bezahlte.

»He, Vicky, ich finds absolut geil! Halt ihn bloß nicht davon ab! Ich mag solche großzügigen Noble-Gentlemen, haha!« lachte auch Britt laut auf, kam einen Schritt auf mich zu und gab mir ein schnelles, feuchtes Küsschen auf die Backe. »Und ich schieße auf jeden Fall auch was aus eigener Tasche dazu; keine Widerrede, Steve! Ich verdiene mit meinen Model-Jobs im Moment ziemlich gut!«

 

Ja, so sind die beiden Frauen eben, was natürlich auch viel Positives über ihren geraden Charakter aussagt. Wir fackelten nicht lange und begannen sofort damit, unsere wichtigsten Privat- und Wertsachen, die teure Fotoausrüstung, Laptops sowie alle verderblichen Lebensmittel vom Boot ins Appartement zu schaffen. Wenn die Nauticat erst mal am Donnerstag aus dem Wasser gehoben ist und auf der staubigen Arbeitsfläche an Land steht, kann man sie zwar über eine lange Leiter immer noch betreten, und es gibt dort auch einen Landstromanschluss für die Kühl- und Gefrierfächer, aber das ist natürlich auf Dauer unbequem und wenig praktisch.

Beim Hochdruckreinigen des Unterwasserschiffs und durch die Schleifarbeiten an den vielen Booten drumherum entsteht ungesunder Staub und feiner Schmutz, der durch jede Ritze dringt. Außerdem sitzt die gesamte Ruderanlage im Rumpf direkt unterhalb des großen Doppelbetts in der Heckkabine. Um dort vernünftig mit den Ultraschall-Prüfgeräten oder Werkzeugen arbeiten zu können, muss man das Bett hochklappen und weitere hölzerne Verkleidungen entfernen. Da ist an gemütliches Wohnen an Bord beim besten Willen nicht zu denken.

Zu Mittag bereiteten wir uns in der sauberen, gut ausgestatteten Appartementküche ein schnelles, einfaches, aber ungemein leckeres Gericht zu. In portugiesischer Butter brieten wir knackige Tigergarnelen mit Bambus, Pilzen, knackigem Gemüse und asiatischen Nudeln an, dazu gab es eine riesige Schüssel gemischten Salat mit viel Tomaten und frischen Radieschen vom Markt. Danach gönnten wir uns noch etwas würzigen Käse auf mit frischer Aioli bestrichenem, knusprigem Baguette, sowie ein paar süße Weintrauben, frische Erdbeeren und saftige Pfirsiche als Dessert.

Nach dem Essen schafften Vicky, Britt und Demo den restlichen Kram vom Boot ins Appartement – vor allem das, was die Frauen meinten, unbedingt für ihr Wohlbefinden bei sich haben zu müssen. Ich arbeitete unterdessen online am Laptop und erledigte auf dem Sofa den üblichen, lästigen Routinekram, teils geschäftlich, teils privat. Das dauerte typischerweise an die zwei Stunden, und bis ich fertig war, hatten die anderen drei fleißig alles hergeschafft, was sie im Appartement haben wollten. Bei mittlerweile an die 30 °C Außentemperatur kamen sie ziemlich verschwitzt durch die Tür. Sie duschten sich erst mal alle nacheinander frisch, und zur Abkühlung futterten wir danach gemeinsam eine halbe, gekühlte Wassermelone auf dem Balkon.

»Habt ihr auch ganz sicher kein einziges Schönheits-Cremchen, kein Deo und kein spezielles Shampoo für jedes einzelne weibliche Körperteil an Bord vergessen?« grinste ich belustigt über den ganzen Krimskrams, den die Frauen bereits strategisch im Badezimmer verteilt und damit buchstäblich jede freie Ablagefläche vollgestellt hatten. Für Demo und mich genügte im Grunde je ein Waschlappen, ein Handtuch, eine Flasche All-in-One-Shampoo, Zahnbürste, Zahncreme, Mundwasser und der Rasierer. Aber Frauen benötigen für ein paar Tage an Land unbedingt zehn verschiedene Spezialsorten für die Haare, obere und untere Körperteile, Feuchtigkeitslotions und weiß der Geier was noch alles! lach

»Aaahhaha… ich glaube, ich habe tatsächlich noch meine ganz spezielle Spezialseife für die Popbacken an Bord vergessen!« lachte Britt lauthals mit. Daraus entwickelte sich schnell ein lustig-schlagfertiges, typisches Wortgefecht, bei dem wir Männer ausgiebig über weibliche Eigenheiten witzelten und die Frauen ebenso scharfzüngig konterten.

»Und wehe, ihr lasst hier im Bad den Klodeckel auch nur ein einziges Mal hochgeklappt, haha!« warf Vicky lachend ein und drohte mir spielerisch mit dem Zeigefinger.

Darüber immer noch breit grinsend, legten wir nach der ganzen Schlepperei eine gemütliche Liebessiesta ein und entspannten nach der eigentlichen Action faul und nackt auf dem großen Bett. Das Appartement hatte natürlich eine moderne Klimaanlage an der Wand, aber die aktivierten wir ganz bewusst nicht. Die durch die weit geöffneten Fenster hereinwehende, salzig-feuchte Luft vom Meer kühlte die Räume auch so auf ein angenehmes Maß herunter. Zudem hatten wir die Schlafzimmertüre absichtlich offengelassen, so dass die Luft in der Wohnung frei zirkulieren, hier herein und durch die anderen Fenster auf der Nordseite wieder hinausströmen konnte.

Was mich betrifft, aktiviere ich Klimaanlagen sowieso immer nur dann, wenn man es vor drückender, schwüler Hitze kaum noch aushalten kann. Ich mag dieses künstliche Klima einfach nicht und halte es zudem für ungesund, wenn der menschliche Körper ständig beim Betreten und Verlassen klimatisierter Räumlichkeiten im Sommer oder in den Tropen eine Art kleinen Klimaschock bekommt und sich permanent neu anpassen muss.

Am schlimmsten treiben das ja bekanntlich die Amis, bei denen die Innenräume im Sommer oft geradezu eiskalt heruntergekühlt sind. Da holt man sich schneller eine Erkältung, als man gucken kann, und es ist ein echter Schock für den Kreislauf, wenn man beispielsweise bei 40 °C Wüstenhitze im Sommer Arizonas nach draußen vor die Tür geht.

Das ist reine Belastung für den Organismus und zudem eine völlig dämliche Energieverschwendung. Wenn ich bei extremen Temperaturen doch mal eine Klimaanlage einschalten muss, dann kühle ich den Raum gewöhnlich nur auf angenehme 25 bis 26 °C herunter. Dann ist der Temperaturunterschied nicht so heftig, wenn man draußen an Deck oder in der Stadt etwas erledigen muss. Genau diesen Gedanken tippte ich gerade in den Laptop auf meinem Schoß, als Vicky neben mir aus ihrem leichten Schlummer erwachte, sich wie eine zufriedene Katze sinnlich reckte und sich dann neugierig zu mir herüberlehnte.

»Was schreibst du denn schon wieder für Romane…?« fragte sie verschlafen und las den Text auf dem Bildschirm mit halben Augen mit. »Aha, der Schlaumeier wieder… aber du hast vollkommen recht, Steve. Als ich mal für ein Fotoshooting in den USA war, dachte ich echt, die spinnen dort alle total! Draußen war es 38 °C heiß, und drinnen kühlten sie die Studios und Hotels überall auf 17 oder 18 °C runter. Wenn man den ganzen Tag unterwegs war und öfters rein- und rausging, war das echt jedes mal wie ein Schlag vor den Kopf. Das kann unmöglich gesund sein!«

»Siehste, mein Schmusekätzchen, der Captain hat eben immer recht, hoho!« lachte ich und tätschelte ihr zärtlich die knackigen Pobacken.

»Aye, aye, Captain, haha! Los, komm jetzt mit duschen!« Sie klappte mir ohne Vorwarnung grinsend den Laptop zu und kletterte absichtlich provokant und aufreizend über mich hinweg aus dem Bett, statt einfach bequem auf ihrer freien Seite herauszurutschen. Wir klebten natürlich beide noch ein bisschen von dem getrockneten Liebesschweiß unserer vorherigen Aktion.

 

Frisch abgeduscht wechselten wir noch geschwind die ebenfalls verschwitzte Bettwäsche unseres Liebesschlachtfelds, dann schauten wir im Wohnzimmer nach Britt und Demo. Die beiden hatten sich ebenfalls schon frischgemacht und tranken gut gelaunt auf dem großen Balkon kalten Sidra mit vielen Eiswürfeln und extra frisch aufgeschnittenen Zitronen- und Apfelfruchtscheiben. Die große Karaffe stand griffbereit im Kühlschrank, und an der bedienten wir uns nun ebenfalls ausgiebig, löschten den Durst und genossen das prickelnde, herbe Getränk im Schatten.

Britt erzählte uns beim Trinken und Rauchen, dass uns ein paar einheimische Freunde, die sie am Wochenende kennengelernt hatten, zu einer privaten Grill- und Garten-Party eingeladen hatten – komplett mit großem Tanzkeller und schmissiger Musik. Dazu hatten die drei jungen Leute offensichtlich verdammt große Lust, also wollte ich kein Spielverderber sein, schloss mich der gut gelaunten Truppe an und machte den Spaß mit.

Gegen 19:30 Uhr kamen wir an der Location an, und dort ging es bereits ziemlich hoch her. Uns empfingen laute, lebenslustige und feierwütige junge Leute, überwiegend in den Zwanzigern, etliche schöne Frauen und insgesamt bestimmt schon 30 bis 40 Gäste. Es war eine recht große, stilvolle Privatparty in und um eine hübsche, typisch portugiesische Finca herum, die nicht weit von der Küste lag und einem modernen, erfolgreichen Jungunternehmer gehörte, der noch nicht mal die 30 erreicht hatte.

Im umgebauten Disco-Tanzkeller inklusive gut bestückter Bar, dröhnten die Bässe typischerweise so ohrenbetäubend laut, dass man die Vibrationen der Musik direkt in den Knochen spüren konnte. Das war natürlich gar nichts für meine Ohren, aber zum Glück fand der weitaus größte Teil der Party ohnehin draußen im weitläufigen Garten und teilweise in den großzügigen Wohnräumen der Finca statt. Dort war die Musik wegen der Nachbarn deutlich leiser eingestellt, so dass man sich wunderbar unterhalten und die Leute kennenlernen konnte.

Überwiegend handelte es sich um clevere, gut informierte und offene junge Menschen in einer bunten, internationalen Mischung. Grob geschätzt waren vielleicht 75 % der Gäste Portugiesen, der Rest setzte sich aus Reisenden und Expats aus vielen verschiedenen Ländern zusammen. Ich schnappte mir regelmäßig kalten, fruchtigen Rose und plauderte im Laufe des Abends unter anderem mit zwei attraktiven jungen Frauen aus Deutschland, ein paar entspannten Franzosen, einem Belgier, zwei vor der Politik von Trump geflüchteten Amerikanern, einem sympathischen schwarzafrikanischen Paar und was weiß ich, woher die anderen alle stammten.

 

Alles in allem war es eine wirklich gelungene, schöne Party mit köstlichen Speisen frisch vom Grill, guten eiskalten Drinks, recht interessanten neuen Bekanntschaften, viel Lachen und auch dem einen oder anderen intelligenten Gespräch abseits des Partytrubels. Erst lange nach Mitternacht, als wir draußen immer noch knapp über 20 °C Lufttemperatur hatten, machten wir uns schließlich gut gelaunt, leicht beschwipst und wohlig müde auf den Fußweg zurück zu unserem Appartement.

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Algarve, Wartungsplanung, Britt, Demo und spannende Erlebnisse

 

#26.06.08 – Algarve, Wartungsplanung, Britt, Demo und spannende Erlebnisse

Ich wurde sanft wach, weil das Boot plötzlich ungewohnt stärker schaukelte, und stellte beim schläfrigen Herumtasten fest, dass Vicky nicht mehr neben mir im Bett lag. Gestern mussten wir den bequemen Anlegesteg verlassen und ankerten jetzt im Strom des Rio Arade. Vermutlich war gerade irgendein größeres Schiff vorbeigefahren und hatte mit seiner Bugwelle ordentlichen Schwell ausgelöst, wodurch die Yacht an Bug- und Heckanker im Strom stärker schwankte und in den Leinen ruckte.

Vicky war wohl schon eine Weile wach und trieb sich irgendwo an Bord oder auf Deck herum. Noch leicht verschlafen und mit struppigen Haaren kroch ich ebenfalls aus den Federn, streckte meine Bärengestalt und ging im weichen Deckshaus-Licht nachschauen, wo sie abgeblieben war.

»Morgen, du Schlafmütze!« rief sie mir fröhlich entgegen, als mein Kopf im Niedergang auftauchte. Sie hockte herrlich ungeniert und nur nachlässig in ein großes, buntes Badetuch gewickelt im Bugkorb, wo sie bereits genüsslich ihre Morgenzigarette gequalmt hatte. Ich zündete mir ebenfalls eine Kippe an, inhalierte den ersten tiefen Zug und erwiderte lächelnd den klassischen norddeutschen Waterkant-Gruß:


 

»Moin, Moin! Schon so früh wach?« Ein schneller, erfahrener Rundumblick zeigte mir das bereits ein gutes Stück entfernt den Fluss hinauftuckende Boot, welches den unangenehmen Wellengang verursacht und unser Boot so kräftig zum Schaukeln gebracht hatte. Ein langes Wolkenband verzog sich gerade nach Südosten, während aus Nordwesten ein mäßiger, angenehm erfrischender Wind unter einem strahlend blauen Himmel wehte.

Wir hatten bereits jetzt am frühen Morgen sehr angenehme 22 °C Lufttemperatur. Ein paar Seevögel zogen weit oben majestätisch und ruhig ihre Bahnen, oder kreischten weiter unten aufgeregt um ein kleines Fischerboot herum, das nur etwa 40 bis 50 Meter entfernt von uns gerade einen fangfrischen Schwung Frischfisch anlandete. Rundum an den Ufern herrschte bereits geschäftiges Treiben auf den Booten und an Land.

»So früh? Es ist schon fast 08 Uhr, Captain Schlafmütze!« zwinkerte mir Vicky belustigt zu und musste laut auflachen, als sie zu einem der Fischer hinüberschaute. Der Mann schleppte gerade schwer an einer oben offenen Fischkiste, als ihm ein großer Seevogel mit geradezu akrobatischen, millimetergenauen Flugkünsten soeben einen dicken Fisch dreist aus der Kiste klaute. »Schau dir das an, haha, was für Flugkünste! Der absolute Wahnsinn!«

»Ja, beeindruckend…« grinste ich fasziniert und schnappte mir schnell die kleine Snapshot-Ixus, die griffbereit im Cockpit lag, in der festen Erwartung, dass gleich der nächste gefiederte Dieb das Kunststück zu wiederholen versuchen würde. So war es auch, und obwohl es verdammt schwer war, in der Bewegung den exakt richtigen Moment zu erwischen, gelang mir ein wirklich guter, scharfer Schnappschuss. 

 

Die hart arbeitenden Fischer störten sich anscheinend gar nicht an den fliegenden Fischdieben, betrachteten das wohl als eine Art traditionelle, dankende Gabe an die Naturgötter für ihren offenbar recht üppigen Fang. Oder aber die Kerle waren einfach viel zu stark abgelenkt von Vickys extrem sexy Anblick, wie sie da kaum bedeckt von dem verräterischen Badetuch im Wind hockte? Wer weiß, hoho, zuzutrauen wäre es den Männern jedenfalls. schmunzel

»Was lachst du dir da so in den Bart? Frühstück? Nein, mein Lieber, erst wird geduscht!« Kam sie mit federnden Schritten zu mir an den Niedergang und klaute sich frech noch einen letzten Zug aus meiner brennenden Kippe.

»Ich glaube einfach, dein entzückender Anblick lenkt die armen Fischer da drüben viel zu sehr von ihrer Arbeit ab«, grinste ich breit, worüber sie nur noch mehr lachte und den schwer schuftenden Männern am Kai fröhlich und ungeniert zuwinkte.

Wir gingen wieder gemeinsam unter Deck, duschten uns frisch und bereiteten dann in der Kombüse ein deftiges Frühstück zu. Ganz klassisch gab es reichlich Rührei mit krossem Speck und Zwiebeln auf gut gebuttertem, dunklem Brot, sowie würzige geräucherte Wurst, etwas reifen Käse, Oliven, Peperoni, frische Tomaten und scharfe Jalapeños; einfach, rustikal, aber richtig lecker. Dabei besprachen wir in aller Ruhe unsere Tagesabsichten und Pläne.

 

Demo hatte bereits nach der Orca Attacke die gesamte Ruderanlage im Rumpf akribisch kontrolliert und dort glücklicherweise keine Schäden feststellen können, genauso wenig wie bei der ersten Sichtprüfung, als er tauchend von außen den Rumpf inspizierte. Dennoch gebot gute, verantwortungsvolle Seemannschaft zur Sicherheit eine genaue Prüfung auf möglicherweise nicht mit bloßem Auge erkennbare, versteckte Strukturbeschädigungen am Ruder oder der massiven Aufhängung am Skeg. Dazu muss die Yacht zwangsläufig mit einem großen Boot-Travellift komplett aus dem Wasser genommen werden, wozu Vicky bereits folgende professionelle Firma in einem modernen, maritimen Dienstleistungszentrum herausgesucht hatte:

Estaleiro - Boatyard Marina de Portimão

  • Lage: Direkt am Rio Arade (Portimão Naval Shipyard Area), ca. 1 Seemeile von der eigentlichen Marina entfernt.
  • Infrastruktur: Ein 50-Tonnen-Travel-Lift (für Schiffe bis ca. 5,70 m Breite) sowie ein mächtiger 300-Tonnen-Travel-Lift (bis 9 m Breite) – letzterer betrieben in enger Kooperation mit der Atlantic Boatyard als professioneller Service-Partner.
  • Zusätzliche Services (ideal für eine umfassende Inspektion): Gründliche Hochdruck-Reinigung des Rumpfes, Hardstand-Plätze an Land (auf Wunsch auch überdacht), Kranarbeiten, diverse Werft-Dienstleistungen wie Lackierung, Antifouling-Schichten, Osmose-Behandlung, Inspektionen, Reparaturen, Schweißarbeiten usw.
  • Reputation: Eine professionelle, hervorragend ausgestattete Anlage mit erstklassigem Ruf für Yachten aller Größenordnungen.
  • Kontakt: Tel.: +351 282 400 680
  • E-Mail: estaleiro@marinadeportimao.com.pt (oder info@atlanticboatyard.pt für den schweren 300t-Service)
  • Website: marinadeportimao.com/en/boatyard


 

Die Firma oder vielmehr der Gemeinschaftsbetrieb dieser großen Anlage hat in Seglerkreisen einen wirklich guten Ruf. Allerdings ist jetzt auch hier an der Algarve die Feriensaison vol im Gange, was es vermutlich schwierig machen wird, zeitnah einen freien Termin zu bekommen. Die geschätzten Anfangskosten nur fürs Kranen und Aufbocken belaufen sich locker auf 1.500 bis 2.000,- Euro, danach ist alles natürlich abhängig von den tatsächlich notwendigen oder zusätzlich beauftragten Arbeiten. Vielleicht lassen wir bei dieser Gelegenheit auch gleich das gesamte Unterwasserschiff komplett per Hochdruckstrahler reinigen und einen neuen, schützenden Antifouling-Anstrich aufbringen, mal schauen, was terminlich möglich ist.

Ich setzte mich also mit einer Tasse Kaffee an den Laptop, schickte zunächst eine detaillierte Mail mit den genauen Infos und Bootsdaten ab und rief danach direkt in der Werft an. Eine sehr freundliche Service-Mitarbeiterin mit perfektem, akzentfreiem Englisch bot mir am Telefon an, dass wir gegen 10:30 Uhr einfach mal vorbeikommen und mit einem Fachmann die Angelegenheit vor Ort besprechen könnten.

Terminmäßig sah es für das Liften der Yacht erwartungsgemäß erst mal gar nicht gut aus, es herrscht halt saisonbedingter, sommerlicher Hochbetrieb und die Auftragsbücher sind voll. Aber da eine 42er Nauticat ja kein gigantisch großes Boot ist und nach der Orca-Attacke eine gewisse, akute Notsituation vorliegt (so könnte man es beim Werftchef geschickt „drehen“, schlug die clevere Mitarbeiterin von sich aus augenzwinkernd vor), wäre es vielleicht doch möglich, unser Boot irgendwie dazwischenzuschieben.

»Hey, das hört sich doch schon mal super an…« freute sich Vicky, die inzwischen etwas »Haushaltsarbeiten« erledigt und eine Ladung Wäsche gewaschen hatte; dann seufzte sie jedoch leise auf. »…aber ein paar Tausender nur fürs Nachgucken…, oh je, das tut weh.«

»Sieh es positiv, Vicky. Was sein muss, muss halt sein. Stell dir vor, ihr startet im Herbst tatsächlich die große Atlantiküberquerung Richtung Karibik… und irgendwo auf hoher See, tausende Meilen von jedem sicheren Hafen entfernt, versagt plötzlich das Ruder wegen irgendeines versteckten Haarrisses durch die Orca-Attacke. Das wäre der absolute Albtraum, den würde ich auf keinen Fall riskieren wollen und du sicherlich auch nicht, oder?!«

»Hast ja recht, Steve«, sagte sie einsichtig, schlüpfte kurzerhand auf meinen Schoß und gab mir einen dicken Kuss. »Aber was die laufenden Unterhaltskosten so eines Bootes betrifft, wenn man dauerhaft darauf lebt und im Ausland unterwegs ist, das hatte ich in meiner anfänglichen Euphorie wohl doch etwas unterschätzt.«

»Mach dir nichts daraus, diesen typischen Fehler machen am Anfang sehr viele«, erklärte ich ihr ruhig und strich ihr über den Rücken. »Der Kauf einer Yacht ist immer nur der erste große Kostenblock; an das, was danach kommt, darüber denken die Leute meist nicht ausreichend nach. Um ein dauerhaft genutztes Boot oder Schiff wirklich seetüchtig und fit zu halten, veranschlagt man im Jahr gewöhnlich solide 8 bis 10 % der ursprünglichen Kaufpreis-Höhe als reine Erhaltungskosten. Mit viel fleißiger Eigenarbeit oder etwas mehr Wartungsvernachlässigung kann man diese laufenden Kosten zwar temporär massiv nach unten drücken. Aber wie man es auch dreht und wendet, jedes Boot frisst fortlaufend Geld, selbst wenn man es ungenutzt in einem Hafen vergammeln lässt, denn die Liegegebühren sind auch nicht gerade billig.«

»Das wusste ich theoretisch eigentlich alles, aber in der Realität habe ich es doch unterschätzt«, seufzte sie noch einmal, diesmal aber wieder mit einem tapferen Lächeln auf den Lippen.

Ich erzählte ihr beim Aufräumen noch ein bisschen von erfolgreichen, erfahrenen Geschäftsleuten mit hohen, regelmäßigen Einkommen, die trotzdem massiv unterschätzten, was eine größere Yacht an laufenden Kosten verursacht. Oder von idealistischen Leuten mit knapperen Finanzen, die ihren Traum von der Weltumseglung unbedingt wahrmachen wollten und das meiste verfügbare Geld in eine möglichst gute Yacht steckten, weil sie vor allem starr an den reinen Kaufpreis dachten.

Dann stellen diese Leute auf einmal unterwegs fest, dass sie zu wenig Mittel zur Verfügung haben, um ihr Traumboot auch jahrelang seetüchtig in Betrieb zu halten, und müssen manchmal sogar ihre geliebte Yacht per Notverkauf weit unter Wert im Ausland abstoßen. Danach sind sie finanziell deutlich ärmer, aber um eine harte Erfahrung reicher. All das passiert in der Szene ständig.

Beispielsweise gerade in der Karibik gibt es jedes Jahr massenweise günstige Yachten von Leuten, die optimistisch aus Europa kommend »rüber« segelten und dann ernüchtert feststellten, dass echtes Sailing-Saltlife doch deutlich teurer, härter und unbequemer ist, als sie es sich in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hatten. Dann fliegen sie lieber ganz schnell wieder »heim zu Mami«, wie man so schön sagt, und wollen ihre tollen Yachten möglichst schnell zu guten Preisen abstoßen.

Doch Yachten verkaufen sich gewöhnlich nicht mal eben so einfach wie Autosl. Es gibt wirklich gute, großartig ausgerüstete Boote, die ein bis zwei Jahre in den Marinas wie Sauerbier angeboten werden, ohne einen Käufer zu finden, und deren Verkaufspreis dabei stetig massiv in den Keller sinkt. Währenddessen verursachen sie für die festsitzenden Eigner natürlich weiter laufende Liege- und Versicherungskosten, welche dann irgendwann schon froh sind, wenn sie schließlich viel weniger dafür bekommen, als sie selbst jemals hineingesteckt haben. Kluge, erfahrene Schnäppchenjäger suchen sich im Web gern genau solche Yachten von solchen verzweifelten Eignern heraus.

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Yacht-Life, das Bootfahren sowie die See- und Schifffahrt generell sind einfach nichts für Träumer oder zu unerfahrene Leute, die gar nicht genau wissen, worauf sie sich mit all dem nicht nur finanziell, sondern oft auch rechtlich eingelassen haben. Die allermeisten teuren Yachten liegen sowieso zu horrenden Kosten permanent als reine Angeber-Objekte in den Marinas herum, altern und gammeln langsam vor sich hin und werden nach der euphorischen Anfangszeit der Besitzer kaum noch wirklich für das genutzt, wofür sie von den Werften eigentlich mal gebaut wurden.

 

Zum vereinbarten Zeitpunkt besuchten wir am späten Vormittag mit dem kleinen Außenborder-Tender das Gelände des Estaleiro - Boatyard Marina de Portimão, wo geschäftiges Treiben herrschte. Es dauerte einige Zeit im Hafenbüro, bis eine der Mitarbeiterinnen den momentanen Aufenthaltsort unseres Ansprechpartners, dem geschätzten »Meister Joao«, herausfand.

Dann meinte sie lächelnd, wir sollten am besten einfach direkt zu Fuß dorthin laufen, wo er gerade mit ein paar Kollegen Vesperpause machte und etwas aß, um direkt mit ihm zu reden. Sie erklärte uns den Weg in die Südostecke des großen Werftgeländes, wo sich eine Fischkooperative, eine Frischfisch-Handlung und ein erstaunlich gutes Restaurant befinden.

Wir fanden diese urige Personalkantine recht schnell und wurden von den Männern auch sofort freundlich eingeladen, am Tisch Platz zu nehmen, wo Joao mit fünf oder sechs Kollegen gerade deftig gegessen hatte, noch etwas Kühles trank und plauderte. Bei solchen gestandenen Werftarbeitern kommt es immer ganz entscheidend darauf an, dass man sich keinesfalls wie ein arrogant-überheblicher Yachtbesitzer gegenüber den Angestellten benimmt – dann sind sie meist gern und sofort hilfsbereit. 

 

Zudem mögen die meisten Werftarbeiter Fahrtensegler auf kleineren Yachten, weil viele von ihnen selbst insgeheim davon träumen, mal so ein freies Leben auf dem Wasser zu führen. Und nicht zuletzt schadet es natürlich auch überhaupt nicht, eine sehr hübsche, nett-charmante und sexy gekleidete Frau wie Vicky dabei zu haben, die mit einem einzigen reizenden Lächeln manchmal mehr erreichen kann als ich stämmiger Mann mit stundenlangen, harten Verhandlungen. zwinker

Joao ist ein wuchtiger, wettergebräunter und eindeutig kompetent-ernsthafter Mann mit einem herrlich trockenen Humor. Es dauert immer ein kleines bisschen, bis er bei Fremden auftaut und dich als Segler akzeptiert, aber dann ist er ungemein freundlich bemüht zu helfen und die Anliegen der Leute schnell zu erfüllen. Er und ein Kollege recherchierten auf ihren Smartphones gleich mal direkt im internen Kalender die anstehenden Lift-Termine des kleineren 50 to. Travellifts und hatten großes Verständnis für unsere Sorge. Natürlich haben sie hier an der Algarveküste auch schon jede Menge Erfahrung mit diesen seltsamen Orca-Attacken auf die Ruder von Segelbooten gesammelt, denn die kommen in dieser Region ja leider immer wieder vor.

Vicky erklärte ihm mit ihrem strahlend-sympathischsten Lächeln, dass sie die nächste gründliche Reinigung und den Neuanstrich des Unterwasserschiffs eigentlich erst für das nächste Jahr geplant hatte. Doch wenn sie es in der Werft terminlich so hinbekommen könnten, dass sie bei dieser Gelegenheit des ohnehin teuren Vorgangs, das Boot aus dem Wasser zu holen, gleich alles miterledigen und in wenigen Tagen durchziehen würden, dann wollte sie das gern sofort beauftragen.

Natürlich hatte sie mich deshalb vorher schon um Rat und Zustimmung gefragt, denn das bedeutet ja deutlich höhere Sofortkosten, welche sie momentan nicht aus ihrer eigenen Tasche bezahlen könnte. Ein fach- und sachgerechter Neuanstrich des Unterwasserrumpfes nach vorheriger gründlicher Hochdruckstrahl-Reinigung ist schließlich keine Kleinigkeit und erst recht nicht billig, wenn es gut, haltbar und richtig gemacht werden soll.

Zwei der Kollegen von Joao mussten dann auch schon wieder aufbrechen zum nächsten Arbeitseinsatz an einem großen Katamaran, aber drei der Männer blieben offensichtlich vor allem deshalb noch gerne ein bisschen länger am Tisch sitzen, um so charmant mit einer sexy Frau wie Vicky plaudern zu können, die locker-nahbar und selbstbewusst mit ihnen scherzte und lachte.

Sie trug das gleiche weiße Outfit, wie ich es kürzlich erst beschrieben hatte: Ein hautenges Tanktop ohne BH, unter dem sich ihre wohlgeformten Brüste und die Brustwarzen deutlich und reizvoll abzeichneten, sowie die lässige Dreiviertel-Cargo-Hose. Von Frauen dieser unkomplizierten, aufregenden Wesensart können die allermeisten Männer im Alltag nur träumen, während sie abends an ihre eher unattraktiven, nörgelnden Ehefrauen daheim denken müssen. Vicky machte das jedenfalls sehr geschickt und selbstverständlich keineswegs wie eine primitiv-provokante Anmache, um die Männer plump zu manipulieren und dazu zu bringen, zu tun was sie will, sondern einfach wunderbar locker-nett, authentisch und eben »very charming«. schmunzel

Schließlich vereinbarten wir, dass sich Joao heute Spätnachmittag oder spätestens morgen Vormittag telefonisch bei uns meldet, um mitzuteilen, ob es noch in dieser Woche klappt, ihre Nauticat aus dem Wasser zu heben. Dazu musste er sich erst noch mit der internen Abteilung oder der Subunternehmer-Firma absprechen, welche für die eigentliche Unterwasserschiff-Reinigung und den Neuanstrich zuständig ist. Die fachgerechte, genaue Prüfung der Ruderanlage und des Skegs wird er dann höchstpersönlich oder einer seiner besten Gesellen vornehmen.

Gibt es keine versteckten Schäden – wonach es ja nach Demos erster Prüfung glücklicherweise aussieht – und bleibt das portugiesische Wetter weiterhin so schön trocken und sonnig, könnten die gesamten Arbeiten an Land in zwei bis maximal fünf Tagen komplett erledigt sein. Er gab uns auch gleich einen ungefähren, ehrlichen Kostenvoranschlag mit auf den Weg, der ziemlich genau dem entsprach, was ich im Vorfeld ohnehin grob erwartet hatte. Einen festen Auftrag oder den Werftvertrag können wir offiziell unterschreiben, sobald final geklärt ist, wann der Lifttermin frei ist. Sollte es wider Erwarten doch einen versteckten, fiesen Schaden geben, wie z. B. Haarrisse in der Rumpfaufhängung von Ruderstock- und Skeg oder Ähnliches, die sich nur mit Ultraschall und speziellen Prüfverfahren finden lassen, würde es natürlich deutlich teurer werden und erheblich länger dauern.

»Hoffentlich geht alles gut und sie finden beim Liften keinen tieferen Strukturschaden im Laminat!« Seufzte Vicky besorgt, nachdem wir uns freundlich von den Männern verabschiedet hatten und langsam zum Tender zurückgingen. »Sonst muss ich noch viel länger deinem großzügigen Vorschuss abbezahlen, Steve.«

»Ach, Kopf hoch, Vicky, hoffentlich ist alles okay! Aber wenn doch was sein sollte, dann ist es halt absolut notwendig und verdammt wichtig für die Sicherheit eurer weiteren Seereisen mit der Yacht. Und du weißt genau, du kannst dir beim Abstottern des Geldes alle Zeit der Welt lassen, ich dränge dich nicht.« Ich nahm sie kurz zärtlich seitlich in den Arm und drückte sie aufmunternd an meine breite Brust.

»Das stimmt natürlich…, ach, du bist einfach ein toller, wunderbarer Freund, danke für alles!« Dafür bekam ich auf dem Steg einen lieben, aber auch unmissverständlich erotischen Kuss auf die Lippen gedrückt.

Inzwischen wusste ich aus unseren langen Gesprächen unter Deck, dass Vicky ungefähr 70 bis 80 % des gesamten Kaufpreises und der laufenden Unterhaltskosten ihrer hübschen, kleinen Yacht allein begleicht. Demo konnte am Anfang zwar noch gut mit seinen Ersparnissen aushelfen und steuerte neben viel harter Eigenarbeit auch einiges von seinem damaligen Einkommen bei.

Aber seit sie im Frühsommer gemeinsam vom Baltikum losgesegelt sind, kann er natürlich nur noch sporadisch mit eher kleineren Nebenjobs in den Häfen und Marinas für andere Schiffsbesitzer finanziell etwas beisteuern. Vicky verdient dagegen mit ihren kreativen Kunstprojekten als Malerin und Zeichnerin, sowie durch gelegentliche professionelle Fotoshootings oder als Aktmodel für Foto- und sonstige Künstler zwischendurch das meiste Geld.

Die beiden sind wirklich gute Freunde und waren in der Vergangenheit gelegentlich auch in einer locker-offenen und freien Beziehung miteinander intim; im Grunde leben sie ähnlich polyamourös ohne Eifersucht und einengende Besitzansprüche, genau wie ich. Das ganze Projekt war zudem Vickys ureigene Idee gewesen, und sie erhielten die Nauticat damals glücklicherweise sehr günstig in Ratenzahlung von einem ihrer entfernten Onkels väterlicherseits. Deshalb stört sie die Konstellation überhaupt nicht, und in den offiziellen Schiffspapieren ist sie folgerichtig zu 75 % und Demo zu 25 % als rechtmäßiger Schiffseigner eingetragen.

Das Ganze ist übrigens ein sehr diffiziles, hochkomplexes Thema, wenn man vorhat, international weltweit eine eigene Yacht zu betreiben. Wo und unter welcher Flagge registriert man das Schiff am besten, welche steuerlichen und zollrechtlichen Auswirkungen hat das im Detail, was bedeutet es für Europäer, wenn man mit einem Boot den EU-Raum für längere Zeit verlässt (Stichwort: Drei-Jahres-Regel für die Rückwarenregelung der Mehrwertsteuer), und was passiert, wenn die gekaufte Yacht unter einer Nicht-EU-Flagge registriert ist, der Vorbesitzer aus ganz anderen Ländern stammt, und so weiter.

Es würde an dieser Stelle viel zu weit führen, das alles hier im Blog haarklein aufzuschlüsseln und zu erklären. Aber allen meinen Lesern, die Ähnliches planen, kann ich nur dringend raten, sich rechtzeitig fachkundigen Rat einzuholen, bevor man im ersten großen Überschwang des »mit der eigenen Yacht die Welt segeln«-Traumes Fehler macht, die nachträglich extrem teuer werden und jede Menge bitteren Stress mit den internationalen Behörden verursachen können!

 

Vor Mittag trafen wir uns dann mit Britt und Demo, die gut gelaunt von ihrem Party-Wochenende mit den neuen Freunden zurückkamen. Und ja, WOW, diese blond gefärbte, nordische Model-Schönheit Britt war in der Realität tatsächlich genauso beeindruckend und augenfällig, wie Vicky es mir am Flughafen bereits vorschwärmt hatte. Sie trug ein sehr hübsches, bunt bedrucktes, sexy, aber dennoch geschmackvolles Sommerkleid und sah darin mit ihren fraulich-jungen Formen ziemlich umwerfend aus. Nett, locker, skandinavisch selbstbewusst und clever ist sie eindeutig auch, zudem wirkte sie auf Anhieb sympathisch und keineswegs so oberflächlich oder zickig, wie man es bei noch recht jungen Schönheiten im Model-Business leider häufiger antrifft.

Bei inzwischen um die 30 °C, also richtig sommerlicher, drückender Hitze im Landesinneren, lud ich die ganze Truppe kurzerhand in das japanisch-asiatische Restaurant Lagoya, Av. Afonso Henriques, 8500-802 Portimão, ein. Von außen wirkt der Laden eher unscheinbar, drinnen ist es etwas altmodisch, aber dafür gemütlich eingerichtet. Auf Google werden sie von den Gästen mit meist ausreichend guten 4,1 Sternen bewertet.

Unsere eigenen Erfahrungen mit den servierten Speisen waren aber ehrlich gesagt deutlich besser, ich würde ihnen auf Anhieb eine 4,3 oder 4,4 geben – und ich genoss bekanntlich erst letztes Jahr ausführlich in Japan die echten Original-Speisen vor Ort, habe also einen guten Vergleich. Das Service-Personal wirkte zwar phasenweise etwas zerstreut und langsam, war aber durchweg recht freundlich; das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dafür voll in Ordnung. Bereits für 15 bis 20,- Euro kann man hier wirklich lecker satt werden. Wir schlemmten ausgiebig und zahlten am Ende insgesamt rund 28,- € pro Person, was ich hinsichtlich der hohen Qualität und der reichlichen Menge absolut angemessen nennen würde. Geöffnet haben sie täglich von 11 bis 15 Uhr und abends wieder von 18 bis 23 Uhr

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Vicky und ich informierten Britt und Demo während des Essens ausführlich über unsere heutige Besprechung auf der Werft und dass die Nauticat hoffentlich bald aus dem Wasser gehoben werden kann. Das erfordert dann natürlich zwingend, dass wir für diese Tage – ich rechnete im Kopf zur Sicherheit mit mindestens einer Woche reiner Arbeitszeit, in der man wegen der Arbeiten nicht an Bord wohnen kann – irgendwo anders an Land adäquat wohnen und leben müssen.

Darüber diskutierten wir beim Speisen ausführlich und wägten alle Optionen ab: Ein Hotel wäre für die Zeit unnötig teuer, und eine gemütliche Ferienwohnung oder ein nicht zu großer Ferien-Bungalow/Haus dürfte in dem bereits voll begonnenen Feriensaison-Trubel so kurzfristig kaum noch irgendwo aufzutreiben sein.Britt hatte jedoch gleich einen genialen Vorschlag parat.

»Ich weiß vielleicht was«, sprudelte es direkt aus ihr heraus. »Auf der Party versuchte mich so ein Typ – Kategorie ›verwöhntes, reiches, gutaussehendes Söhnchen‹ – damit zu beeindrucken, dass seinem wohlhabenden Vater hier an der Küste etliche Ferienunterkünfte der gehobenen Kategorie gehören. Das war natürlich die ganz plumpe Masche, um mich irgendwie ins Bett zu kriegen, haha. Ich wollte zwar nichts von ihm wissen, aber irgendwo habe ich mir seine Telefonnummer notiert…« Schon kramte sie fleißig in ihrer Handtasche, in der das sprichwörtliche, typische Frauen-Chaos herrschte, und beförderte nach einigem Suchen und Wühlen tatsächlich einen kleinen Zettel zutage. »Was meint ihr? Soll ich den Schönling gleich mal anrufen und ihm ein kleines bisschen Hoffnung machen? Wenn es noch freie Unterkünfte gibt, legt er sich für uns bestimmt mächtig ins Zeug, um was Gutes rauszusuchen!«

»Klar, mach das, haha! Aber sei bloß vorsichtig, nicht dass er sich am Ende zu viele Hoffnungen macht und glaubt, deine Anfrage wäre gleichbedeutend mit einer Einladung in dein Bett«, lachte Vicky amüsiert auf. Die beiden selbstsicheren Frauen – insbesondere die klassisch blonde Skandinavierin Britt mit ihrer umwerfenden Ausstrahlung – wissen natürlich aus jahrelanger Erfahrung ganz genau, wie solche südländischen Möchtegern-Machos zu handhaben sind, damit die am Ende gar nicht merken, wie leicht sie sich manipulieren lassen. schmunzel

»Ja, übertreib es lieber nicht zu sehr, Britt!« klinkte ich mich mit einem etwas ernsteren Grinsen in das Gespräch ein. »Gerade solche Typen können nämlich auch verdammt unangenehm aufdringlich oder gar heißblütig wütend werden, wenn sie im Nachhinein merken, dass man sie nur verarscht hat, und das nicht funktioniert, was sie sich von einer bildhübschen Frau wie dir erhofft hatten.«

»Keine Sorge, Steve, ich bin doch nicht doof, haha!« lachte Britt selbstbewusst ab, tippte die Nummer ein und rief den Typen ohne großes Zögern an.

Viele dieser enorm selbstbewussten, von klein auf vollkommen gleichberechtigt erzogenen Skandinavierinnen – und erst recht die wirklich attraktiven Model-Typen wie Britt – haben schon seit ihrer frühen Jugend reichlich Erfahrungen mit den Flirtversuchen heißblütiger Männer gesammelt. Ich hatte das ja erst um die Weihnachtszeit bei unserem gemeinsamen Schneeurlaub im hohen Norden ausführlich erzählt: So mancher Möchtegern-Macho ist schon regelrecht entsetzt geflüchtet, wenn plötzlich eine emanzipierte Nordländerin selbstbewusst die Führung übernahm – und eben nicht umgekehrt, wie die Kerle es gewohnt sind. In ihrer Welt ist es ganz normal, dass die Frauen die aktive Rolle übernehmen und ganz ungeniert den Typen anmachen, mit dem sie die Nacht verbringen wollen. Oder eben ohne Angst deutlich zu verstehen geben, was sie nicht wollen.

Der Typ ging auch fast sofort an sein Handy und Britt umgarnte ihn am Telefon sehr gekonnt und mit charmanten Worten. Er versprach sofort, die Anfrage direkt mit seinem Vater abzuklären und sich morgen zu einem Treffen zu melden, sofern es noch einen freien Bungalow oder ein Ferienhaus an der Küste gäbe.

Natürlich wollte er Britt auf jeden Fall unbedingt wiedersehen, sich mit ihr treffen und sie exklusiv zum Abendessen ausführen, um sie danach in sein Bett zu ziehen; jedenfalls hoffte er inständig darauf. Sie drehte das Gespräch am Telefon aber geschickt so, dass es eben von vornherein um eine Unterkunft für ihre Clique, bestehend aus Vicky, Demo (den er ja von der Party her auch schon flüchtig kennt), und mir geht; ausdrücklich also nicht um ein romantisches Liebesnest für Britt und ihn allein. Das akzeptierte er zähneknirschend, jedoch fraglos mit der festen Absicht, sie dann vor Ort doch noch irgendwie rumzubekommen. lach

 

Am Nachmittag machten wir vier noch einen schönen Ausflug zum Forte de São João do Arade drüben in Ferragudo. Das alte, teilweise verfallene Burgschloss thront richtig dramatisch auf einem steilen Felsen direkt an der Flussmündung des Arade und bietet einen absolut grandiosen Blick hinüber nach Portimão und auf die beiden schönen Sandstrände Praia da Angrinha und Praia Grande.

Leider befindet sich die Anlage in Privatbesitz und kann von Touristen nicht betreten werden, aber schon von unten vom Strand aus sieht das alte Gemäuer verdammt beeindruckend aus – wie ein vergessener, steinerner Wächter der rauen Atlantikküste. Wir kletterten ausgiebig in den Felsen herum, um ein paar Kalorien zu verbrennen, schossen Fotos in der goldenen Nachmittagssonne und genossen einfach die historische, geschichtsträchtige Atmosphäre.

Auch dabei waren besonders die beiden Frauen wieder herrlich selbstbewusst, frech und kletterten mutig in Bereiche herum, wo man eigentlich gar nicht hin darf. Demo und ich beobachteten das Treiben von unten grinsend. Als ich sie schließlich lautstark etwas zur Vorsicht mahnte, kamen prompt die typischen Sprüche als schlagfertige Antwort zurück:

»Ach was, wieso denn? Stecken sie uns sonst hier etwa gleich in den alten Folterkerker, haha?« Oder von der anderen Seite: »Sei nicht so ein unverbesserlicher Egoist, Steve, und gönn den Burgbesitzern doch zwei so reizende Frauen wie uns zum Einfangen!« Und ähnlich schlagfertige Konter mit richtig gutem Wortwitz, über die Demo und ich natürlich auch herzlich lachen mussten. Auweia – Britt und Vicky zusammen können uns arme Männer wirklich gekonnt reizen und um den Verstand bringen. Dabei übertreiben sie es aber zum Glück nie so sehr, dass es irgendwie nervig, peinlich oder zu leichtsinnig wird.

Besonders entzückend war für mich der Moment, als Britt in ihrem für so eine raue Kletterei eigentlich viel zu schönen, leichten Sommerkleid direkt über mir in den Felsen hing und ein kräftiger Windstoß vom Atlantik mir höchst willkommene, tiefe Einblicke auf ihre fantastischen, langen Beine und einen verdammt knappen Tanga-Slip gewährte. Hoho, danke Aeolus – oder wie auch immer die portugiesische Windgottheit heißen mag, das war perfektes Timing! WOW. Sie ist tatsächlich ein makelloses Musterbeispiel nordisch-blonder Schönheit: Mit einem perfekt geformten Körper und einem bildschönen Gesicht, bei dem Männer unvermeidlich ins Träumen geraten müssen.

 

Nach ihrem fraglos anstrengenden, durchfeierten Party-Wochenende – man weiß ja schließlich, wie intensiv junge Leute sich bei so was austoben können – verlangte es Britt und Demo am Abend eher nach Ruhe, Entspannung und frühem Schlafengehen. Wir machten es uns also auf der im Fluss sicher ankernden Yacht gemütlich, genossen zusammen noch einen kleinen, aber sehr leckeren Imbiss im Cockpit und unternahmen sonst nichts Weiteres mehr an Land. Vicky und ich arbeiteten noch eine Weile an unseren Laptops, als sich die beiden erschöpft in ihre Bugkabine verabschiedeten. Aber wie nicht anders zu erwarten, hatten sie dort zunächst doch noch etwas ganz anderes als erholsamen Schlaf im Sinn, hoho.

Bald waren durch die dünnen Holzschotten unüberhörbar die typischen, rhythmischen Geräusche eines Paares in voller Liebes-Aktion zu hören, worüber wir beide schmunzeln mussten, uns aber ansonsten nicht weiter bei der Arbeit ablenken ließen. Als sie sich danach und vor dem eigentlichen Schlafen noch im vorderen Steuerbord-Bad abduschten, durfte ich im Gang zumindest kurz auch eine vollkommen selbstbewusst-ungeniert nackte Britt tropfnass bewundern. Natürlich, wie könnte es bei ihrem Charakter auch anders sein, quittierte sie meinen Blick lachend mit einer extra frechen, leicht provokanten Anmerkung:

»Dein Captain blinzelt ja gar nicht, Vicky! Ich glaub, haha, dem gefällt verdammt gut, was er da sieht!«

»Warte nur ab, bis du ihn erst näher kennengelernt hast, haha!« lachte auch Vicky sofort als treue weibliche Komplizin mit ihr. »NICHTS auf dieser Welt gefällt dem Schuft mehr als schöne, nackte Frauen!«

 

Ich grinste nur genüsslich schweigend vor mich hin, während die Frauen miteinander prustend über uns Männer lachten. Bevor Vicky und ich dann schließlich in der Heckkabine schlafen gingen, machten wir natürlich auch noch ein schönes, langes Liebesspiel. Wenn Britt und Demo bis dahin nicht schon tief im Reich der Träume versunken waren, amüsierten sie sich fraglos genauso über die dazugehörigen Geräusche von unserer Seite.

An Bord so einer relativ kleinen Segelyacht gibt es nun mal bauartbedingt kaum Privatsphäre; man bekommt unvermeidlich fast alles mit, was die anderen an Bord gerade treiben. Insbesondere dann, wenn niemand schüchtern oder ein verklemmter Moralapostel ist und sich keiner der Beteiligten großartig für seinen Körper schämt.

Tja, und das war dann ein weiterer spannender, schöner und ereignisreicher Tag an der Algarve. Ebenfalls noch mal geschwind frisch geduscht, krochen Vicky und ich wieder in das gemütliche Queen-Size-Doppelbett im Heck, kuschelten uns nackig eng aneinander, und das sanft schaukelnde Boot im Strom des Flusses wiegte uns schnell in einen tiefen, zufriedenen Schlaf.

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