Vlissingen, Wochenende mit Überraschungen

 

#26.08.23 – Niederlande, Vlissingen, Wochenende mit Überraschungen

»Uff, geschafft, was für ein unendlicher Haufen Zeug!«, schnaufte Deli nach dem anstrengenden An-Bord-Schaffen und millimetergenauen Verstauen von einem riesigen Berg frischer Boots-Ausstattung.

»Yup, es ist wirklich immer wieder erstaunlich und faszinierend, was für schier unglaubliche Mengen man allein zum bloßen Seeklarmachen eines Schiffes…, au, verflucht!« Stieß ich mir den Hinterkopf kräftig an der massiven Holzverkleidung über der Steuermann-Seekoje im schmalen Durchgang zwischen Saloon und Achterkajüte. Zum Glück ist die Hans Christian 48 nach klassischen nautischen Designs gebaut, sodass alle Ecken und Kanten weich abgerundet in erstklassiger, traditioneller Holzverarbeitung ausgeführt sind – nicht wie heutzutage leider meist üblich aus billigen Pressplatten mit scharfen Kanten.

»Autsch, das muss aber ordentlich wehgetan haben, haha«, lachte sie in ihrer typischen, charmanten Schadenfreude, kam aber gleich ganz lieb herbei und streichelte mir mütterlich tröstend über die schmerzende Stelle am Kopf, wobei sich ihr himmlisch weicher Busen sanft und äußerst ablenkend an meinen Oberarm drückte.

»Hat es allerdings…, aber wenn du dich so zärtlich anschmiegst und mich streichelst, vergisst Mann den Schmerz natürlich sofort wieder, hoho«, schmunzelte ich mal wieder amüsiert über ihre Art als Mensch und Frau.

»Ach, tatsächlich?«, blitzten ihre wunderschönen Augen flirtend-frech auf. Diese intime Situation in der gemütlichen Enge unter Deck hätte nun vermutlich erstmals zu einer wirklich romantischen Interaktion zwischen uns geführt, doch wir wurden im entscheidenden Moment abrupt abgelenkt.

 

»Ahoi, Erlaubnis an Bord zu kommen?«, erklang von oben durch den offenen Niedergang eine kräftige männliche Stimme.

»Achtung, ich komme einfach direkt runter, haha…«, ergänzte eine klangvolle, fröhliche weibliche Stimme.

Kaum wollte ich die Stufen des Niedergangs hochsteigen, da stürzte auch schon eine bezaubernd lächelnde, bildhübsche und gertenschlanke Blonde herunter und fiel mir mit einem ausgelassenen »Steveeee…!« schwungvoll um den Hals, dicht gefolgt von einem ebenfalls attraktiven, blonden Mann Mitte zwanzig.

»Hoppla, langsam Kasha, ich bekomme ja gar keine Luft mehr!«, lächelte ich entzückt und wegen der unerwartet frühen Ankunft der beiden etwas überrascht.

Es handelte sich um meinen jungen Verwandten Sascha mit seiner neuen Freundin Katja – Kosename Kasha –, einem ukrainischen Model mit einem schier umwerfenden Lächeln, weshalb sie von allen meist liebevoll »Smiling-Kasha« genannt wird. Eigentlich sollten die beiden erst in knapp vier Stunden eintreffen, weshalb ich eingeplant hatte, sie entspannt am Bahnhof abzuholen. Offenbar hatten sie spontan einen früheren Zug genommen, ohne mich vorher zu verständigen. Beide werden nun als Verstärkung für zumindest einige Wochen als Mitsegler an Bord einsteigen.

 

»Hoi, ich bin Deli, herzlich willkommen an Bord!«, strahlte Deli und ich machte alle munter miteinander bekannt.

Wir hatten zwar mittlerweile schon enorm viel Ausrüstung an Bord geschafft, aber die Segelyacht ist aktuell noch nicht ausreichend mit Lebensmitteln, Getränken und Haushaltsbedarf ausgestattet, um wirklich darauf zu leben. Deshalb hatten wir mit Mevrouw Margriet vereinbart, dass Sascha und Kasha zunächst ebenfalls in der geräumigen Stadthaus-Villa der alten Dame unterkommen können.

Wir deaktivierten also gleich nach der von viel Lachen und Scherzen begleiteten Begrüßungsrunde die Bordelektrik, verriegelten den Niedergang sicher und marschierten mit den beiden und ihrem Gepäck vom Liegeplatz des Bootes zum in zehn Minuten bequem erreichbaren Haus. Wie schon Deli zuvor begrüßte auch die alte Dame die beiden jungen Menschen überaus herzlich und wusste als aufmerksame Gastgeberin, dass diese sich nach der Reise erst einmal einrichten und frischmachen wollten.

 

Deli musste allerdings direkt weiter, da sie einen wichtigen Modeljob in Amsterdam auf dem Programm hatte. Daher begleitete ich sie mit ihrem überschaubaren Gepäck zum nahegelegenen Bahnhofsvorplatz. Sie fuhr jedoch nicht mit dem Zug, sondern nutzte eine organisierte Fahrgemeinschaft mit sechs anderen Leuten in einem geräumigen Kleinbus oder großen SUV, der dort neben Deli noch einen weiteren Mitfahrer einsammelte. Damit reist sie für gerade einmal 20,- Euro in kaum drei Stunden äußerst bequem bis nach Amsterdam.

»Also dann bis Montagabend oder Dienstagvormittag…, und lieben Dank für deine Gentlemen-Begleitung!«, zwinkerte die Schöne, bedachte mich mit einem liebevollen Abschiedsküsschen auf die Wange und begrüßte schon wieder munter lachend die übrigen Mitfahrer.

»Ja, bis bald, passe auf dich auf!«, rief ich ihr noch hinterher und zündete mir entspannt eine Kippe an, während die gesamte Fahrgemeinschaft in den Wagen kletterte, die Türen schloss und zügig davonbrauste. Weg war sie.

Genüsslich paffend spazierte ich gemütlich um das Hafenbecken zur Coöperatie Westvoorn Vlissingen, einem örtlichen Fachgeschäft für maritimen Segel- und Wassersportbedarf. Dort hatte Deli vorhin noch ein Set aus acht Marine Business Waterproof Kissen aus Polypropylen in elegantem Beige geordert. 

 

Das ist im modernen maritimen Bereich neben Acryl wie Sunbrella eine der besten Kunstfasern für den rauen Außenbereich. Das Material nimmt physikalisch praktisch überhaupt keine Feuchtigkeit auf: Die Faser selbst absorbiert quasi 0 % Wasser. Wenn also eine Welle ins Cockpit schwappt oder nachts der Tau auf den Polstern liegt, perlt das Wasser einfach sauber ab. Schimmel oder fiese Stockflecken haben auf dieser spezialisierten Kunstfaser keine Überlebenschance.

Gut verarbeitetes Polypropylen ist extrem unempfindlich und sogar bleichbar: Auf Langfahrt geht naturgemäß immer mal etwas daneben – sei es schwarzer Kaffee, roter Wein oder dunkles Motorenöl vom letzten Service. Das Geniale an diesen feinen PP-Fasern von Marine Business ist ihre enorme chemische Beständigkeit: Du kannst hartnäckigen Flecken im Notfall sogar mit aggressiven Bleichmitteln wie Chlor zu Leibe rücken, ohne dass die beige Farbe auch nur ansatzweise ausbleicht.

Viele denken bei »Kunststoff« sofort an billige, schwitzige Plastikplanen. Das genaue Gegenteil ist hier jedoch der Fall: Polypropylen wird im High-End-Marinebereich zu einem sehr feinen, textilen Garn gesponnen. Es fasst sich an wie ein hochwertiger, weicher Webstoff und man schwitzt darauf im heißen Sommer bei Weitem nicht so stark wie auf den klassischen, klebrigen Vinyl- oder Kunstlederpolstern.

Reines, unbehandeltes Polypropylen hat von Natur aus eigentlich nur eine einzige Schwachstelle: Es reagiert ohne Schutz empfindlich auf intensive UV-Strahlung und wird nach einigen Jahren in den Tropen spröde. Aber Entwarnung: Spezialisierte Premium-Hersteller wie Marine Business setzen dem Material bereits bei der Herstellung hocheffektive UV-Inhibitoren zu.

Dadurch halten die Kissen der gleißenden Sonne jahrelang problemlos stand. Und »einige Jahre«, meist drei bis fünf, sind für Textilien auf Schiffen bereits als außergewöhnlich langlebig zu bezeichnen. Unzählige Segler tauschen solche Produkte sonst alle paar Monate aus, weil Standard-Kissen allzu oft billig aus minderwertigem Material verarbeitet wurden und nach einem halben Jahr auseinanderfallen oder furchtbar unansehnlich werden; es lohnt sich also definitiv, hier etwas mehr zu investieren.

Achtet übrigens mal auf die Ecken dieser Kissen-Serie: Die besitzen meist eine kleine, verstärkte Öse mit einer eingenähten maritimen Kordel. Damit kann man die Kissen auf den Cockpitbänken festbinden. Wenn es auf See mal ungemütlich stürmisch wird, fliegt euch so garantiert kein Polster über Bord.

Zwei Kingsize Comfort Seats dieser beliebten Serie zum gemütlichen Sitzen oder Liegen an Deck hatten wir ebenfalls geordert, aber die werden erst noch nachgeliefert. Diese Sitze sind hervorragend verarbeitet, langlebig, richtig bequem und so vielseitig verstellbar, dass man sie als aufgerichteten Sessel, halb liegend oder völlig flach auf dem Deck, im Cockpit oder am Strand platzieren kann. Das Cockpit der HC48T ist allerdings auch so mit Kissen schon gemütlich genug und zudem etwas zu kompakt für die riesigen Kingsize-Modelle. Aber beispielsweise zum entspannten Genießen des Sonnenuntergangs mit einem kühlen Drink auf dem Vorschiff, am Heck oder neben der schönen Schmetterlings-Saloon-Decksluke ist das schlicht ideal.

Und einige Stücke hochwertige, maritime Seemannskleidung der Traditionsmarke Roosenstein Wolke hatten wir ebenfalls noch geordert. Sie sind im textilen Bereich genau das, was die Hans Christian 48 auf dem Wasser verkörpert: Kompromisslose, klassische Spitzenqualität der alten Schule, gebaut für die Ewigkeit und das raue Leben auf See, vor allem in kühleren Regionen.

Anfang nächster Woche werden die Leute von der Coöperatie Westvoorn das ganze Zeug direkt ans Boot anliefern. Ich ging jetzt nur noch einmal kurz in den Laden, um abzuklären, ob sie auch einen schweren Edelstahl-Ankerring von Ultra-Marine auf Lager haben oder kurzfristig organisieren können. So ein massives Ding benutzt man, wenn man die Ankerkette in schwierigen Lagen zusätzlich an einer bestimmten Stelle beschweren will, um den Zugwinkel zu verbessern. Zudem wollte ich noch weitere fünf Liter Liqui Moly Marine Diesel Schutz mitnehmen, da unsere vorhandene Flasche bereits zur Hälfte geleert war. Wer das genauer wissen möchte, schaut am besten in die Bootsbeschreibung unter dem Punkt Tankkapazität; extrem wichtig zur Vorbeugung gegen die grassierende Dieselpest!

 

Anschließend lief ich zurück zum Haus der Witwe und fröstelte bei dicht bewölktem Himmel, 17 Grad und kühlem Wind um 4 bis 5 Windstärken ein wenig. Immerhin regnete es nicht und laut Vorhersage sollte es später noch viel Sonnenschein mit bis zu 20 Grad geben. Angekommen schaute ich gleich nach Kasha und Sascha – übrigens eine wirklich süße Kombination für ein junges, attraktives Paar, sofern sie denn tatsächlich ein festes Paar sind. Vermutlich handelt es sich eher um eine lockere, unkomplizierte Freundschaft, bei der man gelegentlich auch miteinander ins Bett geht, schätzte ich gedanklich ab.

Gerade bei meiner Ankunft brach die dunkle Wolkenschicht überraschend auf und erste, wärmende Sonnenstrahlen drangen durch. Wie sagt man an den Nordseeküsten schließlich so treffend: Gefällt dir das Wetter nicht? Warte einfach zehn Minuten, dann ist es völlig anders! Oben im Gästezimmer der beiden saß Sascha gerade auf der Toilette und Kasha genoss in einem warmen Bademantel auf dem Balkon die frische Luft.

»Wird es dir da draußen nicht ein wenig zu kühl, wenn du, wie ich messerscharf schlussfolgere, darunter fantasieanregend splitterfasernackig bist?«, grinste ich männlich.

»Was, kühl? Wo ist es denn bitte kühl, du Warmduscher, haha!«, lachte sie bloß, drehte sich zu mir um und startete eine typische, völlig ungenierte Frechdachs-Aktion, indem sie den Bademantel für einen kurzen Moment weit öffnete. »Richtig geschlussfolgert, natürlich habe ich darunter nichts an, hahaha!«

»Oha, ein wahrlich entzückender Anblick, da brauche ich nun wirklich keine Kopfkino-Fantasie mehr, hoho!«, gluckste ich sehr amüsiert.

Einen Slip hatte sie sich zwar bereits angezogen, aber ansonsten durfte ich für einen kurzen Augenblick bezaubernd schöne, gertenschlanke Weiblichkeit pur mit den Augen genießen. Kasha ist definitiv ein vollkommen unbekümmerter Frechdachs und weiß natürlich ganz genau, wie hübsch sie ist und wie reizvoll sie auf Männer wirkt.

Sie ist einfach genau der Typ Mensch und junge Frau, den man auf Anhieb unvermeidlich gernhaben muss. Und das gewiss nicht nur wegen solch ungeniert frecher Aktionen wie gerade eben, sondern weil sie zugleich ein supersympathischer Kumpeltyp zum Pferdestehlen ist. Wobei sich vermutlich praktisch jeder Kerl in ihrer Ausstrahlungsreichweite sehnlichst wünscht, sie zur Freundin zu haben und himmlisch intime Freuden mit ihr teilen zu dürfen. schmunzel

Etwas später gingen wir gemeinsam runter zur reizenden alten Dame und Hausherrin, übergaben ihr ein lieb gemeintes Gastgeschenk und wurden in gewohnter Manier beim Kaffeetrinken dazu genötigt, reichlich hausgemachtes Gebäck und Kuchen zu probieren. Wobei ich gar nicht genau weiß, ob Mevrouw Margriet tatsächlich selbst backt und kocht oder ob das nicht alles ihre fleißige Haushälterin erledigt. Aber das ist ja auch völlig egal, es war köstlich – besonders das feine Pistaziengebäck hatte es mir angetan, obwohl ich sonst nicht so für Süßkram zu haben bin.

Wie hätte es auch anders sein können: Kasha bezauberte mit ihrer unbekümmerten Art und ihrem supersüßen Lächeln auch die alte Dame im Handumdrehen, obwohl sie eher ein unkompliziert gestricktes Girl ist und nicht wirklich mit dem enormen Intellekt der blitzgescheiten, gebildeten 82-Jährigen mithalten kann. Sascha kam als attraktiver, höflicher junger Mann, der ein bisschen meiner Gentlemen-Art nacheifert, ebenfalls blendend an. Und natürlich freute sich Mevrouw Margriet riesig über das junge Leben im Haus; sie plaudert für ihr Leben gern, erzählte alte Geschichten aus vergangenen Tagen und wir hörten ihr durchaus gerne zu.

Wie das bei älteren Herrschaften halt oft so ist, die sich im Alltag manchmal ein bisschen einsam fühlen: Sie freuen sich im Grunde über jede einzelne Gelegenheit für ein nettes Schwätzchen und freundlichen, menschlichen Kontakt. Ich weiß so gut wie nichts über die eigentliche Familie oder Kinder der alten Dame, weil das ein Thema ist, über das sie offensichtlich nicht gerne spricht. Vermutlich – vorausgesetzt, sie hat überhaupt Nachkommen – gab es da früher einmal heftigen Familienzwist. Gerade bei vermögenden Familien gibt es gelegentlich ja undankbare Kinder, die im Grunde nur auf das Erbe warten. Egal, was auch immer vorgefallen sein mag: Wenn Mevrouw Margriet nicht darüber reden möchte, ist das ganz allein ihre persönliche Entscheidung.

Wir leisteten ihr jedenfalls bis über das Abendessen hinaus Gesellschaft, was sie eindeutig zutiefst erfreute. Gegen 21 Uhr ging die alte Dame dann schlafen und auch wir zogen uns bald zurück. Kasha und Sascha hatten in den letzten Tagen nur wenig Schlaf abbekommen, weshalb auch sie keinerlei Lust mehr auf Ausgehen oder Party hatten. Und ich komme ohnehin kaum hinterher, all die technischen Handbücher, Wartungslogs und sonstigen Bootspapiere der HC48T sorgfältig zu studieren, nebenbei alle notwendigen Anschaffungen zu organisieren sowie auf dem Boot und online meine üblichen Aufgaben zu erledigen.

Also kümmerte ich mich noch bis Mitternacht um diesen Papierkram und fiel dann frisch geduscht, bereits heftig gähnend, ebenfalls tief in die Federn und pennte augenblicklich ein.

Sightseeing

»Moin ihr Schlafmützen, raus aus den warmen Federn, Vlissingen wartet schließlich auf euch!«, zog ich Kasha und Sascha am nächsten Morgen schwungvoll die Decke weg und scheuchte sie gut gelaunt aus dem Bett, in dem die beiden noch halb schlummernd miteinander schmusten.

»So eine Gemeinheit, haha!«, lachte Kasha laut auf und warf treffsicher ein Kissen nach mir, während Sascha sich grinsend erst einmal ausgiebig räkelte und seinen Körper dann langsam hochwuchtete. Übrigens muss ich immer wieder schmunzeln, wenn ich die beiden in Gedanken oder laut ›Kasha & Sascha‹ nenne. Dieser kleine Reim klingt einfach goldig und passt schlichtweg perfekt zu einem so attraktiven Paar.

 

»Moin Alterchen… erst mal duschen!«, grinst auch Sascha frech und verschwand im Bad.

»Ahaha-hihi… Alterchen…«, prustete daraufhin Kasha los, schnappte sich rasch ein weiteres Kissen und haute es mir gemein in den Rücken.

»Na warte, du Biest!«, konterte ich mit dem ersten von mir abgefangenen Kissen in der Hand und schlug damit sanft nach dem bezaubernden Frechdachs mit vor Lebensfreude geradezu Funken sprühenden Augen. Dabei rutschte ich jedoch auf dem Bettvorleger aus, der nicht fest auf dem Parkettboden lag, und plumpste seitlich neben ihr ins Bett, worüber sie natürlich nur noch viel mehr lachen musste.

»Geschieht dir recht, hahaha! Die wohlverdiente Strafe für deine gemeine Weckaktion!« Schon stürzte sich der Nackedei in nur einem sehr knappen, weißen Tanga-Slip auf mich, und es entwickelte sich doch tatsächlich eine ausgelassene Kissenschlacht – als wären wir noch pubertierende Teenager. schmunzel

Natürlich hätte ich Bärenmann Kasha mit meinen weit überlegenen Kräften mühelos bändigen können, aber darum geht es bei so einem herrlichen Blödsinn ja nicht. Beide laut lachend kugelten wir verspielt kämpfend übers Bett und wären dabei beinahe herunter auf den Boden gerutscht. Herrje, es ist schlicht unmöglich, ihren begeistert funkensprühenden Blick und diese bezaubernde Ausstrahlung treffend zu beschreiben!

Nun stellt euch diese Situation mit einem derart hübschen, bezaubernden und fast ganz nackigen Frechdachs vor und welche Wirkung das zwangsläufig auf einen Mann haben muss! Noch dazu einen, der solche verspielte Girls-Frauen sehr mag und dabei kam es natürlich auch zu ziemlich intimen, erregend kribbelnden Berührungen, die ihre Augen noch mehr funkeln ließen.

Wieder mal kann ich nur schreiben: Ist es nicht arg verrückt, geradezu unglaublich, was ich so alles mit der holden Weiblichkeit erleben darf?! Und das jetzt schon seit vielen Jahren, in denen ich ja auch nicht jünger geworden bin; Verrückt… aber ich wäre ja total bescheuert, würde ich diese Freuden nicht mit allen Sinnen auskosten, solange es halt geht! zwinker

Da die beiden bisher noch überhaupt nichts und ich selbst ja auch noch nicht allzu viel von Vlissingen gesehen hatten, wollten wir am heutigen Tage mal ausgiebig Sightseeing machen und ich wollte mir endlich eine wohlverdiente Auszeit von all dem anstrengenden Bootskram nehmen. Also starteten wir mit einem munteren, fröhlichen Frühstück gemeinsam mit Mevrouw Margriet in deren schönem Haus und erfreuten uns schon beim ersten Kaffee an deutlich mehr Sonnenschein als Wolken draußen. Vorhergesagt waren angenehme 19 bis 20 Grad im Tagesverlauf bei mäßigem Wind aus Nordwest, und aktuell zeigte das Thermometer noch frische 15 Grad.

Zunächst schauten wir uns das Keizersbolwerk und die umgebenden Ruinen von Festungsanlagen an. Dieses eindrucksvolle Bauwerk direkt an der Westerschelde wurde 1548 im Auftrag von Maria von Ungarn, der Statthalterin von Kaiser Karl V., vom italienischen Festungsbaumeister Donato de Boni di Pellezuoli errichtet, um den strategisch wichtigen Hafen von Vlissingen wirksam zu schützen. Es dient zugleich als einziges noch erhaltenes historisches Seestadttor der Stadt. 


 

Im Jahr 1811 ließ kein Geringerer als Napoleon Bonaparte das Bastion massiv erweitern und mit 13 gewölbten, bombenfesten Kasematten versehen, die unter dicken Erdschichten verborgen lagen. Darin befand sich unter anderem eine militärische Garnisonsbäckerei, in der in ihren Hochzeiten täglich bis zu 4.800 Brote für die Truppen gebacken wurden. Später im Zweiten Weltkrieg integrierten die deutschen Besatzer die Anlage in den Atlantikwall und richteten sogar eine Torpedobatterie ein, die jedoch 1944 bei der Landung der Alliierten wieder zerstört wurde. Heute thront oben auf dem Bollwerk die berühmte Statue des niederländischen Seehelden Michiel de Ruyter und blickt erhaben auf das geschäftige Treiben im Revier.

Mittagessen nahmen wir dann in der beliebten, vorzüglichen Gastrobar Santé am hübschen Bellamypark ein, was im Grunde eigentlich der große zentrale Stadtplatz ist; keine Ahnung  weshalb er hier Park genannt wird. Das mit beachtlichen 4,6 Sternen auf Google bewertete Santé wird vom Nutzer »Stoni One« treffend folgendermaßen beschrieben:

»Hier passt einfach alles. Das Essen war superlecker. Zum Coq au vin gab es echte Kartoffeln (endlich mal keine Standard-Pommes!). Die Bedienung sehr freundlich und aufmerksam umsichtig. Das Ambiente war schön (nicht die hierzulande leider üblichen Plastikrosen!). Sehr empfehlenswert. Die Preise sind sehr gut.«

 

Dort trafen wir erfreut auf drei muntere junge Leute, die ich erst kürzlich beim Ausgehen mit Deli kennengelernt hatte, und sie winkten uns auch gleich überaus freundlich und einladend zu, an ihrem Tisch auf der sonnigen Außenterrasse Platz zu nehmen. Die beiden jungen Männer und eine rothaarige Schöne namens Elsa sind clever und sympathisch. Sie hatten erst kurz vor uns Platz genommen, also bestellten wir gemeinsam und schlemmten in der Folge ziemlich üppig. Ich staunte nicht schlecht, was die wirklich gertenschlanke Kasha so alles mühelos verdrücken konnte, und unsere lebhaften Tischgespräche würden schon wieder einen eigenen kleinen Roman füllen, wollte ich alles aufschreiben.

Auf meine gezielte Nachfrage nach dem Platz und der imposant hohen Skulptur »De dichter van het park« erklärten sie uns bereitwillig, es sei ein gelungenes Werk der Künstlerin Berry Holslag aus dem Jahr 2014 auf dem Bellamypark in Vlissingen. Der Bellamypark selbst entstand Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem aufgeschütteten Gelände des alten Koopmanshaven und ist heute einer der lebendigsten Plätze der gesamten Stadt mit gemütlichen Cafés, Restaurants und zahlreichen kulturellen Veranstaltungen.


 

Das Denkmal ehrt den bekannten Vlissinger Dichter Jacobus Bellamy (1757–1786), nach dem der Platz seinerzeit benannt wurde. Bellamy wurde in einem Haus am heutigen Bellamypark geboren und wurde vor allem durch sein berührendes romantisches Gedicht »Roosje« weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Skulptur stellt bewusst keinen historischen Porträtkopf dar, sondern einen jungen, zeitgenössischen Dichter. Damit soll auf kunstvolle Weise eine Brücke zwischen dem 18. Jahrhundert und der heutigen Gegenwart geschlagen werden.

Besonders Elsa schien kunstinteressiert zu sein und Dichter sowie Dichtkunst, insbesondere der romantischen Art, sehr zu mögen. Sie und Daan, der wohl ihr Freund & Lover ist, wollten uns dann gern noch auf unserer weiteren Besichtigungstour begleiten und uns als Local Guides herumführen. Allerdings fiel mir instinktiv auf, dass Elsa wohl noch ganz andere Interessen verfolgte und mich immer wieder forschend beobachtete; ganz so, als wolle sie mich genau einschätzen und wissen, mit wem sie es hier wirklich zu tun hatte, aus welchem Grund auch immer.

Gute zwei Stunden später, im malerischen Bereich der Dokbrug-Dokwerker-Klappbrücke und nach der ausführlichen Besichtigung des Museumsschiffs Mercuur, klärte sich schließlich auch das geheimnisvolle »Elsa-Rätsel«. Doch zunächst noch einiges Wissenswerte über diese beiden Orte:

Die heutige Dokbrug in Vlissingen ist eine moderne Klappbrücke (ophaalbrug), die im April 2021 offiziell für den Verkehr freigegeben wurde. Sie ersetzt die alte Brücke über das Dok und verbindet die Innenstadt nahtlos mit dem neuen Stadtviertel Scheldekwartier. Die für Holland typische Brücke wiegt rund 100 Tonnen und wird mit etwa 145 Tonnen Ballast präzise ausbalanciert. Die Form orientiert sich an der reichhaltigen Schiffbau-Tradition Vlissingens und dem nahe gelegenen Schelde-Kran. Die Zufahrtsstraße heißt passenderweise »Dokwerker«.


 

Das Museumsschiff Hr.Ms. Mercuur liegt im historischen Dok van Perry. Es wurde 1952–1954 in den USA als hölzernes Ozean-Minensuchboot (HNLMS Onverschrokken) gebaut und 1971–1973 zum spezialisierten Torpedo-Werkschiff umgebaut und umbenannt. Bis 1987 diente es treu der niederländischen Marine. Nach Jahren als Museumsschiff an anderen Orten, drohte 2015/16 sogar die endgültige Verschrottung. Die engagierte Stichting Maritiem Erfgoed Vlissingen rettete es jedoch und brachte es 2017 zurück nach Vlissingen. Heute können Besucher Brücke, Maschinenraum, Kabinen und weitere Bereiche gründlich erkunden und bekommen einen authentischen Eindruck vom rauen Marineleben der 1950er-Jahre.

»Guckt euch bloß mal die Kojen und die Messe an! Die damaligen Matrosen lebten gar nicht so schlecht auf dem Kahn, haha!«, lachte Kasha vergnügt und wäre zu gerne mal probeweise in eine dieser dreistöckigen Kojen gestiegen, was natürlich strengstens verboten war.

»Mit dir als hübscher Matrosin in einer dieser Kojen, wären die alten Sailors fraglos noch viel glücklicher gewesen, hehe!«, stichelte ich lachend, worüber alle amüsiert schmunzeln mussten und die Anspielung sofort verstanden.

»Ich wäre garantiert die Piratenkönigin des Schiffes gewesen und hätte mit meiner treuen Mannschaft alle Weltmeere unsicher gemacht, haha!«, konterte Kasha schlagfertig. Man stelle sich einen so hübschen Frechdachs mit bezauberndem Lächeln, im Kreise all der einsamen Seemänner irgendwo auf dem Meer vor: Entweder hätten sie Kasha tatsächlich vergöttert, oder wahrscheinlicher wäre es rasch zu Mord und Totschlag um ihre Zuneigung gekommen. schmunzel

 

Als sich etwas später die Gruppe ein wenig zerstreute, nutzte Elsa clever die Gelegenheit und zog mich verschwörerisch beiseite. »Hab ich das eigentlich richtig mitbekommen, Steve? Du bist auch ein echter Profi-Fotograf, der sogar schon berühmte Schönheiten abgelichtet hat?«

»Kann man so sagen, Elsa, wieso?«, lächelte ich verständnisvoll.

»Cool!« Sie überlegte wohl kurz, ob sie ein so persönliches Thema wirklich bei einem fremden Mann wie mir ansprechen sollte, worum es ihr offensichtlich ging und was ja nicht schwer zu erraten war. »Weißt du, es ist so: Ich wollte als ganz besondere Geburtstagsüberraschung eine softerotische Kleinserie von mir für meinen Freund machen. Aber nicht irgendwelche Schnappschüsse, die eine Freundin mal eben schießt, sondern richtig schöne, erotische und romantische Profiaufnahmen. Am liebsten ein bisschen verführerisch weichgezeichnet und auf keinen Fall pornografisch wirkend, verstehst du?«

»Natürlich Elsa, das ist absolut klar; ich weiß genau, was du meinst und dir wünschst«, schmunzelte ich gleichzeitig ein bisschen amüsiert, aber als leidenschaftlicher Fotograf weiblicher Schönheit natürlich auch mit interessierter Vorfreude.

Weshalb sie dafür an einen fremden, bald wieder abreisenden Fotografen dachte, statt an jemanden von hier, lag ebenso auf der Hand. Vlissingen ist dann doch nur eine Kleinstadt, in der zwar nicht wirklich jeder jeden kennt, aber sehr nahe dran ist; jemand von hier könnte sich verplappern, und so könnte schnell bekannt werden, dass Elsa Nacktaufnahmen von sich hat machen lassen. Nicht dass sie das groß beschämen würde, sie ist eindeutig eine moderne, selbstbewusste und locker-tolerante junge Frau, die im Sommer vermutlich auch völlig ungeniert Nacktbaden geht.

Doch auch wenn es ihr selbst nicht direkt peinlich wäre, hat sie vielleicht eher konservative Eltern, oder sie will einfach nicht Stadtgespräch besonders unter jungen Leuten und dämlichen Typen werden, die so etwas für Cybermobbing/Cyberbullying ausnutzen könnten. Außerdem hat sie es wohl nicht ganz bis zu Ende durchdacht: Wenn ihr Freund ein typischer junger Mann von heute ist, gibt er wahrscheinlich doch früher oder später mit ihren Fotos bei seinen Kumpels an, und dann wäre sie in genau der gleichen Situation.

Nun, bevor unsere kleine Absonderung von der Gruppe besonders ihrem Freund Daan auffiel, tauschten wir geschwind Telefonnummern aus, um uns demnächst noch einmal allein zu treffen und ausführlicher darüber zu reden. Kurz vor 18 Uhr trennten sich schließlich unsere Wege, und wir drei spazierten zurück zum gemütlichen Stadthaus der alten Dame, wo wir uns erst einmal ein bisschen frischmachten und ausruhten.

Sascha ist übrigens ein sehr erfahrener Segler und ein echter norddeutscher Jung von der Waterkant, der zudem im maritimen Bereich arbeitet und sich mit allem bestens auskennt. Handwerklich sehr begabt und fit in moderner Boots-Elektrik und Elektronik ist er auch. Dementsprechend interessiert auch er sich brennend für die HC-48T und will möglichst wie ich alles darüber wissen.

 

Für Leser, die sich damit nicht so genau auskennen: Schaut euch nur diese sechs dicken Ordner auf dem Foto an, vollgepackt mit den wichtigsten technischen Daten und Betriebsdokumentationen der Bordausrüstung! Und das sind nur die alten Ordner vom ursprünglichen Zustand. Inzwischen kommt noch viel mehr dazu: Ein Gutachter meines Vertrauens erstellt derzeit, nach seinem gründlichen Survey & Sea Trial, eine komplett neue, angepasste Dokumentation. Von Wartungslogs, Staulisten, Bordkasse und all diesen wichtigen Dingen gar nicht zu reden. Jedenfalls ist das alles ein riesiger Haufen Zeug, das durchzuarbeiten und im Detail zu verstehen enorm viel Zeit in Anspruch nimmt; wir haben also jede Menge zu tun, nicht nur neue Ausrüstung, Wohnausstattung und Proviant einzukaufen. seufz

Damit beschäftigten wir uns den gesamten restlichen Abend bis kurz vor Mitternacht und gingen schließlich müde schlafen. Kasha hat vom praktischen Segeln und allem, was fachlich dazugehört, bisher nur recht überschaubare Ahnung durch gelegentliche Segelausflüge mit Freunden oder Sascha.

Sie ist daher vorerst vor allem für die einfachen Dinge an Bord einzusetzen: Putzen, Kochen, in ruhigen Gewässern Ausguck halten und Ruder gehen als Wache oder an einer Winsch kurbeln – respektive einfach den Knopf drücken, denn es handelt sich ja um elektrische Winschen und ähnlich unkomplizierte Handhabungen auf einem modernen Segelschiff. Jedoch wird sie fraglos ein bezauberndes Crewmitglied sein und für jede Menge gute Laune sorgen, genau so, wie sie nun mal ist. Und mit diesem schönen Gedanken versank ich, über den entzückenden Frechdachs lächelnd, rasch in einen tiefen Schlaf.

 Unzensiert Weiterlesen? Klick >>>

»«

©-http://srjexped.jimdo.com/2026 Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte & Bilder - auch auszugsweise - ohne schriftliche Genehmigung ist nicht gestattet. Alle Angaben ohne Gewähr!

Blog: https://sea-nomads.blogspot.com

Current Crew

 

 

 

Vlissingen, Kauf- und Ausrüstungsorgien mit Sexappeal

 

#26.08.20 –Vlissingen, Kauf- und Ausrüstungsorgien mit Sexappeal

Oder: wie man das Chaos bewältigt und dabei auch noch Spaß hat

Hinweis: Hier geht es zum versprochenen Link zu den Bootsdaten, für alle, die sich dafür interessieren.

Und zu diesem Blog-Beitrag: Zur unterhaltsamen Auflockerung beginne ich heute mit einer etwas sexy-amüsanten Szene am kühlen Morgen. Danach geht es jedoch um für manche Leser vielleicht eher trockene Fakten in einer sehr langen, detaillierten Auflistung dessen, was man zur gewissenhaften Vorbereitung der Ausrüstung einer echten Fahrtenyacht alles benötigt. Dabei habe ich mich bereits auf das Wesentliche beschränkt; in der Realität ist es meist noch erheblich mehr und ein gewaltiger Aufwand.

Wen das nicht im Detail interessiert, ignoriert diesen Teil am besten einfach und wartet entspannt auf den nächsten, typischen Blog-Beitrag. Ich dachte mir jedoch, dass vielleicht auch so manche Fahrtensegel-Anfänger mitlesen, die gute, in der Praxis erprobte Tipps gebrauchen können, deshalb habe ich mir die Mühe gemacht und alles ewig lang aufgelistet. Viel Spaß… (oder auch nicht) 😉

Deli am Morgen, überstrahlt Kummer und Sorgen

»Hoppla…, tut mir aber gar nicht leid…, und lass dir bloß ganz viel Zeit mit dem, was auch immer du da gerade machst, hoho!«, gluckste ich amüsiert mit dem zusammengeklappten Laptop unter dem Arm, als ich Deli völlig nackt in ihrem Zimmer auf dem Bett erwischte. Ich hatte selbstverständlich vorher an der Zimmertür geklopft und sie hatte laut »Herein!« gerufen, also gab es beim besten Willen nichts, wofür ich mich entschuldigen müsste… und natürlich bot sie mir auf dem zerwühlten Laken einen höchst reizvollen Anblick.

»Hahaha, als ob es dir Schuft jemals leid tun würde, wenn du eine schöne Frau komplett unbekleidet sehen kannst!«, lachte sie völlig locker und ungeniert, während das frische Morgenlicht durch das Fenster fiel. »Ich suche gerade verzweifelt einen kleinen Slip, der irgendwie und irgendwo tief zwischen den Bettritzen verschwunden ist.«

»Ich hoffe aufrichtig, du musst noch möglichst lange genauso suchen, wie du gerade vor mir liegst, hehe!«, ließ ich meine Blicke genüsslich und mit männlicher Bewunderung über die wunderschönen Formen ihrer Rückseite wandern.

»Ja, ja…, haha, und was wolltest du eigentlich so früh bei mir?«

»Was ich wollte…, habe ich beim plötzlichen Schock dieses Anblicks glatt komplett vergessen!«, grinste ich sehr breit. »Aber hey, du hast deine Frisur verändert?«

»Yes Sir! Ich hatte einfach wieder Lust auf glatte Haare ohne Wellen. Aber erstaunlich, haha, dass du Gauner es tatsächlich schaffst, bei der Kulisse auch noch auf meine Haare zu schauen!«

»Tja, ich bin halt ein geschultes Genie, dem im Raum absolut nichts entgeht. Steht dir übrigens ausgezeichnet, aber du bist ja sowieso der Typ Frau, der immer wunderschön aussieht, ganz gleich wie du dich stylst und was du gerade anhast. Am allerschönsten natürlich, wenn du absolut gar nichts anhast, hehe!«, amüsierte ich mich köstlich über diese reizvolle Situation. 

 

So viel konnte ich gar nicht direkt von ihr sehen, so tief war sie noch in Kissen und die weiche Decke vergraben. Doch die rundlichen Pobacken schauten verlockend hervor, ebenso viel freie Haut an den Beinen und ihr schöner Rücken, wobei schlicht unmöglich zu übersehen war, dass Deli absolut nichts trug. So etwas ist für gestandene Männer natürlich ein ungemein fantasieanregendes, verlockendes Kopfkino auslösender Anblick. Auch für mich, der ich im Laufe der Jahre schon unzählige wunderschöne, wenig oder gar nicht bekleidete Models direkt vor der Kameralinse und den eigenen Augen hatte.

»Deine Blicke wieder, haha!«, lachte sie auf ihre gewohnt mitreißende Art. »Du guckst wie Monsieur Michelin höchstpersönlich vor dem köstlichsten Gourmet-Festessen ever oder, haha, wie ein sechsjähriger, überglücklicher Bub vor dem Weihnachtsbaum mit seinem absoluten Wunschgeschenk darunter, du genießerischer Gauner!«

»Als ob du exakt wüsstest, wie Monsieur Michelin damals wirklich geguckt hat, hoho?! Aber es ist ein netter Vergleich für mich, und mit dem glücklichen Buben wäre ich auch sofort einverstanden! Eine schöne, nackte Frau in ihrer natürlichsten Weiblichkeit sehen zu dürfen, ist doch eigentlich das größte und beste Geschenk, das sich große Jungs überhaupt wünschen können!«

»Und wie raffiniert du Komplimente verteilen kannst, haha! Also, was wolltest du wirklich von mir?«

»Ich stellte mir gerade mit tatkräftiger KI-Hilfe eine umfangreiche Ersatzteilliste auf und wollte bald auf große Einkaufstour gehen. Hast du vielleicht Zeit und Lust, mich dabei zu begleiten? Sicherlich weißt du hier in der Gegend deutlich besser als ich, wo man die einzelnen Sachen am ehesten bekommt«, erklärte ich und gestehe ganz offen: Es war angesichts Delis entzückendem Anblick auf dem Bett gar nicht so einfach, die eigenen Gedanken auf etwas anderes zu fokussieren.

»Lass mal sehen!«, griff sie spontan nach meinem Laptop, den ich ihr reichte. Dabei verrutschte das große Kissen vor ihrem Busen prompt so, dass ich für einen kurzen Augenblick einen freien Blick auf eine reizvolle Brust erhaschen konnte. »Hm…, das sind aber fast alles sehr technische Sachen; darin bin ich nicht ganz so firm, aber einige gute Tipps kann ich dir dafür trotzdem geben.«

»Okay…, soll ich erst noch einmal kurz rausgehen, oder wie lösen wir diese reizvolle Situation jetzt am besten auf?«, zwinkerte ich ihr zu.

»Ach Quatsch, haha! Ich posiere als Model doch auch oft völlig unbekleidet, und du hast als erfahrener Fotograf garantiert schon unzählige schöne Nackte vor der Kamera und den Augen gehabt. Wir könnten sowieso auch irgendwann mal zusammen shooten – du bist als Fotograf doch bestimmt auch richtig gut, oder?« Sie schälte sich tatsächlich völlig locker und entspannt vor meinen Augen aus den Decken und Kissen und erlaubte mir ohne die geringste Spur von Scham, sie in ihrer ganzen unbedeckten Schönheit zu sehen.

»Stimmt… und ehrlich gesagt zucken gerade nicht nur meine erwartungsvollen Fotografenfinger voller Vorfreude, hoho!«

»Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, was da sonst noch so zuckt, hahaha…«, prustete sie in ihrer stets heiteren, unverkrampften Art heraus.

Deli machte uns kurz darauf in ihrer kleinen Küche erst einmal frischen, duftenden Kaffee, schnippelte blitzschnell ein paar süße Nektarinen in mundgerechte Stücke, holte frische Milch und eisgekühltes Mineralwasser aus ihrem Kühlschrank… und das alles erstaunlich selbstbewusst und fraulich direkt vor meinen genießenden Augen so, wie sie war. Herrje, was für eine Frau und was für ein unglaublicher Glückspilz ich doch wieder einmal bin! Dann setzten wir uns dicht nebeneinander an einen kleinen, runden Tisch, und sie schaute sich meine Liste in aller Ruhe genau an, die ich extra nach Priorität für die grundlegende Seetüchtigkeit des Schiffs sortiert hatte.

Jetzt folgt der „langweilige“ Teil:

Deli beugte sich neugierig über den Bildschirm und ging Zeile für Zeile die einzelnen Abschnitte durch. Mit geübtem Blick kommentierte sie manche Punkte, nickte zustimmend oder tippte mit ihren gepflegten Fingernägeln direkt auf das Display, um Anmerkungen zu machen. Was wir dort gemeinsam zusammengestellt hatten, war eine kompromisslose und detaillierte Liste für eine autarke Fahrtenyacht:

1. Antrieb & Motor (Yanmar 4LHA-HTE) – Höchste Priorität

  • Impeller-Kits: Mindestens 3x inklusive passender O-Ringe und Dichtungen für die Seewasserpumpe.
  • Kraftstoff-Vorfilter: Mindestens 4x passende Einsätze für die Umschaltfilter (überlebenswichtig bei unbemerktem Dreck oder Dieselpest im Haupttank).
  • Kraftstoff-Feinfilter: 2x der feine Filter, der direkt am Yanmar-Motor sitzt.
  • Keilriemen / Rippenriemen: Je 2 komplette Sätze für die Lichtmaschine, die Wasserpumpe und ganz wichtig: für die elektromagnetische Jabsco-Kupplungspumpe der Notbilge.
  • Motoröl & Getriebeöl: Jeweils ausreichend Vorrat für einen kompletten Ölwechsel plus 5 Liter Reserve zum Nachfüllen.
  • Kühlmittel / Frostschutz: 5 Liter hochwertiges Konzentrat für den inneren Wärmetauscher-Kreislauf.

2. Wellenanlage & Propeller (Aquadrive + Variprop)

  • Wellen-Schmiermittel / Fett: Spezielles, stark wasserbeständiges Fett für die Variprop-Nabe (wird per Fettpresse eingebracht).
  • Zinkanoden: Ein kompletter Satz neuer Opferanoden für die Edelstahl-Welle und das Variprop-Gehäuse.
  • Spurs-Ersatzteile: Ersatz-Schneidmesser oder Befestigungskits für den Spurs-Leinenschneider.

3. Elektrik & Energie (Victron / Mastervolt / Solar)

  • Sicherungen (ANL / Mega / Midi): Ein großes Sortiment der hochstromigen Streifensicherungen, die deine 24V-Lithiumbank und die Inverter (MultiPlus/Quattro) absichern.
  • Ersatz-MPPT-Regler: Da 5 separate Regler vorhanden sind, nimmt man mindestens einen passenden Victron SmartSolar MPPT als universelles Backup mit. Fällt einer aus, tauschst du ihn in 5 Minuten.
  • Ersatz-BMS-Relais/Sicherung: Falls vorhanden, eine Ersatzsicherung für das Lithium-Batteriemanagementsystem.

4. Rigg & Segelsteuerung (Leisure Furl / Lewmar Winschen)

  • Elektrische Winschen-Schütze (Relais): Die Lewmar Bronze-Winschen halten ewig, aber die elektrischen Magnetschalter (Solenoids) im Inneren des Schiffes können durch Feuchtigkeit versagen. Nimm 1–2 Ersatzrelais mit.
  • Winschklinken & Federn: Ein kleines Sortiment-Kit von Lewmar (Pawls & Springs) sowie spezielles Winschenfett.
  • Ersatz-Schoten / Universalleine: 1x hochfestes Dyneema-Tauwerk in der Stärke deiner Groß-/Genschoten als universeller Ersatz.

5. Sanitär & Bilge

  • Jabsco Service-Kit: Ein komplettes Dichtung- und Ventilset (Pump Assembly) für die manuelle Toilette im Vorschiff.
  • Lenzpumpen-Schalter: Ein separater, mechanischer Schwimmerschalter (z. B. von Rule) für die elektrischen Bilgenpumpen. Oft versagt nicht die Pumpe selbst, sondern nur der Schalter.

Einiges schlug Deli aus ihrem eigenen nautischen Erfahrungsschatz vor, anderes recherchierte sie ebenfalls mit flinken Fingern und KI-Hilfe im Netz. Binnen kurzer Zeit hatte ich eine maßgeschneiderte Firmenliste vor Augen, wo ich wahrscheinlich fast alles Aufgelistete direkt bekommen würde.

Begleiten konnte sie mich am Nachmittag leider nicht mehr persönlich, denn sie hatte bereits eine halb geschäftliche, halb private Verabredung in der Stadt. Ihre verbleibende Zeit reichte aber glücklicherweise noch völlig aus, um mir beim Abtelefonieren mit den niederländischen Händlern zu helfen. Die Betriebe hatten tatsächlich fast alles direkt auf Lager oder konnten fehlende Spezialteile extrem schnell nachbestellen.

Hierzulande sprechen zwar viele Holländer mehr oder weniger gutes Deutsch und gerade im internationalen maritimen Bereich natürlich auch Englisch. Trotzdem war es in manchen Fachgesprächen gelegentlich extrem hilfreich, wenn Deli rasch auf fließendem Niederländisch mit den Leuten am Telefon verhandeln konnte. Wir gaben also sogleich sämtliche Orders auf, die die Firmen abholbereit in wenigen Tagen zusammenstellen oder auf Wunsch direkt an die Pier liefern würden. Und da vielleicht auch andere Segler diesen Blog lesen und irgendwann einmal nach Vlissingen kommen, liste ich hier die bewährten Adressen auf:

1. Für Motor, Filter, Riemen & die mechanische Notpumpe

  • Provoost Maritiem (Tweede Binnenhavenweg 10, Vlissingen): Eine hervorragende Adresse direkt im Hafenbereich. Sie besitzen einen bestens sortierten Shop für Schiffszubehör direkt vor Ort und sind auf Motorinstallationen, Elektrik sowie Hydraulik spezialisiert. Hier kriegst du mit hoher Wahrscheinlichkeit deine Schalter, Riemen und die passenden Markenöle.
  • Bankert Boating (Tweede Binnenhavenweg 2, Vlissingen): Liegt direkt nebenan und ist als Full-Service-Jachtwerft bestens bekannt. Wenn du kurzfristig Hilfe bei der Beschaffung von speziellen Motorteilen brauchst, haben die Jungs beste Kontakte zu Großhändlern und besorgen dir fast alles innerhalb von 24 Stunden.
  • CSIDE Marine Vlissingen B.V. (Visserijkade 9A, Vlissingen): Sitzt strategisch perfekt direkt an der Seeschleuse zur Westerschelde. Sie sind zwar offizieller Volvo Penta Händler, führen aber als großer Marine-Motorenstützpunkt die gängigsten Filter, Schaugläser und Schläuche im permanenten Lagerbestand.



 

Alle drei Firmen liegen praktischerweise direkt rund um das Hafenbecken des »VOF De Aanlegsteiger«, wodurch man sie auch zu Fuß über extrem kurze Wege leicht aufsuchen kann. Die Mitarbeiter sind durchweg freundlich, hilfsbereit und fachlich kompetent, weil sie tagtäglich mit Schiffen aller Art arbeiten und genau wissen, worauf es Eignern ankommt.

2. Für allgemeines Yachtzubehör, Sicherungen, Anoden & Winschenteile

  • Alpha Marine Pro (de Tuinderij 3, Vlissingen): spezialisiert auf die schnelle Teilebeschaffung. Kunden loben explizit, dass Alpha Marine selbst vermeintlich unlösbare Beschaffungen für den Export oder spezielle Schiffe in Rekordzeit organisiert. Perfekt für Lewmar-Winschenfedern oder die hochstromigen Victron-Sicherungen.
  • NDK Marine (Edisonweg 1, Vlissingen): Ein echter Geheimtipp am Platz. In den Bewertungen wird betont: »Verkaufen Teile, die man sonst nirgends bekommt«. Extrem hilfreich, wenn man für ein Semi-Custom-Schiff wie die Hans Christian nach speziellen Adaptern oder Zoll-Schrauben sucht.

Ernährung: Die Top-Marken für den Notfall (Gehaltvoll & Schmackhaft)

Für schweres Wetter auf der Biskaya oder sonst wo auf See, wenn die Töpfe vom Herd fliegen und die Crew erschöpft ist, ist gefriergetrocknete Expeditionsnahrung – auch als Trekking-Nahrung bekannt – der Goldstandard und in vielen brenzligen Situationen äußerst nützlich.

Diese drei Premium-Marken solltest du für deine Notfall-Kiste unbedingt ins Auge fassen. Sie sind extrem lange haltbar (oft 5 bis 25 Jahre), wiegen fast nichts und werden direkt in der Tüte mit kochendem Wasser aufgegossen. Nach 8 bis 10 Minuten hast du eine heiße, vollwertige Mahlzeit mit hohem Kaloriengehalt (oft 600 bis 800 kcal pro Portion), ohne dass du Geschirr abwaschen musst:

  • Real Turmat: Gilt in der Outdoor- und Blauwasserszene als die geschmacklich beste Marke überhaupt. Die norwegischen Gerichte (wie Pulled Pork oder Rindereintopf) schmecken tatsächlich wie frisch selbst gekocht und nutzen hochwertige Zutaten ohne künstliche Geschmacksverstärker.
  • Trek'n Eat: Eine deutsche Traditionsmarke der Katadyn-Gruppe. Extrem nahrhaft, sehr gut verträglich und bietet eine riesige Auswahl von herzhaften Eintöpfen bis hin zum Frühstücks-Müsli.
  • Adventure Food: Eine niederländische Marke, entwickelt von einem erfahrenen Expeditionsteilnehmer. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und exakt auf den hohen Energiebedarf bei Kälte und Erschöpfung abgestimmt.


 

Wo du diese Expeditionsnahrung in Vlissingen am besten bekommst

Gefriergetrocknete Highend-Nahrung findest du gewöhnlich nicht im normalen Supermarkt, sondern im spezialisierten Outdoor- und Sportfachhandel. In und direkt um Vlissingen hast du dafür zwei perfekte Anlaufstellen:

  • Kampeer Topper (Gildeweg 35, Vlissingen): Dieser große Camping- und Outdoor-Fachmarkt liegt direkt im Industriegebiet von Vlissingen. Sie haben eine gut sortierte Outdoor-Lebensmittelabteilung, in der du Marken wie Adventure Food und Trek'n Eat direkt kistenweise abgreifen und das Haltbarkeitsdatum prüfen kannst.
  • Decathlon Middelburg (Mortierewoonboulevard, Podvisstraat 2, Middelburg): Nur knapp 10 Autominuten von deinem Liegeplatz in Vlissingen entfernt. Der riesige Decathlon in der Nachbarstadt Middelburg führt unter der Eigenmarke Forclaz eine große Auswahl an gefriergetrockneten Mahlzeiten (hergestellt in Frankreich, geschmacklich sehr gut) zu einem hervorragenden Preis. Zudem haben sie oft auch die Premium-Sachen von Real Turmat im Trekking-Regal stehen.

Mein persönlicher »Sturmküchen«-Tipp & Favorit: Eintöpfe

Das Einfrieren und Warmhalten von selbst gemachten, reichhaltigen Eintöpfen ist die beste kulinarische Taktik überhaupt. Es schont das Budget, schmeckt fantastisch und ist seelischer Trost (Soulfood), wenn man ungemütliche Stürme abwettern muss und keiner mehr Lust oder Kraft zum gefährlichen Kochen in einer stark schwankenden Kombüse hat.

Als erklärter Eintopf-Fan bereite ich selbst gerne sehr gehaltvolle Eintöpfe mit quasi allem Erreichbaren vor, was man leicht in passende Portionen abpacken und einfrieren kann. Das ist leicht und schnell warmzumachen oder schmeckt sogar kalt noch erstaunlich gut und gibt dem Körper alles, was er braucht.

Meine selbst gemachten »Captains-Special«-Eintöpfe – meist mit viel Speck, Fleisch, Frisch- oder Tiefkühlgemüse, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Kräutern und eben allem, was gerade verfügbar ist oder sowieso verbraucht werden muss, kräftig gewürzt – waren bisher bei allen Mitseglern stets überaus beliebt. Ich kann sie notfalls tagelang hintereinander essen, ohne sie überzubekommen. Am besten ergänzt mit Frischobst, Desserts oder auch mal Süß- und Knabberkram für die Seele, kann dir das einen schweren Törn retten.

Kauf zusätzlich hochwertige Thermo-Essbehälter (z. B. von Stanley oder Esbit). Wenn sich ein schwerer Schlag auf der Biskaya ankündigt, kochst du im geschützten Hafen oder bei noch ruhiger See einen großen Topf heißes Wasser auf und füllst es in die Thermobehälter; oder eben direkt die selbst gemachten Eintöpfe. Wenn es dann 12 Stunden später im Sturm heftig zur Sache geht, musst du nicht einmal mehr den Gasherd anzünden (was bei extremer Schräglage, Schaukeln, Rollen und Stampfen sowie Gas-Alarm-Gefahr ohnehin riskant ist) und hast immer noch warme, gehaltvolle Nahrung zur Verfügung.

 

Dann muss natürlich auch noch eine professionelle medizinische Ausrüstung für Krankheiten und Verletzungen an Bord. Hier ist eine strategisch auf Langfahrt und autarke Reviere abgestimmte Bordapotheke-Checkliste, um das Schiff auf den modernsten Stand zu bringen:

1. Diagnose an Bord (Das Fundament)

Bevor man behandelt, muss man wissen, was los ist. Moderne Online-Telemedizin per Satellit hilft dir nur, wenn du dem Arzt verlässliche Vitalwerte durchgibst:

  • Automatisches Oberarm-Blutdruckmessgerät
  • Pulsoximeter (misst Sauerstoffsättigung und Puls am Finger)
  • Digitales Fieberthermometer (mindestens zwei, falls eines über Bord geht)
  • Otoskop zum Reingucken in die Ohren – Entzündungen durch Tauchen oder Salzwasser sind häufig.
  • Urin-Teststreifen (Combur-Test zur schnellen Erkennung von Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen)

2. Notfall & Wundversorgung (Schweres Trauma)

  • Tourniquet (Abbindesystem): Zum Stoppen massiver, lebensbedrohlicher Blutungen bei schweren Unfällen mit Winschen, Ketten oder dem Leinenschneider.
  • Hämostatisches Verbandsmaterial (z. B. Celox oder QuikClot): Spezielle Gaze, die die Blutgerinnung bei tiefen Schnitten binnen Sekunden aktiv stoppt.
  • Klammerpflaster (Steri-Strips) & Gewebekleber (z. B. Dermabond): Platzwunden am Kopf (etwa durch Baunkontakt) näht man auf See nicht, man klebt sie sauber.
  • Moderne Silber-Wundauflagen: Heilen Wunden im feuchtheißen Bordklima deutlich schneller und verhindern Infektionen direkt im Keim.

3. Verschreibungspflichtige Medikamente (Nur nach Arzt-Absprache)

Besprich mit deinem Hausarzt oder Tropenmediziner ein Privatrezept für folgende Notfall-Kits:

  • Breitband-Antibiotika (Kombination): Ciprofloxacin / Cotrimoxazol: Speziell für schwere Magen-Darm-Infektionen oder Harnwegsinfekte. Amoxicillin + Clavulansäure: Für Atemwegsinfekte oder entzündete Wunden durch infizierte Fischhaken oder Korallen.
  • Starke Schmerzmittel: Metamizol (Novalgin): Extrem stark gegen Schmerzen und Fieber, beeinträchtigt im Gegensatz zu Morphinpräparaten nicht die Reaktionsfähigkeit auf Wache. Tramadol (Tropfen): Als eiserne Reserve für schwere Verletzungen (z. B. Knochenbrüche).
  • Magen, Darm & Seekrankheit: Ondansetron (Vomex ist oft zu schwach): Ein extrem starkes Mittel gegen Erbrechen. Verhindert wirksam, dass ein schwer seekrankes Crewmitglied gefährlich dehydriert. Loperamid: Der Klassiker bei akutem Durchfall. Elektrolytpulver (z. B. Elotrans / Oral Rehydration Salts): Unverzichtbar bei hohem Flüssigkeitsverlust.

4. Die »Kleine Bord-Chemie« (Frei verkäuflich)

  • Ibuprofen (400 mg / 600 mg): Schmerzlindernd und entzündungshemmend.
  • Dicker Vorrat an Breitband-Antiseptikum (z. B. Octenisept): Jede kleinste Schramme im Salzwasser muss sofort desinfiziert werden, um tropische Geschwüre zu verhindern.
  • Antihistaminika (z. B. Cetirizin): Gegen allergische Reaktionen (Insektenstiche, Nesselsucht).
  • Tauch-Ohrentropfen (z. B. Normison): Zur Pflege der Gehörgänge nach dem Tauchen.

Wie du die Bordapotheke am besten packst

 

Sortiere die Medikamente keinesfalls nur nach Namen, sondern in zielführenden, wasserdichten Boxen klar nach Symptomen beschriftet (z. B. Box 1: »Magen/Darm«, Box 2: »Wundversorgung«, Box 3: »Antibiotika«). Im Stress einer Sturmlage auf See willst du keine Beipackzettel studieren, sondern sofort die richtige Box greifen.

Denk daran, dass Medikamente Hitze hassen. Lager die Boxen an einem kühlen, trockenen Ort tief im Rumpf deines Bootes, z. B. unter den Kojen in der Eignerkabine, weit entfernt vom heißen Motorraum.

Persönlich nutze ich auch noch sehr gerne japanisches Heilpflanzenöl und Teebaumöl sowie Haut-Heil- und Pflegesalben für leichte Wehwehchen, Sodbrennen usw. Das ist eine ausgezeichnete und sehr praxisnahe Ergänzung! Naturheilkunde und bewährte Hausmittel haben an Bord einer Langfahrtyacht einen unschätzbaren Wert. Sie schließen die Lücke zwischen »Gar nichts tun« und der schweren »chemischen Keule«. Gerade bei kleineren, alltäglichen Beschwerden schonen sie deine medizinischen Notfall-Ressourcen (wie die Antibiotika) für die echten Krisen.

Hier ist die nautische und medizinische Bewertung für den Bordalltag:

1. Japanisches Heilpflanzenöl (Minzöl)

  • Der Einsatzzweck an Bord: Ein absoluter Allrounder. Es hilft hervorragend bei Spannungskopfschmerzen (einfach vorsichtig auf die Schläfen reiben – Vorsicht mit den Augen bei Seegang!) und bei ersten Erkältungssymptomen oder verstopften Nebenhöhlen durch den kalten Wind auf Wache.
  • Der Geheimtipp bei Seekrankheit: Ein paar Tropfen auf ein Taschentuch geben und daran riechen. Das frische Menthol beruhigt das Brechzentrum im Gehirn und übertönt unangenehme Gerüche unter Deck (wie warmen Diesel oder Fäkalientank-Mief), die Seekrankheit oft erst triggern.

2. Teebaumöl

  • Der Einsatzzweck an Bord: Das wohl stärkste natürliche Antiseptikum. Es wirkt stark antibakteriell und pilztötend. Perfekt für die Behandlung von Insektenstichen, kleinen infizierten Kratzern oder Hautpilzen, die im feucht-warmen Klima schnell entstehen.
  • Wichtiger Bord-Hinweis: Teebaumöl ist extrem licht- und sauerstoffempfindlich. Da es in der Hitze schnell oxidiert und dann Hautirritationen auslösen kann, lagere das Fläschchen unbedingt in einer dunklen, kühlen Bilgen-Box und achte darauf, dass die Flasche immer fest zugeschraubt ist.

3. Haut-Heil- und Pflegesalben (z. B. Bepanthen, Zinksalbe)

  • Der Einsatzzweck an Bord: Unverzichtbar gegen den sogenannten »Salt Water Boil« (Salzwasser-Abszess) oder Wundreiben (Chafing). Wenn du tagelang in feuchtem Ölzeug auf Wache sitzt, reibt das Salz in den Hautfalten. Eine dicke Schicht Zink- oder Panthenolsalbe schützt die Haut mechanisch vor dem Salz und fördert die Heilung über Nacht dramatisch.

4. Sodbrennen (Reflux)

  • Der Einsatzzweck an Bord: Sodbrennen ist auf Nachtwachen recht häufig. Man ernährt sich unregelmäßig, trinkt zu viel Kaffee gegen die Müdigkeit, isst fettige Eintöpfe und legt sich danach flach in die Koje – die perfekte Einladung für aufsteigende Magensäure.
  • Deine Optionen: Für leichte Fälle sind Heilerde-Kapseln oder Natron super. Nimm aber zusätzlich eine Packung klassische Antazida (z. B. Rennie oder Talcid) oder einen Säureblocker (wie Pantoprazol) mit. Wenn du dich bei 40 Grad Krängung in die Leesegel stemmst, willst du das Sodbrennen sofort stoppen, um schlafen zu können.

Der Effekt auf Magen, Darm und Stuhlgang von Minz- bzw. japanischem Heilpflanzenöl ist wissenschaftlich erwiesen! Dass Minzöl genial für den Magen-Darm-Trakt ist, ist mittlerweile durch zahlreiche medizinische Studien bestens belegt:

  • Gegen Krämpfe und Blähungen: Das Öl blockiert die Kalziumkanäle in den Muskelzellen des Darms. Der Darm entspannt sich sofort, festsitzende Luftblasen können sich lösen und schmerzhafte Magen-Darm-Krämpfe lassen fast augenblicklich nach.
  • Regulation des Stuhlgangs: Weil es die Darmperistaltik entkrampft und reguliert, hilft es sowohl bei trägem Stuhlgang als auch bei nervösen Darmbewegungen (weshalb es in der Medizin standardmäßig beim Reizdarmsyndrom eingesetzt wird).

Die Kombination aus Naturheilkunde für den Alltag und Schulmedizin für den echten Notfall ist die perfekte Symbiose für eine autarke Crew. Es gibt dir ein großes Stück Unabhängigkeit und Selbstbestimmung auf See.

Und noch ein überlebenswichtiger Hinweis: Sanitäts- und Notfallkurse für die Crew

 

Die teuerste Bordapotheke und das beste Telemedizin-System nützen absolut gar nichts, wenn im Notfall niemand an Bord weiß, wie man die Instrumente richtig anwendet, eine Platzwunde unter Seegang klebt oder mit einer schweren Vergiftung umgeht. Mindestens der Skipper – und im Idealfall mindestens ein weiteres Crewmitglied, falls der Captain selbst einmal verletzt oder krankheitsbedingt ausfällt – sollte vor dem Ablegen zwingend einen spezialisierten medizinischen Refresher-Kurs absolviert haben!

Auf See bist du dein eigener Notarzt. Für Fahrtensegler-Profi-Ausrüstung und Langfahrt gibt es dafür weltweit etablierte Standards:

  • Medical Care / World Sailing Sicherheitstraining: Diese standardisierten Kurse (oft als STCW-Medical Care zertifiziert) richten sich exakt an Fahrtensegler-Crews. Hier lernt man praktisch das Nähen und Kleben von Wunden, das Anlegen von Druckverbänden und Tourniquets, die Verabreichung von Injektionen sowie die professionelle Notfall-Erstversorgung unter extremen Bedingungen auf See.
  • Wo macht man solche Kurse generell? In Deutschland und dem deutschsprachigen Raum bieten Organisationen wie die Kreuzer-Abteilung des DSV, die Rettungsorganisationen (DRK, Johanniter, Malteser mit speziellen See-Kursen) oder spezialisierte Anbieter wie Krankenpflege- und Segelschulen für Fahrtensegler (z. B. Medizin auf See) regelmäßige Wochenend-Intensivkurse an.

Konkrete Anlaufstellen direkt in und um Vlissingen

Wenn du dich direkt vor Ort in Vlissingen oder in der unmittelbaren Region Zeeland fortbilden oder deine Nachweise auffrischen möchtest, gibt es exzellente niederländische maritime Trainingszentren:

  • DRTC Vlissingen (De Ruyter Training & Consultancy) / HZ University: (Groene Calandweg 1, Vlissingen): DRTC ist eine der renommiertesten maritimen Ausbildungsstätten der Niederlande. Sie sitzen direkt im Industrie- und Hafengebiet von Vlissingen. Hier werden professionelle STCW-Sicherheits- und Medical-Care-Trainings für die Berufs- und Freizeitschifffahrt auf höchstem Niveau durchgeführt.
  • FMTC Safety Training (Rotterdam / Schiphol): Wenn es um hochspezialisierte maritime Notfall- und Ersthelferkurse (STCW Medical First Aid / Medical Care) geht, ist FMTC ein führender Anbieter in den Niederlanden, der von Vlissingen aus hervorragend zu erreichen ist.
  • Rode Kruis Zeeland (Rotes Kreuz Zeeland - Middelburg): Die regionale Abteilung des Roten Kreuzes im direkt benachbarten Middelburg bietet regelmäßig Auffrischungs- und Ersthelferkurse an. Für spezielle Fragen zu medizinischen Standards auf See arbeiten sie oft eng mit den lokalen Seenotrettungsorganisationen zusammen.

Denke immer daran: Die beste Investition in die Sicherheit deiner Yacht ist nicht nur die Hardware in den Bilgen, sondern das Wissen der Menschen an Bord!

Und um diese lange, lange Auflistung noch länger zu machen, gibt es noch ein paar technische, sicherheitsrelevante und rechtliche Schlüsselkomponenten, die auf Fahrtenyachten extrem häufig vergessen werden und auf einer Langfahrt enorme Probleme bereiten können.

Hier sind die wichtigsten Punkte:

1. Technische Redundanz & Riggsicherheit (Nautik & Notfall)

  • Ersatz-Autopilot / Linearantrieb (oder Ersatz-Hydraulikpumpe): Der Autopilot ist auf Langfahrt dein wichtigstes Crewmitglied. Fällt der mechanische oder hydraulische Antrieb auf der Biskaya aus, musst du tagelang von Hand steuern. Ein Ersatz-Linearmotor oder ein Steuerungs-Modul gehört zwingend in den Ersatzteilfundus.
  • Notpinne: Muss griffbereit und auf Passgenauigkeit auf dem Quadranten/Wellenkopf getestet sein (falls das Lenkkabel oder die Hydraulik der Steuerung bricht).
  • Rigging / Stehendes Gut:
    • Wantenheber-Schneidwerkzeug: Ein Bolzenschneider oder eine Akku-Flex mit Flexscheibe (wasserdicht verpackt), um ein gebrochenes Rigg im Notfall kappen zu können, bevor der Masten den Rumpf leck schlägt.
    • Ersatz-Terminal / Norsemann-Kupplung: Mindestens zwei mechanische, selbstmtontierende Walzenfreie Terminals in der Drahtstärke deines Wanten-Systems für Not-Reparaturen am Rigg auf See.
  • Tauwerk-Schneid- und Versiegelungsgerät (Elektrischer Löt/Cutter-Stempel): Um Ausfransen von Fallen und Schoten zu verhindern.

2. Unter Wasser & Leckabwehr (Sicherheit)

  • Leckstopfen-Set (Holz & Soft-Plugs): Konische Hartholzstopfen sowie moderne Silikon-/Polyurethan-Plugs (wie Sta-Plug), direkt neben jedem Seeventil mit Panzertape befestigt.
  • Seventile & Borddurchlässe: Mindestens ein Ersatz-Borddurchlass samt Kugelhahn in der passenden Zoll-Größe für deine kritischsten Ventile.
  • Unterwasser-Knetmasse / Epoxid-Kitt (z. B. Aqua-Mend): Härtet unter Wasser aus, um Risse im Rumpf oder undichte Seefiltergehäuse sofort abzudichten.

Solche Werkzeuge sollte sowieso jede gut ausgerüstete Fahrtenyacht für Wartungsarbeiten usw. an Bord haben und jeder Fahrtensegler der was auf sich hält, hat unzählige Werkzeuge und Ausrüstungsteile an Bord.

 

3. Bürokratie, Recht & Havarie (Dokumente & Papiere)

  • Amtliche Schiffs- & Eigentumsdokumente: Flaggenzertifikat / Internationaler Bootsschein (IBS), Kaufvertrag (EU-Versteuerungsnachweis / T2L-Formular zwingend wichtig!), Tonnage Certificate / Messbrief.
  • Versicherungsnachweise: Vor allem die blaue Bestätigungskarte der Skipper-Haftpflicht- und Kaskoversicherung mit explizitem Gültigkeitsbereich (Biskaya/Atlantik) auf Englisch.
  • Frequenzzuteilung & Lizenzen: Frequenzzuteilungsurkunde (Ship Station Licence), SRC/LRC-Seefunkbetriebszeugnis und Nachweise für EPIRB/AIS-Registrierung (MMSI / Callsign).
  • Ausweis- & Crew-Dokumente: Reisepässe mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit, internationale Impfpässe, Notfall-Kreditkarten und Bargeld-Reserve in Euro und US-Dollar (wasserdicht und feuerfest gelagert).

 

So, wer es tatsächlich geschafft hat, sich bis hierher durch diesen gewaltigen Zahlen- und Faktenwust zu lesen, hat nun hoffentlich eine sehr realistische Vorstellung davon, was es in der Praxis wirklich bedeutet, eine echte Fahrtenyacht gewissenhaft für weite, sichere Törns vorzubereiten. Das hat im echten Leben rein gar nichts mit »komm Schatzi, lass uns spontan ein bisschen raussegeln und im Sonnenschein an Deck gemütlich leckere Cocktails genießen« zu tun!

Und ähnlich wenig hat es mit den heutzutage so populären YouTube-Segelkanälen à la »los Freunde, wir kaufen uns vollkommen ahnungslos ein Boot und segeln einfach mal auf gut Glück los« gemein. Dazu sei allerdings fairerweise noch angemerkt: Ich gönne es all diesen meist noch sehr jungen Menschen von ganzem Herzen, dass sie heutzutage Möglichkeiten und digitale Wege haben, von denen wir »alten Knacker« früher nur träumen konnten.

Ich wünsche ihnen aufrichtig viel Spaß und natürlich das nötige Quäntchen Glück. Aber das sind unter dem Strich dann eben doch meist nur die bereits im letzten Blog-Beitrag angesprochenen rund 10 %, welche das Ganze schadlos überlebt und auf die harte Tour schnell genug echte Seemannschaft gelernt haben; von den restlichen 90 % hört und sieht man nach den ersten schweren Rückschlägen verständlicherweise meist gar nichts mehr.

Okay, und damit habe ich für heute nun aber wirklich mehr als genug Kluggeschissen und dieser lange Beitrag findet sein wohlverdientes Ende. Ich wünsche allen mutigen Seelen, die es trotz all dieser Herausforderungen selbst mit dem faszinierenden Fahrtensegler-»Sailing-Saltlife« probieren wollen, von Herzen alles Gute. Wenn ihr es tatsächlich wagt, werdet ihr unvergleichliche, atemberaubend schöne Erlebnisse haben – aber eben unvermeidbar auch manchmal viel Frust, gewaltigen Ärger und verdammt brenzlige Situationen durchstehen müssen.

 Unzensiert Weiterlesen? Klick >>>

»«

©-http://srjexped.jimdo.com/2026 Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte & Bilder - auch auszugsweise - ohne schriftliche Genehmigung ist nicht gestattet. Alle Angaben ohne Gewähr!

Blog: https://sea-nomads.blogspot.com

 

Current Crew

 

 

 

 

Buy

Ganzen Blog unzensiert lesen>>>
Sende den gewünschten Betrag per Pay Pal an Captnsteve59@icloud.com Viel Spaß :))

Beliebte Posts