Algarve, hübsche Deerns, giftiger Schleifstaub, und scharfe Hähnchen

 

#26.09.28 – Algarve, hübsche Deerns, giftiger Schleifstaub, und scharfe Hähnchen

»Moin, Schlafmütze, aufstehen!«, zog ich grinsend Leonie in ihrem Gästezimmer die Decke weg, weil sie heute anscheinend schwer aus dem Bett kam, wir aber so einiges vorhatten. »Was ist los? Du bist doch sonst nicht so verschlafen?«

»Oooooch Mensch, moin Steve…«, reckte und streckte sie sich eindeutig noch verschlafen wie eine Katze. »Ich weiß ja, aber irgendwie bin ich heute noch total müde.«

Sie lag in einem dünnen, kurzen, elegant wirkenden Nachthemd aus seidenartigem Stoff mit Stick-Applikationen auf dem Rücken – was natürlich einen ziemlich entzückenden Anblick für meine genießenden Männeraugen bot. Schließlich ist sie schön und besitzt eine schlanke Figur von Modelformat! Das Teil bedeckte kaum ihre Hüften, zeigte also verdammt viel perfekt geformte Beine. Und wie es nun mal so ihre Art ist, dachte sie offensichtlich überhaupt nicht daran, wie sexy-verlockend sie so auf einen männlichen Betrachter wirken musste. Wer würde sich so eine Hübsche, mit vermutlich nichts sonst unter dem Negligé, nicht gern anschauen? Ich auf jeden Fall! zwinker

»Nun, solche Tage kommen vor, auch bei mir. Willst du die Arbeit verschieben?«, lächelte ich verständnisvoll. Wenn es nach mir ginge, hätte sie sich gern noch stundenlang vor meinen Augen so räkeln oder einfach nur daliegen können. Ja, ja, ich weiß, wir Männer sind unverbesserlich dämlich, wenn es um weibliche Reize geht, hoho!

»Auf gar keinen Fall!«, riss sie sich zusammen und richtete sich blinzelnd auf. »Sorry, ich mach mich schnell fertig. Wat mutt, dat mutt!«

»Das ist die richtige Einstellung, Deern! Also los, ich gehe schon mal runter, bis gleich.« Ich wandte meine Blicke mit Bedauern von ihr ab, ging raus und ins Erdgeschoss. Mit einem guten, starken Kaffee und einer Banane vor dem eigentlichen Frühstück versorgt, ging ich draußen zunächst eine Kippe rauchen und dachte über die heutige Arbeit nach.

Die letzten drei Tage hatte ich Leonie mehrmals an ihrem aufgebockten Boot geholfen, wenn ich nicht mit eigenen Angelegenheiten beschäftigt war. Ihre Hallberg-Rassy ist gut in Schuss, gepflegt und gewartet. Aber wie das bei 22 Jahre alten, viel gesegelten Yachten nun mal so ist, gibt es dennoch stets Arbeit, um die man sich kümmern muss.

Heute sollte es vor allem um die Strömungslamellen-Schutzgitter am Bug-Querstrahlruder gehen. Die hatte vor einem knappen halben Jahr eine offensichtlich nicht so gute Firma erneuert und bei der Arbeit mächtig geschlampt. Daran waren am jetzt perfekt gesäuberten Unterwasserschiff einige Nacharbeiten notwendig.

 

Achtung, jetzt wird es ein Stück weit sehr technisch; wen das nicht interessiert, kann es überscrollen.

Wie für darin erfahrene Leute auf dem Foto erkennbar, machte diese miese Firma so einiges falsch und wollte schlicht abkassieren, ohne fachgerechte Arbeit abzuliefern:

  • Sichtbare Spachtel- oder Kleberreste: Die weißen Klumpen an den Enden der Stäbe sind grob aufgetragene Reste von Epoxid-Spachtel, Polyester-Füllstoff oder Konstruktionskleber (wie Sikaflex). Bei einer ordnungsgemäßen Montage im GFK-Rumpf werden diese Übergänge bündig geschliffen, formschlüssig einlaminiert und komplett überstrichen.
  • Fehlendes Finish: Die weißen Fixierungspunkte wurden weder plangeschliffen noch mit dem blauen Antifouling-Anstrich versiegelt. Das deutet darauf hin, dass die Stäbe entweder in aller Eile kurz vor dem Zuwasserlassen eingesetzt wurden oder es sich um einen schnellen Reparaturversuch handelt, nachdem die originalen Stäbe verloren gingen.
  • Hydrodynamischer Nachteil: Die hervorstehenden Klebebuckel erzeugen Verwirbelungen im Wasser. Das bremst das Boot beim Segeln aus und kann zu lauten Strömungsgeräuschen im Tunnel des Bugstrahlruders führen.

Es wurde hier offenbar versucht, die Stäbe ohne großen Schleif- und Laminieraufwand einfach von außen vor die Öffnung zu „kleben“. Langfristig ist diese Verbindung durch die starken Vibrationen des Bugstrahlruders und den Wasserdruck stark gefährdet, wieder auszubrechen.

Um diese mangelhafte Arbeit dauerhaft, sicher und hydrodynamisch glatt zu sanieren, ist ein strukturierter GFK-Neuaufbau notwendig. Reine Klebeverbindungen von außen brechen durch die enormen Vibrationen des Bugstrahlruders und den Wasserdruck schnell wieder aus.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine fachgerechte Reparatur für Interessierte:

1.     Demontage und Freilegen (Die Substanz schaffen):

o    Alte Stäbe entfernen: Die Stäbe vorsichtig herauslösen. Der alte, weiße Kleber bzw. Spachtel muss komplett weichen.

o    Großzügig schleifen: Schleife das blaue Antifouling und den darunterliegenden Primer im Umkreis von ca. 5 bis 10 cm um die Befestigungspunkte komplett bis auf das nackte GFK (Gelcoat/Laminat) ab. Auf Antifouling hält kein neues Laminat oder Epoxidharz!

o    Aussparungen nacharbeiten: Fräse oder schleife an den Rändern des Tunnels saubere, vertiefte Taschen oder Schlitze, in die die Enden der Stäbe bündig hineinpassen.

2.     Formschlüssiges Einsetzen und Fixieren:

o    Entfetten: Reinige die Schleifstellen und die (idealerweise aufgerauten) Enden der Edelstahl- oder Kunststoffstäbe penibel mit Aceton.

o    Fixieren: Mische Epoxidharz mit Texturpulver/Füllstoff (z. B. Aerosil oder Glasspeed/Fasergemisch), um einen zähen, strukturellen Epoxid-Spachtel zu erhalten. Setze die Stäbe in die Aussparungen ein und bette die Enden in diesem Spachtel ein.

o    Ausrichten: Achte darauf, dass die Stäbe exakt parallel zur Fahrtrichtung verlaufen und nicht über die Rundung des Rumpfes herausragen. Überschüssigen Spachtel direkt glattstreichen.

3.     Das eigentliche Laminieren (Für die Ewigkeit):

o    Sobald die Fixierung ausgehärtet ist, schleifst du die Übergänge leicht an.

o    Laminiere nun über die Enden der Stäbe und den umgebenden Rumpf 2 bis 3 Lagen dünnes Glasgewebe (z. B. 160 g/m² oder GFK-Gewebeband), getränkt mit flüssigem Epoxidharz. Das Gewebe muss die Enden der Stäbe mechanisch am Rumpf "festbinden". Epoxidharz geht mit dem alten GFK-Rumpf eine extrem starke, chemisch-mechanische Verbindung ein.

4.     Spachteln und Hydrodynamisches Finish:

o    Planschleifen: Nach dem Aushärten des Laminats werden abstehende Gewebekanten weggeschliffen.

o    Feinspachtel: Trage wasserbeständigen Epoxid-Feinspachtel auf, um die Übergänge absolut bündig und glatt zum restlichen Rumpf zu modellieren.

o    Der finale Schliff: Schleife die Stelle mit feinem Schleifpapier (z. B. 120er bis 240er Körnung) so plan, dass man beim Drüberfühlen keinen Übergang oder Buckel mehr spürt.

5.     Neuer Lackaufbau (Schutz gegen Wasser):

o    Osmoseschutz: Trage auf das geschliffene, nackte Epoxid/GFK mindestens 5 Schichten Epoxid-Primer (z. B. Gelshield 200 oder International Interprotect) auf. Dies isoliert das GFK absolut wasserdicht und verhindert Osmose.

o    Antifouling: Zum Schluss streichst du die sanierten Stellen sowie die Innenseite des Tunnels wieder mit dem passenden blauen Antifouling.

Zeitaufwand & Tipp: Plane für diese Arbeit wegen der jeweiligen Trocknungszeiten des Epoxidharzes zwischen den Schritten etwa 2 bis 3 Tage im Trockendock ein. Schütze die Baustelle vor Feuchtigkeit und arbeite idealerweise bei Temperaturen über 15 °C, damit das Harz optimal chemisch vernetzt.

Es mag simpel nach einer eng begrenzten Stelle an beiden Seiten des Bug-Unterwasserschiffs aussehen, erfordert aber doch so einigen Aufwand. Die Wetterbedingungen waren dafür am Arade wieder mal ideal: Sonne-Wolken-Mix mit im Tagesverlauf bis zu 27 °C und mäßiger Brise aus Südost. Die verweht idealerweise sofort den giftigen Feinstaub durch Schleifen und ähnliche Arbeiten, wovon es auf dem großen Werftgelände natürlich so einige gab.

Trotzdem muss oder sollte man bei solchen Arbeiten stets gute Atemschutzmasken tragen, am besten eine wiederverwendbare Halbmaske mit Kombinationsfiltern der Schutzstufe A2P3. GFK- und Antifouling-Staub ist richtig giftig und schädlich für die Lunge, das unterschätzen viele; Ausdünstungen von Epoxidharzen und Lösungsmitteln sind auch alles andere als gesund. Ich würde für das Arbeiten in so warmem Klima wie aktuell hier folgendes Produkt empfehlen:

Der Testsieger für Hitze: 3M Secure Click™ (HF-800 Serie) Damit sieht man zwar aus wie der böse Dart-Vader und billig sind die auch nicht, aber verdammt gut und darauf kommt es schließlich an.

 

Diese Maske ist ideal für die Algarve, da sie speziell für anspruchsvolle Umgebungen entwickelt wurde. Sie besitzt ein patentiertes Ausatemventil, das warme Atemluft und Feuchtigkeit gezielt nach unten leitet. Das minimiert den Hitzestau in der Maske drastisch. Zudem bietet das Filtersystem den weltweit ersten 4-fach-Luftstrom (zwei Filter pro Seite, die beidseitig Luft einlassen), was das Atmen extrem erleichtert. Mit Kombifilter D8095 (A2P3) schützt sie gleichzeitig vor organischen Gasen/Dämpfen von Epoxidharz, Lösungsmitteln, Primer und feinsten, giftigen Partikeln des GFK- und Antifouling-Schleifstaubs.

Vor der Mittagspause kletterten wir noch über eine lange Außenleiter an Bord von Leonies vom Opa quasi geerbten Yacht, wo wir uns umzogen. Duschen und säubern konnten wir uns auch, obwohl das Boot an Land steht. Sie hat natürlich Schmutzwassertanks, wohin das Abwasser aus den zu etwa zwei Dritteln gefüllten Frischwassertanks abfließen kann. Allerdings darf man sich das nicht wie eine Landdusche vorstellen, wo man das Wasser bedenkenlos fließen lässt. Aber auch eine „Navy-Style-Shower“ reicht völlig zum Säubern und Erfrischen, und Fahrtensegler sind daran gewöhnt.

»Guck nicht so…, so genüsslich männlich, haha!«, lachte Leonie, als ich ihre reizenden Formen dabei kurz splitternackt von hinten zu sehen bekam.

»Du gönnst mir Arbeitssklave aber auch gar nix, Gemeinheit, hoho!«, beschwerte ich mich – und jeder männliche Leser wird sofort verstehen, weshalb ich sie mit den Augen verschlang. breitgrins

»Och, du ärmster aller armen Skipper-Arbeitssklaven, was tust du mir soooo leid, hihi!«, konterte sie kichernd, sowohl über mich als auch über sich selbst sowie über diese doch ganz schön kribbelnde Situation. Aber im Gegensatz zu einem völlig ungenierten, sogar richtig exhibitionistischen Frechdachs, wie der von mir mehrfach beschriebenen Kasha, reagierte Leonie zwar nicht verklemmt-schamhaft, bedeckte ihre entzückenden Formen aber doch schnell und verschwand aus meinem direkten Blickfeld.

 

Meine Güte, sie ist aber auch eine liebreizende Hübsche! Und ich unverbesserlicher, Dämlack von Mann freute mich mal wieder darüber, dass es an Bord von relativ kleinen Yachten nun mal unvermeidlich eng zugeht und es weniger Intimsphäre als an Land gibt. Klar, auch auf ihrer 46er gibt es zwei Bäder und drei verschließbare Kabinen. Doch gerade Langzeit- oder dauerhaft an Bord lebende Fahrtensegler gehen damit im Allgemeinen ziemlich locker um. Besonders in warmen oder tropischen Regionen hüpft man ja auch zu gern mal nackig von der ankernden Yacht ins Meer, duscht sich danach mit der Decksdusche ab und bewegt sich meist sehr leicht bekleidet an Bord. Da hat niemand Lust darauf, sich bei jeder Gelegenheit immer gleich wegen ein bisschen Nacktheit in geschlossene Kabinen zurückzuziehen; nur wirklich schamhafte Menschen tun das.

Gleich darauf erschien sie wieder in einer luftigen, hellblauen Bluse mit Umhängetasche und weißer Sommerhose, lächelte verschmitzt: »Ich bin soweit, und du Riesenbär? Stoß dir nicht den Kopf!«

»Bei meinen fast 190 cm ist das gar nicht so einfach, auch wenn dein schönes Boot gute Stehhöhe unter Deck hat«, lächelte ich zurück. HR-46er des Baujahrs 2004 haben je nach Bereich eine lichte Höhe zwischen 1,87 m und ca. 2,00 m. Aber es gibt halt auch überall Überhänge und Ecken, wo man sich stoßen kann.

»Wir waren richtig fleißig, und dank deiner Hilfe bin ich mit den Arbeiten schon deutlich weiter. Danke, du Lieber!«, reckte sie sich an mir hoch, bedachte mich mit einem ihrer superlieb wirkenden Backenküsschen und fügte mit funkelnden Augen hinzu: »Dafür lade jetzt ich dich zum Essen ein!«

»Oho, das nehme ich gern an«, schmunzelte ich und versuchte nicht zu widersprechen, obwohl sie finanziell deutlich eingeschränkter ist als ich. Aber hierbei ging es ihr vor allem um die Geste, und das wollte ich ihr nicht verderben. »Kennst du das Restaurante-Bar Sol & Sombra na Lota an der Südostecke des Werftgeländes? Die sind sehr gut, und das würde uns Zeit sparen, um danach weiterzuarbeiten.«

»Ja, dort war ich schon mal mit Opa essen, das wollte ich sowieso ansteuern.« Wir kletterten also wieder vom aufgebockten Boot herunter und spazierten in diese Richtung, während ich noch eine rauchte und wir plauderten.

Es war bereits nach 14 Uhr, und das Restaurant hält bei derzeit 157 Bewertungen einen 4,6-Sterne-Schnitt auf Google. Ich vermute, es gehört zu einer nahegelegenen Fischer-Kooperative mit angeschlossenem Fischgeschäft oder wurde deshalb ausgerechnet hier errichtet. Durch die industriell-maritime Werftumgebung ist die Lage an der Südostecke direkt am Fluss zwar nicht so toll, aber das Lokal selbst ist modern und gepflegt. Es bemüht sich, zur gehobenen Kategorie zu gehören, und konzentriert sich naheliegenderweise auf Meeresfrüchte und regionale, frische Produkte. Das Personal ist offensichtlich gut ausgebildet, freundlich bemüht, und die Gerichte sind exzellent auf den Punkt perfekt zubereitet.

Man kann im Sol & Sombra na Lota bereits für 15–20 € lecker satt werden, doch sollte man eher 35 bis 60 Euronen einplanen, wenn man wirklich gut schlemmen und passenden Wein dazu trinken möchte. Dabei sollte man auch ein paar kulturelle Gastro-Eigenheiten beachten, wie sie vor allem in traditionellen Küsten- und Fischrestaurants weit verbreitet sind: In solchen Lokalen – anders als in den durchgestylten Touristenrestaurants der Großstädte – wird man häufig schon beim Betreten aktiv zur Eistheke geführt und gefragt, ob man sich Fische von der Präsentation auswählen möchte. Diese werden nach Gewicht berechnet, und wenn man sich einen Edelfisch aussucht, kann der je nach Größe schon mal mit allein 35 bis 50 Euro zu Buche schlagen – also noch völlig ohne Beilagen, Vor- oder Nachspeisen und Getränke.

 

Wenn man sich damit nicht gut auskennt, sollte man besser am Tisch von der Karte bestellen und sich vom Service beraten lassen. Normalerweise reicht beispielsweise ein großer Fisch mit Beilagen für zwei Personen völlig aus. Wir wollten sowieso mischen, weil wir einfach Lust dazu hatten, und wählten eine gegrillte Dorade sowie gegrilltes Hähnchen (Frango Grelhado), mit diversen Beilagen und einer äußerst delikaten Fischsuppe als Vorspeise; als Dessert nur guten Kaffee. Beides schmeckte köstlich, wir tauschten beim Essen zum Ausprobieren, und ich kann die hohe Bewertung dieses Restaurants nur bestätigen.

Und wo wir schon bei den kulinarischen Gepflogenheiten in Portugal sind: Ein weiterer Klassiker, über den unwissende Touristen gerne stolpern, ist das sogenannte Couvert. Sobald man sich an den Tisch setzt, stellt der Kellner völlig ungefragt einen Korb mit frischem Brot, Butter, Oliven, kleinem Käse oder leckeren Fischpasteten – besonders die Sardinencreme ist eine Wucht – direkt vor deine Nase. Wer jetzt denkt, das sei ein kostenloser „Gruß aus der Küche“ wie beim Italiener um die Ecke, wird bei der Rechnung überrascht: Was angerührt wird, kostet extra – meist ein paar schmale Euros pro Person. Wer nichts davon möchte, lässt es unberührt stehen oder sagt direkt freundlich ab, dann geht es anstandslos zurück. Ich persönlich liebe diese Vorspeisen der portugiesischen Gastronomie ehrlich gesagt. Wenn man nach getaner Arbeit mit Bärenhunger am Tisch sitzt, gibt es doch kaum etwas Besseres, als sofort ein knuspriges Brot mit würziger Butter und Oliven zu futtern, während in der Küche der Hauptgang brutzelt!

Weil mich ohnehin jemand danach fragte und ich bekanntlich gern als Gourmet schwärme, sei hier das portugiesische Geheimnis dieses Hähnchengerichts mal ausführlicher beschrieben:

Das Geheimnis des Frango Piri-Piri (auch Frango no Churrasco genannt) liegt in einer jahrzehntelangen Tradition, die eng mit der Geschichte Portugals und seinen ehemaligen afrikanischen Kolonien (wie Mosambik und Angola) verknüpft ist. Die Kombination aus einer speziellen Schnitttechnik, glühender Holzkohle und der unverwechselbaren Sauce macht das Fleisch so saftig und aromatisch:

1.     Die Schnitttechnik (Spatchcock / Schmetterlingsschnitt): Das Hähnchen wird nicht im Ganzen am Spieß gedreht, sondern entlang des Rückgrats komplett aufgeschnitten und flach aufgeklappt. Dadurch wird das Fleisch gleichmäßig flach. Das hat zwei große Vorteile: Es gart auf dem Grill schnell durch, bleibt innen wunderbar saftig, und die Haut kann überall gleichmäßig knusprig werden.

2.     Das traditionelle "Franguinho da Guia": Die Wiege des portugiesischen Grillhähnchens liegt an der Algarve, genauer gesagt im kleinen Ort Guia nahe Albufeira, der oft als „Hauptstadt des Hähnchens“ bezeichnet wird. Das Besondere daran: Es werden traditionell nur kleine, junge, natürlich aufwachsende Hähnchen (Franguinhos) verwendet, die meist nur zwischen 600 und 700 Gramm wiegen. Das Fleisch dieser kleineren Tiere ist deutlich zarter als das von schweren Masthähnchen.

3.     Das Grillen über echter Holzkohle (Na Brasa): In einer echten Churrasqueira (Grillrestaurant) wandern die flachen Hähnchen in große Gitterroste und werden über offener Holzkohle oder Holzglut gegrillt. Das tropfende Fett erzeugt den typisch rauchigen, intensiven BBQ-Geschmack, den man im normalen Ofen niemals hinbekommt.

4.     Die Piri-Piri-Sauce (Das feurige Finish): Die Sauce basiert auf der scharfen afrikanischen Bird’s-Eye-Chilischote (Piri-Piri). Das Spezielle am portugiesischen Rezept ist die Balance: Die Chilis werden mit viel gutem Olivenöl, reichlich Knoblauch, Zitronensaft, etwas Essig und edelsüßem Paprikapulver gemischt.

Der Clou beim Grillen: Das Hähnchen wird während des Grillens immer wieder mit dieser Marinade bzw. reinem Knoblauch-Öl bepinselt (basting). Dadurch karamellisiert die Haut, und das Aroma zieht tief in das Fleisch ein.

Tipp: Wenn du ein Hähnchen in Portugal bestellst, wirst du fast immer gefragt: »Com picante ou sem picante?« (Mit scharf oder ohne?). Wenn du es traditionell magst, bestelle es com picante. Keine Sorge, es ist selten brennend scharf, sondern angenehm feurig-würzig. Dazu gehören zwingend hausgemachte Pommes frites und ein einfacher Tomaten-Zwiebel-Salat (Salada Algarvia) mit Oregano.

Dazu tranken wir einen trockenen, fruchtigen Algarve-Rosé aus Negramoll – ein genialer Sommerbegleiter zum Grillhähnchen. Er verbindet die Frische eines Weißweins mit den Beerenaromen, die wunderbar zum Röstaroma des Grills passen; und natürlich auch eine Flasche Mineralwasser.

»Total köstlich, oder?«, stöhnte Leonie vollgefressen. »Bist du Vielfraß-Gourmet auch zufrieden?«

»Oh ja, sehr lecker! Danke für die Einladung, hübsche Deern«, zwinkerte ich, und wir überlegten, ob wir jetzt noch weiterarbeiten wollten.

Aus der beabsichtigten Zeitersparnis durch das Essen in der Nähe war nämlich nichts geworden. Wir waren im Lokal auf vier Seglerfreunde getroffen und hatten arg lange miteinander geschwatzt und geschlemmt. Ein sehr sympathischer, gebildeter deutscher Katamaran-Fahrtensegler in den Fünfzigern und eine supernette Seglerfamilie aus Norwegen mit bildhübscher, nordisch-blonder Teenager-Tochter, bereiteten ihre Boote zum Überwintern an Land vor. Fahrtenboote winterfest aufgestützt an Land bis zur nächsten Saison stehen zu lassen, ist ein erheblicher Arbeitsaufwand, wenn sie im nächsten Jahr wieder gut und ohne größere Probleme seeklar gemacht werden sollen.

Dabei hatten wir uns ordentlich verquatscht, und inzwischen war es bereits nach 16 Uhr. Sonnenuntergang ist hier derzeit um 19:20 Uhr, und so richtig Lust hatten wir nicht, jetzt noch rund drei Stunden weiterzuarbeiten. Stattdessen beschlossen wir spontan, eine Radtour zur malerischen Algarve-Küste zu machen, wohin weder Leonie noch ich bisher gekommen waren. Das ist immer schade, denn genau diese Küste ist ja die eigentliche Attraktion der Algarve und die Region deshalb so beliebt. Jetzt muss ich mich wieder kurzfassen, sonst wird dieser Blogbeitrag ein Roman – denn natürlich gäbe es noch sehr viel, was ich beschreiben könnte.

 

Ich hatte ihr ohnehin eines der drei bei mir noch an Bord befindlichen, genialen E-Klappbikes Tern Vektron P5i zur Verfügung gestellt, damit sie mobil ist, ohne sich ein Mietrad nehmen zu müssen. Damit schafften wir es locker und ohne größere Anstrengung in einer knappen halben Stunde an die Küste. Auch sehr angenehm bei inzwischen noch etwa 25 °C, wobei man weder gleich ins Schwitzen noch durch Fahrtwind und Seebrise ins Frösteln kommt – sozusagen perfektes Ausflugswetter. Und die körperliche Bewegung durch die nur auf gering eingestellte E-Motor-Unterstützung, tat nach dem üppigen Speisegenuss natürlich auch gut, vor allem mir! schiefgrins




 

Zunächst steuerten wir den Leuchtturmkomplex Farol da Ponta do Altar an, wo wir pausierten und die Aussicht aufs Meer genossen. Dann ging es noch bis Sonnenuntergang ein bisschen entlang holpriger Pfade an der Küste weiter, was diese Bikes auch ganz gut packen, auch wenn es keine Geländefahrräder sind. Erst bei Sonnenuntergang drehten wir um und nahmen in einer hübschen Café-Bar noch je einen Drink mit gut gelaunten, überwiegend einheimischen Portugiesen. Kaum jemand sprach auch nur gebrochen Englisch, aber wir verstanden uns trotzdem bestens, und Leonie verzauberte kinderleicht die wenigen Anwesenden.

In tiefdunkler, romantischer Nacht erreichten wir schließlich bei immer noch angenehm milden 21 °C gut gelaunt unsere Unterkunft bei Manolos Familie. Bereits kurz nach 22 Uhr lag ich in meinem Bett und arbeitete online noch bis Mitternacht am Laptop. Eine letzte Zigarette draußen, Zähneputzen und die übliche Badroutine – dann pennte ich schnell und tief ein.

 

 

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Algarve. Sirenen, Stylings und eine schwedisch-norddeutsche Deern

 

#26.09.28 – Algarve. Sirenen, Stylings und eine schwedisch-norddeutsche Deern

Das Wochenende war nicht ganz so heiß wie die Tage zuvor. Meist bewegten sich die Temperaturen knapp um die 30-Grad-Marke, begleitet von Schleierwolken, die den Sonnenschein etwas dämpften, und einem kühlenden Wind von 3 bis 5 Beaufort. Trotzdem gab es reichlich Sonne und zwischendurch Abschnitte mit strahlend blauem Himmel. In diesen Phasen brannten die Sonnenstrahlen nach wie vor mit viel Kraft herunter, aber insgesamt ließ es sich auch draußen wieder gut aushalten.

»Nimmst du mich im Beiboot mit rüber? Ich will eine Freundin am anderen Ufer besuchen«, fragte Emilia auf ihre ganz spezielle Art – gleichzeitig leicht zurückhaltend und dennoch verführerisch lockend.

»Natürlich, gern. Ich gehe schon mal raus und rauche eine Zigarette, während du dich fertig machst.«

»Ist gut, ich komme gleich nach«, sagte sie und ging sich umziehen.

Am Kai gibt es zwar das sogenannte Táxi Ferry, ein kleines Transferboot, das zwischen Ferragudo am linken und Portimão am rechten Ufer des Arade pendelt. Das ist kein öffentlicher Nahverkehr, sondern ein privates Unternehmen, das Einheimische und Touristen zwischen 10:00 Uhr und Mitternacht für etwa 7 bis 10 Euro in rund 11 Minuten über den Fluss bringt. Billiger geht es nur mit den Bussen, die allerdings bloß alle 3 bis 4 Stunden fahren.

Die Bootsbetreiber lassen insbesondere bei Einheimischen, Kindern und Jugendlichen mit sich handeln, wenn diese regelmäßig hin- und herpendeln; dann wird es deutlich günstiger. Aber wieso sollte Emilia überhaupt Geld dafür ausgeben, wenn ich sowieso mit dem Yachtbeiboot übersetzen wollte? Klar, das ist nicht ganz so bequem, deutlich wackeliger und bei höheren Wellen durch überkommendes Spritzwasser auch mal nasser – doch gerade junge Leute stört so etwas gar nicht, sie finden es eher spaßig.

Gerade hatte ich zu Ende geraucht, da fiel mir ein, dass ich den kleinen Insektenstich-Heiler von Beurer im Zimmer vergessen hatte. Das Ding ist so kompakt, dass es in jede Tasche oder an den Schlüsselbund passt, woran ich es gleich darauf befestigte. Die Stiche von Herbstmücken oder Moskitos jucken meist besonders schlimm, weshalb ich das Teil vor allem in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Biester schwärmen, immer dabeihaben möchte.

Also ging ich noch einmal hinein. Ich fand das Gerät – und Emilia, die inzwischen fertig hergerichtet an einem verblüffend alten, klobig wirkenden Laptop saß. Sie dachte wohl, ich wäre wegen ihr ungeduldig zurück ins Haus gekommen, und meinte entschuldigend:

»Tut mir leid, Steve, ich komme sofort. Ich habe nur gerade eine wichtige Mail bekommen, die ich noch kurz beantworten wollte.«

»Kein Problem, lass dir Zeit«, lächelte ich. Innerlich musste ich schmunzeln: „Wichtig“ kann bei jungen Menschen schließlich alles bedeuten – von den Schuhen oder dem Styling einer Freundin über Jungs und Cliquen-Ereignisse bis hin zu etwas wirklich Relevantem.

Während sie noch tippte, beobachtete ich ihre Erscheinung. Die Hübsche hatte sich die Haare zum Pferdeschwanz zurückgebunden und zusätzlich einen Kunstperlen-Haarreif aufgesteckt. Dazu trug sie eine dunkle Hemdbluse mit dezenten Puffärmeln und Raffungen an den Schultern, was auf mich ziemlich altmodisch wirkte. Vielleicht als bewussten Kontrast trug sie untenrum einen sehr kurzen, klassischen Minirock, der viel von ihren schlanken Beinen zeigte und perfekt in die späten Sechziger- oder frühen Siebzigerjahre gepasst hätte. Bequeme Slipper an den Füßen und ein zum Haarreif passendes Kunstperlen-Armband machten das Outfit komplett. Das scheint ihr bevorzugter Stil zu sein, mit dem junge Leute gern ein bisschen auffallen wollen, denn ähnlich gekleidet hatte ich sie nun schon mehrmals gesehen.

 

Später im Beiboot sprach ich sie neugierig auf ihren Look an. Emilia bestätigte meine Vermutung auf diese typische, ein klein wenig überheblich wirkende Art junger Menschen – aber auf eine nette, augenzwinkernde Weise, frei nach dem Motto: »Wie kann man das bitte nicht wissen, Steve?«, schmunzelte sie.

Bei diesem Minirock-Outfit, dem Klettern in und aus dem Zodiac 310 Dinghy sowie beim Sitzen im Boot war es natürlich unvermeidlich, dass ich neben ihren schlanken Beinen auch mehrmals ihren schneeweißen Slip darunter sah; sowas wirkt auf Männer immer sehr reizvoll. Dass sie unter dem dunklen Stoff von Bluse und Rock eine weiße Unterwäsche wählte, die dadurch kontrastierend und unübersehbar aufblitzte, war fraglos mit weiblicher Raffinesse ebenso gut überlegt und erwünscht. Ja, man darf sich von Emilia nicht täuschen lassen! Sie ist eindeutig auch ein „raffiniertes Biest“, wie man so sagt und setzt ihr reizvolles Sexappeal als hübsche, junge Frau mit toller Figur sehr gezielt ein. schmunzel

Was ich in dem Moment allerdings völlig vergaß zu fragen: Was hatte es eigentlich mit diesem steinalten, dicken Laptop-Knochen auf sich? Normalerweise rennt die Jugend doch jedem neuen Smartphone hinterher. Da ich das modische Rätsel unbedingt lösen wollte, hakte ich später am Abend mal bei einer KI nach. Und siehe da: Die digitale Welt hatte eine verblüffende Erklärung parat.

Laut der KI ist Emilias gesamter Auftritt – inklusive des klobigen Computers – absolut am Puls der Zeit. Das Ganze nennt sich in der aktuellen Jugendkultur „Office Siren“ (Büro-Sirene) kombiniert mit dem neuesten Schrei: „Retro Tech“. Was auf mich bieder oder veraltet wirkte, ist bei der Gen Z gerade ein riesiger Trend:

  • Der epochenübergreifende Stil-Mix: Es ist total angesagt, Elemente der späten 2000er (wie die Puffärmel-Bluse) mit den späten 1960ern (dem Minirock) zu mixen. Junge Menschen würfeln die Jahrzehnte heute zu einer ganz eigenen Identität zusammen.
  • Klobige Technik als Kultobjekt: Während neue Laptops alle gleich flach, grau und langweilig aussehen, gilt ein dicker Laptop aus den frühen 2000ern heute als Design-Statement mit Charakter. Zudem nutzen viele junge Leute alte Geräte ganz bewusst als „digitalen Detox“ – um beim Tippen Ruhe vor der ständigen App- und Benachrichtigungsflut moderner Geräte zu haben. Monotasking statt Dauerstress.
  • Auffallen durch Biederkeit: Heute sticht man oft nicht mehr durch schrille Farben hervor, sondern paradoxerweise durch einen Look, der fast schon „zu ordentlich“ oder „zu brav“ wirkt – in der Modewelt läuft das unter Begriffen wie Geek Chic oder Twee.

Wer hätte das gedacht? Die junge Frau nutzt diesen nostalgischen Mix aus Mode und Technik also ganz gezielt und clever als ihr persönliches Statement.


 

Nachdem ich sie abgesetzt hatte, schipperte ich weiter zur großen Marina de Portimão mit ihren gut 620 Liegeplätzen. Dort konnte ich das Beiboot an einem Dinghy-Dock sicher liegen lassen, um in die Stadt zu gehen. Während ich mit geringer Geschwindigkeit durch die langen Reihen glitt, um keine störenden Wellen für die festgemachten Yachten zu verursachen, fiel mir eine Hallberg-Rassy mit ihrem unverwechselbaren, klassisch-soliden Aussehen auf. Das war doch eindeutig das Fahrtenboot von Leonie und ihrem Opa, die ich vor einigen Tagen in Vigo kennengelernt hatte!

Als der Tender sicher vertäut war, beschloss ich spontan nachzuschauen, ob jemand an Bord war, und Hallo zu sagen – wie man es unter bekannten Seglern immer gern tut. Tatsächlich saß Leonie an Deck und spleißte gerade Tauwerk. Auf meinen lauten Gruß hin schob die ungestylte Naturschönheit bezaubernd lächelnd ihre Sonnenbrille hoch:

»Steve… na so eine Überraschung! Liegt ihr etwa auch in dieser Marina? Wo ist deine Crew? Hey, magst du an Bord kommen und einen Kaffee oder so mit mir trinken?« Sie freute sich eindeutig aufrichtig und strich sich die blonden Haare zurück, deren Strähnen ständig vom Wind verweht wurden; sie schien große Lust auf eine nette Plauderei zu haben.

»Sehr gern…«, antwortete ich, kletterte an Deck der schicken HR und erklärte ihr, dass die Crew heimgeflogen und ich momentan allein unterwegs war.

»Oh, wie schade! Ich auch… Opi musste ebenfalls zu einer wichtigen Untersuchung nach Hause. Leider ist der Arme in einem Alter mit den typischen Beschwerden, in dem er nur noch selten längere Zeit auf seinem geliebten Boot bleiben kann«, seufzte sie und ging in die Kombüse unter Deck, um Kaffee zuzubereiten.

Ich blieb im Mittelcockpit sitzen, um eine Zigarette zu rauchen. Durch die weit geöffneten Niedergangsluken konnten wir uns problemlos weiter unterhalten. Wie es so meine Art als Profifotograf und Gentleman-Genießer holder Weiblichkeit ist, studierte ich aufmerksam ihr Outfit:

Sie verkörperte den perfekten, ungezwungenen Maritim-Look einer natürlichen Seglerin. Leonie trug ein roséfarbenes Top mit einer kleinen Knopfleiste am Ausschnitt, darüber ein locker drübergeworfenes, kariertes Hemd in Beere- und Brauntönen mit hochgekrempelten Ärmeln, kombiniert mit einer schlichten, weißen Hose. Ihr langes, blondes Haar fiel offen und unkompliziert über die Schultern, während eine feine Kette mit einem kleinen dunklen Anhänger ihr Dekolleté zierte. Dazu die stylische Piloten-Sonnenbrille, die sie lässig ins Haar geschoben hatte – völlig unaufgeregt, aber gerade durch diese sympathische, sportliche Natürlichkeit unheimlich attraktiv. 

 

»Wie alt ist dein Opi denn inzwischen?«, hakte ich nach und paffte genüsslich an meiner Zigarette, während der leichte Seewind meine Rauchfahnen sogleich verwehte. Am Himmel kreischten unter einigen Schleier- und Schäfchenwolken ein paar Seevögel, Fallen klapperten an den Aluminiummasten anderer Segelboote gegen das Metall und ein rücksichtsloser Zeitgenosse in einem lautstarken Motorboot verursachte durch viel zu hohes Tempo unnötigen Schwell zwischen den dicht gepackten Yachten in der Marina.

»86… so ein dämlicher Kerl! Immer diese Rennbootfahrer!«, meinte Leonie verärgert über den rücksichtslosen Skipper. Aber selbst ein solches Aufbegehren kam bei ihrem hübschen Gesicht auf eine sympathisch-lächelnde Art herüber. Ich erwähnte ja schon bei unserer ersten Begegnung in Vigo, dass sie eine sehr bezaubernde Wesensart besitzt. Auch jetzt erinnerte sie mich wieder stark an eine Schulliebe aus meiner Jugend. Längst vergessen geglaubte Erinnerungen ploppten plötzlich aus dem Unterbewusstsein auf – oder wo immer das Gehirn solche Momente über die Jahre aufbewahrt.

»So alt schon?! Dann ist es wirklich bewundernswert, dass er seiner Leidenschaft für das Segeln überhaupt noch ab und zu nachkommen kann«, meinte ich anerkennend.

Gleich darauf servierte sie zwei hervorragende Café Crèma mit einem feinen Schuss Karamellgeschmack. »Danke, Leonie.«

»Sehr gern! Ich freue mich wirklich über dein Auftauchen. Wo liegt denn dein schönes Boot?«, lächelte sie erneut so umwerfend, während wir im Cockpit unter dem schattenspendenden Bimini genüsslich den heißen Kaffee schlürften. »Puh, ganz schön heiß… Ja, mein lieber Opi liebt das Fahrtensegler-Leben genauso sehr wie ich.«

»Die Globetrotter steht an Land und bekommt Coppercoat auf den Rumpf. Das hast du fraglos von ihm geerbt oder übernommen, stimmts? Hattest du nicht erzählt, schon als junges Mädchen mit ihm über den Atlantik bis in die Karibik und zurück gesegelt zu sein?«, fragte ich und sah zu, wie sie bei mittlerweile etwa 27 °C aus ihrem karierten Überhemd schlüpfte. Obenrum trug sie nun nur noch das rosa Trägertop, das ihre weiblichen Konturen vorteilhaft betonte. In ihrer völlig unbeschwerten Natürlichkeit wirkte sie dadurch nur noch bezaubernder.

»Oh ja, von ihm und meinen Eltern, die ebenfalls leidenschaftliche Segler sind«, lächelte sie entzückend. »Mein Studium habe ich eigentlich nur gemacht, um einen guten Abschluss in der Tasche zu haben. Am allerliebsten lebe ich ständig als Fahrtenseglerin an Bord! Es gibt wirklich nichts auf der Welt, was ich lieber täte! WOW, Coppercoat! Ist das wirklich so genial, wie man hört?«

»In meinem letzten Blog schrieb ich ausführlich über Coppercoat; das kannst du nachlesen, wenn es dich interessiert. Spoiler: Ja, wenn es richtig gemacht wird, ist es definitiv viel besser als früheres Antifouling. Genauso schätze ich dich auch ein, als am liebsten Dauerseglerin. Was hast du denn studiert, wenn ich fragen darf?«

»Über die dudesche Hanse, mit einem 1,6er-Masterabschluss – falls dir das etwas sagt?«, verkündete sie mit berechtigtem Stolz und vermutlich auch als kleiner, amüsierter Test meines historischen Allgemeinwissens.

»Aber natürlich! Die Geschichte der Hanse hat mich schon als junge Binnenlandratte fasziniert«, zwinkerte ich schmunzelnd zurück. »Ne 1,6, gratuliere und ein sehr passendes Thema für eine so leidenschaftliche Seglerin wie dich.«

Für all jene Leserinnen und Leser, die sich mit der Sprachgeschichte Norddeutschlands nicht ganz so detailliert auskennen, sei dieser historische Begriff kurz erläutert:

Die Schreibweise „dudesche Hanse“ (in alten Quellen oft auch düdesche hense oder dǖdesche hanse) ist schlichtweg der mittelniederdeutsche Ausdruck für „deutsche Hanse“. Die Bezeichnung leitet sich historisch wie folgt ab:

  • Sprachliche Herkunft: Das alt- und mittelniederdeutsche Wort düdesch oder dudesch bedeutete „deutsch“ (verwandt mit dem althochdeutschen thiudisk, was ursprünglich „zum Volk gehörig“ bedeutete, um die Sprache des einfachen Volkes vom Latein der Gelehrten abzugrenzen).
  • Historischer Kontext: Die Kaufleute und Städte im norddeutschen Raum sprachen damals kein Hochdeutsch, sondern Mittelniederdeutsch – die damalige Lingua franca des gesamten Nord- und Ostseeraums. Sie selbst nannten ihren mächtigen Städtebund in ihrer eigenen Sprache daher offiziell „Stede van der dudeschen Hanse“ (Städte der deutschen Hanse).

Der Begriff tauchte im Jahr 1358 in Lübeck zum allerersten Mal in einem offiziellen Dokument auf, als sich die Hansestädte für einen gemeinsamen Handelsboykott gegen Flandern zusammenschlossen und einen einheitlichen Namen brauchten. Im Ausland (etwa an den Kontoren in London oder Nowgorod) wurden die Kaufleute von den Einheimischen zuvor meist einfach auf Latein als „Easterlings“ („Ostleute“) oder als „Hansa Teutonica“ bezeichnet.

 

»Oho, Captain Steve kennt sich aber wirklich aus!«, lachte Leonie amüsiert darüber, wie ich ihren kleinen Test gekontert hatte. »Ja, ich fand diese Geschichte im Studium auch unheimlich faszinierend, spannend und genau passend. Aber Karriere werde ich damit wohl kaum machen können.«

»Sag das nicht so pauschal, Leonie. Du hättest durchaus gute Chancen – wenn auch vielleicht nicht direkt als Hanse-Expertin.« Ihre Aussage stimmte natürlich, wenn man „Karriere“ rein als linearen Aufstieg im exakten Studienfach definiert. Sie ist jedoch falsch, wenn man darunter eine erfolgreiche, gut bezahlte Laufbahn in der modernen Arbeitswelt versteht. Der Einstieg erfordert zwar oft etwas Eigeninitiative und Praktika, aber die Decke nach oben ist weit offen. »Aber wenn ich dich richtig eingeschätzt habe, willst du sowieso nichts anderes machen als Fahrtensegeln, oder?«

»Genau, Steve! Opa hat mir sogar schon seine Yacht überschrieben.«

»Donnerwetter, dann bist du ja jetzt schon stolze Yacht-Eignerin! Gratuliere dir von Herzen!«, lächelte ich ehrlich für sie erfreut, hakte aber doch vorsichtig nach: »Kannst du es dir denn leisten, eine 22 Jahre alte Hallberg-Rassy zu unterhalten? Das ist ja durchaus ein teures Vergnügen… aber entschuldige, das geht mich natürlich nichts an.«

»Ach was, das ist doch kein Staatsgeheimnis!«, lachte sie so unbekümmert und strahlend wie die aufgehende Frühlingssonne. »Ich habe das große Glück, in einer wohlhabenden und sehr lieben Familie aufgewachsen zu sein. Die haben mir schon bei der Geburt einen Treuhandfonds eingerichtet, der mir monatlich eine nette Summe ausschüttet. Nicht Unmengen – reich bin ich garantiert nicht, haha –, aber es reicht zum Leben und für den Unterhalt des Bootes, wenn man wie ich genügsam darauf wohnt. Ich habe keine teuren Ansprüche, Luxus interessiert mich nicht und etwas dazuverdienen kann ich natürlich auch immer. Und wenn es wegen größerer Reparaturen doch mal eng wird, unterstützt mich die Familie.«

»Glückliche Leonie! Das freut mich wirklich für dich. Das ist ein großes Privileg, für das du sehr dankbar sein solltest.«

»Oh ja, das bin ich! Vor allem Opa und meinen Eltern, aber auch unserer internationalen Großfamilie in Deutschland und Schweden. Alles herzensgute Menschen, deren Kindern es wirklich außergewöhnlich gut geht«, erzählte sie völlig offen, als wäre ich ein langjähriger Vertrauter.

Im Stillen hoffte ich allerdings, dass diese bezaubernde Naturschönheit nicht jedem gegenüber so vertrauensselig auftritt. Bekanntlich leben wir in einer harten, brutal kapitalistischen Welt mit leider auch so manchem üblen Zeitgenossen. Für die wäre eine etwas zu naive, behütete Tochter aus gutem Hause ein leichtes Opfer.

Während die Temperaturen langsam an der 30-Grad-Marke kratzten, verplauderten wir uns so angeregt, dass wir völlig die Zeit vergaßen. Plötzlich stellten wir überrascht fest, dass es längst Zeit fürs Mittagessen war. Leonie ließ sich nicht lange bitten und von mir einladen.

 

Zunächst kamen wir an der direkt vor der Marina gelegenen Bar do Clube Portimão an der Av. Rio Arade unterhalb von Portimão vorbei. Das ist ein eher einfaches Lokal mit günstigen Preisen und einer Durchschnittsbewertung von 4,1 Sternen auf Google. Das klingt im ersten Moment passabel, aber beim ersten Blick auf die Teller der anderen Gäste erkannte ich sofort, dass ich hier nicht speisen wollte – kulinarisch wirkte das eher wie mäßige 3,5 Sterne. Bei all den guten bis sehr guten Restaurants in der Nähe gab es keinen Grund, ausgerechnet hier einzukehren. Leonie fand zwar, ich urteile etwas zu hart, und kraulte erst einmal vergnügt einem drolligen Hund die Ohren. Dennoch folgte sie mir willig zu einer deutlich besseren Adresse.

Das hübsche Restaurant Dutchman’s Snails an der R. Eng. Duarte Pacheco 5 bietet exzellente Gerichte in sehr üppigen Portionen zu verblüffend fairen Preisen. Selbst inklusive Getränk gibt man dort selten mehr als 15 bis 20 Euro pro Person aus, sonst platz man. Das Ganze wird serviert in einer gemütlich-rustikalen Wohlfühlatmosphäre mit ausgesprochen sympathischem Personal.

»Ach, ist das gut und lecker!«, freute sich Leonie nun doch, dass sie meinem Urteil gefolgt war. »Ich war schon öfter in Portimão, aber die Holländischen Schnecken kannte ich noch gar nicht. Wie hast du das denn entdeckt, du Gourmet-Vielfraß?«

»Purer Zufall bei meinem letzten Aufenthalt im Sommer«, schmunzelte ich vergnügt – und ehrlich gesagt auch ein wenig verzaubert vom natürlichen Liebreiz dieser etwa 23-jährigen Seglerin. »Aber jetzt musst du auch brav aufessen!«

»Um Himmels willen, willst du mich etwa umbringen?«, lachte sie unbeschwert mit funkelnden Augen. »Wenn ich den Berg vor mir komplett schaffe, musst du mich direkt in die Notaufnahme bringen!«

»Hmm… okay, das wäre dann doch zu schade um so eine hübsche, norddeutsch-schwedische Deern«, gluckste ich mit ihr und langte selbst ordentlich zu. Das Essen war wirklich ausgezeichnet. »Und außerdem würde mich wohl der Fahrtensegler-Geist deines Opas über alle Weltmeere verfolgen – das Risiko gehe ich lieber nicht ein.«

»Oh ja, und Papa und Mama gleich mit! Du hättest absolut keine Chance! Also riskier lieber nicht dein wunderschönes Boot und sei ganz lieb zu mir!«

»Bin ich das etwa nicht schon die ganze Zeit?«, fragte ich und setzte gespielt meinen besten „Beleidigter Dackelblick“-Gesichtsausdruck auf.

»Doch, hihi, bist du wohl immer: ein lieber, charmanter Brummelbär-Kapitän!«, zwinkerte sie mir herzlich zu. 

 

Herrje, das faszinierende „Problem“ mit Leonie ist tatsächlich, dass bei ihr absolut nichts aufgesetzt, berechnend oder weiblich raffiniert ist. Schönen Frauen ihrer Art ist oft gar nicht bewusst, wie bezaubernd sie auf ihr Umfeld wirken. Oder besser gesagt: Natürlich ist Leonie viel zu clever, um nicht zu wissen, dass sie sehr attraktiv ist. Aber sie denkt schlichtweg nicht dauernd darüber nach und setzt ihren Charme nicht gezielt oder taktisch ein, wie es beispielsweise die jüngere Emilia bereits tut. Leonie ist einfach völlig authentisch sie selbst. Diese gelassene, beinahe unschuldige Natürlichkeit macht ihren Liebreiz erst recht unwiderstehlich.

»Uuuufff…, jetzt brauche ich aber unbedingt einen ausgiebigen Spaziergang! Danke für diese wunderbare Einladung und das tolle Erlebnis im Dutchman’s Snails!« Leonie reckte ihre vielleicht 1,68 Meter an meiner fast 1,90 Meter messenden Bärenstatur hoch und drückte mir ein ganz liebes, süßes Küsschen auf die Wange. »Begleitest du mich?«

»Mit dem größten Vergnügen, hübsche Deern«, zwinkerte ich. »Körperliche Bewegung tut nach dieser Schlemmerorgie wirklich not!«

»Sag ich doch, haha! Ach, sag mal, wo wohnst du eigentlich, während dein Boot an Land steht? Bestimmt nicht an Bord, oder?«

»Nein, natürlich nicht, das wäre mir zu unbequem. Ein bekannter Einheimischer mit einer sehr netten Familie vermietet zwei Gästezimmer wie eine kleine Pension; dort auf der anderen Flussseite bin ich mit Familienanschluss untergekommen. Wirklich hübsch, pikobello sauber und die Familie ist supernett«, erklärte ich.

»Hey, das klingt ja supi! Weißt du, ich will mein Boot hier auch an Land stellen – Unterwasserschiffreinigung und ein paar Wartungsarbeiten, du weißt schon. Dazu bräuchte ich auch eine Landunterkunft. Ist das zweite Zimmer noch frei?«, überlegte Leonie und ergänzte sogleich: »Die Ostseite passt sowieso viel besser, dort liegt ja auch das Werftzentrum. Und Familienanschluss wäre mir tausendmal lieber als irgendeine anonyme Bude.«

»Momentan ist es frei. Wenn du möchtest, kann ich gleich nachfragen, ob es für die nächsten Tage nicht bereits vergeben ist. Für wie viele Tage schätzt du denn?«, fragte ich, während wir flotten Schrittes entlang der hübschen Uferpromenade spazierten.

»Ja bitte, ruf ihn mal an! Hmm…, ich schätze so fünf bis acht Tage…« Überlegte sie angestrengt mit leicht gerunzelter Stirn, was bei ihr irgendwie auch zauberhaft weiblich wirkte.


 

Also rief ich Manolo an. Er war sofort einverstanden und freute sich, auch Leonie aufzunehmen. Allerdings nur bis maximal 9. Oktober, da danach eine Familie als neue Gäste gebucht hat, die beide Zimmer benötigt. Doch das ist kein Problem – bis dahin sollten unsere beiden Boote längst wieder im Wasser schwimmen und wir zurück an Bord leben.

Das führte nun natürlich sofort zu genauerer Planung, denn Leonie wollte im Innenraum ihrer Yacht auch einige schmutzige Arbeiten erledigen und deshalb möglichst viele Sachen an Land deponieren. Mit dem maritimen Dienstleistungszentrum hatte sie bereits vereinbart, dass sie nach dem Kranen der HR am Montag einiges in einem Schuppen auf dem Gelände unterbringen kann. Vieles von ihrem Privatkram wollte sie jedoch verständlicherweise lieber mit in die Unterkunft nehmen.

Da konnte ich als momentan ohnehin nicht ausgelasteter Gentleman selbstverständlich gar nicht anders, als ihr sofort meine Hilfe anzubieten. Mit ihrem und meinem Beiboot schafften wir später am Nachmittag alles zu Manolos Haus, was sie dort nötiger brauchte – und wo es deutlich sauberer lagert als in einem staubigen Werftschuppen. Besonders Kleidung, empfindliche Dinge und Lebensmittel waren im Haus wesentlich besser aufgehoben.

Das war eine ganze Menge Zeug, und so waren wir locker bis zum frühen Abend beschäftigt, wobei viel gescherzt und gelacht wurde. Manolos Familie nahm Leonie genauso herzlich auf wie mich, und sie fühlte sich auf Anhieb wohl. Die beiden jüngeren Brüder von Emilia – einer davon mitten in den Wirren der hormonüberfluteten Pubertät – waren sofort hin und weg. Sie verknallten sich auf der Stelle in die bezaubernde Leonie und halfen nach Kräften mit. Leonie fand das sehr amüsant und ging vergnügt und very charming mit den Jungs um, als wären sie bereits gestandene Kavalier-Verehrer.

Den Abend verbrachten wir gemütlich mit der Familie bei lustigen Gesellschaftsspielen. Vor allem Mau-Mau und Mensch ärgere Dich nicht fanden die Jungs großartig. Clever und einfühlsam, wie Leonie ist, hatte sie das Brettspiel extra für die Brüder von Bord mitgebracht.

Die Jugendlichen wiederum brachten uns ein Brettspiel bei, das in Portugal jedes Kind kennt, in Deutschland meines Wissens aber völlig unbekannt ist: Es heißt „Paga e Cala“ (auf Deutsch: „Zahl und schweig!“) vom traditionellen portugiesischen Spielehersteller Majora.

(Für Neugierige kurz zur Erklärung:)

  • Wie es funktioniert: Das Spielfeld hat 31 Felder, die die Tage eines Monats darstellen. Ziel ist es, am Monatsende das meiste Geld übrigzuhaben. Man würfelt sich durch den Monat und zieht ständig Ereigniskarten.
  • Der Humor: Es simuliert auf herrlich sarkastische Weise das echte Leben. Fast jedes Feld zwingt einen zu absurden Ausgaben (Miete, ungeplante Einkäufe, Strafzettel), während man nur selten im Lotto gewinnt. Wer pleitegeht, muss Kredite aufnehmen und Zinsen zahlen. Eine Mischung aus Monopoly und dem reinen, chaotischen Überlebenskampf eines Erwachsenen – worüber sich portugiesische Jugendliche beim Spielen köstlich amüsieren können!

 

Es war ein sehr spaßiger, rundum gelungener Abend, wobei wir uns mehrmals halb Tod lachten. Auch über die Jungs, die sich typischerweise vor Leonie bemühten möglichst erwachsen zu wirken, aber auch so herrlich unbeschwert wie Jugendliche nun mal sind, mitreißend kichern und lachen konnten. Höchst amüsiert nahm ich auch zur Kenntnis, dass es sie diebisch freute, mich bei dem ihnen fremde Mensch-ärgere-dich-nicht! rauskickten, aber versuchten Leonie Vorteile zu verschaffen.

Gegen Mitternacht gingen wir in unsere jeweiligen Gästezimmer. Wir schmunzelten immer noch über die verknallten Jungs, und Leonie verabschiedete mich mit einem sehr lieben Wangenküsschen:

»Danke für den wunderschönen Tag und Abend!«, lächelte sie und dachte offenbar erneut keine Sekunde daran, wie reizvoll sie auf mich wirkte, als sie sich an mir hochreckte und ich für einen kurzen Moment die entzückenden Formen ihres schlanken Körpers spüren durfte. Oder doch? Unterschätze ich etwa ihre weibliche Raffinesse? Egal, jedenfalls fühlte sie sich verdammt gut an und duftete dabei verlockend weiblich.

»Nichts zu danken, Deern! Es war auch für mich ein großes Vergnügen«, lächelte ich und hielt sie für einen kurzen Augenblick in einer warmen Bärenumarmung, was ihr spürbar nicht unangenehm war. Dann verschwanden wir in unseren Zimmern, und ich schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

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