Algarve, Britts Avancen, ein Ausflug und abendlicher Partyspaß

 

#26.06.14– Algarve, Britts Avancen, ein Ausflug und abendlicher Partyspaß

»Morning, Britt! Wo sind denn alle abgeblieben?«

Mit diesen Worten stieß ich auf dem morgendlichen Weg in die Küche beinahe mit der skandinavischen Schönheit zusammen, die mir munter entgegenkam. Ich steuerte zielgerichtet auf die Arbeitsplatte zu, um mich erst einmal mit einer reifen Banane und einer großen Tasse frisch gebrühtem, dampfendem Kaffee zu versorgen, bevor mein Gehirn überhaupt auf Betriebstemperatur hochfahren konnte.

Aus irgendeinem mir völlig unbekannten Grund hatte ich heute ungewöhnlich lange verschlafen. Mein persönlicher Standard liegt eigentlich bei ziemlich exakt sieben Stunden festem Schlaf – das reicht mir völlig aus, um topfit, voller Tatendrang und gut erholt aufzustehen. Doch als ich heute den ersten Blick auf die Küchenuhr warf, war es bereits kurz vor 10 Uhr vormittags. Ich hatte also rund neuneinhalb Stunden in den Federn gelegen. Und das so tief und fest, dass ich vom lautlosen Aufstehen, dem Huschen im Flur und dem anschließenden Frühstück der anderen drei rein gar nichts mitbekommen hatte.

Das war für meine Verhältnisse ausgesprochen ungewöhnlich. Aber manchmal macht der menschliche Körper eben einfach, was er will, schaltet eigenmächtig auf Erholung und holt sich genau das, was er in diesem Moment anscheinend dringend braucht. Eigentlich hatte ich in den letzten Tagen und Nächten ausreichend Schlaf bekommen, weshalb ich mich im ersten Moment ein wenig über mich selbst wunderte. Doch was solls, egal – der Tag war noch jung und die Sonne brannte ohnehin schon verlockend heiß vom Himmel.

»Morning, Captain Schlafmütze! Demo ist schon längst drüben bei seinem Job und Vicky ist vor einer halben Stunde in die Stadt gegangen, um ein paar frische Sachen für das Mittagessen einzukaufen«, schmunzelte Britt.

Die blonde Schwedin lief übrigens gerade vollkommen ungeniert topless in einer engen, Bluejeans durch die Wohnung. Ihre Haare schön glattgebürstet, und sie bot in diesem matten Vormittagslicht, das durch die Balkontür fiel, einen fantastischen und gleichzeitig herrlich natürlichen Anblick. Für genießende Männeraugen ist so eine Szene natürlich jedes Mal ein kleines Fest, besonders weil bei ihr nichts Künstliches oder Aufgesetztes mitschwang. Es war für sie in diesem Moment einfach die normalste Sache der Welt, barfuß und oben ohne, mit wogendem, wunderschönem Busen herumzulaufen.

 

»Ach ja, stimmt, den Job hatte ich heute Morgen glatt völlig vergessen…«

Ich warf die Schale der aufgegessenen Banane in den Abfalleimer unter der Spüle und nahm mit der anderen Hand die frisch durchgelaufene Tasse Café-Crema mit der perfekten, nussbraunen Schaumkrone aus der Maschine. Ein älteres, ausgesprochen sympathisches holländisches Seglerpaar, das wir vor ein paar Tagen im Hafen kennengelernt hatten, hatte Demo für gutes Geld engagiert. Er sollte seine beachtlichen handwerklichen Fähigkeiten nutzen, um einige dringend notwendige Wartungsarbeiten und knifflige Reparaturen an ihrer schicken, klassischen Trintella-Yacht durchzuführen.

Die beiden Holländer nutzten die Zeit, während ihr schwimmendes Zuhause in guten Händen war, für einen dreitägigen Ausflug ins hügelige Hinterland der Algarve. In solchen Dingen ist Demo in seinem Element. Er ist handwerklich sehr geschickt und beherrscht praktisch alle Gewerke an Bord aus dem Effeff – selbst komplexe, moderne Yacht-Elektronik, das Auslesen von Fehlerspeichern und das präzise Programmieren von Navigationseinheiten sind für ihn kein Problem. Hauptsächlich auf diese ehrliche, solide Art verdient er sich unterwegs auf den Weltmeeren sein Geld und steuert regelmäßig Beträge zur gemeinsamen Bordkasse bei.

»Du, hör mal, Steve, ich wollte sowieso etwas Wichtiges mit dir bequatschen«, sagte Britt mit einem Mal und folgte mir mit leisen Schritten zur großen Balkontür.

Ich trat hinaus auf den sonnenbeschienenen Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Die anderen drei rauchen zwar auch alle mehr oder weniger regelmäßig, aber wir haben uns von Anfang an darauf geeinigt, die Bude drinnen auf keinen Fall mit kaltem Qualm zu verräuchern. Deshalb gehen wir für den Tabakgenuss konsequent immer nach draußen an die frische Luft.

»Schieß los, was gibt’s denn?«

Ich schaute sie fragend von der Seite an, während ich den ersten tiefen Zug nahm und meinen Blick gleichzeitig über das unverbaute, weite Vorfeld unseres Appartements schweifen ließ. Von hier hatte man eine hübsche Aussicht bis hinunter zum glitzernden Strom des Rio Arade, auf dem bereits etliche Segelboote, kleine Fischerkähne und Ausflugsdampfer unterwegs waren.

Die Sonne schien ungehindert vom makellosen, tiefblauen Himmel und beleuchtete die gesamte Landschaft in dieser intensiven, kontrastreichen Art, wie es eben nur echtes, pralles Sonnenlicht in den südlichen Regionen Europas vermag. Mit Temperaturen von aktuell etwa 27 °C und einem schwachen, angenehm salzigen Wind, der aus südöstlichen Richtungen vom offenen Atlantik herüberwehte, war es draußen auf dem Balkon jetzt schon herrlich sommerlich.

»Wir sprachen heute Morgen beim Frühstück schon kurz darüber…, also, du weißt ja, dass wir das Boot damals zusammen mit einem Kumpel von Demo vom Baltikum bis hierher an die Algarve gesegelt haben.«

Britt warf bei diesen Worten mit einer eleganten, sehr fraulichen Bewegung ihre blonde Mähne über die Schulter zurück. Durch diesen Schwung geriet ihr wunderschön geformter, fester Busen ganz leicht in Bewegung, was in der hellen Vormittagssonne unweigerlich den Blick anzog. Sie kam noch einen kleinen Schritt näher an mich heran, blickte mir mit ihren klaren, blauen Augen direkt ins Gesicht und signalisierte mir mit zwei ausgestreckten Fingern, dass sie sich gern einen Zug aus meiner Zigarette klauen wollte.

»Ja, Britt, ich höre?«

Ich steckte ihr die brennende Zigarette, eine Marke aus hochwertigen Tabaksorten ohne jedwede künstliche Zusatzstoffe, sanft zwischen die vollen, sinnlichen Lippen. Ich wollte mir gerade eine neue anstecken, doch sie legte sanft, aber bestimmt stoppend eine Hand auf mein Handgelenk, schüttelte den Kopf und meinte mit rauchiger Stimme:

»Lass mal, ein einziger Zug genügt mir schon. Also, es war damals auf so: Wir sind zu dritt in der Lage, die Nauticat sicher zu navigieren, die Segel richtig zu trimmen und Kurse zu plotten. Das ist überhaupt keine Frage. Aber Demos damaliger Kumpel, ein etwas älterer Ex-Arbeitskollege von ihm, hatte während des gesamten Törns die feste Rolle des Skippers inne und trug die Hauptverantwortung. Ganz ehrlich, diese finale Verantwortung trauen sich weder Vicky noch Demo so richtig zu, und ich erst recht nicht. Ich kann das Boot als Wache steuern, Befehle ausführen und einigermaßen auf der Seekarte mitplotten, aber mehr traue ich mir im Moment einfach nicht zu.«

»Und worauf genau willst du jetzt hinaus, schöne Britt?« Ich lächelte sie an, während ich mich lässig gegen das Balkongeländer lehnte. Ich ahnte natürlich bereits recht genau, in welche Richtung dieses Gespräch laufen sollte – das war bei ihren diplomatischen Andeutungen ja nun wirklich nicht allzu schwer zu erraten.

»Na ja, wir können das Boot zwar im Alltag sicher handhaben und auch weitere Strecken von segeln. Aber wir drei sind uns untereinander doch einig, dass wir für die Rolle eines alleinverantwortlichen, erfahrenen Skippers in schwierigen Situationen einfach noch nicht fit genug sind. Besonders dann nicht, wenn wir im kommenden Herbst wirklich den großen Sprung über den Atlantik wagen und in die Karibik segeln wollen.«

Sie sprach diese Worte mit viel Bedacht und einer Ernsthaftigkeit aus, die man hinter ihrer sonst so lockeren, frech-unbekümmerten Art im ersten Moment gar nicht vermutet hätte. Hier kam deutlich zum Vorschein, dass sie, genau wie in ihrem anspruchsvollen Job als diszipliniertes Profi-Model, abseits des Spaßes durchaus verantwortungsbewusst, reif und vorausschauend denken konnte.

»Das ist vernünftig überlegt, Britt!« Nickte ich zustimmend.

»Du hast einfach diese wahnsinnig große, jahrzehntelange Erfahrung auf allen Weltmeeren, Steve. Du könntest uns bis zum Herbst hier unten noch viel beibringen. Oder noch besser…« Sie hielt kurz inne, sah mich vielsagend von unten herauf an und lachte leise. »…du segelst einfach zusammen mit uns noch länger, vielleicht sogar über den großen Teich! Deshalb frage ich dich jetzt ganz direkt: Hättest du nicht Lust dazu, einfach viel länger mit uns an Bord zu bleiben und mit uns zu segeln?«

»Aha, ich ahnte es doch, hoho!«

Ich musste unwillkürlich schmunzeln. Vor allem amüsierte mich die Art und Weise, wie sie mich dabei auf eine typisch raffinierte, urweibliche Art ein bisschen verlockend von der Seite anschmachtete. Sie sorgte bei ihren kleinen Schritten auf dem Balkon eindeutig ganz bewusst dafür, dass ihr nackter, perfekt geformter Busen mehrmals wie rein zufällig meinen Oberarm streifte. Das war genau die subtile Taktik, die Frauen eben instinktiv gern anwenden, wenn sie einen Mann mit sanfter, erotischer Gewalt dazu bringen wollen, genau das zu tun, was sie sich in den Kopf gesetzt haben.

»Nun, liebe Britt, es geht hier im Kern überhaupt nicht um die Frage, ob ich ‚Lust dazu‘ habe«, erklärte ich ihr mit ruhiger Stimme, während ich den Rauch in den blauen Himmel blies. »Lust zum Segeln habe ich im Grunde immer, das ist eine große Leidenschaft meines Lebens. Und mit einer so sympathischen, unkomplizierten Crew wie euch dreien erst recht, auch wenn die Nauticat ehrlicherweise ein gutes Stück kleiner ist als die Bootsgrößen, die ich normalerweise für ausgedehntes Fahrtensegeln bevorzuge. Aber Vicky hat euch doch bestimmt schon ausführlich erzählt, wie mein Leben und meine geschäftlichen Verpflichtungen typischerweise so ablaufen?«

»Yep, das hat sie natürlich getan… aber kannst du dich denn nicht einfach für eine längere Zeit komplett freimachen, wo du dieses freie Seglerleben auf dem Meer doch genauso liebst wie wir? Es wäre echt voll steil, wenn du für die nächsten Wochen oder sogar Monate unser fester Captain wärst und uns den letzten Schliff verpassen würdest!«

Sie strahlte mich aus funkelnden Augen an. In diesem Blick schwang allerdings noch ein ganz anderer Unterton mit, eine feine Andeutung, deren tiefere Bedeutung mir in diesem Moment noch nicht ganz klar war.

»Nun ja…, unter gewissen Umständen könnte das tatsächlich im Bereich des Möglichen liegen«, gab ich gedehnt zu. »Aber du musst verstehen: Wenn bei mir geschäftlich oder privat irgendetwas wirklich Wichtiges oder Dringendes dazwischenkommt, dann muss ich von heute auf morgen den Flieger nehmen, die Zelte hier abbrechen und kann unter Umständen nicht mehr so schnell zurück an Bord kommen.«

»Das ist uns völlig klar, aber versuch es doch bitte einfach! Ich ganz persönlich würde mich besonders auf dem offenen Ozean mit einem so erfahrenen, seefesten Skipper wie dir einfach sehr viel sicherer fühlen.« Sie schmachtete mich bei diesen Worten noch ein Stück verlockender an, während ihre blauen Augen im prallen Sonnenlicht förmlich blitzten.

»Das will ich gern versuchen, Britt. Und ja, um ehrlich zu sein, ich hätte selbst riesige Lust darauf, länger mit euch auf dem Wasser unterwegs zu sein«, lächelte ich ehrlich.

Ich trat einen Schritt auf sie zu, nahm sie kurz von der Seite kameradschaftlich in den Arm und drückte sanft, aber zustimmend ihre nackte Schulter. Doch als ich den Arm gleich darauf wieder sinken lassen wollte, passierte etwas Überraschendes: Sie ließ mich nicht so einfach gehen, sondern schmiegte sich auf eine sehr dezente, einladend weibliche Art fest in meine Flanke und blieb einfach so an meiner Seite stehen.

»Mensch, toll, danke, Steve! Und du… da wäre noch etwas, das ich auf dem Herzen habe.«

»Was denn noch, du Maßlose, hoho?« Stöhnte ich spielerisch übertreibend auf, verzog das Gesicht zu einer gequälten Maske und zündete mir direkt die nächste Zigarette an, von der sie sich sogleich ganz selbstverständlich den nächsten tiefen Zug nahm. Da es mittlerweile ohnehin schon stramm auf die Mittagszeit zuging und es meinen gut trainierten 94 Kilo Lebendgewicht sicher nicht schaden würde, hatte ich beschlossen, das normale Frühstück heute komplett ausfallen zu lassen. Ich wollte höchstens noch einen kleinen Happen frisches Obst zu mir nehmen.

»Haha, jetzt tu mal bitte nicht so, als wäre ich dir lästig oder als wärst du genervt von mir! Ich merke doch ganz genau, wie gut ich dir gefalle und wie du mich ansiehst. Das kannst du ruhig offen zugeben, großer Bär!«

»Okay, okay, erwischt, erdolcht und komplett durchschaut, hoho! Du hast ja recht. Also, worauf willst du hinaus, Britt? Was liegt noch an?«

»Ich… also, ich habe in meinem Leben schon immer extrem viel Wert auf meine persönliche Freiheit gelegt«, begann sie, während sie den Rauch langsam ausstieß und den Blick auf den Fluss richtete. »Ich hasse diesen typischen, klassischen Beziehungsstress mit krankhafter Eifersucht, ständigen Vorwürfen und engen Besitzansprüchen. Das engt mich ein und nimmt mir die Luft zum Atmen. Genau aus diesem Grund gefiel mir von Anfang an die völlig freie, polyamore Lebensart von Vicky und Demo so unglaublich gut. Und du lebst doch genau denselben polyamourösen Lebensstil, nicht wahr?«

»Völlig richtig, Britt. Ich verabscheue diesen ganzen, gesellschaftlich so typischen Beziehungsfrust mit Eifersüchteleien, Kontrollzwang und dem absurden Anspruch, ein Besitzrecht auf den Körper und die Gefühle des Intim-Partners zu haben. Aber worauf genau willst du mit dieser Frage jetzt hinaus…? Oh, warte mal, ja, ich kann es mir wohl denken.«

Ich schmunzelte heiter vor mich hin, war amüsierter denn je und dachte mir im Stillen einmal mehr, dass es eigentlich absolut unglaublich ist, was für faszinierende, unvorhersehbare Wendungen ich im Umgang mit dem schönen Geschlecht immer wieder erleben darf.

»Ja, haha, genau das!« Britt lachte laut auf, stand immer noch vollkommen entspannt und reizvoll topless neben mir, während ihr wunderschöner Busen im Rhythmus ihres Lachens verlockend wogte.

»Jetzt mal ganz im Ernst, Steve: Ich würde es unheimlich gerne mal am eigenen Leib ausprobieren, wie es sich in einer richtig funktionierenden, polyamourös lebenden Gruppe anfühlt. Vicky ist ja schließlich auch manchmal mit Demo intim, obwohl sie jetzt mit dir schläft, und das stört mich oder mein Verhältnis zu den beiden nicht im Geringsten. Derzeit bist du mit ihr intim, bist ein interessanter, guter Kerl, und verdammt gut aussehen tust du für dein Alter auch noch. Wenn wir demnächst zu viert als Crew auf dem Boot unterwegs sind, warum dann nicht auch als Poly-Gruppe? Dann würde ich es auch gerne mal mit dir ausprobieren… na ja, du weißt schon, haha!«

»Uff, hoho!« Ich gluckste tief in mich hinein und musste erst einmal tief Luft holen. »Ich gestehe dir offen und ehrlich, dass das natürlich eine verdammt reizvolle und aufregende Vorstellung für mich ist. Du bist eine bildschöne, kluge und offenbar wirklich nette Frau. Aber damit so etwas in der harten Realität auf engem Raum wirklich dauerhaft gut funktioniert – mit echtem menschlichen Respekt, tiefer Ehrlichkeit und es eben nicht nur in wilde, bedeutungslose Sexspiele quer durcheinander ausartet –, gibt es dabei einige wichtige, unumstößliche Regeln zu beachten. Und an die müsstest du dich dann auch felsenfest halten!«

»Hej, für wie blöd hältst du mich eigentlich?«

Britt boxte mir spielerisch, aber mit durchaus spürbarer Kraft gegen den Oberarm. »Vicky hat mir in den letzten Wochen natürlich schon super viel darüber erzählt, wie ihr das handhabt, und ich finde das Konzept einfach nur voll genial und richtig. Ehrlich gesagt, dachte ich früher manchmal, ohne überhaupt eine Ahnung von der Materie zu haben, dass solche angeblichen Poly-Gruppen am Ende meistens doch nur eine billige Ausrede dafür sind, dass sich ein oder zwei dominante Männer einen privaten Harem aus gefügigen Frauen halten können.«

»Womit du für einen Großteil der Fälle da draußen ehrlicherweise gar nicht so falsch liegst, Britt«, erklärte ich ihr ausführlicher, um das Thema tiefer zu beleuchten. »Viele benutzen diesen angeblich so modernen, polyamourösen Lebensstil in der Tat leider nur zum Schein. Es dient ihnen als bequeme Ausrede, um mit möglichst vielen Frauen gleichzeitig und ohne schlechtes Gewissen Sex haben zu können. In solchen Konstellationen kommen dann durch die Hintertür doch ganz schnell wieder emotionale oder finanzielle Abhängigkeiten, fiese Besitzansprüche und verletzter Stolz ins Spiel.«

Ich nutzte die Gelegenheit, um ihr in den nächsten Minuten im Detail zu erklären, was echte polyamouröse Beziehungen im Kern ausmachen: absolute Ehrlichkeit, radikale Offenheit, vollkommene Gleichberechtigung aller Beteiligten und eine tiefe, bedingungslose Freiwilligkeit, die auf gegenseitigem Respekt fußt. Ohne die dunklen Schatten von Abhängigkeit, Eifersucht und einengenden Fesseln. Ich erklärte ihr auch ganz offen, warum in der Praxis leider nur sehr wenige Menschen charakterlich überhaupt für dieses anspruchsvolle Beziehungsmodell geeignet sind, weil die meisten ihre eigenen Verlustängste nicht im Griff haben.

Britt hörte mir während meiner Ausführungen sehr aufmerksam und mit ernstem Gesichtsausdruck zu. Sie akzeptierte es dabei völlig locker, unbeschwert und ohne jede Abwehrhaltung, als ich im Laufe des Gesprächs als absichtlich frechen, prüfenden Test mit meiner Hand nach ihren wunderschönen Brüsten griff. Ich umschloss die weichen, warmen Rundungen sanft und begann, sie zärtlich und umschmeichelnd zu streicheln, während ich ihre Reaktion genau beobachtete. Vielsagenderweise gefiel ihr diese Intimität ganz offensichtlich hervorragend. Sie duldete meine Berührung nicht nur einfach stumm, sondern fing fast an wie eine zufriedene Katze zu schnurren und raunte leise:

»Mmmhhh… verdammt noch mal, Steve, du hast wirklich unglaublich zärtliche, erfahrene Hände!« Sie lächelte selbstsicher zu mir auf, reckte ihre beachtlichen, fast 1,77 Meter Körpergröße grazil in die Höhe und stellte sich auf die Zehenspitzen, um mir einen  gefühlvollen und vorsichtig ausprobierenden Kuss auf die Lippen zu geben.

»Das schmeckt auf jeden Fall nach sehr viel mehr für die Zukunft, haha!« raunte sie, als sie sich wieder von mir löste. »Vicky hat mir ja schon in den schillerndsten Farben vorgeschwärmt, was für ein fantastischer, aufmerksamer und zärtlicher Liebhaber du bist… Nicht, dass ich das jetzt hier sofort zwischen Tür und Angel ausprobieren will, haha, aber es macht mich verdammt noch mal echt neugierig auf dich.«

Zu meiner vorläufigen Rettung – man könnte in diesem Fall mit einem Augenzwinkern fast behaupten, das Timing sei perfekt gewesen – ging in genau diesem Moment die Wohnungstür auf. Vicky kam schwer bepackt vom Einkaufen zurück, die Taschen voller frischer, regionaler Lebensmittel von den Märkten der Stadt. Da sie vom Laufen durch die pralle Mittagssonne ein wenig ins Schwitzen gekommen war, stellte sie die Einkäufe kurz in der Küche ab, verschwand im Flur, duschte sich geschwind frisch und kam kurz darauf vollkommen nackt und mit noch feuchten Haaren zurück in die Küche gelaufen.

 

Britt und ich hatten in der Zwischenzeit bereits damit begonnen, die mitgebrachten Sachen aus den Tüten auszupacken, ordentlich in den Kühlschrank einzuräumen und die Zubereitung des Mittagessens vorzubereiten. Wenig später kam durch die Wohnungstür Demo, pünktlich zu seiner wohlverdienten Mittagspause von der Trintella-Yacht rüber ins Appartement, gezeichnet von der öligen Arbeit im Maschinenraum. Er schnappte sich ein frisches Handtuch, duschte sich den Schmutz gründlich vom muskulösen Körper und gesellte sich schließlich ebenfalls sauber und erfrischt zu uns in die Küche.

Zum Mittagessen hatten wir uns etwas Leichtes, aber Raffiniertes einfallen lassen. Als Vorspeise gab es knackige Cocktailgarnelen, die in einer wunderbar würzigen, Creme angerichtet waren – ganz im Stil eines klassischen, edlen Krabbencocktails, verfeinert mit einem Spritzer frischer Limette. Als Hauptgericht folgten würzige, portugiesische Bratwürstchen, die mich von der Textur und den intensiven Kräutern her stark an die berühmte italienische Salsiccia erinnerten. Dazu reichten die Mädels einen feurigen, scharfen Djuvec-Reis und natürlich eine riesige Schüssel mit knackigem, frischem Blattsalat an einem leichten Dressing.

Als süßen Nachtisch holten wir später eine Packung cremiges Speiseeis mit Schoko- und krossen Krokant-Stückchen aus dem Tiefkühler, schnitten zuckersüße, saftige Mangos und eiskalte Wassermelone auf und reichten zum krönenden Abschluss noch ein paar Stücke würzigen Käse auf Salzcrackern – denn wie besagt das alte Sprichwort so schön: Käse schließt den Magen. Dazu tranken wir wie so oft einen gut gekühlten, spritzigen Roséwein aus der Region und reichlich kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Es war ein einfaches, unkompliziertes und schnell zubereitetes Mahl, das aber bei den sommerlichen Temperaturen einfach fantastisch schmeckte.

 

Zufrieden, wohlig satt und angenehm träge tranken wir im Anschluss noch einen exzellenten, starken Kaffee auf dem Balkon, bevor sich Demo auch schon wieder verabschieden musste, um drüben auf der Yacht weiterzuarbeiten. Vicky, Britt und ich hatten für den Nachmittag hingegen ein Kulturprogramm geplant und unternahmen eine ausgiebige Erkundungstour zur historischen Fortaleza de Santa Catarina, die strategisch eindrucksvoll direkt an der Mündung des Rio Arade liegt.

Die Fortaleza de Santa Catarina in Portimão wurde ab dem Jahr 1621 unter der präzisen Planung des damals namhaften Militäringenieurs Alexandre Massai errichtet. Ihr einziger Zweck bestand darin, die wirtschaftlich und strategisch wichtige Flussmündung des Rio Arade effektiv gegen marodierende Piraten aus Nordafrika und feindliche militärische Invasionen zu verteidigen.

Die massive Festung entstand genau an einem geschichtsträchtigen Ort, an dem bereits im Mittelalter eine kleine, schlichte Kapelle stand, die der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht war. Das wunderschöne, alte gotische Portal dieser Kapelle blieb wie durch ein Wunder über die Jahrhunderte erhalten und kann bis heute im inneren Hof der Festungsanlage bewundert werden.

Nach den schweren, verheerenden Zerstörungen durch die großen Erdbeben im 18. Jahrhundert – insbesondere durch das alles verändernde, historische Katastrophenereignis von 1755 – wurde die gesamte Wehranlage in den darauffolgenden Dekaden mehrfach aufwendig rekonstruiert und verstärkt. Heute dient das mächtige Bauwerk als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Region, die den Besuchern von ihren hohen Zinnen aus einen weiten Panoramablick auf die wilde Atlantikküste und den trägen Flussverlauf bietet.

Die historische Anlage wurde in den letzten Jahren mit großer Sorgfalt und viel Liebe zum Detail restauriert, wobei die unterschiedlichen architektonischen Spuren der verschiedenen Epochen meisterhaft in das heutige Erscheinungsbild integriert wurden. Das macht sie eigentlich zu einem unverzichtbaren Ziel für jeden kulturinteressierten Algarve-Reisenden. Obwohl die Festung stark touristisch vermarktet wird, war sie zum aktuellen Zeitpunkt für die breite Öffentlichkeit offiziell geschlossen – vermutlich wegen dringend notwendiger, statischer Restaurierungsarbeiten an den äußeren Mauern, die durch die salzige Meeresluft marode geworden waren.

Aber unsere clevere Vicky wäre nicht Vicky, wenn sie nicht auch für so ein Problem eine unkonventionelle Lösung parat gehabt hätte. Auf einer der Partys in den vergangenen Tagen, hatte sie zufällig einen einheimischen Mann kennengelernt, der in der Festung als Aufseher und Nachtwächter angestellt war. Mit weiblicher List und einer gehörigen Portion Raffinesse hatte sie den guten Mann mit einem unwiderstehlichen Angebot geködert: Sie versprach ihm kurzerhand, dass er exklusiv dabei zuschauen dürfe, wie ich als professioneller Fotograf eine Reihe ästhetischer, reizvoller Akt-Fotos von ihr inmitten der historischen Festungskulisse schieße.

Der Kerl war daraufhin anscheinend sofort mit glänzenden Augen und sprichwörtlich sabbernd bereit, die Vorschriften zu vergessen, uns heimlich durch eine kleine Seitentür in das gesperrte Areal zu schleusen und uns ein wenig in den alten Gemäuern herumzuführen. So erzählte es Vicky uns zumindest auf dem Weg dorthin in Form einer amüsanten und von viel Gelächter begleiteten Geschichte.


 

Nun, um es kurz zu machen: Der Plan funktionierte wie am Schnürchen. Wir durften die schweren Tore passieren und uns die mittelalterliche Küstenfestung in aller Ruhe und sehr exklusiv anschauen. Wir mussten uns drüben auf den Wehrgängen allerdings sehr vorsichtig und geduckt bewegen – und zwar so, dass von den umliegenden Straßen und Aussichtspunkten außerhalb der Festung möglichst niemand sehen konnte, dass sich unbefugte Personen auf dem Gelände aufhielten. Wir wollten ja schließlich auf keinen Fall, dass der nette Aufseher wegen unseres privaten Ausflugs ernsthaften Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommt.

Alles in allem fand ich die reine Architektur der Festung im direkten Vergleich jetzt nicht ganz so beeindruckend, wie manche anderen, weitaus größeren Burgen und Wehranlagen, die ich im Laufe meines Lebens auf meinen Reisen rund um den Globus gesehen habe. Aber interessant, geschichtsträchtig und sehenswert ist das Areal allemal, und ein Besuch lohnt sich für jeden Entdecker. Die Fortaleza de Santa Catarina in Portimão ist, sobald die Tore nach den Bauarbeiten wieder regulär öffnen, für alle Besucher komplett frei zugänglich, und es wird erfreulicherweise nicht einmal ein Eintrittsgeld verlangt. Allein die Aussicht von den oberen Plattformen bietet einen fantastischen, unverbauten Panoramablick auf die Weiten des Atlantiks, und das ist den Weg dorthin schon dreimal wert.

Als wir dann ein malerisches Plätzchen, im Jargon der Brache Shooting Location im inneren Hof der Festung ausgewählt hatten, fackelte Vicky nicht lange. Sie schlüpfte vollkommen locker, routiniert und ungeniert aus ihren leichten Sommersachen, warf die Kleidung achtlos auf eine alte Kanonenlafette und begann, sich ebenso ungeniert und professionell für ein paar sexy Schnappschüsse vor den dort schön restaurierten, geschichtsträchtigen Mauern in Pose zu werfen.


 

Dem portugiesischen Aufseher, der ein paar Meter weiter im Schatten stand, flogen bei diesem Anblick verständlicherweise sofort die Augen aus dem Kopf, und er bekam den Mund vor Staunen kaum noch zu. Wie ich ja schon an anderer Stelle erwähnt habe, ist Vicky in dieser Hinsicht absolut frei von den typischen, bürgerlichen Schamgefühlen. Sie agiert so unverkrampft wie eine überzeugte Nudistin, für die Nacktheit einfach der natürlichste Zustand der Welt ist, und verfügt zudem über eine sehr stark ausgeprägte exhibitionistische Ader. Es macht ihr einfach unbändigen Spaß, und sie empfindet es als einen kribbelnden, erotischen Nervenkitzel, wenn sie ihre weiblichen Reize in einer ungewöhnlichen Umgebung quasi zur Schau stellt und merkt, wie Männer sie mit begehrlichen Blicken regelrecht verschlingen.

Aber Gnade Gott denjenigen Idioten da draußen, die dieses Verhalten völlig falsch interpretieren und im Umkehrschluss glauben, sie könnten sich ihr gegenüber irgendwelche billigen Unverschämtheiten herausnehmen oder sie als ein »leichtes Mädchen« abstempeln, das sofort bereit wäre, es mit jedem x-beliebigen Typen im Gebüsch zu treiben. Wenn jemand diese rote Linie überschreitet, kann sie von einer Sekunde auf die andere zurecht kreuzgefährlich werden und mutiert im Nu zu einer verdammt ungemütlichen Furie, die dem Betreffenden die Leviten liest.

Frauen ihrer freizügigen Art müssen in unserer Gesellschaft leider auch im 21. Jahrhundert immer noch verdammt gut aufpassen, wo, wann und in welchem Umfeld sie sich so ungezwungen benehmen – da diese Welt da draußen leider immer noch von primitiven, stumpfsinnigen Männern nur so wimmelt. Statt einfach nur dankbar erfreut dafür zu sein, von einer schönen, selbstbewussten Frau mit so einem ungeniert entzückenden Anblick beschenkt zu werden und diesen ästhetischen Moment zu genießen, benehmen sich viele Kerle leider allzu oft bescheuert, werden aufdringlich und verstehen diese ungenierte Freizügigkeit völlig falsch.

Da die beiden Frauen schon auf dem gesamten Hinweg viel miteinander gelacht, gekichert und heimlich getuschelt hatten, war ich im Anschluss nicht wirklich überrascht darüber, dass auch Britt plötzlich die Abenteuerlust packte. Sie wollte ebenfalls bei dem Shooting mitmachen, streifte kurzerhand ihre Jeans und das sommerliche Top ab und bat mich mit einem charmanten Augenaufschlag darum, sie ebenfalls nackt vor dieser malerischen, geschichtsträchtigen Kulisse abzulichten. Mit ihrem umwerfenden, nordisch blonden Sexappeal, ihrer makellosen Figur und dieser hochentwickelten, fotogenen Ausstrahlung als erfahrenes Fashion-Model, sah sie vor meiner Linse natürlich auf Anhieb phänomenal aus.

Es war faszinierend, den direkten Kontrast zwischen den beiden Frauen zu beobachten: Vicky bewegte sich vor der Kamera eher wie die völlig lockere Nudistin von nebenan, für die die eigene Nacktheit einfach der absolute Normalzustand ist und die nichts zu verbergen hat. Britt hingegen besaß die faszinierende Fähigkeit – vermutlich zu einem großen Teil schon von Natur aus mitgegeben und zusätzlich durch ihr Training als ausgebildetes Profi-Model perfektioniert –, sich in jeder Sekunde fotogen, grazil und gekonnt in Szene zu setzen. Sie wusste haargenau, wie sie das Kinn heben musste, wie sie die Hüfte eindrehen und wie sie das einfallende Sonnenlicht auf ihrer Haut wirken lassen musste, um ein bezaubernd softerotisches Foto zu produzieren.

So ein reizvolles Arbeiten mit toll gebauten Schönheiten, macht einem Mann und leidenschaftlichen Fotografen weiblicher Schönheit natürlich viel Freude. Und den beiden Frauen war der Spaß an der ganzen Aktion in jeder Sekunde unübersehbar anzumerken. Wir scherzten, alberten und lachten zwischen den einzelnen Aufnahmen viel, und die beiden entwickelten im Laufe des kleinen, kurzen „Just for Fun“ Shootings ein richtiggehend künstlerisches Interesse daran, gemeinsam mit mir ästhetisch anspruchsvolle, reizvoll-erotische Bilder vor den alten Steinen zu produzieren.

Wie ich schon häufiger beschrieben habe, sind das einfach die besten Models, die man sich als Fotograf überhaupt nur wünschen kann. Frauen wie Vicky und Britt machen so etwas eben nicht nur stur »für Geld« im Rahmen eines bezahlten Auftrags, sondern sie posieren aus einer tiefen, inneren Lust heraus und genießen die kreative Freiheit. Wenn die beiden beispielsweise im Alltag auf einen sprichwörtlich armen, aber talentierten Künstler treffen, der es sich finanziell niemals leisten könnte, sie für ein professionelles Shooting zu buchen, ihnen der Typ aber einfach sympathisch ist oder sie seine Kunst aufrichtig gut finden, dann posieren sie für ihn oder sie auch gern einfach mal so – völlig ohne jeden finanziellen Hintergedanken oder kommerzielles Interesse.

»Ich glaube, unser Herr Fotografen-Captain ist gerade in diesem Moment der glücklichste Mann auf der ganzen Algarve, haha!« lachte Britt und warf Vicky einen amüsierten Blick zu, während ich das Objektiv wechselte.

»Das habe ich dir doch schon prophezeit, Süße. Es gibt auf der Welt absolut nichts, was Steve mehr liebt, als schöne, nackte Frauen vor sich zu haben und sie nach allen Regeln der Kunst knipsen zu dürfen, haha!« konterte Vicky wie aus der Pistole geschossen.

»Und guck mal da drüben… der arme Aufpasser platzt gleich vor lauter verlegener Erregung, ahaha!« legte Britt flüsternd nach, und die zwei frechen Grazien winkten dem Festungswächter im Anschluss auch noch demonstrativ freundlich zu.

Tatsächlich wusste der gute Mann in den letzten zwanzig Minuten phasenweise überhaupt nicht mehr, wo er seine Augen hinrichten sollte. Auf der einen Seite wollte er die beiden wunderschönen, nackten Frauen natürlich am liebsten begierig mit seinen Blicken komplett verschlingen. Auf der anderen Seite hatte er jedoch sichtlich mit dem ganz typischen, inneren Konflikt von Männern zu kämpfen, die an den Anblick von so locker-ungenierten Models im Alltag überhaupt nicht gewöhnt sind und zudem auch noch in einer gläubigen, verklemmt-katholischen Umgebung erzogen wurden.

Man merkte ihm die Zerreißprobe förmlich an: Er genoss diesen unerwarteten, prickelnden Anblick zwar insgeheim aus tiefster Seele, hielt es aber aufgrund seiner Prägung tief drinnen für eine Sünde, so etwas zuzulassen und anzusehen, und fühlte sich deswegen sichtlich ein bisschen schlecht und von moralischen Schuldgefühlen geplagt. Und seine körperliche Erregung vor unseren Augen unter Kontrolle zu halten, fiel dem armen Kerl typischerweise auch nicht gerade leicht.

»Jetzt provoziert mir den Armen mal bitte nicht allzu sehr mit euren entzückenden Reizen, ihr beiden Sirenen!« warf ich grinsend und mit leicht mahnendem Unterton ein, während ich die Kamera wieder vor das Auge hob.

Ich habe ehrlicherweise immer aufrichtiges Verständnis für Männer, die solche Situationen aus ihrem normalen Leben überhaupt nicht kennen und schlicht nicht an den unverkrampften Umgang mit schönen, freizügigen Frauen gewöhnt sind. Die Biologie der Natur hat uns Männer nun mal genetisch unumstößlich so programmiert, auf den optischen Anblick einer nackten, attraktiven Frau sofort mit biologischer Erregung zu reagieren. Und diese tiefe, evolutionäre Programmierung sitzt – leider oft noch zusätzlich verstärkt durch jahrtausendelange, scheinheilig prüde Doppelmoral und religiöse Indoktrination der Kirchen – auch im aufgeklärten 21. Jahrhundert immer noch verdammt tief in vielen Köpfen drin. 


 

Unabhängig davon war der Wächter übrigens ein wirklich recht sympathischer, höflicher und netter Typ. Er führte uns im Anschluss an das kleine Shooting noch sehr kompetent durch die Festung und zeigte uns, während er uns die historischen Hintergründe erklärte, auch einige geheime Gänge und Bereiche, in die normale Touristen sonst unter keinen Zutritt bekommen.

Wofür ich allerdings kein Verständnis aufbringen kann, ist die Tatsache, dass selbst in der heutigen Zeit immer noch so viele Menschen mit einer verlogenen Doppelmoral reagieren. Sie halten es für moralisch verwerflich, billig oder komplett falsch, wenn eine selbstbewusste Frau sich einfach mal so freizügig und unbeschwert zeigt, wie sie als weibliches Wesen von der Natur nun mal erschaffen wurde.

Das sind oft total verklemmte, bösartige Moralapostel, die ihren eigenen Frust auf andere projizieren… und sich nicht selten in klassisch verlogener, scheinheiliger Doppelmoral klammheimlich Pornos oder sogar pädophile Schweinereien im Net anschauen. Die meisten dieser typen haben in Wahrheit einfach Angst vor selbstbewussten Frauen, weil sie innerlich unsichere Männer sind. Im Mittelalter verleugneten solche Typen manche Frauen als Hexen und ließen sie verbrennen, während sie sich an ihrer Macht aufgeilten. Diesen Typus kann ich auf den Tod nicht ausstehen!

Gleichzeitig mag ich es aber umgekehrt genauso wenig, wenn allzu missionarische FKK-Liebhaber ihre Vorlieben aggressiv und ohne Rücksicht ausleben, dadurch unbeteiligte Mitmenschen bewusst belästigen. Oder wenn beispielsweise ignorante Touristen im Urlaub glauben, es sei völlig okay, in superknappen Bikinis, sexy Badehosen oder freizügigen Freizeitklamotten eine historische Kirche in einer traditionell stark katholisch geprägten Region zu besichtigen, wo gerade eine Andacht stattfindet. Denn so ein Verhalten ist in meinen Augen keine Freiheit, sondern eine respektlose oder zumindest gedankenlos Provokation. Es ist der aggressive und dumme Versuch, anderen Menschen die eigenen Ansichten und Vorlieben aufzuoktroyieren, und hat rein gar nichts mit dem gesunden, weisen Lebensmotto »Leben und leben lassen« zu tun.

Kurz vor 17 Uhr am späten Nachmittag kehrten wir drei schließlich bester Laune zurück in unser Appartement, wo uns Demo bereits frisch geduscht, entspannt auf der Couch chillend empfing. Nach den aufregenden Erlebnissen in der Festung beschlossen wir einstimmig, erst einmal eine ausgiebige, erholsame Siesta mit einem kleinen Nickerchen einzulegen. Denn für den heutigen Abend waren wir erneut zu einer großen Grillparty eingeladen.

Diesmal sollte das Ganze in einem etwas ruhigeren Rahmen stattfinden, mit gesetzteren, reiferen Gästen, von denen einuge aus der internationalen Langstrecken-Segler-Community stammte. Und unter erfahrenen Fahrtenseglern versteht man sich auf der Welt fast immer auf Anhieb blendend – einfach, weil man ähnlich tickt, denselben freien Lebensstil pflegt und mit sehr ähnlichen technischen Problemen oder den typischen »Sailing-Saltlife«-Ansichten vertraut ist. Man hat sich sofort viel zu erzählen und tickt auf ähnlichem Level.

Es waren aber erfreulicherweise auch etliche jüngere Leute und Freigeister mit von der Partie, und so entwickelte sich im Laufe des Abends eine richtig tolle, stimmungsvolle Runde. Es gab unzählige Köstlichkeiten frisch vom Holzkohlegrill, hervorragende, kühle Getränke und jede Menge interessante Menschen und tiefgründige Gespräche.

Ich lernte im Laufe des Abends beispielsweise eine sehr sympathische deutsche Seglerfamilie kennen, die im kommenden Herbst über die klassische Barfuß-Passatroute ebenfalls den Sprung in die Karibik wagen wollte und plante, in den nächsten drei bis fünf Jahren einmal komplett um die ganze Welt zu segeln.

Das Paar war seglerisch bereits ziemlich erfahren und noch relativ jung geblieben. Ihr sechsjähriger Sohn war ein aufgeweckter, kleiner Kerl, der den Garten unsicher machte, und die wirklich hübsche, vierzehnjährige Tochter war für ihr Alter bereits so fraulich aufgeblüht clever frühreif, dass sie im Gespräch locker als eine 17- bis 18-Jährige durchgegangen wäre. Das waren durch die Bank weg sehr sympathische, bodenständige Menschen, und ich plauderte im Laufe der Nacht noch mit vielen anderen Gästen, die eine ganz ähnliche Lebensphilosophie und liberale Denkweise teilten wie wir.

Ein anderes, sehr attraktives Paar auf der Party, schätzungsweise sie Mitte 20 und er Ende 20 oder Anfang 30, amüsierte im Laufe des Abends die gesamte Gesellschaft. Die beiden waren elegant gekleidet und offensichtlich derart schwer, frisch und unsterblich ineinander verliebt, dass sie es über Stunden hinweg kaum schafften, auch nur für ein paar Sekunden die Finger voneinander zu lassen. Sie standen oder saßen ständig eng umschlungen in den Ecken, suchten ununterbrochen den Körperkontakt und knutschten zwischendurch immer wieder heftig und völlig versunken miteinander, als gäbe es keinen Morgen mehr. Das war wirklich lustig zu beobachten und weckte im Laufe der Nacht bei dem einen oder anderen Single auf der Party vermutlich auch ein kleines bisschen wehmütigen Neid.

 

Delikat gesättigt, von den vielen Grill-Leckereien und dem guten Wein angenehm leicht beschwipst, rundum bester Laune, kamen wir vier schließlich gegen 01:40 Uhr in der Nacht mit dem Taxi zurück in unser Appartement. Demo verabschiedete sich ohne große Umwege sofort in Richtung Schlafzimmer, da er am nächsten Morgen wieder früh raus musste, um körperlich anstrengend an dem Boot der Holländer zu arbeiten, und Britt folgte ihm natürlich zügig ins Bett.

Durch mein ungewöhnlich langes Ausschlafen am heutigen Morgen und das zusätzliche Nickerchen während der nachmittäglichen Siesta war ich selbst allerdings noch nicht richtig müde. Ich setzte mich daher noch für eine Weile mit einem letzten Glas Wasser an den kleinen Schreibtisch in unserem Zimmer, checkte kurz die Mails auf meinem Laptop und schrieb die letzten Zeilen dieses Blog-Textes nieder, solange die Eindrücke des Tages noch frisch im Gedächtnis waren.

»Na, kann dich die Vorstellung auch mit Britt intim werden zu dürfen davon überzeugen, länger mit uns zu segeln, haha?« Unterbrach Vicky meine Tätigkeit. Sie war deutlich müder als ich. Es dauerte nicht lange, bis sie mich mit einem liebevollen, aber unmissverständlichen Ton direkt zu ihr ins Bett kommandierte, damit wir vor dem Einschlafen noch ein bisschen sinnlich kuscheln konnten. »Los, komm ins Bett!«

»Eine große Verlockung, zugegeben, hoho.« Gluckste ich amüsiert und absolvierte schnell noch einen letzten Toilettengang, bevor ich zu ihr ins Bett kroch. »Sie ist ja wirklich eine WOW! Frau.«

»Du glücklicher Gauner, Duhuuu…« schmiegte sie ihren warmen, entzückend nackten Körper an meine Seite und schlummerte bereits nach wenigen Minuten tief und fest ein. Und viel länger sollte es bei mir an diesem Abend ehrlicherweise auch nicht mehr dauern, bis mich der Schlaf übermannte.

Herrje, mein Leben ist wirklich verrückt und unglaublich! Wenn mir früher jemand erzählt hätte, ein Leben wie ich heute zu führen und derart viel unverschämtes Glück mit großartigen, schönen Frauen zu haben, hätte ich sicherlich gedacht: was für ein Angeber und das meiste davon ist garantiert nicht wahr, sondern blühende Fantasie! Aber bei mir läuft das unglaublicherweise schon seit rund 12 Jahren so, seit mich „Liebesgöttin“ Jenny damals in den polyamourösen Lebensstil einführte, der mir offensichtlich sehr liegt.

Lustigerweise hatte ich damals absolut keine Ahnung von Polyamorie und wie das richtig funktioniert und führte bis dahin nur klassische Beziehungen. Auch mit tollen, beeindruckenden Frauen; aber ohne genau zu verstehen weshalb, war ich damit nie so ganz glücklich und hielt es selten länger als ein Jahr mit Einer aus. Erst in Jennys Poly-Kreis lernte ich schließlich, dass mich zuvor typischerweise diese klassischen Paar-Dramen, Eifersüchteleien und Besitzansprüche mit dämlichen, eigentlich unnötigen Streitereien so gestört und frustriert hatten. Seither bin ich ein außergewöhnlich glücklicher, rundum zufriedener Mann und möchte garantiert nie wieder so leben wie früher.

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