Bodensee-Region, Frühlingserwachen, Saharastaub und eine Prise Monopoly

 

#26.03.08-Bodensee-Region, Frühlingserwachen, Saharastaub und eine Prise Monopoly

»Och neeee…, lass mich noch ein paar Minuten…« hörte ich Irene aus ihrem Zimmer jammern, wo Laura gerade mit einer fast schon diebischen Freude versuchte, sie mit ausgiebigem Kitzeln aus den Federn zu locken.

Das bezaubernde Frechdachs-Mädel – pardon, die junge Frau – ist zwar nicht direkt das, was man einen klassischen Morgenmuffel nennt, aber wie viele junge Menschen in ihrem Alter kuschelt sie sich morgens einfach viel zu gern noch einmal tief in ihr Bett. Sie liebt dieses Gefühl, sich in die Kissen zu wühlen und den Gedanken an das frühe Aufstehen so weit wie möglich hinauszuzögern.

Außerdem hatte Irene in der vergangenen Nacht typischerweise mal wieder viel zu lange vor dem Monitor gehangen, irgendein packendes Computerspiel gezockt oder sich in endlosen Chats mit ihren Freunden verloren, sodass sie wohl tatsächlich nur wenige Stunden zum Pennen gekommen war. Jung wie sie ist, sah man es ihr nicht direkt an, aber die Müdigkeit saß ihr hörbar noch in den Knochen.

»Stell dich nicht so an, sonst ruf ich Steve zu Hilfe!« antwortete Laura mit einer amüsierten, hörbar lächelnden Stimme, die keinen Zweifel daran ließ, dass sie ihren Spaß bei dieser Weckaktion hatte. »Los jetzt… wir wollen frühstücken, und danach müssen wir noch die eine Ferienwohnung im Nachbarort bezugsfertig machen! Die Gäste warten nicht.«

»Wehe, wenn ich wirklich reinkommen muss!« rief ich drohend, aber mit einem deutlichen Lachen in der Stimme, in Richtung der offenstehenden Türe zu Irenes Zimmer. »Das würdest du garantiert bereuen, mein lieber Frechdachs!«

»Paaahaha…, das wagst du nicht!« konterte Irene prompt. Ihre Stimme klang nun schon deutlich munterer, auch wenn immer noch eine ordentliche Portion Verschlafenheit mitschwang.

»Da kennst du Steve aber wirklich schlecht!« lachte Laura mit ihr. »Der zerrt dich, nackig wie du da liegst, ohne langes Zögern aus dem Bett und stellt dich unter die eiskalte Dusche, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, haha. Er fackelt da nicht lange.«

»Glaub ich nicht…« prustete Irene in einem Tonfall, der so klang, als würde sie insgeheim fast schon darauf hoffen, dass ich genau so etwas tue. Ganz einfach schon deshalb, weil so ein spielerischer Quatsch in ihren Augen voll lustig ist und sie garantiert sofort putzmunter machen würde. Gerade Girls und junge Frauen lieben solch kribbelnden Blödsinn oft viel mehr, als sie offen zugeben würden. Irene ist ohnehin absolut der verspielt-kecke Typ, jederzeit zu jedem Unfug aufgelegt und in ihrem tiefsten Wesenskern auch heute noch viel lieber ein bisschen das verspielte Girl, statt eine erwachsene Frau.

Ich gluckste leise vor mich hin: »Hab ich da gerade was von nackig gehört? Also das darf ich mir als Mann natürlich auf keinen Fall entgehen lassen, hoho!« Wenn man kein sturer, alter Bock ist, macht so ein spielerischer Blödsinn natürlich auch mir riesigen Spaß. Insbesondere in der Gesellschaft von zwei so hübschen, netten und noch so herrlich verspielt lieb-frechen Frauen wie Irene und Laura kann man gar nicht anders, als mitzuspielen. Also tat ich vergnügt so, als wolle ich wie ein wütender Stier in Irenes Zimmer stürmen, um sie mit meinen Bärenkräften einfach aus dem Bett zu heben und unter die eiskalt aufgedrehte Dusche zu schubsen. Ich machte extra schwere Schritte auf dem Fußboden, um die Drohung akustisch zu untermalen.

»Aaaahhihi… ich steh ja schon freiwillig auf; wag es ja nicht, Steve, haha!« prustete Irene prompt begeistert. Sie sprang wie das sprichwörtliche flinke Reh blitzschnell aus dem Bett und lief mit entzückend hüpfenden Brüsten und Pobacken direkt ins angrenzende Bad. Natürlich, wie könnte es bei der Frechen auch anders sein, nicht ohne mir im Vorbeilaufen noch einen extra schelmisch-provokanten Blick aus ihren vor Lebenslust nur so funkelnden Augen zuzuwerfen; wohl wissend wie entzückend sie ist und auf das andere Geschlecht wirkt.

 

Lachend gingen Laura und ich zurück in die gemütliche Wohnküche und bereiteten dort das Frühstück vor. Der Duft von frischem Kaffee erfüllte bereits den Raum. Es gab dunkles, krustiges Bauernbrot vom lokalen Bäcker, gesalzene Butter und köstlich geräucherten Stremel-Lachs, der herrlich duftete. Laura stibitzte sich schon vorab einen Happen von der würzigen Salami und kaute genüsslich darauf herum, während ich den Tisch mit Sorgfalt deckte.

Außerdem gab es saftigen Kochschinken, knackig eingelegte Gurken und Mixed-Pickles, Oliven, Peperoni, scharfe Jalapenos für den morgendlichen Kick und natürlich auch eine Auswahl an würzigem Käse sowie frisches Obst. Es war alles genau so hergerichtet, wie ich es liebe und wie auch die Girls gern kräftig-würzig futtern. Ich aß als erste kleine Grundlage schon mal eine Banane und trank dazu meinen geliebten, ersten morgendlichen Café-Crema, nachdem alles aufgetischt war. Eine ebenfalls geliebte Morgenzigarette schmauchte ich mit dem Kaffee draußen auf dem Balkon, an der noch herrlich frischen, munter machenden Morgenluft, bevor wir uns schließlich alle gemeinsam am Frühstückstisch versammelten. Der Blick über das glitzernde Wasser des Sees war dabei die perfekte Beilage.

Nach wenigen Minuten erschien dann auch schon eine kurz frisch geduschte Irene. Sie war nur nachlässig in einen hellen Bademantel gewickelt, der bei jeder Bewegung mehr preisgab, als er verbarg, während Laura und ich bereits komplett fertig angezogen waren. Vergnügt plaudernd, scherzend und lachend stärkten wir uns gemeinsam für den anstehenden Tag. Ich staunte dabei mal wieder ein bisschen darüber, wie viel die zwei sehr schlanken, jungen Frauen mit gesundem Appetit verputzen konnten, ohne auch nur ein einziges Gramm Fett anzusetzen. Beide machen allerdings auch viel Gymnastik, gehen regelmäßig Joggen und tun einiges dafür, um sich so gut in Form zu halten – und in diesem beneidenswerten Alter werden die meisten ja ohnehin nicht so schnell dick, der Stoffwechsel läuft da noch auf Hochtouren.

Wer mich heute sieht, zwar athletisch gut trainiert und fit, aber mit fast 190 cm Körpergröße und stolzen 94 kg Gewicht eben auch nicht gerade ein als schlank zu bezeichnender Bär von Mann, der wird wohl kaum glauben, dass ich als junger Bursche tatsächlich den Spitznamen Spargeltarzan trug. Dementsprechend hager sah ich damals aus und konnte ebenfalls essen, was ich wollte, ohne jemals großartig an Masse zuzulegen. Heutzutage fällt mir das erheblich schwerer. Ich muss mich wirklich disziplinieren und anstrengen, um bei all den kulinarischen Köstlichkeiten, die ich viel zu gern genieße, nicht zu viele Kilogramm auf die Waage zu bringen. Man wird im Alter eben doch etwas gemütlicher, was die Verbrennung angeht. seufz

Delikat gesättigt räumten wir geschwind das Geschirr ab und genossen auf der Balkon-Terrasse noch einen weiteren frischen Kaffee im herrlichen Frühlings-Sonnenschein, der durch die Bäume blinzelte. Ich paffte zu meinem Café-Crema genüsslich zwei weitere Zigaretten, während die Hübschen ihre Lattes mit verschiedenen Aroma-Beimischungen tranken. Dem süßlichen Duft nach zu urteilen, war heute wohl Karamell und Vanille im Spiel. Mit etwa 9 °C war es zwar noch recht frisch, aber die Sonnenstrahlen wärmten bereits erstaunlich kräftig und die Temperatur stieg schnell an. In der Luft spürte man bereits ganz deutlich den nahenden, unaufhaltsamen Frühling.

In der Bodensee-Region läuft der meteorologische Frühling ja offiziell bereits seit dem 1. März. Astronomisch beziehungsweise kalendarisch fängt er hingegen erst ab dem 20. März an, und phänologisch gesehen gilt die Mitte des Monats März als der eigentliche Beginn des Erwachens in der Natur. Aber natürlich ist das Wetter hier am See immer extrem abhängig von den aktuellen Wetterlagen, zum Beispiel wenn der Föhn aus dem Süden über die Alpen drückt, oder bei West- sowie Nordostwind-Lagen. Es läuft eben nicht jedes Jahr gleich ab. Dieses Jahr scheint der Frühling jedoch schon besonders früh loszulegen. Man sieht überall in den Gärten und an den Hängen bereits vereinzelt das erste, frische Grün sprießen, was uns selbstverständlich freute. Es gibt dem Geist sofort wieder neue Energie.

 

Dann machten sich die beiden jungen Frauen endgültig fertig für den Aufbruch. Sie fuhren, wie immer unvermeidlich nicht ohne viel scherzhaftes Kichern, Tuscheln und Lachen, mit einem schnuckeligen Vespa-Roller los. Ihr Ziel war eine etwa 12 km westlich gelegene Ferienwohnung, die Jörgs Onkel gehört. Dort werden heute neue Gäste erwartet, die ihren Urlaub am See verbringen wollen. Also wurde nach einer vorab georderten Wunschliste bereits einiges für diese eingekauft. Zudem hieß es nun noch einmal gründlich Staubwischen, die technischen Geräte kontrollieren, um sicherzugehen, dass auch wirklich alles einwandfrei funktioniert, und schließlich noch ein paar liebevolle Kleinigkeiten zum Empfang der Urlauber vorbereiten. Es ist dieses Auge fürs Detail, das den Onkel wohl so erfolgreich macht.

Digitale Routinen und kulinarische Verführungen

Nachdem die beiden Frauen mit der Vespa davongeknattert waren und die Stille des Sees wieder die Oberhand gewonnen hatte, machte ich mich zunächst auf zu einem ausgiebigen Spaziergang. Es ist eine meiner festen Gewohnheiten, wann immer möglich den Tag mit Bewegung an der frischen Luft zu beginnen, um den Kopf frei zu bekommen und die Gedanken zu ordnen, bevor ich mich der digitalen Welt widme. Der Weg führte mich am Ufer entlang, wo das Wasser in einem kühlen Blau schimmerte und die Welt noch diesen friedlichen, fast schon verschlafenen Charakter der Nebensaison atmete.

Wieder zurück im Haus, setzte ich mich an meinen Laptop. Es stand die übliche Routine an, die das Leben eines modernen Nomaden nun einmal mit sich bringt: E-Mails beantworten, die aktuellen Börsenkurse prüfen und die Nachrichtenlage sondieren. Auf den ersten Blick wirkt das alles oft nicht sonderlich wichtig oder gar dringend, aber es gehört zu den Aufgaben, die man einfach regelmäßig erledigen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man diesen digitalen Ballast auf keinen Fall mehrere Tage liegen lassen darf. Tut man es doch, häuft sich der Kram unweigerlich an, bis der Berg so groß wird, dass man am Ende jegliche Lust verliert, sich überhaupt noch damit zu befassen.

In meinem Fall bedeutet das konkret, dass ich im Schnitt etwa 120 E-Mails pro Tag erhalte. Glücklicherweise leistet mein gepflegter Spam-Filter hervorragende Arbeit und sortiert rund 80 % dieses elektronischen Mülls bereits im Vorfeld aus. Trotzdem bleibt die lästige Pflicht, auch den Junk-Ordner zumindest kurz zu überfliegen, bevor man ihn endgültig löscht. Es passiert eben doch hin und wieder, dass sich eine tatsächlich wichtige Nachricht fälschlicherweise dorthin verirrt.

Hinzu kommen die ständigen Benachrichtigungen über WhatsApp, klassische SMS und diverse Videobotschaften. Es gibt Informationen, die man im Hinterkopf behalten muss, Termine, die in die Kalenderliste wandern, und natürlich die unvermeidlichen geschäftlichen wie privaten Telefonate. Selbst wenn ich diese Aufgaben routiniert und zügig abarbeite, frisst dieser Prozess jeden Tag Zeit. Es ist selten möglich, alles in unter zwei Stunden sauber über die Bühne zu bringen, auch wenn keine wirklich komplexen Probleme anstehen. Das ist eben der Fluch und der Segen der modernen Technik in unserer heutigen Zeit.

Gegen 11:20 Uhr hörte ich die knatternde Vespa vorfahren. Laura kam allein zurück. Wie sie mir erzählte, hatte sie Irene unterwegs bei Freunden abgesetzt. Der Frechdachs wollte dort bis zum späteren Nachmittag bleiben, um gemeinsam irgendetwas typisches für junge Leute zu unternehmen oder einfach in der Freundes-Clique zu schwätzen. Ihr Bruder Jörg würde ohnehin erst am frühen Abend aus Freiburg eintreffen, sodass wir noch genügend Zeit für uns hatten, bevor der große Empfang anstand.

Obwohl ich Jörg zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich kennengelernt hatte, war mir durch Lauras Schilderungen bereits klar, dass zwischen ihm und Irene eine ganz besondere, tief verwurzelte Geschwisterbeziehung bestehen musste. Laura berichtete mir, dass Irene ihren großen Bruder aufrichtig bewundert. Er war für sie immer derjenige gewesen, der sie unterstützt und sie mit einer schützenden Hand vor den Unwägbarkeiten des Lebens bewahrt hat. Die beiden stammen aus einem winzigen Heimatdorf mit kaum 150 Seelen. Die Eltern dort scheinen zwar rechtschaffene Leute zu sein, die viel für ihre Kinder getan haben, doch in ihrer Weltanschauung sind sie eher in traditionellen, fast schon archaischen Strukturen verhaftet.

Man könnte sie als typische Vertreter einer schwäbischen Dorfgemeinschaft bezeichnen, in der das Motto »Schaffe, schaffe, Häusle baue« über allem steht. Für die Lebenswelt, die visionären Ideen und die Sehnsüchte moderner, cleverer junger Menschen haben sie nur wenig Verständnis. Besonders deutlich wurde dieser Kontrast bei Jörg, einem außergewöhnlich talentierten Computer-Programmierer, und bei Irene, dem lebenslustigen und abenteuerhungrigen Frechdachs. Wenn es rein nach dem Willen der Eltern gegangen wäre, hätte der Sohn wohl einfach den väterlichen Betrieb übernommen. Für Irene sahen die elterlichen Pläne vor, sie möglichst bald an einen finanziell gut situierten Bauern aus der Nachbarschaft zu verheiraten, um sie in der Rolle eines klassischen schwäbischen Hausmütterchens zu sehen.

 Dass ihre Kinder stattdessen anderes im Sinn hatten und hinaus in die große, weite Welt wollen, behagt den Eltern zwar nicht sonderlich, aber immerhin waren sie klug genug, ihnen keine Steine in den Weg zu legen. Sie akzeptierten letztlich den völlig anderen Lebensweg ihres Nachwuchses. Für einen fähigen und cleveren jungen Mann wie Jörg war dieser Ausbruch aus dem Dorfmilieu wohl nicht allzu schwer. Doch für ein so liebenswert süßes Dorf-Mädel wie Irene, mit ihrer noch sehr vertrauensvoll-naiven Art, wäre der Weg ohne einen schützenden Bruder an ihrer Seite garantiert deutlich steiniger verlaufen. Es ist also kein Wunder, dass sie Jörg so sehr verehrt.

»Herrliches Wetter draußen«, unterbrach Laura meine Gedanken, während sie mich mit einem ganz bestimmten Blick anblinzelte. »Ich mach mich kurz frisch, dann essen wir gemeinsam zu Mittag und danach können wir einen kleinen Ausflug machen, oder hast du noch etwas zu erledigen?«. Während sie das sagte, zog sie sich keineswegs nur um. Sie begann vielmehr damit, sich erst einmal auszuziehen, was meine genießenden Männeraugen natürlich mit höchst entzückenden Anblicken erfreute.

»Nein, ich bin für heute mit meiner Arbeit fertig«, antwortete ich schmunzelnd und ließ meinen Blick bewundernd über ihre Formen gleiten. »Das klingt nach einem absolut hervorragenden Plan… hey, bleib bitte genau so stehen, das muss ich einfach fotografieren!«. Ich schnappte mir sofort meine Kamera, denn Laura posiert mir natürlich auch gern als Model. Doch ihre Blicke verrieten mir sehr deutlich, dass sie gerade nicht nur rein künstlerisch betrachtet und abgelichtet werden wollte. Es lag etwas anderes in der Luft. grins.

 

Ich muss schon sagen, diese sozusagen wieder aufgewärmte, zweite Affäre mit Laura fühlt sich fast noch intensiver und besser an als unsere erste gemeinsame Zeit damals in Litauen. Als wir uns in Wien als Freunde wiedertrafen, hatte ich eigentlich nicht ernsthaft damit gerechnet, dass es erneut zu einer solchen Nähe kommen würde. Doch es dauerte keine 36 Stunden, bis wir feststellen mussten, dass wir einfach nicht die Finger voneinander lassen konnten. Nun stecken wir wieder mittendrin in einer wirklich schönen Affäre. Eine echte Beziehung will ich es zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht nennen, aber die gegenseitige Anziehung ist zweifellos stark.

Wieder einmal fragte ich mich kurz, bevor ich mich ihrer liebreizenden Verlockung voll und ganz hingab, weshalb ausgerechnet ich so oft dieses unglaubliche Glück habe, auf so bezaubernde junge Frauen zu treffen. Trotz all meiner Lebenserfahrung und meiner intellektuellen Fähigkeiten, habe ich bis heute keine wirklich schlüssige Erklärung für dieses Phänomen gefunden.

Wäre es immer nur prosaischer Sex und eine rein körperliche Verführung meinerseits, könnte man es unter der Kategorie abenteuerlustige junge Frauen verbuchen, die Erfahrungen mit älteren Gentlemen sammeln wollen. Aber so einfach ist es eben nicht. Es ist definitiv immer mehr als »nur« körperliche Intimität. Fast jedes Mal schwingt eine ordentliche Portion Gefühl, Herz und Seele mit. Es handelt sich vielmehr um echte Liebes-Affären, und genau das macht die Sache so unendlich viel schöner. Auch zwischen Laura und mir hat es eindeutig gefunkt. Wir mögen und respektieren uns als Menschen aufrichtig und teilen weit mehr als nur das Bett.

»Das Mittagessen müssen wir auf später verschieben, hoho«, gluckste ich etwa anderthalb Stunden später. Wir lagen noch eng beieinander und schnappten nach der körperlichen Anstrengung schwer atmend nach Luft. Wie aufs Stichwort knurrte in der plötzlichen Stille mein Magen so laut, dass wir beide lauthals lachen mussten.

»Der Brummelbär braucht wohl dringend Futter, sonst hat er bald keine Kraft mehr für mich, haha!« neckte mich Laura und kuschelte ihren schlanken Körper noch einmal eng an meine Seite. Wir schmusten noch eine Weile ganz verspielt, lachten über Belanglosigkeiten und genossen den Moment, bevor wir uns schließlich aufrafften.

Nachdem wir beide frisch geduscht und wieder munter waren, ging es in die Küche. Während ich mir draußen noch eine Zigarette gönnte, legte Laura drinnen bereits mit den Vorbereitungen los. Danach bereiteten wir gemeinsam ein Mittagessen zu, das zwar simpel klang, aber geschmacklich ein echtes Highlight war:

Zuerst gab es Garnelen im knusprigen Backteig als feine Vorspeise. Als Hauptgang folgten saftige Cordon Bleus, dazu knackiges Pfannengemüse und goldbraun gebratene Bratkartoffeln. Ein großer, gemischter Salat mit vielen frischen Tomaten durfte natürlich auch nicht fehlen. Den krönenden Abschluss bildete ein fruchtig-frischer Obstsalat, den wir mit einer Handvoll Rosinen und einem dezenten Schuss Cognac für das besondere Aroma verfeinert hatten. Sehr lecker! yummy!.

Nachdem wir fertig waren, räumten wir geschwind den Tisch ab, wischten über die Arbeitsflächen und verstauten das schmutzige Geschirr in der Spülmaschine. Ein kurzer Druck auf den Startknopf, und schon waren wir bereit für den Rest des Tages. Inzwischen war das Thermometer auf angenehme fast 16 °C geklettert. Doch am Himmel zeigten sich nun viele Wolkenschleier, und ein merkwürdiger, gelblicher Dunst lag schwer in der Luft. Den Wetternachrichten zufolge handelte es sich dabei um den angekündigten Saharastaub, der die Sonne filterte und die Farben der Landschaft etwas dämpfte. Trotzdem war die Luft mild, und wir genossen die typischen, malerischen Ansichten am Nordufer des Bodensees in vollen Zügen.

Von geschichtlichen Wurzeln, Grenzgängen und weinroten Klassikern

 

Während wir so dahinwanderten und den Blick über die weite Wasserfläche gleiten ließen, die heute durch den Saharastaub in ein seltsam diffuses, fast schon mystisches Licht getaucht war, blieb Laura plötzlich stehen. Sie sah mich mit diesem neugierigen, fast noch etwas kindlichen Forscherdrang an, den ich so an ihr schätze. »Sag mal, Steve, du weißt doch sonst immer alles… weshalb heißt der Bodensee eigentlich Bodensee? Hat das was mit dem Seeboden zu tun?«

Ich muss gestehen, sie erwischte mich eiskalt. Ich hatte zwar eine vage Ahnung, aber kein fundiertes Wissen parat. Also zückten wir unsere Smartphones und befragten die digitale Orakel-Welt in Form von Grok. Die Erklärung, die wir serviert bekamen, war so faszinierend wie überraschend: Der Name hat rein gar nichts mit dem Wort »Boden« im Sinne von Erdboden oder dem Grund des Sees zu tun – ein Irrtum, dem ich, wie wohl die meisten Menschen, bisher auch aufgesessen war. Stattdessen leitet sich der Name von dem heute eher beschaulichen Ort Bodman ab, der am nordwestlichen Ende des Überlinger Sees liegt.

Wir vertieften uns in die Geschichte: Im frühen Mittelalter, so um das 8. Jahrhundert herum, stand dort eine bedeutende fränkische Königspfalz namens Bodomo oder Bodman. Mächtige Herrscher wie Pippin der Jüngere nutzten diesen Ort als temporäre Residenz auf ihren Reisen durch das Reich. In der lateinischen Gelehrtensprache jener Zeit wurde der See daher als Lacus Potamicus oder Lacus Bodamicus bezeichnet – was schlicht »See bei Bodman« bedeutete.

Über die Jahrhunderte schliff sich das im Althochdeutschen über Formen wie podmensê zu unserem heutigen Bodensee ab. Erst um das Jahr 1087 tauchte der Name Bodinse oder Bodemse erstmals in deutschen Dokumenten auf. Dass der Ortsname Bodman selbst auf das Wort »bodam« zurückgeht, was eine Ebene oder flaches Gelände beschreibt, ist zwar richtig, aber der See wurde eben nach dem Ort benannt, nicht nach seiner geografischen Beschaffenheit.

Besonders amüsant fanden wir den internationalen Vergleich. Während wir im deutschsprachigen Raum vom Bodensee sprechen, kennt ihn der Rest der Welt fast ausschließlich als »Lake Constance«. Dieser Name setzte sich vor allem nach dem berühmten Konzil von Konstanz im 15. Jahrhundert durch, welches die Stadt weltberühmt machte. Ein klassisches Beispiel dafür, wie lokaler geschichtlicher Stolz auf eine global bekannte Stadt trifft.

Doch nicht nur der Name ist kurios, auch die Grenzen sind es. Wir erfuhren, dass der Bodensee völkerrechtlich ein echtes Unikum darstellt. Es gibt auf dem Großteil des Sees, dem sogenannten Obersee, keine offiziell festgelegte Staatsgrenze zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Während im Untersee alles klar geregelt ist, betrachten die Anrainerstaaten den Obersee als eine Art gemeinsames Hoheitsgebiet, ein Kondominium. Wenn man dort also mit einem Boot über das Wasser gleitet, befindet man sich rechtlich gesehen in einer Art friedlichem Freiraum – man ist gleichzeitig überall und nirgendwo. Ein schöner Gedanke in einer Welt, die sonst so von harten Grenzen besessen ist.

»Haha, diese ausführlichen Erklärungen klingen verdächtig nach einer Mischung aus Grok und deinem ganz persönlichen Steve-Stil«, amüsierte sich Laura köstlich über mein frisch präsentiertes Wissen.

»He, was soll das denn heißen? Komme ich etwa wieder ein bisschen oberlehrerhaft rüber?« fragte ich mit einem gespielten Schmollmund und einem breiten Grinsen, weil mir das Freunde oft gern vorwerfen.

»Ach was, nur ein klitzekleines bisschen schlaumeierhaft, hihi«, kicherte sie verschmitzt und streichelte mir dabei fast schon entschuldigend über den Arm. »Aber ich mag das an dir. Du hast eben auf jede simple Frage eine vielschichtige und viel zu ausführliche Antwort parat. Das gehört einfach zu dir.«

»Na warte, warum erlaube ich euch eigentlich so viel Frechheit mir gegenüber?« lachte ich und zog sie näher an mich heran.

»Weil du freche, aber liebe Girls eben einfach liebst, gib es zu!« Sie genoss es sichtlich, von mir in den Arm genommen zu werden. Ich beugte sie spielerisch so weit zurück, dass sie ohne meinen festen Griff unweigerlich den Halt verloren hätte, und gab ihr einen langen, leidenschaftlichen Kuss.

»Huuuch…, hihi, nicht so stürmisch, Herr Bär!« prustete sie, als ich sie wieder aufrichtete. Genau in diesem Moment raschelte es in den Weinreben direkt neben uns. Zuerst tauchte eine feuchte, schwarze Hundeschnauze aus dem grünen Gebüsch am Wegesrand auf, kurz darauf gefolgt von einem vielleicht zehnjährigen Mädchen mit hellwachen, neugierigen Augen. Sie starrte uns so unverblümt an, wie es eben nur Kinder tun können, und fragte schließlich mit einem unterdrückten Kichern: »Knutscht ihr etwa?«

Der Hund bellte dazu, als wollte er ihr zustimmen, und Laura und ich konnten nicht anders, als laut loszulachen. »Klar knutschen wir! Das ist was sehr Schönes, das wirst du später auch noch feststellen, hoho!« antwortete ich dem Mädel mit einem Augenzwinkern. Laura kniete sich sofort nieder und kraulte dem begeisterten Hund ausgiebig die Ohren.

Kurz darauf erschien auch die Mutter des Mädchens auf dem Weg. Sie lächelte entschuldigend, als sie die Szene sah, besonders als ihre Tochter mit kindlicher Überzeugung nachschob: »Pah, Jungs sind doof!«

Wir kamen mit der Mutter ins Gespräch, während wir ein Stück des Weges gemeinsam oberhalb des Sees weiterwanderten. Sie ist eine wirklich attraktive Frau, vielleicht Ende zwanzig, auch wenn sie deutlich jünger wirkte – eher wie höchstens Mitte zwanzig. Sie ist hochgewachsen und besitzt eine Figur, die einem Model zur Ehre gereicht hätte. Was mich jedoch mehr beeindruckte als ihr Äußeres, war ihre Art. Sie war klug, kunstinteressiert und wirkte sehr reflektiert. Wir plauderten fast eine Stunde lang über Gott und die Welt, über die Schönheit der Region und das Aufwachsen von Kindern in der heutigen Zeit, bevor wir uns an einer Weggabelung verabschiedeten.

Es war bereits spät am Nachmittag, als wir nach unserem insgesamt wohl 15 Kilometer langen Marsch wieder am Ferienhaus ankamen. Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen und tauchte den See in ein warmes Orange, das durch den Saharastaub fast schon unnatürlich intensiv wirkte. Irene war bereits zurück und wartete gespannt auf die Ankunft ihres Bruders. Er hatte kurz zuvor angerufen und angekündigt, dass es etwas später werden würde, da er noch bei seinem Onkel vorbeigeschaut hatte. Dabei erfuhren wir auch, dass der Onkel uns alle für den nächsten Tag zu einer großen Grill- und Gartenparty eingeladen hatte. Irene schwärmte in den höchsten Tönen von ihm – er sei ein großzügiger, lebenslustiger Patron, der den jungen Leuten diese luxuriöse Unterkunft überhaupt erst ermöglichte.

 

Es war kurz nach 20 Uhr, als wir das mir vertraute Nageln eines alten Dieselmotors hörten. Ein weinroter Mercedes 190 D rollte in die Einfahrt – ein echtes Liebhaberstück aus den Achtzigern. Ich musste schmunzeln, denn genau so ein Modell in exakt dieser Farbe hatte ich in meinen jüngeren Jahren auch einmal besessen. Trotz seiner stolzen gut 40 Jahre und dem Ruf als unkaputtbarer »Wanderdüne« sah der Wagen aus wie aus dem Ei gepellt.

Jörg entpuppte sich beim ersten Kennenlernen als ein sympathischer, wenn auch sichtlich etwas zu selbstbewusster junger Mann. Man merkte ihm sofort an, dass er in seinem Bereich – der Programmierung und Elektronik – ein echter Profi war. Dass er in seiner aktuellen Lebensphase vielleicht ein Stück zu sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt war, verbuchte ich unter jugendlichem Elan und typischer Selbstüberschätzung dieser Lebensphase; das Leben schleift solche Kanten mit der Zeit ganz von allein ab. Besonders schön zu beobachten war die tiefe Zuneigung zwischen ihm und seiner Schwester Irene. Er nahm ihre frechen Sticheleien mit einer Gelassenheit hin, die mir imponierte.

Den restlichen Abend verbrachten wir in einer fast schon familiären Atmosphäre bei exzellentem Wein. Die Stimmung war gelöst, und mit jedem Schluck wurde das Lachen lauter. Schließlich war es natürlich wieder der Frechdachs Irene, die mit einem schelmischen Grinsen vorschlug, eine Runde Monopoly für Erwachsene zu spielen. Die Regeln waren denkbar einfach: Man konnte fehlendes Spielgeld durch Kleidungsstücke und lustig-sinnlich-freche Aktionen ersetzen. Ein Spiel, für das wir eigentlich alle, vor allem ich, längst zu alt und vernünftig sein sollten, aber die Dynamik der Gruppe und Irenes sprühende Energie rissen uns einfach mit.

Es wurde ein unglaublich lustiger Abend, der fast schon Züge eines improvisierten Theaterstücks annahm. Die Würfel klapperten unaufhörlich über die glatte Oberfläche des Monopoly-Spielbretts, untermalt vom feinen Klingen unserer Weingläser und dem gelegentlichen Zischen, wenn ich mir eine weitere Zigarette anzündete, die ich in kleinen Pausen am Fenster rauchte, um die anderen nicht mit Zigarettenqualm zu belästigen. Irene entpuppte sich dabei als schauspielerisches Naturtalent, das ich in dieser Intensität und Spielfreude nicht erwartet hätte.

Es war faszinierend zu beobachten, wie sie mit einer geradezu diebischen Freude ihren ganzen Charme und ihre komödiantische Ader in die Waagschale warf, nur um uns beim harten Feilschen um die Schlossallee oder den Kurfürstendamm zu übervorteilen. Mal setzte sie diesen unwiderstehlichen, fast schon mitleiderregenden Hundeblick auf, bei dem man ihr am liebsten alle Bahnhöfe der Welt geschenkt hätte, nur um im nächsten Moment mit einem triumphierenden Blitzen in den dunklen Augen die Miete einzutreiben.

Doch bei all dem legte sie es eindeutig auch voll darauf an, möglichst schnell ihre Kleider im Tausch für Spielgeld oder als Verhandlungsmasse abzulegen, damit sie mit ihrer natürlichen Nacktheit bezaubern konnte. Eindeutig empfand sie es als herrlich kribbelnd, meine männlich bewundernden Blicke auf ihren knackig jungen, sehr schlanken Formen regelrecht zu spüren und einfach auf weibliche Art zu gefallen. Feministinnen oder sonst wie scheinheilig verlogene Frauen mögen es verleugnen, doch die simple Wahrheit ist: die meisten Girls und Frauen wollen auch mit ihren äußerlichen Reizen gefallen und empfinden es als kribbelndes Kompliment, bewundernde, begehrliche Männerblicke auf sich zu spüren. Zumindest bei Typen, die sie mögen und solange es keine schweinischen Blicke einer bestimmten Männersorte sind.

Besonders amüsant wurde es durch die Sonderregeln für Erwachsene, die der Frechdachs mit einer spielerischen Leichtigkeit vorgeschlagen hatte. Die Option, Kleidungsstücke gegen Spielgeld einzusetzen, verlieh dem Ganzen eine herrlich prickelnde Note, ohne dass es jemals ins Plumpe abrutschte. Irene genoss es sichtlich, uns mit ihren strategischen Angeboten in die Enge zu treiben, während Jörg versuchte, mit kühler Programmierer-Logik dagegenzuhalten – meist vergeblich gegen die geballte weibliche Intuition und den Charme seiner Schwester, aber auch Laura. Letztere ist älter, reifer und erheblich intellektueller als Irene, jedoch im Grunde ihres Wesens ein ähnlich verspiel-kokettes Weibchen. Wir lachten so viel, dass mir zwischendurch fast die Puste ausging, und der Wein sorgte dafür, dass die Hemmschwellen und die Ernsthaftigkeit des Alltags in weite Ferne rückten.

Während ich sie so beobachtete – wie sie dort saß, die Haare vom eifrigen Nachdenken über den nächsten Spielzug leicht zerzaust, die Wangen vom Wein und vom vielen Lachen gesund gerötet, völlig ungeniert bezaubernd nackig –, kehrte dieser eine, fast schon väterliche Beschützer-Gedanke in mein Bewusstsein zurück. Es ist dieser ganz spezielle, unwiderstehliche Zauber, den Menschen wie Irene ausstrahlen, ohne dass sie es selbst merken oder gar bewusst steuern könnten. Sie kehrt ihr Innerstes vollkommen unbekümmert und ehrlich nach außen, sie spielt keine Rolle, sie trägt keine der Masken, die man sich im Laufe des Lebens zum Schutz meist unbewusst aneignet. Sie ist in diesen Momenten vollkommen unverstellt, authentisch und voller Vertrauen in die Güte der Welt um sie herum.

Doch genau diese wunderbare Art, dieses rückhaltlose Offensein und das Fehlen jeglicher defensiver Barrieren, macht junge Frechdachs-Frauen ihrer Art in unserer oft so rauen, berechnenden und bisweilen leider auch grausamen Welt so verdammt verletzlich. In meinem Kopf blitzten unwillkürlich Bilder aus meiner aktiven Zeit als Fotograf in Paris auf.

 Ich sah die hell erleuchteten Studios der Mode-Metropole vor mir, aber auch die dunklen, kalten Ecken hinter den glitzernden Kulissen. Ich erinnerte mich an die Gesichter von all den Mädchen, die mit denselben Träumen, derselben Hoffnung und genau derselben Unschuld wie Irene in die Metropolen dieser Welt gekommen waren. Allzu oft habe ich aus nächster Nähe erlebt, wie dieses naive Vertrauen schamlos missbraucht wurde. In einer Branche, die Schönheit oft nur als schnelllebige Ware betrachtet, wird solch eine meist bildhübsche Unschuld, es sind ja Models, schnell zur Zielscheibe für jene männlichen Raubtiere, die nur ihren eigenen, meist dunklen Vorteil suchen.

Es sind jene Männer – und oft leider auch abgebrühte Frauen im Hintergrund –, die nicht auf der Suche nach echter menschlicher Begegnung oder gar einem schön amourösen Abenteuer auf Augenhöhe sind. Sie betrachten die Jungmodels lediglich als austauschbare Sexobjekte zum Benutzen, als Trophäen für ihr eigenes Ego, um sie danach, wenn der erste Glanz verflogen ist, ohne mit der Wimper zu zucken auszutauschen. Wenn die Girls das begreifen, wenn der Schleier der Naivität zerreißt, ist es gewöhnlich längst viel zu spät. Die Narben auf der Seele heilen nur langsam, wenn überhaupt, und das einstige Leuchten in den Augen erlischt leider oft für immer.

Ich seufzte innerlich und nahm einen tiefen Schluck aus meinem Weinglas, während ich den Rauch meiner Zigarette nachdenklich aus dem Fenster blies. Ich weiß natürlich, dass auch das eine oder andere Girl, junge Frauen und angehende Models, zumindest gelegentlich meine Texte lesen. Vielleicht, so hoffe ich zumindest, bringen meine Schilderungen die eine oder andere dazu, kurz innezuhalten, ein bisschen nachzudenken und eine gesunde Portion Vorsicht und Skepsis walten zu lassen, wenn Angebote zu verlockend klingen.

Doch gleichzeitig ist mir vollkommen bewusst – und ich verstehe es sogar nur zu gut –, dass sich junge Menschen in diesem Alter nur ungern etwas von Älteren wie mir sagen lassen wollen. Ratschläge werden in der Sturm-und-Drang-Phase oft als lästige Bevormundung oder gar als Angriff auf die eigene Freiheit missverstanden. Mahnungen lösen bei jungen, temperamentvollen Charakteren allzu oft genau das Gegenteil aus: Trotzreaktionen, die sie erst recht neugierig machen und sie manchmal direkt in jene Situationen treiben, vor denen man sie eigentlich so dringend warnen und beschützen wollte. Man will seine eigenen Erfahrungen machen, man will sich die Finger selbst verbrennen, um zu spüren, dass das Feuer heiß ist.

So ist nun mal der Lauf der Dinge, das ist der ewige Kreislauf des Lebens, und ich blicke dabei schmunzelnd auf mein eigenes jüngeres Ich zurück. Ich war diesbezüglich als Teenager und junger Mann keinen Deut anders oder vernünftiger. Erst eine ganze Reihe von unschönen, manchmal wirklich schmerzhaften Erfahrungen, die natürlich nicht nur Frauen, sondern genauso uns Jungs passieren können, haben mich klüger, reflektierter und letztlich vorsichtiger gemacht. Bis man all diese subtilen Mechanismen und die verborgenen Abgründe unserer Gesellschaft wirklich tiefgreifend versteht – vorausgesetzt, man ist überhaupt der intellektuelle Typ, der solche Erlebnisse auch innerlich verarbeitet –, ist man meist schon mehr oder weniger weit in seinen Zwanzigern oder gar Dreißigern.

Nicht wenige Menschen verstehen es leider nie wirklich. Sie nehmen all die Enttäuschungen und Verletzungen als unvermeidliche Naturereignisse hin, ohne jemals den Kern der Sache zu durchschauen oder zu begreifen, warum ihnen immer wieder dasselbe passiert. Sie bleiben Gefangene ihrer eigenen Arglosigkeit oder verbittern mit der Zeit zu Zynikern, ohne jemals die goldene Mitte der reflektierten Vorsicht zu finden.

Okay, jetzt habe ich mich aber wirklich mal wieder in der Rolle des Oberlehrer-Schlaumeiers verrannt und viel zu ausführlich doziert. Genug der schweren Philosophie und der düsteren Warnungen für einen so eigentlich heiteren und unbeschwerten Abend!

Mit einem leichten, schläfrigen Schmunzeln auf den Lippen und einer angenehmen Müdigkeit in den Gliedern suchten wir lange nach Mitternacht schließlich unsere Zimmer auf. Es dauerte nicht lange, bis der Schlaf uns holte – begleitet vom leisen Plätschern des Sees draußen. Morgen würde ein neuer Tag warten, voller Sonne, Saharastaub und vielleicht noch mehr Abenteuer… schnarch

 


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#26.03.01-Bodensee-Region, "Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt."

 

#26.03.01-Bodensee-Region, "Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt." Aus Wilhelm Busch "Plisch und Plum" (1882)

»Dein Café Crema…« blinzelte mich die Hübsche an und kam mit diesem herrlich unbeschwerten Schritt zu mir auf den großen Balkon hinaus, wo ich gerade eine Zigarette rauchte und die weite, fast schon meditative Aussicht über den westlichen Teil des Bodensees genoss. »…mit zwei Süßstoff, einem extra Schuss Milch und umgerührt habe ich ihn für dich auch schon.«

»Danke Laura, du bist wirklich ein Schatz.« Ich lächelte ihr zwinkernd entgegen und nahm den großen, angenehm schweren Pott mit dem dampfenden Kaffee entgegen. Das Aroma mischte sich mit dem kühlen Duft des Morgens zu einer ganz eigenen, belebenden Mischung.

Erst am vergangenen Sonntag war ich mit ihr von Wien aus hierher gefahren. Wir hatten uns für die Strecke gemütliche elf Stunden Zeit gelassen, sind entspannt im lautlosen Mercedes EQS>>> durch die noch kühlen, überwiegend kahlen Frühlings-Landschaften gefahren und haben viele Pausen eingelegt, um den Stress der Großstadt langsam abzustreifen.

Jetzt, an diesem frühen Morgen, war es mit etwa 7° C zwar noch richtig frisch, aber die ersten Sonnenstrahlen besaßen bereits eine erstaunlich wärmende Kraft. Man spürte diesen ganz feinen, fast schon scheuen Hauch von Frühling in der Luft, der die Lebensgeister weckt. Es lag noch etwas nebeliger Dunst über dem glitzernden See und der malerischen Küste, doch der wurde rasch von der aufsteigenden Sonne vertrieben und gab den Blick auf das beeindruckende Alpenpanorama am Horizont frei.

»Gefällt es dir hier eigentlich, du luxusverwöhnter Global Citizen? Vom kosmopolitischen Wiener Großstadtleben direkt in dieses ruhige, fast schon verschlafene Nest – das ist doch eine ziemlich heftige Umstellung, oder nicht? Nicht, dass dir am Ende vor lauter Beschaulichkeit noch langweilig wird?!« Sie schaute auf ihre liebreizend-sympathische Art mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen zu mir hoch und schlürfte selbst genüsslich an einem Caramel-Latte, dessen süßer Duft zu mir herüberwehte.

»Ach, weißt du, es gibt da einen sehr treffenden Spruch…, ich glaube, er stammt von Alain de Botton«, zitierte ich den geschätzten schweizerisch-britischen Autor und Philosophen. »Er sagte einmal: ›Man muss vom Leben erst ein bisschen durchgerüttelt werden, um den Sinn von Blumen, Sonnenuntergängen und ereignislosen, schönen Tagen zu erkennen.‹ Ich habe gegen ein bisschen echte Ruhe momentan absolut nichts einzuwenden und wie bitteschön sollte mir mit zwei so lieb-frechen Hübschen wie dir und Irene jemals langweilig werden?«

Laura lachte amüsiert über meine Antwort. »Du bist wirklich ein unverbesserlicher Charmeur, haha! Aber ich sagte dir ja schon in Wien: Irene wird dir ganz sicher gefallen. Du magst doch solche süßen, lieben Frechdachs-Girls mit dem Herz am rechten Fleck, stimmts?!«

»Stimmt auffallend, schuldig im Sinne der Anklage, Euer Ehren, hoho.« Ich gluckste leise vor mich hin und spürte, wie die Entspannung der letzten Tage tief in meine Knochen einsickerte.

Ich mag Laura als gute Freundin wirklich sehr. Wir kennen und verstehen uns blendend, hatten sogar schon einmal monatelang eine sehr heiße und intensive Affäre miteinander und trotz des doch erheblichen Altersunterschieds ticken wir in vielen, für das Leben wirklich wichtigen Dingen sehr ähnlich. Sie ist eine clevere, bildhübsche Studentin aus Litauen, die sich ihr Studium, das Leben und natürlich auch ein bisschen wohlverdienten Luxus als semi-professionelles Akt-Model finanziert.

Ihre Eltern in der Heimat haben leider nicht genug Geld, um ihr all das zu bezahlen, und außerdem ist sie sowieso ein sehr locker-ungenierter Charakter. Sie posiert mit großer Freude vor der Kamera und geniert sich kein bisschen wegen ihrer natürlichen Nacktheit, die sie als das sieht, was sie ist: pure, weiblich reizvolle Ästhetik. In Wien war sie gerade für ein mehrtägiges Shooting gebucht, und so trafen wir uns dort privat als Freunde wieder. Als sie mich dann bat, mit ihr an den Bodensee zu fahren, falls ich die Zeit dazu erübrigen könnte, sagte ich natürlich sehr gern ja.

Derzeit absolviert sie ein Auslands-Studienjahr im schönen Freiburg im Breisgau, wo sie auch Jörg kennenlernte, den sie offensichtlich sehr gernhat und mit dem sie auf die lockere Art moderner, junger Menschen auch manchmal intim wird. Jörg und seine jüngere Schwester Irene, ein wirklich bezaubernder Frechdachs, stammen ursprünglich aus einem winzigen, abgeschiedenen Schwarzwald-Dorf. Jörg ist ein sehr cleverer Kerl, gutaussehend und durch viel Sport ordentlich, jedoch nicht übertrieben durchtrainiert. Er entspricht so gar nicht dem typischen, blassen Nerd-Klischee, obwohl er wohl ein ungewöhnlich begabter Computer-Spezialist und Programmierer ist, der ebenfalls in Freiburg studiert. Ihn persönlich habe ich bisher noch nicht kennengelernt, aber Laura ist fest davon überzeugt, dass er mir gefallen wird – und sie kennt meinen Geschmack und meine Ansichten recht gut.

Sein jüngeres Schwesterherz Irene hingegen ist sozusagen das passende Musterbeispiel für ein liebes, süß-freches Mädchen vom Land. Sie sprüht nur so vor guter Laune, ist ständig zu kleinen Frechheiten aufgelegt, dabei aber offensichtlich niemals unverschämt, berechnend oder gar ausnutzend. Sie gehört eindeutig zu diesem ganz speziellen Girls-Typus, den man einfach auf Anhieb gernhaben muss und den man sogar ein bisschen ins Herz schließt, wenn man selbst kein gefühlskalter Klotz oder ein gemeiner Idiot ist.

Typisch für viele Dorfmenschen ist ihre Herkunft: In ihrer Heimatsiedlung leben keine 150 Seelen, da kennt natürlich jeder jeden bis ins kleinste Detail. Man hilft sich dort gegenseitig ohne große Worte, ist meist freundlich zueinander, kennt von klein auf die Eigenheiten der Nachbarn und vertraut einander deutlich mehr als die typischen, oft so anonymen Städter. Aber für junge Menschen mit Ambitionen ist so ein winziges Dorf natürlich auf Dauer auch ein wenig langweilig. Wenn man, wie Jörg, große Talente besitzt und mehr aus sich machen will als nur bäuerliche Tätigkeiten oder einen Job im regionalen Tourismus, dann muss man sein vertrautes Heimatdorf eben verlassen und zum Studieren in die Stadt ziehen, egal wie sehr man das gewohnte Umfeld eigentlich mag.

 

Diese drei jungen Leute leben nun hier am Bodensee in einer fast schon etwas luxuriösen Ferienhaus- und Wohnungsunterkunft, die einem geschäftlich sehr erfolgreichen Onkel von Jörg gehört, der das Dorf ebenfalls schon vor langer Zeit verlassen hat. Als Gegenleistung für die Unterkunft kümmern sie sich gewissenhaft um die Ferienwohnungen des Onkels direkt am See. Sie halten alles blitzblank sauber, reparieren die typischen Kleinigkeiten, erledigen Einkäufe für die Gäste oder helfen den zahlenden Urlaubern bei ihren täglichen Anliegen.

Vor allem Irene, die unbedingt ihren bewunderten, älteren und so klugen Bruder begleiten wollte, übernimmt dabei mit Begeisterung die Rolle eines Dienst- und Hausmädchens. Das macht ihr erstaunlicherweise sogar richtig Spaß. In einem Teenager-Alter, in dem man normalerweise eigentlich nicht besonders gern Hausarbeiten verrichtet, wurde sie als typisches Dorfkind jedoch schon von Kindheit an mit solchen Aufgaben betraut. Zudem hat sie Kurse als Hauswirtschafterin absolviert und kennt sich daher fachlich recht gut aus.

Laura und Jörg fahren gewöhnlich für einige Tage in der Woche, in rund zwei Stunden nach Freiburg, um dort ihren Studienverpflichtungen nachzukommen. Sie kommen aber spätestens immer dann zurück an den Bodensee, wenn ihre Anwesenheit erforderlich ist, um die vom Onkel übernommenen Aufgaben vor Ort zu erledigen. Clever und fleißig wie sie sind, bekommen sie diesen Spagat zwischen anspruchsvollem Studium und der Betreuung der Ferienwohnungen offenbar recht gut auf die Reihe. In der kommenden Hauptsaison dürfte das zwar etwas schwerer werden, aber es gibt ja auch Semesterferien und heutzutage lässt sich glücklicherweise auch vieles online erledigen, wozu man früher zwingend an den Unis physisch anwesend sein musste.

Wenn Jörg Lauras Beschreibung entspricht, dann sind sie also moderne, sehr clevere junge Menschen, die fleißig und überlegt ihren ganz eigenen Weg gehen. Zumindest gilt das für Laura und Jörg. Irene ist hingegen eher der bezaubernd unbekümmerte Typ eines Girls, der ohne großen Plan einfach in den Tag hineinlebt, dabei aber durchaus auch sehr fleißig sein kann. Sie drückt sich niemals vor unbeliebten Aufgaben, wie zum Beispiel dem Putzen der Toiletten oder ähnlichen Dingen, wie mir Laura bewundernd erzählte. Sie ist mir total sympathisch und ich mochte sie wirklich auf den ersten Blick. Jetzt muss ich eben noch Jörg kennenlernen und für mich beurteilen, ob er ebenfalls ein Guter ist.

Natürlich bin ich nicht ganz ohne Hintergedanken hier, auch wenn ich Laura als Freundin sehr gern auch einfach so getroffen und begleitet hätte. Der eigentliche Anlass für meinen Besuch ist jedoch folgender: Jörg scheint mit seinen gerade einmal 23 Jahren als Computer-Freak und Programmierer außergewöhnlich begabt zu sein, wie mir Laura versicherte. Und sie ist eigentlich viel zu clever, um auf einen Blender hereinzufallen. Er hat wohl eine ganz spezielle Geschäftsidee entwickelt. Diese soll ich nun als erfahrener Mensch und Geschäftsmann mit ihm in aller Ruhe besprechen und auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit hin einschätzen, darum hatte mich Laura engagiert gebeten.

Sie weiß von früher her noch sehr gut, dass ich es liebe, talentierte junge Menschen zu fördern und sie gegebenenfalls auch finanziell bei ihren Vorhaben zu unterstützen. Auch Laura habe ich damals in Vilnius ein bisschen unter die Arme gegriffen, als ich sie als Model kennenlernte und wir bald darauf unsere schöne Affäre begannen. Sie lebt ihr Liebesleben fast so offen und frei, wie ich es in meinem eigenen polyamourösen Leben tue. Als moderne, clevere Frau nimmt sie sich ganz selbstverständlich die gleichen Rechte heraus, wie wir Männer. Aber sie tut das nicht auf eine verbiestert-feministische Art, sondern einfach völlig locker, ungeniert und eben genau so, wie heutzutage viele junge, freigeistige Menschen drauf sind. Wenn ihr jemand wirklich gefällt und sie ihn mag, dann erlebt sie gern leidenschaftliche amouröse Abenteuer ohne unnötige Fesseln.

Verklemmte oder scheinheilige Moralvorstellungen sind ihr vollkommen fremd, aber sie ist gleichzeitig auch keine dieser sprichwörtlich geilen Party-Tussis, die dauernd mit jedem Beliebigen ins Bett hüpfen müssen. Typen, mit denen sie sich auf etwas Ernsthafteres oder Intimeres einlässt, müssen schon überdurchschnittlich viel auf dem Kasten haben und zumindest ein ähnliches geistiges Niveau wie sie selbst besitzen. Dämliche Anmache, Drogen, wilde Sexpartys oder Ähnliches, was heutzutage leider erstaunlich viele junge Menschen konsumieren oder mitmachen, sind absolut nicht ihr Ding. Im Grunde ist sie einfach eine sehr nette, liebe junge Frau und auf ihre locker-ungenierte Art oft anständiger als viele andere; ich mag sie wirklich richtig gern. smile

»Ich geh dann mal eine Runde joggen…, wie ich dich kenne, kommst du wohl eher nicht mit?« blinzelte mir Laura liebreizend zu. Sie ist körperlich sehr fit, ohne dabei übertrieben durchtrainiert oder gar drahtig zu wirken.

»Ach nee, du weißt doch, Joggen ohne Verfolger war noch nie mein Fall. Mach du nur in aller Ruhe, ich spaziere gleich ein bisschen in der Gegend herum und setze mich dann an den Laptop, um meinen üblichen Routinekram online zu erledigen. Jörg kommt erst am Freitagnachmittag hierher, habe ich das richtig in Erinnerung?«

»Ja, genau, Steve. Er sitzt drüben in Freiburg wie auf glühenden Kohlen und würde am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen, um dich endlich zu treffen und dir von seiner großen Geschäftsidee zu erzählen. Aber im Moment laufen dort ein paar echt wichtige Kurse für ihn, die er auf keinen Fall verpassen will.«

Ich lächelte beruhigend: »Kein Problem, ich habe es absolut nicht eilig, also soll er erst einmal das tun, was für seine Ausbildung wichtig ist. Wir haben hier ja alle Zeit der Welt.«

»Hach, du bist halt einfach der Beste, hihi.« Laura reckte sich kurz an mir hoch, hielt sich an meinen Schultern fest und gab mir ein liebes, flüchtiges Küsschen auf die Wange. Dann verschwand sie im Haus, um sich ihre Jogging-Sachen anzuziehen. »Ich zisch dann mal los…«

»Zisch nur…« grinste ich ihr hinterher und gab ihr zum Abschied noch einen ebenso liebgemeinten wie spielerischen Klaps auf die knackigen Pobacken, was sie nur mit einem frechen Kichern kommentierte.

 

Inzwischen war es zwar immer noch frisch, aber die hellen Sonnenstrahlen hatten mittlerweile den Dunst fast restlos vertrieben und wärmten nun spürbar die Haut. Außerdem hatte ich ja genug warme Sachen für alle Wetterlagen dabei und machte mich nun auf zu einem gemütlichen, ausgedehnten Spaziergang durch die mir noch weitgehend unbekannte, ländliche Gegend hier am westlichen Nordufer des Bodensees. Ich war zwar schon einige Male in dieser Region, aber viel kenne ich ehrlich gesagt noch nicht, oder ich habe bei meinen unzähligen Reisen um die Welt das meiste schlichtweg schon wieder vergessen.

An den sanften Südhängen des Bodensees erstrecken sich die typischen, weiten Weinberge – jetzt im frühen Frühjahr lugt jedoch nur hier und da ein schüchternes, frisches Grün aus dem dunklen Boden hervor. Die gesamte Region ist überwiegend ruhig und ländlich geprägt, mit vielen wirklich hübschen Kleinstädten und schmucken Dörfern, die selten mehr als 10.000 Einwohner zählen.

Als eines der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsziele in ganz Deutschland – besonders natürlich während der Sommersaison – ist der Bodenseekreis jedoch alles andere als hinterwäldlerisch oder rückständig. Orte wie Friedrichshafen mit dem beeindruckenden Dornier Museum>>> ziehen jährlich Tausende technikbegeisterte Besucher an. Gleichzeitig prägen prächtige, alte Villen vermögender Bewohner die gepflegten Uferpromenaden und die exklusiven Hanglagen. So entsteht hier eine wirklich einzigartige Mischung: ländlich-gemütlich und zugleich weltoffen-kosmopolitisch – eine Region, die Tradition und moderne Lebensart auf eine sehr charmante Weise miteinander verbindet.

Das Zeppelin Museum Friedrichshafen>>> ist übrigens ein eigenständiges Museum und nicht etwa, wie manche fälschlicherweise glauben, im Dornier-Museum untergebracht. Es liegt direkt am sonnigen Bodensee-Ufer beim Hafenbahnhof in der Seestraße 22. Seit 1996 befindet es sich in seinem aktuellen, architektonisch interessanten Gebäude und beherbergt die weltweit größte und bedeutendste Sammlung zur Geschichte der Luftschiffe. Zu den absoluten Highlights gehören eine begehbare Teilrekonstruktion der legendären Hindenburg (LZ 129), über 1.500 faszinierende Originalexponate, alte Filme, historische Fotos und eine gelungene Mischung aus Technik- und Kunstsammlung, inklusive süddeutscher Meisterwerke. Es ist ein absolutes Muss für jeden Luftfahrt-Fan und wird völlig zu Recht oft als eines der besten Museen am ganzen Bodensee gelobt.

Das Dornier Museum am Claude-Dornier-Platz 1, das sich direkt auf dem Flughafengelände etwa 15 Minuten entfernt befindet, widmet sich hingegen ausschließlich der Firma Dornier und ihren wegweisenden Flugzeugkonstruktionen wie der gewaltigen Do X, der Do 17 oder der Do 31. Es gibt dort keine Zeppeline zu sehen – die beiden Museen ergänzen sich aber perfekt, da sowohl Zeppelin als auch Dornier zwei der wichtigsten Luftfahrt-Pioniere aus Friedrichshafen waren und die Geschichte der Stadt maßgeblich geprägt haben.

Als ich bei meinem Spaziergang am Weingut Aufricht>>> im Höhenweg 8 in 88719 Stetten vorbeikam, beschloss ich ganz spontan, ein paar gute Weine für die nächsten Tage einzukaufen. Es ist ein sehr gemütliches, erstklassiges Weingut mit angeschlossenem Restaurationsbetrieb, professioneller Weinverkostung und Verkauf. Hier gibt es nicht nur hervorragende Weine, sondern auch leckere regionale Speisen und man trifft auf nette, geschäftstüchtige Leute. Ich bekam dort problemlos auch einen guten, frischen Kaffee serviert und dazu reichte man mir ungefragt kleine, feine Snacks, während ich in aller Ruhe einige edle Tropfen auswählte.

 

Da es am Ende schließlich mehr als nur eine Kiste wurde – insgesamt über ein Dutzend Weinflaschen, jeweils sechs Weiß-, Rot- und Roséweine –, versprachen mir die Mitarbeiter, diese noch heute direkt zu unserer Unterkunft zu liefern, damit ich die schwere Last nicht mühsam selbst schleppen muss. Anderenfalls wäre ich später noch einmal mit dem EQS hergekommen, um den Einkauf abzuholen, aber sie boten mir die Anlieferung sogar ohne jeglichen Aufpreis an, was ich natürlich sehr gerne annahm. Besonders hängen geblieben bin ich beim Grauburgunder »Sophienhalde« – ein herrlich stoffiger Wein mit feiner Birnennote und einer Mineralität, die direkt vom Seeufer zu kommen scheint. Davon musste ich mir definitiv einen Vorrat sichern, denn er ist genau der richtige Begleiter für tiefgründige Gespräche und leckere Speisen, zu denen Weißwein passt.

Dort kam ich auch ein wenig mit einer attraktiven Frau von ca. Mitte 20 ins Plaudern. Wie sich im Laufe unseres Gesprächs herausstellte, lebt diese Lina gar nicht weit von unserer Unterkunft entfernt und typischerweise für solche ländlichen Gegenden, in denen jeder jeden kennt, schien sie bereits bestens über meine Ankunft im schweineteuren Mercedes, in Begleitung der hübschen Laura und der quirligen Irene, informiert zu sein. In solchen Regionen spricht sich halt meist alles in Windeseile herum und es gibt kaum Geheimnisse, von denen die Leute nichts mitbekommen würden. schmunzel

Wieder zurück in der Unterkunft angekommen, erfreute ich mich zunächst einmal am Anblick von Laura. Sie war nach dem Joggen bereits frisch geduscht und hatte sich nur in ein großes, weißes Badetuch gewickelt. Vor dem großen Badezimmerspiegel richtete sie sich gerade konzentriert die Haare her. Wer schon länger in meinem Blog mitliest, der weiß es ja bereits: Hübsche, gut gebaute Frauen, die nur in ein weiches Frottiertuch gewickelt sind, empfinde ich als Mann stets als einen besonders reizvollen und ästhetisch-sexy Anblick.

 

»Hmm… was für ein wahrlich verlockend hübscher Anblick…, bloß dieses blöde Handtuch stört hier gerade ganz gewaltig!« Grinste ich sie also männlich-begehrlich im Spiegelbild an, was sie natürlich prompt mit einem weiblich-wissenden Schmunzeln konterte.

»Du schon wieder, haha! Wie immer der respektvoll galante Genießer. Aber sag mal, du kennst doch nun wirklich jeden einzelnen Millimeter unter diesem Stoff hier ganz genau.«

»Ja schon, das stimmt wohl, aber von einer so anmutigen Anblick weiblicher Reize bekommt ein Mann eben nie genug zu sehen. Besonders nicht bei so hübschen, toll gebauten Frauen wie dir, die zu allem Überfluss auch noch so verdammt nett und lieb sind!« Ich übertrieb meine verlangenden Blicke dabei ganz bewusst spielerisch, was sie natürlich nur noch mehr erheiterte. Wie schon erwähnt, wir kennen und verstehen uns ziemlich gut und selbstverständlich weiß sie als clevere Frau auch ganz genau um ihre Reize und ihre Wirkung auf das andere Geschlecht.

»Beruhige dich erst einmal wieder, haha! Wer weiß, vielleicht rutscht das Tuch ja noch ganz zufällig zu Boden und du darfst ein wenig mehr sehen…« zwinkerte Laura mir verschmitzt über ihr Spiegelbild zu, während ich schräg hinter ihr im Türrahmen stand.

»Ach, das würde ein armes, darbendes Männerherz wie das meine, aber ganz außerordentlich erfreuen!« Ich grinste noch breiter und legte meinen berühmten, leicht leidenden Dackelblick auf. Auch diese herrlich vergnügten und spielerischen Wortgefecht zwischen Mann und Frau mag ich sehr . Bekanntlich liebe ich solche Flirts sehr und Laura ist gewiss nicht auf den Mund gefallen, wie man so schön sagt.

»Ooooch…, dein armes, so furchtbar darbendes Männerherz tut mir ja wirklich sooooo unendlich leid, hihi!«

»Vorsicht, meine Liebe, sonst…! Werd mir jetzt bloß nicht zu frech, sonst muss ich mir ernsthafte Konsequenzen überlegen!« Ich versuchte so drohend wie möglich zu gucken, was mir angesichts ihres Anblicks natürlich kläglich misslang.

 »Sonst? Was passiert dann?« Sie wackelte extra frech mit ihrem wohlgeformten Hinterteil und ließ das Tuch dabei absichtlich ein kleines Stück tiefer rutschen, sodass eine wohlgeformte, sehr süße, schöne Brust sichtbar wurde.

»Sonst verliere ich hier vielleicht auf der Stelle die Kontrolle, stürze mich auf dich und verspeise dich mit Haut und Haar!«

Wie könnte es auch anders sein, meine Drohung erheiterte sie nur noch mehr. »Ahaha, als ob ausgerechnet du, der Fels in der Brandung, jemals wirklich die Kontrolle über dich verlieren würdest!«

»Verdammt, du kennst mich einfach viel zu gut, Laura.« Ich kapitulierte also scheinbar vor ihrem Charme, während wir uns über den Spiegel hinweg mit den Augen anlächelten. Sie blickte weiblich verschmitzt mit funkelnden Augen zurück, ich männlich bewundernd und einfach die gesamte Situation genießend. Zwar kennen wir uns auch in vollkommener Nacktheit nur zu gut, aber ich finde dennoch, dass es stets eine ungemein reizvolle Situation ist, die auch viel Sympathie und tiefes Vertrauen ausdrückt, wenn eine sehr hübsche junge Frau solch intime Momente ganz locker und unverkrampft mit einem teilt.

 

Mit ihren wohlgeformten 170 cm hat sie immer noch den Körper und die beneidenswert schlanke Figur einer jungen Frau von vielleicht 18 oder 19 Jahren und sie entspricht auch äußerlich absolut meinem bevorzugten Frauentyp. Zudem ist sie schlagfertig, besitzt viel Humor, lächelt nahezu ständig und scherzt auf eine liebreizende Art sehr gern mit all jenen, die das nicht falsch verstehen oder sie blöd von der Seite anmachen wollen.

Auch in Laura steckt, wenn auch auf eine etwas reifere und intellektuellere Art als bei Irene, ein echter, süßer Frechdachs. Also sowohl äußerlich als auch innerlich genau so, wie ich Frauen eben besonders mag. Natürlich weiß sie längst sehr genau um die unschönen Härten dieser oft so brutal kapitalistischen Welt und sie kann sich bei Bedarf auch mit einem gesund berechnenden Egoismus durchsetzen.

Doch am liebsten ist sie einfach nur freundlich, supernett, immer hilfsbereit und würde von sich aus niemals jemandem etwas Böses antun wollen. Sie ist also ein wirklich guter Mensch, den man schon allein deshalb gernhaben sollte, ganz unabhängig von ihrem unbestreitbaren Sexappeal. Dass sie zudem auch noch sehr hübsch und ungeniert locker sexy ist, ohne sich und ihre weiblichen Reize verschämt verbergen zu müssen, ist sozusagen nur noch ein erfreuliches, zusätzliches Sahnehäubchen auf dem wunderbaren Gesamtpaket Laura. Wer solche Frauen nicht aufrichtig zu schätzen weiß und sie lediglich anhand ihrer äußerlichen Reize als reine Sexobjekte betrachtet, der ist kurz, knapp und deutlich gesagt einfach ein Vollidiot.

Nachdem ich am Nachmittag noch etwa anderthalb Stunden konzentriert online am Laptop gearbeitet hatte, aßen wir beide allein zu Mittag. Irene hatte am Vormittag noch eine gerade freigewordene Ferienwohnung für den Onkel blitzblank geputzt, traf sich dann mit einer neuen Freundin hier aus dem Ort und aß direkt bei deren Familie mit. Laura hatte in der Zwischenzeit ein einfaches, aber leckeres Gericht für uns vorbereitet. Sie kann recht gut kochen, auch wenn sie selbst sagt, dass sie eigentlich nicht besonders gern lange in der Küche steht. Es gab für uns:

  • Eine feine Frühlings-Gemüsesuppe als leichte Vorspeise.
  • Knusprig scharf angebratene Blinis mit einer würzigen Hackfleisch-Pilz-Füllung als kräftigen Hauptgang und dazu einen frischen Tomatensalat mit vielen Gartenkräutern.
  • Sowie zum krönenden Abschluss einen Apfelkuchen à la „wie bei Oma“ mit reichlich Vanillesoße, den sie nach dem Joggen von einer guten Konditorei im Ort mitgebracht hatte.

»Uff, danke dir, das war hervorragend…« Ich rieb mir zufrieden den sattgegessenen Bauch. »…komm, lass uns jetzt den herrlichen Sonnenschein draußen genießen und einen ausführlichen Spaziergang machen.«

 

»Wehe, du hättest jetzt etwas anderes gesagt, haha!« Lachte sie mich an; wir räumten geschwind den Tisch ab und verstauten das Geschirr in der Spülmaschine. Es waren sogar noch etliche Blinis übrig geblieben, die wir luftdicht verpackten und im Kühlschrank als Appetithappen für zwischendurch bereitlegten. Inzwischen hatten wir recht angenehm milde 14° C draußen, mit deutlich spürbaren, wärmenden Sonnenstrahlen, wenn auch in einer immer noch frischen Brise. Die Südwestecke Deutschlands ist bekanntlich klimatisch besonders begünstigt und es war nun deutlich bemerkbar, dass der Frühling begonnen hat, auch wenn die Nächte noch kalt sind.

Dementsprechend passend gekleidet – nicht zu warm, aber auch nicht zu leicht –, spazierten wir gemeinsam los. Für Laura, in deren litauischer Heimat derzeit gerade einmal Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen und die ohnehin nur kurze Sommer mit überwiegend kühlen Temperaturen gewohnt ist, fühlte sich das hier schon fast wie ein frühsommerliches Feeling an. Sie genoss es sichtlich, während wir allgemein über dies und das, aber überwiegend private Dinge plauderten.

Sie amüsierte sich sichtlich über meine Erzählungen von meinen letzten Abenteuern, zum Beispiel dem Segeltörn in der französischen Südsee mit dem anschließenden Aufenthalt in Japan und auf Sizilien. Wie wohl alle jungen, abenteuerlustigen und neugierigen Menschen würde sie so etwas natürlich ebenfalls wahnsinnig gern einmal selbst erleben, obwohl sie ihr Leben in ihrer schönen Heimatstadt Vilnius auch sehr liebt. Wie üblich bei solchen Freundinnen, Models und Bekannten liest auch sie mehr oder weniger regelmäßig meine Blog-Beschreibungen mit und wir hatten ja auch gelegentlich Kontakt per Mail oder Video-Chat.

Sie ist also keineswegs gänzlich uninformiert über mein Leben und auch ich weiß im Gegenzug einiges über ihre Erlebnisse der letzten Monate, ihr Studium und natürlich auch über ihr privates Liebesleben…, was mich schließlich zu der Frage brachte: »Sag mal, ist das mit Jörg eigentlich etwas Ernsteres, so wie du dich für ihn und seine Idee einsetzt?«

»Etwas wirklich Ernstes…? Nö, eigentlich nicht…, jedenfalls bisher noch nicht. Wir sind gute Studien- und auch private Freunde, wir mögen uns sehr und gehen eben manchmal auch miteinander ins Bett. Aber jeder von uns ist vollkommen frei, auch andere Affären oder Bekanntschaften zu haben. Wie du weißt, mag ich es ähnlich wie du absolut nicht, Besitzansprüche aufeinander zu erheben und ich finde alberne Eifersuchtsszenen einfach nur vollkommen dämlich. Es hat ein bisschen zwischen uns gefunkt, ja, das gebe ich zu, aber eben auf eine lockere Art. Jörg ist ein attraktiver Kerl und mit seiner Cleverness bei den Frauen natürlich recht beliebt, sodass auch er viele Möglichkeiten haben kann, wenn er denn will. Natürlich erreicht er bei Weitem nicht dein Niveau, Steve, und er lebt bisher auch nicht bewusst polyamourös, aber auch er hat eigentlich kein echtes Interesse an so etwas wie einer klassischen, festen und ernsten Beziehung im herkömmlichen Sinne. Ich mag vielleicht nicht ganz objektiv sein, aber ich halte ihn in seinen Computerfähigkeiten, die mir auch von seinen Nerd-Freunden immer wieder bestätigt werden, für wirklich außergewöhnlich talentiert. Da ich wusste, dass du solchen talentierten jungen Menschen gern eine echte Chance gibst und sie förderst, habe ich dich halt einfach darauf angesprochen. Entscheiden musst am Ende natürlich du ganz allein mit deiner großen Erfahrung, was du von seiner Business-Idee hältst.« Erklärte Laura mir ihre Sicht der Dinge durchaus gut überlegt und offenbar sehr ehrlich.

»Hmm…, ich bin jedenfalls schon gespannt darauf, ihn am Freitag kennenzulernen und mehr Details zu erfahren.« Ich lächelte ihr zustimmend zu. Wie wohl alle cleveren jungen Menschen von heute, ist natürlich auch Laura ganz selbstverständlich mit moderner Technik, Computern und neuen Medien aufgewachsen, sie kann gut damit umgehen und versteht auch nicht gerade wenig davon. 

 

Doch ein echter Computer- oder Programmierprofi ist sie natürlich nicht, weshalb sie vernünftigerweise auch gar nicht erst versuchte, mir Jörgs Idee in der Tiefe technisch zu erklären und ich fragte sie deshalb auch nicht weiter danach. Den groben Rahmen hat sie mir, um mein Interesse überhaupt erst einmal zu wecken, selbstverständlich schon skizziert, jedoch eben wirklich nur den groben Rahmen. Ich werde erst dann etwas Genaueres darüber schreiben, wenn ich mehr von Jörg selbst erfahren habe und falls es nicht notwendig sein sollte, diese Dinge zum Schutz der Idee vorerst noch geheim zu halten.

Erst nach einer schätzungsweise gut über 10 Kilometer langen, sehr gemütlichen Wanderung, die uns teils über die sanften Hügel mit den schlafenden Weinreben und teils direkt entlang des Seeufers führte, kamen wir kurz vor 18 Uhr wieder zurück. Auch jetzt im frühen Frühjahr, wo in der Natur noch nichts so richtig blüht und man eher noch kahle Nachwinter-Landschaften vorfindet, ist die Gegend hier wirklich ausgesprochen hübsch. Es ist ein idealer Ort, um einmal richtig abzuschalten und zur inneren Ruhe zu kommen. In der sommerlichen Ferien- und Urlaubssaison kann es auch hier etwas hektisch werden, wenn die Straßen nicht selten von Touristen verstopft sind und überall Trubel herrscht. Aber die meiste Zeit des Jahres geht es hier angenehm beschaulich und ruhig zu; das ist wie Balsam für die Seele gestresster Großstädter und wenn man sozusagen ganz bewusst in diese Ruhe eintaucht und sich darauf einlässt, dann tut es einem einfach nur richtig gut.

Wir machten uns kurz ein bisschen frisch, dann schaute Laura online nach Neuigkeiten aus ihrem Studium und ich sichtete meine neuen Mails oder informierte mich über die aktuellen Entwicklungen im neuen Iran-Krieg, welche ja massive Auswirkungen auf meine weltweiten Börseninvestitionen haben können. Natürlich bekomme ich all diese wichtigen Infos und Mails heutzutage auch direkt aufs Smartphone geliefert. Aber nur in Ausnahmefällen arbeite ich wirklich oder beantworte ausführliche Mails an einem so kleinen Handy-Screen mit dieser typisch winzigen Tastatur. Wann immer es mir möglich ist, bevorzuge ich ganz klar einen großen Computer- oder Laptop-Monitor, eine richtige, haptische Tastatur und eine gute Multifunktions-Maus für klassische Computerarbeiten.

Der Frechdachs Irene war inzwischen auch wieder zurück in der Unterkunft und lag… oh-la-la, inmitten eines riesigen Wäscheberges bäuchlings und vollkommen unbekümmert splitternackig auf einem Sofa im Wohnzimmer. Es war schon ein fast absurder Kontrast: Eben noch habe ich mich durch die düsteren Meldungen vom neuen Iran-Krieg und die nervösen Zuckungen der Weltbörsen gewühlt, wo in Sekundenbruchteilen über Existenzen entschieden wird, und im nächsten Moment blicke ich in diese vollkommene, friedliche und fast schon provokante sinnliche Ruhe mit zwei bezaubernden jungen Frauen hier im Haus. In solchen Augenblicken wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig diese privaten Rückzugsorte als Gegengewicht zum globalen Wahnsinn sind.

Die angehäufte Wäsche verbarg zwar geschickt viel von ihrem Körper, dennoch war unschwer zu erkennen, dass sie eindeutig absolut nichts anhatte… und das war natürlich wieder ein ungemein reizender Anblick für meine genießenden Männeraugen. Bei den allermeisten Frauen, selbst bei noch jungen Teen-Girls, hätte man bei so einer Szene wohl sofort auf weiblich-raffinierte Absichten schließen können; seien es nun bewusst überlegte oder eher instinktive, weibliche Absichten. Doch bei Irene, dessen war ich mir bereits nach weniger als drei Tagen des Kennenlernens sehr sicher, ist das anders. Sie denkt darüber einfach nicht weiter nach. Völlig unbekümmert macht sie schlicht spontan das, wonach ihr gerade der Sinn steht, und wenn sie sich irgendwo wirklich wohlfühlt und den Leuten um sie herum vertraut, dann ist sie eben auch sehr ungeniert.

 

Außerdem hatte sie mir erzählt, dass es gar nicht weit von ihrem winzigen Schwarzwälder Heimatdorf entfernt, eine kleine Nudisten-Enklave gibt. Schon als junges Mädchen hatte sie sich mit einem Jungen von dort angefreundet und in der warmen Jahreszeit offenbar supergern ganz natürlich nackig bei diesen Nudisten Zeit verbracht und dort gespielt. Ob sie jemals die typischen, oft so anerzogenen und genierten Schamgefühle der meisten anderen Menschen empfunden hat, das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen, dazu kenne ich sie einfach noch zu wenig. Doch heute als junge Frau ist sie ganz eindeutig völlig unbekümmert locker drauf, sie geniert sich kein bisschen für ihren Körper und das alles zusammen, mit ihrer ganzen restlichen, fröhlichen Art, macht sie zu einem wirklich sehr bezaubernden Frechdachs. schmunzel

»Was guckste denn schon wieder so, Steve, als ob du in deinem ganzen Leben noch nie ein nackiges Girl gesehen hättest?« schmunzelte sie prompt frech, aber nicht wirklich provokant, als sie meine genießenden Männerblicke bemerkte.

»Oh, glaub mir, ich habe schon jede Menge davon gesehen, du süßer Frechdachs. Aber von so einem Anblick bekommt ein alter Genießer eben niemals genug! Ganz besonders dann nicht, wenn sie so hübsch, süß und gleichzeitig so herrlich frech sind wie du!« Ich grinste cool zurück, jedoch durchaus mit einem sehr genüsslich-bewundernden Ausdruck im Gesicht. Weibliche Wesen, ob sie es nun offen zugeben oder nicht, sehnen sich nahezu alle immer auch nach ehrlicher männlicher Anerkennung und sie empfinden solche Blicke insgeheim fast immer als ein kribbelndes Kompliment für ihre Weiblichkeit.

»Pah…, obwohl, bei einem Fotografen wie dir stimmt das wahrscheinlich sogar, haha! Wo habt ihr euch denn den ganzen Nachmittag rumgetrieben?« Sie lachte völlig unbeschwert und räkelte sich ein wenig in der Wäsche. Irene ist vielleicht keine auffällig strahlende Model-Schönheit wie Laura, aber sie ist sehr hübsch, schlank und durch ihre supersympathische Frechdachs-Kumpel-Art übt sie eine oft viel stärkere Anziehungskraft auf das andere Geschlecht aus als viele klassisch schönere Frauen. Wie schon erwähnt, man muss sie einfach gernhaben und sogar ein kleines bisschen ins Herz schließen.

»Wir haben einen sehr langen und schönen Spaziergang durch die Umgebung gemacht, Irene.« In diesem Moment kam auch Laura dazu und amüsierte sich eindeutig ebenfalls über den Anblick der so unbekümmert frechen Schwester von Jörg. »Und du? Hattest du Spaß bei deiner Freundin im Dorf?«

Ich hörte den beiden dann nicht weiter zu, ließ die jungen Frauen ungestört miteinander palavern und setzte mich konzentriert an meinen Laptop. Wirklich Wichtiges gab es glücklicherweise nicht zu tun, nur der übliche Routinekram; ein paar Mails waren zu beantworten, es gab eine nicht uninteressante, aber weder dringende noch aktuell direkt zu nutzende Info von meinem Mannheimer Anwalt, eine weitere Nachricht von einer alten Freundin aus Ostfriesland, sowie die üblichen weltweiten Nachrichtenmeldungen. Zusätzlich schaute ich mir noch die Nachrichten im Fernsehen an, wobei ich, wie ich es eigentlich immer tue, verschiedene, auch internationale Sender betrachtete. So bekommt man einfach einen viel umfassenderen Überblick mit verschiedenen Sichtweisen und erfährt nicht nur die gefilterten Ansichten einer ganz bestimmten Nachrichtenredaktion.

Schon bald war es Zeit für das gemeinsame Abendessen und wir genossen eine wirklich üppige Vesperplatte, während auf dem riesigen, ca. 160 cm großen TV-Screen bereits irgendein ziemlich dämlicher Film lief, der den jungen Frauen aber offenbar gefiel. Köstlich frisches, dunkles Bauernbrot mit einer dicken Schicht Butter, Kräuterquark, feiner Räucherlachs, Heringe, kleine Garnelen, frisch gekochte Eier, knackiger Salat, Radieschen, Rote Beete, Zwiebeln und was weiß ich nicht noch alles, türmte sich dekorativ auf der großen Platte. Außerdem gab es Kräcker und auf einem gesonderten Teller verschiedene, sehr würzige Käsesorten zum Abschluss, sowie eine bunte Obst-Mischung aus den ersten Erdbeeren, Weintrauben, Mandarinen und frischen Apfelscheiben. Es war mehr als genug für uns drei, wobei die schlanken, jungen Frauen sowieso auf ihre Figur achten und nicht so viel futtern wie ich hungriger Bär.

 

Und das war es dann eigentlich auch schon für heute. Ungefähr eine Viertelstunde nach Mitternacht gingen wir alle gut gelaunt schlafen. Laura und ich sprachen vor dem Einschlafen noch einmal kurz über Irene, weil wir uns beide ganz ähnliche Gedanken über den liebenswerten Frechdachs machen. Sie mag zwar momentan vollkommen planlos und unbekümmert vor sich hinleben, ohne bestimmte Absichten oder ehrgeizige Ziele zu verfolgen, und sie ist damit, so wie es ist, offenbar auch vollkommen zufrieden. Aber wir beide meinen, dass sie eigentlich viel zu clever ist, um ihr Leben nur als eine Art Multifunktions-Dienstmädchen für Ferienwohnungen zu verbringen.

Irene ist zwar ziemlich eindeutig nicht der klassisch intellektuelle oder ehrgeizige Typ, jedoch ist sie eben auch ganz sicher kein durchschnittliches Dummerchen. Ich kenne sie zwar erst zu kurz, um es wirklich mit Sicherheit sagen zu können, doch sowohl Laura als auch ich schätzen, dass in dieser supersympathischen Mischung aus Teengirl und junger Frau deutlich mehr steckt, als ihr vermutlich momentan selbst bewusst ist.

Mal schauen, ich werde mich in den nächsten Tagen sicherlich auch etwas ausführlicher mit ihr allein unterhalten und sie dadurch besser kennenlernen, um sie als Mensch und junge Frau noch genauer einschätzen zu können. Wenn unser erster Eindruck richtig ist, dann wäre es doch wirklich schade, wenn Irene ihr Leben und ihr Potenzial lediglich als einfache Haushaltshilfe verschwenden würde. Es gibt gar nicht so wenige solcher Girls und Jungs, die zwar eigentlich clever sind, jedoch absolut keinen Plan für ihr Leben haben, einfach nur so vor sich hinwurschteln und damit scheinbar zufrieden sind. Aber manche von ihnen können eben von Menschen, die es ehrlich gut mit ihnen meinen, auch sanft angeleitet und sozusagen aus ihrem gewohnten Trott herausgeholt werden.

Ich kann das persönlich sogar sehr gut verstehen, denn genau genommen hatte auch ich nie einen wirklich richtigen, ehrgeizigen Plan für mein Leben. Ich wollte eigentlich nichts Bestimmtes erreichen oder so etwas. Im Grunde war meine gesamte Entwicklung zu dem, was ich heute bin, viel mehr eine Reihe aus ungeplanten Zufällen, als dass ich es jemals direkt angestrebt hätte. Klar, ich war immer schon viel zu clever, wusste und verstand zu viel von der Welt, um einfach nur ein dummer, ausgebeuteter und nicht besonders gut bezahlter Arbeiter zu bleiben.

Aber ich verfolgte zum Beispiel nie wirklich direkt das Ziel, unbedingt reich oder ein erfolgreicher Börsianer, Fotograf, Captain, Unternehmer, Segler und was ich sonst noch so alles gemacht habe, zu werden. Es ergab sich eigentlich alles immer ganz organisch, weil ich halt die nötigen Talente dafür hatte und habe. Das alles brachte mir dann sozusagen fast ungewollt auch eine Menge Geld, tolle Frauen und mein heutiges, außergewöhnliches, polyamouröses Global-Citizen-Leben ein…, jedoch eben ohne, dass ich es jemals mit fester Absicht so geplant oder angestrebt hätte.

Es waren immer zufällige Ereignisse oder interessante Bekanntschaften, die mich dann mehr oder weniger neugierig machten und mich schließlich in eine bestimmte Richtung lenkten, ohne dass ich dies vorher geplant hätte. All das führte schließlich zu meinem heutigen, ziemlich verrückten und sehr außergewöhnlichen Multifunktions-Leben, das ich manchmal selbst kaum glauben kann.

Mit all dem will ich eigentlich nur sagen: Man kann niemals wirklich wissen, was aus einem jungen Menschen noch alles wird. Insbesondere dann nicht, wenn jemand eben kein unwissender Dummkopf, sondern eigentlich recht clever ist. Viel Lebenserfahrung und eine gute Menschenkenntnis sagen mir, dass auch in Irene deutlich mehr steckt, als sie vermutlich momentan selbst von sich glaubt. Deshalb könnte womöglich auch aus ihr noch viel mehr werden, als man es aktuell für möglich halten würde, wenn man sie einfach nur so erlebt, wie sie eben ist.

Und falls ich, Laura oder sonst wer ihr dabei ein wenig helfen können, sie selbst es am Ende auch will, dann werde auch ich ihr sehr gern dabei helfen. Auch ich hatte als junger Kerl so eine Art Mentor – einen viel älteren, bereits pensionierten, klugen und gebildeten Herrn, der mir viele kluge Ratschläge gab und mich zumindest ein wenig anleitete. Ohne diese Zufallsbekanntschaft damals in einer Kneipe, wäre mein Leben sicherlich anders verlaufen.

So, jetzt habe ich aber wirklich genug geschwatzt für heute, gute Nacht an alle da draußen. 😊

 

 

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