#26.04.25 – Bodensee, Berichte, Analysen und herrliches Frühlingswetter
Der Morgen am Bodensee begann mit einem Licht, das man fast
schon als flüssiges Gold bezeichnen konnte. Es flutete durch die Glasfronten
unseres Hauses, tanzte auf der Oberfläche meines mittlerweile nur noch
lauwarmen Kaffees und verwandelte den Raum in eine Oase der Ruhe, bevor der
Trubel des Tages richtig losging. Laura saß mir gegenüber, vollkommen versunken
in ihre Studienunterlagen, während ich mich durch die komplexen Verästelungen
der europäischen Energiepolitik wühlte. Die Stille im Raum wurde nur durch das
rhythmische Tippen ihrer Finger auf der Tastatur und das gelegentliche Klicken
meiner Maus unterbrochen. Es war einer dieser Momente, in denen die Welt da
draußen weit weg schien, obwohl wir uns gerade mit ihren größten Problemen
beschäftigten.
Plötzlich hob sie den Kopf, eine einzelne Strähne ihres Haars
fiel ihr verspielt ins Gesicht, und sie sah mich mit diesem ganz speziellen
Funkeln in den Augen an, das sie immer dann hatte, wenn sie eine Idee
ausheckte.
»Ich finde ja, du solltest so etwas auch mal in den Blog
einfließen lassen«, sagte sie und schenkte mir ein Lächeln, das gleichermaßen
herausfordernd wie liebevoll war.
Ich hielt inne und sah von meinem Bildschirm auf, auf dem gerade
eine Grafik über Gasflüsse flimmerte. »Hm, meinst du wirklich? Ist das nicht
viel zu trocken und vielleicht sogar ein bisschen langweilig für die
Blog-Leser, im Vergleich zu dem, was ich sonst so beschreibe?«
Ich überlegte kurz und griff nach meinem Kaffeebecher, um den
letzten Schluck zu nehmen, während ich den Blick nach draußen schweifen ließ.
Wir hatten strahlend schönes Frühlingswetter. Das Thermometer zeigte zwar noch
etwas frische 16°C an, aber die Sonnenstrahlen besaßen bereits eine enorme
Kraft. Sie heizten den Raum, in dem wir saßen, so stark auf, dass die Heizung
längst abgeschaltet war. Es war diese typische Übergangszeit, in der man
drinnen die Wärme des Sommers bereits spürt, während die Luft draußen noch den
Atem des Winters in sich trägt.
Dass es so warm war, hatte zur Folge, dass Laura in einem Outfit
arbeitete, das meine Konzentration nicht gerade förderte. Sie trug lediglich
einen knappen, sexy geschnittenen Slip und ein sehr luftiges T-Shirt, das bei
jeder ihrer Bewegungen neue Einblicke gewährte. Es war ein entzückender
Anblick, der mich gelegentlich weit mehr ablenkte, als es die italienische
Energiepolitik je könnte.
»Kann sein, dass es für manche trocken klingt«, fuhr sie fort
und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, wodurch sich der Stoff ihres Shirts
spannte. »Aber hey, ich würde als Leserin auch ganz gern mal anhand eines
Beispiels sehen und lesen, was du eigentlich konkret machst, wenn du von
Routinearbeiten schreibst. Es gibt dem Ganzen eine neue Tiefe. Und wer es
wirklich zu langweilig findet, kann es doch einfach überscrollen.«
Ich sah sie an und musste zugeben, dass ihre Argumentation Hand
und Fuß hatte. »Da hast du nicht unrecht«, lächelte ich ihr zu und begann,
ihren Vorschlag in meinem Kopf weiterzuspinnen. »Meinst du als ausführlichere
Beschreibung, oder indem ich tatsächlich beispielsweise dieses Essay per
Copy-and-paste einfüge?«
»Also ich fand es interessant, das konkrete Beispiel und die
nachfolgende Analyse zu lesen«, sagte sie, während sie sich aufstand, um sich
zu recken und zu strecken. Dabei traten ihre gertenschlanken Formen noch
deutlicher hervor, was die Luft im Raum gefühlt noch einmal um ein paar Grad
erhitzte. Wenn man konzentriert am Bildschirm arbeitet und viel auf einer
Tastatur tippt, ist ein bisschen Bewegung schließlich immer willkommen. »Auch
wenn ich von dieser speziellen Thematik eigentlich keine Ahnung habe, hat es
mich gefesselt.«
Ich war immer noch ein wenig skeptisch, was den Umfang anging.
»Das ist dann aber recht viel Text und würde schon allein für einen kompletten
Blog-Eintrag ausreichen. Ich will die Leute ja nicht erschlagen.«
»Na und?«, antwortete sie und zwinkerte mir verschmitzt zu.
»Danach, oder vielleicht im nächsten Blog, kannst du dich dann wieder
ausführlicher deinem Lieblingsthema „sexy Weiblichkeit“ widmen, haha. Du kannst
dann beschreiben, was ich gerade anhabe… oder eben nicht anhabe, wie reizvoll
du mich nackig findest und so weiter.«
Ich grinste breit und ließ meinen Blick ganz bewusst über ihren
Körper wandern. »Hm, hmm… aber gerade hast du viel zu viel, völlig unnötig viel
störende Kleidung an! Was soll ich denn da bitteschön groß beschreiben, hoho?«
»Meinst du das ernst, du Obergauner, haha!«, lachte sie laut
auf. In einer einzigen, flüssigen und beinahe tänzerischen Bewegung zog sie
sich das luftige Shirt über den Kopf und warf es achtlos auf den Boden. Sie
stand nun in ihrer vollen Pracht vor mir und erfreute mich mit dem Anblick
ihrer wunderschönen, süßen Brüste, deren Spitzen sich in der warmen Zimmerluft
leicht aufrichteten.
»Wenn du weiter so frech bist, dann fürchte ich, wird die Arbeit
erst einmal liegen bleiben müssen…«, sagte ich mit gespielter Strenge, während
ich meinen Laptop bereits zur Seite schob.
»Fürchtest du, oder freust du dich darauf, haha…«, hauchte sie,
kam langsam auf mich zu und legte ihre Arme um meinen Nacken. Sie küsste mich
intensiv, ich spürte ihre zarte Haut unter meinen Händen, den Duft ihrer Haare
und die Wärme ihres Körpers. Na ja, man kann sich wohl denken, was dann folgte.
Es führte natürlich unvermeidlich zu einer sehr willkommenen
Arbeitsunterbrechung. Wir liebten uns in einer sinnlich-verspielten, aber doch
eher kurzen Quickie-Art, die genau das Richtige war, um die aufgestaute Energie
des Morgens zu entladen. Wir sprangen kurz zusammen unter die Dusche. Danach
fühlten wir uns beide herrlich erfrischt und belebt was bei den Temperaturen am
Morgen besonders guttat, und setzten unsere Arbeit danach fort, gestärkt durch
einen frisch zubereiteten, wirklich guten Kaffee..
Bevor ich mich jedoch wieder an den Laptop setzte, trat ich noch
einmal kurz hinaus auf den Balkon, um genüsslich eine Zigarette zu paffen.
Unten im Garten sah ich Marina, die im strahlenden Sonnenschein ihre
morgendliche Gymnastik machte. Wir tauschten ein paar scherzhafte Sprüche aus,
während ich den Rauch in den blauen Himmel blies. Es war der perfekte
Vormittag.
Okay, also wie von Laura vorgeschlagen, füge ich hier mal das
Essay und den Bericht ein. Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er tief
in die Materie eintauchen will oder lieber direkt zum gemütlichen Teil des
Tages weiterscrollt:
#
Essay - Risse im transatlantischen Bündnis. Was tut Giorgia
Meloni?
Während alle versuchen, Trumps Aussagen irgendwie zu analysieren
und den nächsten Schritt zu erraten, findet in Europa leise eine der
wichtigsten geopolitischen Transformationen der letzten Jahrzehnte statt. Um zu
verstehen, warum sie überhaupt begonnen hat, muss man eine Zahl hören. 10 – das
ist die Anzahl der Schiffsfrachten Flüssiggas, die Katar bis Mitte Juni nicht
an Italien liefern wird. Nicht verschieben, sondern stornieren. Qatar Energy
hat Force Majeure erklärt, nachdem iranische Angriffe auf den Komplex Ras
Laffan etwa 17 % des gesamten katarischen LNG-Exports lahmgelegt haben.
Wiederherstellung frühestens in 3–5 Jahre. Das sind 20 Milliarden Dollar
Verluste pro Jahr für Katar und eine Katastrophe für ihre Vertragspartner.
Und jetzt die Zahl, über die in Brüssel lieber nicht gesprochen
wird. 100 % des Öls für Bayern kommt durch einen italienischen Hafen. 90 % für
Österreich. Etwa 50 % für Tschechien. Alles das durch die Transalpen-Pipeline
TAL, die am Seehafen in Triest an der Adria beginnt. Das heißt, das
industrielle Herz des deutschsprachigen Europas in Bayern, die Petrochemie bei
Wien, die tschechischen Raffinerien – all das wird durch Italien versorgt.
Und nun hat Italien, das 95 % des verbrauchten Gases importiert
und über 40 % der Stromerzeugung aus Gas gewinnt, eine „Force Majeure“ von
seinem größten LNG-Lieferanten erhalten. Vor dem iranischen Schlag auf Ras
Laffan kamen 45 % des italienischen LNG genau daher.
Was tut Giorgia Meloni? Am 3. April steigt sie ohne öffentliche
Ankündigungen in ein Flugzeug und traf innerhalb von 48 Stunden den Kronprinzen
Saudi-Arabiens, den Emir von Katar und den Präsidenten der VAE. Sie besprechen
eine Notfallplanung für eine neue Energiearchitektur Europas unter Bedingungen,
in denen die Straße von Hormus de facto geschlossen ist/bleibt und Trump die
gesamte Region in eine Kampfzone verwandelt.
Das Interessanteste daran ist, dass Meloni nicht einfach
irgendein europäischer Führer ist. Sie ist dieselbe rechtskonservative
Populistin, die Trump ständig als Vorbild für europäische Rechte gelobt hat.
Aber das dachten sie nur in Washington. Tatsächlich hat sie mit diesem
unangekündigten Besuch gezeigt, dass sie keine Populistin ist, sondern ein
unabhängiger Akteur und Stratege. Obwohl Trump doch gesagt hat, dass er
Überraschungen liebt.
Wenn Trumps engster ideologischer Verbündeter im Europäischen
Rat (nach Orban) eine unabhängige Energie-Diplomatie mit dem Persischen Golf
führt – dann ist der Riss im transatlantischen Bündnis kein theoretischer mehr.
Er ist operativ.
Weiter ein bisschen mehr darüber, worüber Meloni sich
tatsächlich geeinigt hat.
Saudi-Arabien. Das Wichtigste – nicht die Ölfelder, sondern die
Pipeline Petroline, die in den 1980er-Jahren während des Iran-Irak-Kriegs
speziell als Umgehung von Hormus gebaut wurde. 1200 km von der Küste des
Persischen Golfs bis zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Derzeit läuft sie auf
voller Kapazität – 7 Millionen Barrel pro Tag. 5 Millionen werden direkt über
Yanbu ins Rote Meer exportiert, weiter durch den Suezkanal ins Mittelmeer. Das
heißt, direkt in das Meer, in dem die italienischen Raffinerien liegen.
Saudi-Öl über Yanbu ist physisch näher an Italien als das, das über Hormus kam.
VAE. Die Pipeline Habshan-Fujairah (ADCOP), 248 Meilen von den
Ölfeldern Abu Dhabis bis zum Hafen Fujairah in der Omanküste. Entscheidend –
Fujairah liegt ötslich außerhalb von Hormus. Kapazität 1,8 Millionen Barrel pro
Tag, derzeit läuft sie auf 1,5 Millionen.
Katar. Verträge für LNG zu schließen hat jetzt keinen Sinn –
Katar kann nicht einmal die bestehenden erfüllen. Aber Meloni hat italienische
industrielle Hilfe für die Wiederherstellung von Ras Laffan angeboten. Das ist
eine milliardenschwere Investition, die Italien in die erste Reihe für
zukünftige Lieferungen bringt. Und zweitens – Zugang zum Projekt Golden Pass in
Texas. Das ist ein Joint Venture von Qatar Energy und ExxonMobil. Katar besitzt
Golden Pass nicht allein, kontrolliert aber die Verschiffungsverpflichtungen.
Und Italien hat nun bevorzugten Zugang zu den Volumina von Golden Pass dank der
Verbindungen, die Meloni in Doha gestärkt hat.
Zusammen ist das keine vollständige Ersatz für den katarischen
Mangel. Aber es ist die Architektur eines europäischen Importeurs, der
versucht, in einer neuen Realität zu arbeiten, in der Hormus kein zuverlässiger
Korridor mehr ist. Das ist die Diversifikation, die so gefehlt hat. Jedes
Barrel Öl, das in Triest ankommt, kann innerhalb weniger Tage die
Produktionslinien von BMW in Bayern, die Petrochemie bei Wien oder die
tschechischen Raffinerien versorgen.
Triest ist kein lokaler italienischer Hafen, es ist ein
Energieversorgungsport für die mitteleuropäischen Industrien. Wenn Italien
bevorzugten Zugang zu saudi-arabischem Öl in Yanbu sichert, wenn dieses Öl
durch den Suez ins Mittelmeer und nach Triest kommt – dann arbeiten jede
Raffinerie entlang der TAL-Pipeline von Ingolstadt bis Karlsruhe mit
Lieferungen, die Meloni in Saudi-Arabien gesichert hat.
Dieser Schritt Italiens war im Voraus vorbereitet. Sie ist nicht
einfach so in den Golf gegangen. Meloni ging auf Basis des Mattei-Plans – des
italienischen Rahmens für Partnerschaften mit afrikanischen und mediterranen
Staaten in Energie und Infrastruktur. Die VAE haben allein im Römischen
Finanzprozess 25 Millionen Dollar investiert. Die Saudis haben Memoranden zu
Entsalzung und erneuerbaren Energien in Afrika unter Mattei unterzeichnet. ENI
hat ein Joint Venture mit der saudi-arabischen ACWA Power. Fincantieri und
Elettronica sind in saudi-arabische Produktionsketten für Jahre eingebunden.
Was das für die Ukraine bedeutet:
Erstens ist das ein weiterer Beweis dafür, dass die USA als
Garant der globalen Sicherheit nicht mehr funktionieren. Sogar Trumps engster
ideologischer Verbündeter in der EU – Meloni – führt ihre eigene Diplomatie um
Washington herum, weil Washington das Problem geschaffen hat, statt eine Lösung
anzubieten.
Zweitens lernt Europa, Akteur zu sein. Langsam, durch Schmerz
und Verluste, aber es lernt. Meloni im Persischen Golf – das ist genau das,
wozu die Ukraine die EU jahrelang drängte: eigenständige Entscheidungen ohne
Warten auf Anweisungen aus dem Weißen Haus.
Drittens, und das ist das Wichtigste für uns. Ein Europa, das
selbst eine neue Energiearchitektur aufbaut und dafür echte Geld zahlt, wird
endlich verstehen: Abhängigkeit von irgendeinem autoritären Regime ist eine
töliche Falle. Katar ist nicht Russland, aber das Modell „sich auf ein Land in
kritischer Infrastruktur verlassen“ liegt nun zerbrochen in Ras Laffan. Am
wichtigsten – das wirkt dem Aufruf der Amerikaner entgegen, russisches Öl zu
kaufen. Moskau verliert wieder Geld.
Viertens hat Italien nun einen einzigartigen Hebel. Es ist ein
Land, auf dessen Territorium die südliche Versorgung und die mitteleuropäische
Verteilung zusammenlaufen. Das ist echte Energie-Macht. Und wir müssen genau
beobachten, wie Meloni diesen Hebel nutzen wird – besonders bezüglich der
europäischen Politik. Die neue Energiekarte Europas wird gerade jetzt
gezeichnet. Das Chaos, das Trump am Nahen Osten geschaffen hat, schiebt Europa
paradoxerweise zur strategischen Autonomie.
#
Neben dem Verstehen, Verinnerlichen, Überdenken und Reflektieren
eines solchen Essays muss ich so etwas natürlich auch auf den zutreffenden
Inhalt der Fakten überprüfen. In meiner Position kann man es sich nicht
erlauben, auf Basis von nutzlosen oder sogar schädlichen Fehlinformationen zu
agieren. Heutzutage ist das glücklicherweise mit Hilfe von KI wesentlich
einfacher und schneller möglich als noch vor ein paar Jahren.
Aber auch hier sollte man vorsichtig sein. Ähnlich wie bei einem
Auto-Navi sollte man sich nicht einfach blind auf die Aussagen verlassen. Es
ist zwar erheblich seltener geworden als noch vor kaum einem Jahr, dennoch
können auch KIs Fehler machen. Sie „halluzinieren“ manchmal Falschaussagen und
behaupten dann mit einer sturen Überzeugung, dass sie richtig wären. Deshalb
lasse ich KI-Analysen oder Bewertungen prinzipiell stets noch einmal auf die
altmodische Art und Weise überprüfen und nachrecherchieren. Das ist meistens
die Aufgabe von Gigi im Mannheimer Büro, die in solchen Dingen extrem akribisch
ist. Jedenfalls kam bei der Überprüfung Folgendes heraus:
#
Recherche/Überprüfung:
Der Essay ist in seinen zentralen faktenbasierten Aussagen
weitgehend korrekt und gut recherchiert. Er beschreibt reale geopolitische und
energiepolitische Entwicklungen im Frühjahr 2026 (Stand April 2026) präzise. Es
gibt nur minimale Ungenauigkeiten oder leichte Übertreibungen bei
Prozentzahlen, die aber den Gesamtsinn nicht verzerren. Die interpretativen
Teile (z. B. zur Rolle Melonis oder den Implikationen für die transatlantischen
Beziehungen und die Ukraine) sind subjektiv, aber logisch auf den Fakten
aufgebaut. Prüfung der wichtigsten Aussagen systematisch durch.
1.
Katar,
Ras Laffan und Force Majeure gegenüber Italien Kernbehauptung („10
Schiffsfrachten bis Mitte Juni storniert, nicht nur verschoben“; Force Majeure
nach iranischen Angriffen auf Ras Laffan; 17 % der katarischen
LNG-Exportkapazität betroffen; Wiederaufbau 3–5 Jahre; 20 Mrd. USD Verlust pro
Jahr): Vollständig korrekt. Iranische Angriffe (März 2026) haben zwei
LNG-Trains und eine GTL-Anlage in Ras Laffan beschädigt → 12,8 Mio. Tonnen/Jahr
(ca. 17 % der Exportkapazität) ausgefallen. QatarEnergy hat Force Majeure auf
Langzeitverträge erklärt, explizit auch gegenüber Italien. Der italienische
Importeur Edison bestätigt exakt 10 stornierte LNG-Ladungen (ca. 1,4 Mrd. m³)
zwischen April und Mitte Juni 2026. Die Reparatur dauert 3–5 Jahre, der
jährliche Verlust für Katar wird mit ca. 20 Mrd. USD beziffert.
2.
Transalpine
Pipeline (TAL) und Ölversorgung Mitteleuropas 100 % des Öls für Bayern, 90 %
für Österreich, ca. 50 % für Tschechien über Triest/TAL: Richtig und aktuell
gültig. Die TAL (von Triest über die Alpen nach Ingolstadt/Karlsruhe) versorgt
die Raffinerien in Bayern zu 100 %, Österreich zu ca. 90 % und Tschechien zu
ca. 50 %. Triest ist de facto das „südliche Ladebrett“ der mitteleuropäischen
Industrie.
3.
Italiens
Gas- und Stromabhängigkeit 95 % des verbrauchten Gases importiert, über 40 %
der Stromerzeugung aus Gas: Zutreffend. Italien ist extrem gasabhängig (ca.
35–38 % des gesamten Energieverbrauchs aus Gas, Stromerzeugung historisch bei
40–45 % aus Gas). Die Importabhängigkeit beim Gas liegt nahezu bei 100 %
(eigene Förderung marginal).
4.
Vor
dem Angriff 45 % des italienischen LNG aus Katar: Leicht überhöht, aber nah
dran. Aktuelle Schätzungen liegen bei ca. 33–35 % des LNG-Imports aus Katar
(ca. 10 % des gesamten Gasverbrauchs Italiens). Die Zahl 45 % dürfte auf
vertragsspezifische oder etwas ältere Peak-Werte zurückgehen – keine wesentliche
Verzerrung.
5.
Melonis
Reise am 3. April 2026 Unangekündigter Flug, Treffen mit saudischem
Kronprinzen, katarischem Emir und UAE-Präsidenten innerhalb von 48 Stunden:
Exakt korrekt. Es war die erste Reise einer EU-Regierungschefin in die
Golfregion seit Ausbruch des US-israelischen Kriegs gegen Iran. Themen:
Energie-Sicherheit, technische Unterstützung bei beschädigter Infrastruktur und
Diversifikation.
6.
Pipelines
und technische Details
- Saudi Petroline
(East-West-Pipeline): 1.200 km, 1980er-Jahre als Hormus-Umgehung gebaut,
aktuell volle Kapazität 7 Mio. Barrel/Tag, davon 5 Mio. über Yanbu ins
Rote Meer/Suez – korrekt.
- (ADCOP): Ca. 248
Meilen (tatsächlich 252 mi / 406 km), Kapazität 1,8 Mio. Barrel/Tag,
aktuell ca. 1,5 Mio. – korrekt.
7.
Konkrete
Vereinbarungen Melonis Italienische Hilfe beim Wiederaufbau von Ras Laffan +
bevorzugter Zugang zu Golden Pass (Texas, QatarEnergy/ExxonMobil-JV): Beides
bestätigt. Italien bietet technische Unterstützung an. Ab Juni 2026 erhält
Italien erste LNG-Ladungen aus dem Golden-Pass-Terminal in Texas – direkt als
Reaktion auf die katarische Force Majeure. Das ist ein konkreter Erfolg der
Reise. Der Mattei-Plan als Grundlage: Richtig. Der Mattei-Plan ist das
strategische Rahmenwerk Melonis für Energie- und Infrastrukturpartnerschaften
im Mittelmeerraum und Afrika; bestehende Kooperationen mit VAE, Saudi-Arabien
(ENI/ACWA Power etc.) sind dokumentiert.
Bewertung der politischen Schlussfolgerungen: Die
faktenbasierten Teile sind solide. Die These, dass Meloni (Trumps
„ideologischer Verbündeter“) eine eigenständige Energie-Diplomatie betreibt und
damit einen „operativen Riss“ im transatlantischen Bündnis zeigt, ist eine
legitime Interpretation der Ereignisse. Dass Europa dadurch zur strategischen
Autonomie gezwungen wird und dies langfristig auch die Abhängigkeit von
autoritären Regimen (inkl. Russland) verringern könnte, ist eine plausible
geopolitische Lesart – keine Falschaussage, sondern Analyse.
Zusammenfassung: Der Essay ist keine Verschwörungstheorie oder
Propaganda, sondern eine präzise, faktenbasierte Darstellung der Energiekrise
2026 und Italiens Reaktion darauf. Die wenigen kleinen Abweichungen (z. B.
exakte Prozentzahl beim LNG-Anteil) sind vernachlässigbar. Wer den Text als
Hintergrund für die aktuelle europäische Energiegeopolitik liest, liegt
richtig.
#
Nachdem der Vormittag so produktiv und gleichzeitig angenehm
verlaufen war, beendeten wir pünktlich zu Mittag unsere Arbeit. Wir
versammelten uns alle in der großen Küche, um gemeinsam ein leckeres Essen
zuzubereiten. Es ist bei uns fast schon Tradition, dass das Kochen kein
lästiges Muss ist, sondern ein geselliges Ereignis.
Wie üblich herrschte eine locker-lustige Stimmung. Es wurde
geplaudert, gescherzt und laut gelacht, während die Messer über die
Schneidbretter flitzten und die Töpfe auf dem Herd zu dampfen begannen. Jörg
war wie immer mit seinen Gedanken halb bei seinem Code, was zu einigen
amüsanten Missverständnissen führte, während Marina und Laura die Organisation
des Ganzen übernahmen.
»Kann mir mal jemand die Garnelen reichen, bevor Jörg sie als
Mauspad benutzt?«, lachte Marina und schob eine Schüssel zur Seite.
»Hey, ich habe nur kurz über eine Logikschleife nachgedacht!«,
verteidigte sich Jörg grinsend, während er sich ein Stück Brot stibitzte.
Als Vorspeise gab es dann schließlich Garnelen in einem
knusprig-würzigem Backteig, die einfach perfekt gelungen waren. Der Teig war
federleicht und die Würze gab den Meeresfrüchten genau den richtigen Kick. Dann
folgte der eigentliche Star des Mittags: ein kräftiger Erbseneintopf mit
ordentlich Speck, kleinen Würstchen und viel frischem Gemüse. Es ist ein
ehrliches, bodenständiges, einfaches, aber auch sehr leckeres Gericht, das einen
zusammen mit einem oder zwei knusprigen Brötchen ordentlich sättigt.
Zum Abschluss gab es eine große Schüssel mit fruchtig-frischen
Obstsalat, der den Gaumen wieder belebte. Und natürlich durfte auch die von mir
so geliebte Auswahl unter dem Motto „Käse schließt den Magen“ nicht fehlen. Es
gab verschiedene Sorten, dazu Salzcracker und süße Weintrauben, abgerundet durch
einen wirklich exzellenten, starken Kaffee.
Nach dem Essen löste sich die Gruppe langsam auf. Erika und
Irene hatten heute noch eine Mission: Sie mussten wieder einmal eine von Onkel
Ernsts Ferienwohnungen putzen, aufräumen und für die nächsten Gäste
vorbereiten. Eine Arbeit, die zwar anstrengend ist, aber am See eben
dazugehört. Jörg war durch das Essen anscheinend so beflügelt, dass er
unbedingt sofort weiterprogrammieren wollte. Er verschwand mit einem
gemurmelten »Ich hab’s gleich« in seinem Zimmer.
Marina, Laura und ich hatten dagegen andere Pläne. Wir wollten
das herrliche Wetter nutzen und schnappten uns die E-Bikes, um einen
ausgiebigen Ausflug entlang des Seeufers zu machen. Inzwischen war das
Thermometer auf angenehme 20°C gestiegen. In der direkten Sonne fühlte es sich
jedoch wesentlich wärmer an; die Strahlen brannten schon ein wenig auf der
Haut, was ein willkommenes Gefühl war.
»Wo fahren wir zuerst hin?«, fragte Laura, während sie ihren
Helm festzurrte und sich auf ihr Rad schwang.
»Wo wir schon mal waren, diese ruhige, hoffentlich einsame
Uferstelle«, antwortete ich und trat in die Pedale.
Marina hatte nämlich eine besondere Idee geäußert: Sie wollte
mir als „Outdoor in Nature Beauty“ Modell posieren. Am liebsten direkt am
Wasser, vielleicht sogar ein bisschen im See. Das Wasser hatte derzeit zwar
erst kalte 13-14°C, aber für ein paar spektakuläre Aufnahmen nimmt man so etwas
ja gern in Kauf. Laura war sofort Feuer und Flamme und bot sich als
Foto-Assistentin an, um beim Ausleuchten zu helfen.
Während wir so dahinradelten, unterhielten wir uns über Gott und
die Welt. Der Fahrtwind kühlte angenehm, und der Blick auf den glitzernden
Bodensee war einfach unbezahlbar. Wir überlegten sogar, ob wir vielleicht alle
drei kurz nackig in die erfrischenden Süßwasserfluten springen sollten, sofern
wir einen wirklich ungestörten Platz finden würden, fernab von neugierigen
Spaziergängern oder Ausflüglern.
Es gibt zwar auch offizielle nudistische FKK-Badeplätze oder
Abschnitte, wo das Nacktbaden toleriert wird, aber für wirklich schöne,
ästhetische Fotos ist es eben am besten, eine einsame Stelle zu finden. Nicht,
weil sich jemand von uns genieren würde – wir sind da alle sehr entspannt –,
sondern vor allem, weil es immer wieder Leute gibt, die dann störend glotzen.
Das kann zwar manchmal amüsant sein, wenn sich beispielsweise Frauen oder
Männer melden und selbst fotografiert werden möchten, aber meistens hält es
einfach nur auf.
Nach einer Weile fanden wir tatsächlich, was wir suchten. Eine
kleine Bucht, die von hohen Büschen abgeschirmt war und einen perfekten Blick
auf den See bot.
»Toll machst du das! Ist sie nicht absolut fotogen und
wunderschön?!«, lobte Laura anerkennend, als Marina völlig locker und mit einer
natürlichen Grazie begann, topless zu posieren. Obwohl heute viele Ausflügler
unterwegs waren, schien dieser Ort wie durch ein Wunder verlassen zu sein. Nur
in weiter Ferne konnte man ein paar stecknadelkopfgroße Gestalten erahnen.
»Oh ja, du bist definitiv ein Naturtalent darin, dich reizvoll
und weiblich in Szene zu setzen, ohne dass es auch nur eine Spur nach billig
präsentierter Nacktheit wirkt«, fügte ich hinzu, während ich die
Kameraeinstellungen anpasste.
Ich hatte ja schon in einem früheren Blog-Beitrag erwähnt, dass
Marina dieses schwer zu definierende „gewisse Etwas“ besitzt. Diese fotogene
Ausstrahlung kann man nicht wirklich lernen; selbst Profi-Models scheitern oft
daran, wenn ihnen die natürliche Basis fehlt. Es ist eine Frage des Talents und
der Persönlichkeit. Marina ist einfach dieser Typ Frau, der seine Weiblichkeit
liebt und gern begehrenswert ist, ohne sich von falschen Moralvorstellungen
oder einer verkrampften Ablehnung der weiblichen Natur verbiegen zu lassen.
»Danke ihr Lieben, haha«, lachte sie unbekümmert in die Kamera.
»Na los Steve, vergiss nicht vor lauter genüsslichem Gucken auch mal
abzudrücken, haha!«
»Was? Fotografieren? Ach so, ja… hoho«, gluckste ich und spielte
den begriffsstutzigen Trottel, der ganz vergessen hatte, dass wir hier zum
Shooten waren. »Ach, ich bin einfach ein glücklicher Mann, dass ich so viel
reizvolle Schönheit nicht nur knipsen, sondern mit meinen eigenen Augen
genießen darf!«
»Ja, das bist du… und ein raffiniert charmanter Gauner dazu!«,
konterte Marina schlagfertig, während Laura im Hintergrund amüsiert
schmunzelte.
»Und wieso bin ich jetzt gleich wieder ein Gauner?«, fragte ich
und setzte meinen besten „beleidigten Dackelblick“ auf, was die beiden nur noch
mehr zum Lachen brachte.
»Weil du es selbst in ganz neutralen Gesprächen fast immer
irgendwie schaffst, dass sie am Ende wie bewundernde Komplimente klingen«,
lachte Marina. »Genau so, wie wir Frauen sie eben gern hören; stimmts Laura?!«
Sie lief fröhlich bis zu den Knöcheln in das kühle Seewasser und
spritzte mit einem gezielten Kick in unsere Richtung. »Aber ja, das ist absolut
typisch für Steve, haha!«, pflichtete Laura ihr bei, während sie versuchte, den
Wassertropfen auszuweichen. Die beiden neckten mich auf diese typische,
liebreizend-freche Art, die ich so an ihnen schätze.
Leider hielt die Idylle nicht ewig an. Über einen flachen
Uferhügel, der uns bisher verdeckt hatte, tauchte plötzlich eine größere
Wandergruppe auf. Es schienen viele Kinder und Jugendliche dabei zu sein, die
schnell näherkamen. In solchen Momenten ist es für uns selbstverständlich, das
Shooting sofort zu unterbrechen. Man sollte nicht nackt vor fremden Augen
herumlaufen, wenn man nicht weiß, wie die Leute reagieren. Bei einer Gruppe mit
Kindern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand gestört fühlt oder es als
unangemessen empfindet, einfach zu groß.
Schade eigentlich, denn gerade wollten sich auch Laura und ich
ausziehen, um kurz in das erfrischende Wasser zu springen, bevor wir unsere
Tour fortsetzten. Aber wir nahmen es mit Humor. Wir packten unsere Sachen
schnell zusammen und waren bereits wieder auf den Rädern, noch bevor die
Wandergruppe unsere Bucht ganz erreicht hatte.
Kurz darauf erreichten wir das hübsche Örtchen Unteruhldingen.
Dort fiel uns eine besonders einladende Café-Terrasse vor einem gepflegten,
alten Fachwerkhaus auf. Direkt daneben steht die St. Quirinius Kapelle, eine
kleine, spätgotische Ortskapelle aus dem Jahr 1505, die dem Platz eine ganz
besondere Atmosphäre verleiht.
Das Restaurant Al Gusto, das zu der Terrasse gehört, schien
leider dauerhaft geschlossen zu sein. Aber nur wenige Meter weiter fanden wir
eine noch hübschere Alternative: das Hotel Restaurant Mainaublick. Dort ließen wir uns nieder
und genossen gemütlich einen Kaffee mit etwas Gebäck und Speiseeis.
Eine kurze Bewertung zum Mainaublick: Auf Google werden sie im
Schnitt mit 4,3 Sternen bewertet. Ob sich das mehr auf das Hotel oder das
Restaurant bezieht, ist schwer zu sagen, aber für unser Erlebnis im Lokal würde
ich sogar 4,4 vergeben. Der Service war freundlich, hilfsbereit und flink. Die
Speisen, die ich an den Nachbartischen sah, machten alle einen hervorragenden
Eindruck und wurden offensichtlich mit Genuss verzehrt. Das Ambiente ist sowohl
draußen als auch drinnen hübsch, elegant und gleichzeitig gemütlich. Man fühlt
sich auf Anhieb wohl. Die Preise bewegen sich im leicht gehobenen, aber
heutzutage üblichen Bereich. Nahezu alle Rezensionen auf Google Maps sind voll
des Lobes – also eine definitive Empfehlung, wenn man mal in der Gegend ist.

Von dort aus machten wir uns langsam auf den Rückweg zu unserem
Haus. Wir wählten absichtlich eine etwas längere und anstrengendere Strecke,
die uns über die Hügel- und Weinberglandschaft nördlich des Sees führte. Mit
modernen E-Bikes ist das ja eigentlich kein Problem, besonders wenn man sie auf
volle Unterstützung einstellt. Dann schnurren die Dinger mühelos jeden noch so
steilen Hügel hoch.
Aber wir wollten uns heute noch ein bisschen körperlich
betätigen, also stellten wir die Räder auf geringe Unterstützung oder
schalteten den Motor zeitweise ganz aus. Das war echtes Training.
»Puh, Steve, du willst uns wohl heute noch richtig fordern!«,
rief Laura außer Atem, während wir eine besonders steile Steigung erklommen.
»Ein bisschen Bewegung schadet nach dem ganzen Sitzen am
Vormittag nicht!«, rief ich lachend zurück.
Als wir gegen 17:30 Uhr schließlich wieder am Haus ankamen,
waren wir alle drei doch ziemlich verschwitzt. Das erste Ziel war daher für
jeden die Dusche. Typischerweise konnten Laura und ich dabei wieder einmal
nicht die Finger voneinander lassen. Wir seiften uns unter dem prickelnden
Wasserstrahl gegenseitig ein, was sehr schnell zu einer weiteren, überaus
sinnlichen Runde führte.
Wohlig befriedigt und nun wirklich erschöpft von der Radelei und
den anderen Aktivitäten, legten wir eine herrliche Kuschel-Siesta ein. Wir
lagen einfach nur da, genossen die Nähe des anderen und schauten zwischendurch
auf unsere Handys, um zu sehen, was die anderen so trieben.
Jörg hatte inzwischen auch eine Pause vom Programmieren gemacht.
Um sich den nötigen körperlichen Ausgleich zu verschaffen, war er zum Joggen
aufgebrochen und rannte irgendwo in der Umgebung herum. Erika und Irene
befanden sich seit 14 Uhr auf einer Geburtstagsparty in Hagenau. Gefeiert wurde
der 13. Geburtstag eines Mädchens, mit deren älterer Schwester Irene befreundet
ist. Die Party sollte wohl bis in den frühen Abend dauern. Die beiden hatten
sogar geplant, dort zu übernachten und eine klassische Girls-Pyjama-Party zu mitzumachen.
Das Mädel wird jetzt 14 und möchte sich verständlicherweise immer mehr als
junge Frau sehen. Das dürfte sicher ziemlich lustig werden, aber ich war im
Stillen doch recht froh, nicht dabei zu sein. Eine Horde aufgedrehter Teenager
in Partylaune kann auf Dauer doch sehr anstrengend sein. schmunzel

Zum malerischen Sonnenuntergang, der hier momentan gegen 20:30
Uhr stattfindet, versammelten wir vier Verbliebenen uns zum gemeinsamen
Abendessen auf der Terrasse. Wir beobachteten, wie der Himmel sich in tiefe
Violett- und Orangetöne verfärbte, während wir über alles Mögliche plauderten.
Jörg und ich sprachen vor allem über seine Fortschritte bei der
Programmierung des KI-gestützten Projekts seiner Geschäftsidee. Aber auch Laura
und Marina hörten aufmerksam zu und stellten kluge Fragen. Sie haben zwar keine
tiefe Ahnung von der Materie des Programmierens, sind aber als moderne, junge
Menschen fit in allem, was mit Computern, Apps und Medien zu tun hat. Darüber
hinaus sind sie intelligente Studentinnen, vielseitig interessiert und in der
Lage, logisch mitzudenken. Manchmal bringen sie durch ihre unvoreingenommene
Sichtweise sogar recht nützliche Ideen ein, auf die wir in unserer fachlichen
Tunnelvision gar nicht gekommen wären.
Wie ich immer gern scherzhaft sage: Schöne und charakterlich
nette Frauen sind für uns Männer ohnehin schon eine erfreuliche Bereicherung.
Wenn sie zudem auch noch klug, gebildet, schlagfertig und humorvoll sind, dann
gefallen sie mir persönlich noch viel besser. Mit hübschen, aber leider etwas
dummen „Betthäschen“, die außer Sex, Partys, neuen Klamotten und Schuhen nichts
im Kopf haben, konnte ich ehrlich gesagt noch nie viel anfangen. Ich habe mir
meine Freunde und Freundinnen schon immer auf einem mindestens ähnlichen Niveau
gesucht – gern auch intelligentere Menschen als mich selbst, von denen ich noch
etwas lernen kann.
Ja, ich weiß, das klingt jetzt vielleicht wieder ein bisschen
überheblich oder arrogant, aber so ist es nicht gemeint. Für Männer sehe ich
das ganz genauso. Ich will damit nur ausdrücken, dass ich es noch nie so recht
nachvollziehen konnte, warum so viele Männer regelrecht Angst vor klugen Frauen
zu haben scheinen. Sie wählen sich oft lieber die sprichwörtlichen „dummen
Tussis“ oder die ganz braven „Hausmütterchen“ aus.
Ich verstehe natürlich die psychologischen Hintergründe – ich
kenne die Menschen schließlich gut genug –, aber für mich bleibt es eine
irrational dumme Entscheidung. Männer, die so handeln, verraten damit vor allem
ihre eigene innere Unsicherheit und mangelnde Reife. Sie suchen jemanden, der
sie nicht herausfordert, anstatt jemanden, der sie wachsen lässt.
Den restlichen Abend ließen wir gemütlich ausklingen. Wir
schauten noch ein bisschen fern, jeder beschäftigte sich dann noch ein wenig
mit seinen eigenen Vorlieben und gegen 23 Uhr zogen wir uns schließlich in
unsere Zimmer und Betten zurück.
Laura muss morgen wieder an die Uni nach Freiburg zurück. Wir
sprachen im Bett noch darüber, ob ich sie hinfahren soll und vielleicht ein bis
zwei Tage oder sogar die ganze Woche dort bleibe, bis sie wieder frei hat und
wir gemeinsam zurück an den Bodensee fahren können. Marina muss ebenfalls erst
einmal zurück an ihre Uni in Stuttgart.
Da ich im Moment nicht intensiv mit Jörg zusammenarbeiten muss –
er muss jetzt erst einmal den aktuellen Programmcode fehlerfrei zum Laufen
bringen, wobei ich ihm ohnehin nicht helfen kann –, wäre ich zeitlich flexibel.
Aber wir verschoben die endgültige Entscheidung auf morgen früh. Zuerst werde
ich wie immer meine typischen Morgeninfos abrufen und sehen, was sonst noch an
Aufgaben auf mich wartet. In diesem Sinne: gute Nacht.
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