#26.07.09 - Algarve, Lagos, Shooting-Feinheiten, Kunstinteressierte und Sightseeing
»Wie schätzt du Ronaldo ein? Meinst du, dem kann ich meine Kunst oder Bilder von mir verkaufen?«
Vicky und ich ließen das Frühstück ausfallen und fuhren mit E-Bikes direkt an den Hafen zum dort festgemachten Boot. Wir benötigten ein paar Privatsachen, da wir inzwischen ja schon viel länger in Rodrigos Finca verweilen, als ursprünglich geplant und beabsichtigt war. Außerdem nahm sie das softerotische, edel gerahmte Foto-Bild im Stil der softerotischen »Schlafenden Schönen« von sich mit, das am Kopfteil unseres Bettes angebracht ist und welches ich bereits im Blog gezeigt habe.
»Ich sprach auf deiner Live-Performance nur wenige Worte mit ihm, daher kann ich das nicht wirklich einschätzen. Aber er scheint mir ein echter Liebhaber erotischer Kunst zu sein«, antwortete ich lächelnd, während wir am Kai entlangrollten.
Ronaldo ist ein weiterer Kunstinteressent, den wir pünktlich um 09:00 Uhr zum Frühstück treffen wollten. Er interessierte sich brennend für Aufnahmen von ihr als Akt-Model und wollte ihr dieses spezielle Bild wahrscheinlich abkaufen. Wir hatten den circa sechzigjährigen, leidenschaftlichen Sammler ästhetisch schöner Erotikkunst bei der jüngsten Live-Performance kennengelernt. Also radelten wir mit zwei prall gefüllten Rucksäcken und dem zum Glück handlichen, vorsichtig balancierten Foto-Bild weiter in die historische Altstadt.
Verabredet waren wir im herausragenden Café Sunrays Kitchen an der Praça do Poder Local 22. Dieses tolle Lokal schafft es, bei über 700 Bewertungen einen außergewöhnlich hohen Schnitt von 4,8 Sternen auf Google zu halten – und das zu Recht, wie wir bald feststellen durften. Es ist ein sehr hübsches, eindeutig mit viel gastronomischer Liebe und Hingabe betriebenes Café. Sehr freundliches Personal versorgt die Gäste flott und gekonnt mit perfekt zubereiteten, frischen Speisen und kühlen Getränken zu sehr fairen Preisen. Sie sind in der Stadt äußerst beliebt, und schon bald nach der Öffnung füllt sich das Lokal drinnen und auf der hübschen Außenterrasse mit Einheimischen und Touristen gleichermaßen. Montag ist Ruhetag, ansonsten haben sie täglich bis 18:00 Uhr geöffnet, an Sonntagen nur bis 16:00 Uhr.
Noch war es am Vormittag mit angenehmen 24°C erfrischend. Unsere Verabredung Ronaldo schlürfte auf der Terrasse bereits einen guten Kaffee und begrüßte uns galant-freundlich, als wir eintrafen. Wir nahmen am durch hübsche, gepflegte Grünpflanzen schattigen Tisch Platz und bestellten uns erst einmal exzellenten Kaffee, sowie Mineralwasser und frisch gepresste Fruchtsäfte. Er kennt das Sunrays Kitchen bestens und half uns fachkundig beim Auswählen der Speisen.
Vika entschied sich für fruchtige Beeren auf dickem, hellem Brot und ein cremiges Joghurt mit frischen Waldbeeren. Ich nahm leckeres, frisches, dunkles Sauerteigbrot, das üppig mit würzigem Rührei und köstlichem, hauchdünn geräuchertem Iberico-Schinken belegt war. Dazu orderten wir noch einen großen Teller knackigen, gemischten Salat für die Vitamine.
Während wir auf die bestellten Speisen warteten und entspannt über Vickys Kunst plauderten, schaute er sich das mitgebrachte Foto-Bild fasziniert an und bestätigte sofort, es erwerben zu wollen. Verblüffend schnell servierte die aufmerksam-humorvolle Bedienung unsere Bestellung, und alles mundete uns vorzüglich. Sie machen in diesem Café wirklich einen fantastischen Job; alles ist frisch und auf den Punkt genau richtig zubereitet, spürbar mit Stolz und Liebe hergestellt und ansprechend aufgetischt. Die Fruchtsäfte und der Kaffee waren ebenfalls perfekt, und somit verdient das Sunrays Kitchen seine ungewöhnlich hohe Durchschnittsbewertung wirklich von ganzem Herzen. Sehr empfehlenswert, wenn ihr mal in diese Gegend kommt und ein erstklassiges Café zum Frühstücken sucht!
Ronaldo erklärte uns, vor allem Vicky im Gespräch galant, dass er an einer hochwertigen 12er-Serie Hochglanz-Fotodrucke von Vicky in der Art von schöner, stilvoller Akt-Fotografie interessiert sei, aufgenommen in den eleganten Räumlichkeiten seines hiesigen Stadthauses. Am liebsten so, dass er beim Shooten direkt dabei ist und mit Vicky die gewünschten Posen und Szenerien unmittelbar absprechen kann. Und fraglos tat er dies auch, um als älterer, erotische Kunst sammelnder, vielleicht auch ein kleines bisschen einsamer Witwer den Anblick wunderschön geformter, noch junger Fraulichkeit mit eigenen Augen genießen zu dürfen – was er in seiner charmanten Art auch überhaupt nicht scheinheilig verheimlichte.
»Du bist eine wunderschöne Frau mit einer perfekten Figur und somit eine absolute Augenweide für jeden Mann«, zwinkerte er verschmitzt in Vickys Richtung und ergänzte niveauvoll: »Dass du auch noch intelligent, gebildet und weiblich selbstsicher eine echte Künstlerin bist, macht dich zu etwas ganz Besonderem. Für solche weiblichen Wesen sollten wir Männer aufrichtig dankbar sein.«
»Au weia, du bist ja ein fast noch größerer Charmeur als Steve, haha«, lachte Vicky amüsiert über das Kompliment. »Aber so schöne Worte höre ich als Frau natürlich immer wieder gern.«
Als Frau und erfahrenes Model macht es Vicky nicht nur überhaupt nichts aus, vollkommen unbekleidet zu posieren, sondern sie empfindet es in ihrer ganzen Art als ziemlich exhibitionistische Künstlerin sogar als reizvoll kribbelnd, sich vor erfreut bewundernden Männeraugen nackt in ihrer ganzen natürlichen Schönheit zu präsentieren. Natürlich macht sie das nicht vor jedem x-beliebigen Idioten oder Typen der primitiven Männersorte, die so etwas mit schweinischen Ausdrücken kommentieren würden. Aber vor kunstinteressierten Gentlemen mit Klasse und Niveau oder für Maler, Fotokünstler und Bildhauer ist es für sie tatsächlich eine echte Freude, vollkommen ungeniert und selbstbewusst ihre Weiblichkeit in perfekten Formen vorzuführen.
»Diesen Vergleich mit Steve nehme ich ebenfalls gerne als Kompliment wahr. Wie wäre es denn, wenn wir gleich ein paar erste Probeaufnahmen in meiner bescheidenen Hütte machen?« schlug Ronaldo offen vor und fügte taktvoll hinzu: »Wenn du noch etwas Bedenkzeit benötigst, verstehe ich das selbstverständlich vollkommen.«
»Bedenkzeit? Für was denn, haha?« konterte sie wie aus der Pistole geschossen charmant lachend, was ich, der ich von meiner selbstbewussten, derzeitigen Geliebten ohnehin nichts anderes erwartet hatte, und mit einem amüsierten Grinsen quittierte.
Ronaldo entschuldigte sich kurz für einen Toilettengang im Lokal, was uns aber wahrscheinlich nur als eleganter Vorwand diente, um die Rechnung diskret komplett zu begleichen. Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu seinem nicht weit entfernten, hübschen, von außen jedoch eher unauffälligen, kleinen Stadthaus. Drinnen ist es sehr elegant und hochwertig eingerichtet – wenn auch aus heutiger, moderner Sicht etwas altmodisch wirkend, was ich persönlich jedoch mag. Er hat definitiv einen exzellenten Geschmack und weiß genau, wie echte Eleganz ohne angeberische Protzerei gestaltet sein sollte.
Das war bei einem Gentleman seiner Art und Klasse natürlich auch nicht anders zu erwarten. Auch Vicky gefiel die Inneneinrichtung auf Anhieb sehr, sie hat ebenfalls ein großes Faible für klassische Eleganz und geschmackvolle, aristokratische Schönheit. Die glänzenden, bequemen Mahagonimöbel im großen Salon sind beispielsweise mit hochwertigen, ebenfalls sachte glänzenden Seidenstoffen bezogen. Allein ein einzelner Sessel dieser Qualität kostet im Schnitt 5.000 bis 8.000 Euro; Ronaldo geht es finanziell also offensichtlich sehr gut.
Mit dezentem Understatement, aber spürbarem Besitzerstolz führte uns Ronaldo durch die Räume und zeigte uns sein schickes Stadthaus. Im hübschen, kleinen, von subtropischen, gepflegt arrangierten Pflanzen geradezu überwucherten und dementsprechend angenehm schattigen Innenhof servierte uns seine Haushälterin eisgekühlte Erfrischungsdrinks in fruchtiger Cidre-Art. In der Stadt hatte es draußen bereits an die 30°C, doch im beschatteten Innenhof-Garten herrschte durch das üppige Grün ein herrliches, leicht feuchtes und mit Sauerstoff angereichertes Mikroklima von vielleicht 27°C.
Wir diskutierten entspannt die verschiedenen Posen, in denen ich Vicky in geschmackvollen, klassischen Full-Nude-Akten in seinen eleganten Räumlichkeiten fotografieren sollte, und wie genau Ronaldo sich die visuelle Linie der Bilderserie vorstellte. Die großformatigen HD-Ausdrucke sollten später – ähnlich wie das mitgebrachte Bild – hochwertig gerahmt und hinter edlem Glas oder einer speziellen UV-Schutzschicht wie echte Ölgemälde an den hohen Wänden hängen.
Ronaldo kennt natürlich die passenden Fachdruckereien und Rahmenwerkstätten hier in der Region, sodass er von uns lediglich die professionellen, hochauflösenden Aufnahmen von Vicky benötigte. Dafür war er zunächst bereit, 100 Euro pro ausgewählter Aufnahme zu zahlen – also 1.200 Euro für die Serie von zwölf Bildern. Für Vicky wäre das bei geschätzt zwei Stunden angenehmer, unkomplizierter „Arbeit“ als posierendes Model eine durchaus willkommene und leichte Zusatzeinnahme gewesen.
Doch nun zeigte sich einmal mehr, dass Vicky auch verdammt geschäftstüchtig und charmant verhandeln kann. Sie erwiderte freundlich, aber bestimmt im Ton:
»Lieber Ronaldo, ich habe mir gerade Gedanken zu einem angemessenen Honorar für dieses exklusive Projekt gemacht. Bei meinen großformatigen Kohlezeichnungen, für die ich üblicherweise zwischen 6.000 und 9.000 Euro erhalte, liegt der zeitliche und künstlerische Aufwand natürlich deutlich höher. Für eine professionelle, maßgeschneiderte Fotoserie dieser Art, die du später großformatig als bleibende Kunstwerke in deinem Haus nutzen willst, halte ich ein Honorar von 3.000 bis 4.000 Euro für die komplette Serie von zwölf Aufnahmen für realistisch und fair. Das würde einer Honorierung entsprechen, die meiner bisherigen künstlerischen Tätigkeit deutlich näherkommt, denn es geht hier ja schließlich nicht nur um den reinen Zeitaufwand.«
»Verehrte, schöne Vicky…«, schmunzelte Ronaldo anerkennend über so viel charmante Kaltblütigkeit, »…wie könnte ich einer so faszinierenden Frau widersprechen? Du hast vollkommen recht. Es geht nicht nur um zwei oder drei Stunden Zeitaufwand, sondern um deine einzigartige Präsenz als Frau und Künstlerin in meinen Räumlichkeiten, die angemessen vergütet werden sollte. Wollen wir uns auf faire 3.500 Euro einigen – inklusive deines kleinen ‚Schlafende Schöne‘ Fotodrucks?«
»Abgemacht, werter Ronaldo und, haha…«, lachte sie mitreißend und gutgelaunt, »…deine genießenden Männerblicke beim exklusiven Zuschauen stelle ich dir heute natürlich nicht gesondert in Rechnung!«
Über diesen gelungenen, schlagfertigen Wortwitz mussten wir nun alle amüsiert miteinander lachen. Dann gingen wir in die angenehm auf etwa 24°C klimatisierten Innenräume, wo Ronaldo zunächst Vicky seine sonstigen, über Jahre gesammelten Exponate erotischer Kunst zeigen und ihre fachliche Meinung hören wollte. Ich radelte unterdessen im Nu in kaum mehr als fünf Minuten zu Rodrigos Finca zurück, um meine Profi-Fotoausrüstung samt Stativ und Wechselobjektiven zu holen, und war im Handumdrehen wieder zurück. Gleich darauf legten wir auch schon mit dem besprochenen Shooting los.
Zwölf hochwertige Bilder zu schießen, heißt natürlich keineswegs, dass man tatsächlich nur zwölf Fotos macht. Selbst für einen erfahrenen Profi-Aktfotografen wie mich und ein perfekt eingespieltes Model wie Vicky bedeutet es, mindestens die fünffache, eher sogar die zehnfache Anzahl guter Fotos zu schießen. Aus diesem großen Pool wählt man später in der Nachbearbeitung die am besten gelungenen Nuancen aus, welche schließlich als großformatige HD-Ausdrucke verwendet werden. Selbst bei hochprofessionellen Shootings mit komplettem Fototeam, Visagist und Stylist gilt die bewährte Standardregel: Schieße hundert Fotos, um am Ende eine Handvoll davon als rundum perfekt zu verwenden!
Wie üblich, damit es von niemandem als öde, sterile »Arbeit« empfunden wird, ließen wir uns viel Zeit. Wir scherzten und plauderten ausgiebig dabei, machten entspannte Kaffee- oder Rauchpausen, und Ronaldo hatte eindeutig riesige Freude daran, bei diesem intimen Entstehungsprozess schöner Fotos quasi hautnah dabei zu sein. Was Fotos, Bilder und Fotografie generell betrifft, hat er vor allem Ahnung als Kunstinteressierter beim reinen Betrachten. Wie solche professionellen Shootings im Detail ablaufen und worauf es bei der feinfühligen Akt-Fotografie mit einem schönen, jungen, nackten Model vor der Linse – und natürlich auch vor den genießenden Männeraugen – ankommt, davon hatte er bisher keine Vorstellung.
Es war also in mehrfacher Hinsicht absolut faszinierend für ihn, und er verschlang eine so schöne, toll gebaute Frau wie Vicky sichtlich mit den Augen. Eine typische, sowohl scherzhafte wie auch ernstgemeinte Zwischenfrage von in diesem Metier unerfahrenen Männern konnte er sich dann auch nicht verkneifen:
»Wie, bei allen Göttern, Steve, hältst du es als Mann bloß aus, mit solch entzückenden Schönheiten in verlockender Nacktheit zu shooten, ohne permanent auf fragwürdige Gedanken zu kommen?«
»Das ist tatsächlich gar nicht so einfach, Ronaldo«, schmunzelte ich amüsiert über seine Offenheit und erklärte ausführlicher: »Man sollte dafür ein bestimmter Typus Mann sein, für den nackte Schönheiten nicht nur billige Sexobjekte sind. Selbstdisziplin und professionelle Selbstbeherrschung sind ebenfalls wichtig, und natürlich gibt es auch einen gewissen Gewöhnungseffekt, wenn man das schon so viele Jahre lang und oft gemacht hat. Aber langweilig wird es nie, und auch für meine Männeraugen ist es stets ein reizvoller Genuss, denn jede Frau, jedes Model ist auf ihre jeweils eigene Art ganz anders interessant. Tatsächlich – und für viele Laien schwer verständlich – sind nicht die austauschbaren, wohlgeformten nackten Körper das Interessanteste. Sondern die Art, die Ausstrahlung und die Persönlichkeit der jeweiligen Frau, die für uns Männer erfreulicherweise bereit ist, sich so frei zu zeigen und zu posieren.«
»Stimmt genau, und das macht letztlich den Unterschied zwischen wirklich guten Fotografen und denen aus, die nur technisch fehlerfrei ihren Job abliefern«, stimmte Vicky mir zu, während sie sich lasziv für die nächste Pose streckte. »Mit erstaunlich vielen, auch sehr guten oder berühmten Fotografen macht das Shooten eher wenig Spaß, weil die Atmosphäre steril ist. Aber mit echten Künstlern und einfühlsamen Knipsern gefällt es auch uns Models viel besser!«
»Sie meint damit die Frauen und Models, die es nicht nur rein berechnend „für Geld“ machen, sondern wirklich Freude daran haben, sich reizvoll zu präsentieren oder wie Vicky selbst viel Interesse an der Kunst haben«, ergänzte ich, und Ronaldo dachte sichtlich intensiv darüber nach.
»Ja, jetzt, wo ihr es mir so ausführlich erklärt, verstehe ich es viel besser. Bisher beurteilte ich das Ganze immer nur als reiner Betrachter von erotischer Kunst und dachte nicht wirklich darüber nach, welche psychologische Dynamik bei der Entstehung mitschwingt«, meinte Ronaldo nachdenklich und nickte uns dankbar zu.
Nach dem rundum gelungenen Shooting lud er uns noch charmant zum Mittagessen ein, was wir jedoch schweren Herzens ablehnen mussten, weil wir schon mit den anderen aus unserer Crew in der hervorragenden Sapore di Casa verabredet waren. Das ist eine großartige Pizzeria Italiana in einer Art umgestaltetem Einkaufszentrum der sogenannten Antiga Fábrica da Ribeira, Av. dos Descobrimentos Bloco 2. Auch dieses hübsche, kleine Lokal schafft es, bei fast 1.000 Bewertungen einen außergewöhnlich hohen Schnitt von 4,8 Google-Sternen zu halten. Ebenfalls absolut zu Recht, wie wir bald darauf feststellen durften! Nicht nur die Pizzen in traditioneller neapolitanischer Art sind hervorragend, auch die anderen italienischen Speisen sind von bester Qualität auf den Punkt zubereitet, und es schmeckte uns einfach supergut.
Tatsächlich habe ich selbst direkt in Neapel schon deutlich schlechter zubereitete Speisen der neapolitanischen Küche serviert bekommen, während das hier eindeutig zum Besten gehört, was ich je in dieser Art speisen durfte. Das Personal benimmt sich ganz in der Tradition süditalienischer Gastronomen-Gastfreundschaft, ist ziemlich flott, aufmerksam, herzlich und nett. Dabei sind die Preise für die heutige Zeit sogar als günstig zu bezeichnen; bereits für bis zu 15 Euro kann man mit einer üppig belegten Pizza plus einem kalten Getränk mehr als satt werden.
Wir vier schlemmten ausführlicher mit feinen Antipasti in Tapas-Art, verschiedenen Hauptgerichten, gutem Tafelwein, Mineralwasser und exzellentem Espresso als krönendem Abschluss. Damit kamen wir, inklusive eines angemessenen Trinkgelds, auf runde 120 Euro, also exakt 30 Euro pro Person, was für die heutige Zeit in der absoluten Haupt-Urlaubersaison bei dieser Qualität und Menge tatsächlich als sehr preiswert zu bezeichnen ist. Wir waren jedenfalls hochzufrieden, und ich kann dieses Lokal jedem guten Gewissens empfehlen, der authentische, süditalienische Küche liebt.
»Megalecker… aber meine Figur, oh je!« seufzte Britt schelmisch, die heute ungewöhnlich viel probiert und begeistert gefuttert hatte. Demo erging es ebenso, während Vicky und ich wegen unseres späten Frühstücks verständlicherweise etwas zurückhaltender agierten.
Übrigens: In Portugal und speziell an der Algarve ist die Trinkgeld-Kultur deutlich entspannter als zum Beispiel in den USA oder in Deutschland. Trinkgeld ist hier keine Pflicht, aber in touristischen Gebieten wie der Algarve sehr üblich und wird vom Servicepersonal gerne gesehen. Die Portugiesen selbst geben eher selten Trinkgeld, Touristen dafür umso mehr. Da das Servicepersonal meist einen sehr niedrigen Grundlohn verdient, ist das Trinkgeld ein wichtiger Teil ihres Realeinkommens.
Erfreulicherweise machte sich unterdessen auch eine etwas kühlere Wetterphase breit, wodurch die Temperaturen für die nächsten Tage in angenehmen Bereichen unter der 30°C-Marke bleiben sollen. Das nutzten wir gleich am Nachmittag für ausgedehntes Sightseeing im hübschen Lagos und besuchten beispielsweise den Jardim da Constituição und den Entrada do Castelo de Lagos, rund um den geschichtsträchtigen Infante Dom Henrique-Platz.
»So ein hübsches Städtchen; hier gefällt es mir fast noch besser als in Portimão und Ferragudo«, lächelte Vicky glücklich, die sich heute bewusst eine kreative Auszeit von der Fertigstellung ihrer bestellten, großformatigen Kohlezeichnung nahm. Sie ist schon ziemlich weit damit vorangekommen und schätzt, dass sie bis spätestens Mitte kommender Woche komplett fertig wird.
»Yup, echt schön hier, und die Menschen sind alle so freundlich«, stimmte Britt gutgelaunt zu, und wir Männer waren der gleichen Meinung.
Unterwegs trafen wir rein zufällig die sympathische, attraktive Inês; der Name ist die reizvolle, portugiesische Variante von Agnes, was übersetzt »die Reine« und »die Heilige« bedeutet. Wir hatten sie beim Ausgehen vor ein paar Tagen ein bisschen kennengelernt, und die schätzungsweise Mitte bis Ende Zwanzigjährige schloss sich uns spontan für fast zwei Stunden an.
Inês stammt zwar ursprünglich nicht von hier, sondern aus einer nordportugiesischen Stadt, kennt sich aber hervorragend in Lagos aus, weil sie seit ihrer frühen Jugendzeit jährlich für die Haupt-Touristensaison herkommt, um sich hier gutes Geld zu verdienen. Sie ist clever, gut gebildet und interessiert sich ebenfalls für Kunst. Ansonsten ist sie einfach genau der Typ Mensch und charmante Frau, mit dem man gerne Zeit verbringt und sich anfreundet.
Gegen 18:20 Uhr kamen wir schließlich zurück in Rodrigos Finca und erfrischten uns erst einmal durch einen jauchzenden Sprung in den Pool, dann ausgiebig unter der Dusche. In der rundum hell gekachelten Gemeinschaftsdusche neben dem Pool, einem praktischen Anbau der Finca, trafen wir auf Olga und die freche Lena, welche den Tag mit einheimischen Freunden irgendwo an der malerischen Küste verbracht hatten und kurz vor uns zurückgekehrt waren. Typischerweise wurde besonders von Frechdachs Lena sofort wieder spitz gestichelt und laut gelacht, dass sie bald mal wieder meine professionellen Masseurdienste in Anspruch nehmen wollten, was ich schlagfertig ebenfalls amüsiert kommentierte.
Danach legten wir eine ganz entspannte, schöne Siesta einschließlich Schmusen und Liebesspiel in unseren Betten ein, um die Hitze des Tages an uns vorbeiziehen zu lassen. Den Abend verbrachten wir dann gemütlich in der Finca, wo wir uns bei amüsanten Gesellschaftsspielen prächtig amüsierten. Dazu tranken wir guten Wein und Mineralwasser, und wie könnte es anders sein: Es ging verdammt lustig zu, es wurde viel gelacht und wir hatten alle zusammen einen Mordsspaß.
Rodrigo verabschiedete sich kurz vor 23:00 Uhr sozusagen rundum glücklich ins Bett. Es erfreut den alten Witwer sichtlich und spürbar tief im Herzen, dass seine Finca derzeit von so viel unbeschwertem, jungem Leben erfüllt wird. Insbesondere natürlich durch so reizende, locker-ungenierte Frauen, die ihn völlig frei von Hintergedanken wie einen geschätzten, guten Freund behandeln. Dass sie ihm alle so ungezwungen dabei helfen, seine Fähigkeiten als noch recht unerfahrener Aktfotograf zu verfeinern, gibt ihm sichtlich neue Lebensenergie.
Normalerweise müsste ein Mann in seiner Position ständig teure Models engagieren, die das posierende Lächeln vor der Kamera vor allem – oder ausschließlich – für sein Geld aufsetzen, ihn als Person ansonsten aber kaum wahrnehmen. Durch seine zwei entzückenden Haushaltshilfen, die ihm ohnehin sehr gern als Models zur Verfügung stehen, ein willkommenes Taschengeld dazuverdienen und ihren Hausherrn aufrichtig mögen, hat er es für das Ausüben seiner Fotografenleidenschaft bereits viel besser als die meisten Hobby-Knipser seiner Art.
Und momentan erlebt er durch unsere Finca-Runde das absolute Luxusszenario: Mit Vicky und Britt hat er erfahrene Models vor der Linse, die ihm wertvolle Profi-Tipps für die freizügige Aktfotografie geben können, und mit Frechdachs Lena zudem ein zusätzliches, herrlich unkompliziertes „fresh Face“ vor der Kamera. Alle drei posieren ihm einfach so, »Just for Fun« und mit Vergnügen – ganz ohne finanzielle Interessen, sondern schlicht als dankbare, charmante Gegenleistung für seine großzügige Gastfreundschaft. Sie mögen ihn einfach als den Menschen, der er ist.
Lesern, die sich in dieser Szene nicht so auskennen, sei die psychologische Komponente dahinter einmal erklärt: Viele Hobbyfotografen, die sich im fortgeschrittenen Alter an der anspruchsvollen Aktfotografie versuchen, geraten im eigenen Erleben nicht selten in ein emotionales Dilemma. Sie müssen sich oft wie die sprichwörtlichen »geilen alten Knacker« fühlen. Viele junge Models spielen die professionelle Freundlichkeit nur so lange, wie das Honorar stimmt, und lästern nach dem Shooting abfällig über den älteren Herrn. Das ist ein verdammt bitteres und entwürdigendes Gefühl, wenn man die Sache eigentlich mit ehrlichen, künstlerisch-ästhetischen Absichten angeht und eben kein plumper Voyeur ist.
Genau deshalb ist Rodrigo so erfreut und dankbar für die momentane Situation. Hier auf der Finca muss er nicht die Rolle des »zahlenden Geldbeutels« spielen, um sich mit Schönheit zu umgeben. Er darf sich als echter, respektierter und auf Augenhöhe geschätzter Freund fühlen. Dieser feine, aber gewaltige Unterschied im menschlichen Miteinander hebt seine Fotografie von einem bloßen Hobby auf eine Ebene echter, geteilter Lebensfreude… und das erfreut ihn verständlicherweise vor allem menschlich sehr.
Bis Mitternacht lagen wir schließlich alle zufrieden in den Betten, und das war es dann für heute – nach einem weiteren interessanten, schönen Tag an der malerischen Algarve.
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