#26.07.15 - Algarve, Lagos, Strandabenteuer und viel Spaß
Nach blühenden Pflanzen und dem Salz des Meeres duftende, frische Luft strömte am Morgen durch die weit geöffneten Fenster herein. Noch hatten wir kaum 22 °C, doch es war bereits in den ersten Morgenstunden zu spüren, dass sich die Kaltluftfront der letzten Tage verzog und wir heute um die 30 °C bekommen würden. Vicky räkelte sich genüsslich neben mir im großen Bett, strampelte die Reste der sie noch bedeckenden, leichten Decke von ihrem wohlgeformten, nackten Körper und seufzte leise:
»Verflixt… und ich muss bei dem schönen Wetter dringend am Bild weiterarbeiten, sonst wird es diese Woche nicht fertig.«
»Aber vorher musst du noch andere, viel wichtigere Pflichten erfüllen, hehe!« grinste ich männlich verlangend, drehte mich über sie und spürte sofort ihre wohlige Wärme. Das führte natürlich zu sinnlichen Handlungen, stetig steigendem Verlangen und einem ausgiebigen, wunderbar intensiven morgendlichen Liebesspiel.
Angenehm befriedigt duschten wir uns frisch und erledigten die typische Badroutine. Dann begann mein gewohntes Morgenritual vor dem eigentlichen Frühstück, also genau so, wie ich es liebe: erst ein paar Happen frisches Obst, dazu ein guter, heißer Café Crema und schließlich das genüssliche Schmauchen meiner geliebten Morgenzigarette im Freien am Beckenrand.
Alle anderen waren auch schon munter und am beschatteten Gartentisch auf der Pool-Terrasse mit dem Frühstücken beschäftigt, wobei wie üblich munter gescherzt, gelacht und laut geplaudert wurde. Rodrigo präsidierte vergnügt am Tisch der munteren Versammlung und lächelte väterlich über die Truppe junger Menschen; kurz darauf schloss ich mich an und langte ebenfalls ordentlich zu.
»Was unternehmen wir heute?« fragte Lena in die Runde, während sie sich ein Stück Melone in den Mund schob. »Es soll richtig schön sonnig und heiß werden!«
»Also ich bin voll und ganz für einen ausgiebigen Beach-Day!« antwortete Britt als Erste mit viel Nachdruck in der Stimme.
»Yup, ich auch«, murmelte Demo gewohnt mundfaul und mit einem dicken Bissen leckerem Futter im Mund.
»Finde ich gut, bin auch absolut dafür«, meinte Lois kaffeeschlürfend, und für einen Moment wurden wir alle abgelenkt.
Ein süßes kleines Vögelchen, ähnlich einer Meise, landete frech und piepsend mitten auf dem gedeckten Esstisch, schnappte sich flink ein heruntergefallenes Brotstückchen, flatterte schnell wieder davon und hinterließ uns mit einem Schmunzeln im Gesicht. Vicky erklärte uns dann, erst später am Nachmittag zu uns stoßen zu können, weil sie unbedingt an ihrer großformatigen Kohlezeichnung weiterarbeiten musste.
Rodrigo wiederum wollte den Hausmädchen Olga und Olea heute komplett freigeben, sodass sie mit uns kommen konnten, während er in der kühlen Finca blieb und im Hausbüro einige geschäftliche Dinge zu regeln hatte.
»Yuhuuu…, danke, lieber Dominus…« freuten sich Olga und Olea überschwänglich, bedankten sich mit süßen, frechen Dankesküsschen auf die Wange des alten Hausherren und freuten sich sichtlich über ihren großzügigen Arbeitgeber. Es verrät so einiges über Rodrigos Charakter, dass er sein Hauspersonal stets freundlich wie Gleichgestellte behandelt. Beispielsweise bekommen sie auch kein billigeres Personalessen, sondern exakt die gleichen hochwertigen Speisen wie er selbst und seine Hausgäste.
Also blieb mir gar nichts anderes übrig, als ebenfalls für den Strandtag zu stimmen, was ich aber sehr gerne tat, weil ich durchaus ebenfalls Lust auf Sand und Wellen hatte. Allerdings musste ich zunächst noch eine knappe Stunde meinen Laptop checken und ein bisschen arbeiten, aber es lag glücklicherweise nichts Wichtiges oder Dringendes vor.
Die anderen hatten unterdessen mit Köchin Marias tatkräftiger Hilfe unsere Strandsachen und zwei große Kühlrucksäcke mit kalten Getränken, frischem Obst und kleinen Knabbereien vorbereitet. Zum Mittagessen wollten wir wieder hoch zur Finca kommen, also nahmen wir sonst kein Essen mit. Mit ihren hervorragenden Ortskenntnissen führte uns Lois abseits der bekannten Routen über nicht so von Urlaubern überlaufene Pfade die rauen, malerischen Klippen hinunter zum Meer.
Selbst jetzt in der vollen Hauptsaison gibt es immer noch versteckte Plätze und windgeschützte Ecken an dieser faszinierenden Felsenküste, wo es zumindest nicht so voll ist oder für längere Zeit überhaupt keine Menschen hinkommen. Völlig und dauerhaft einsame Plätze findet man derzeit an der Algarve aber so gut wie gar keine; dazu müsste man sich schon weit von den beliebten Touristenküsten entfernen.
Daher wechselten wir oft vom paradiesisch natürlichen, nackten Badespaß in unsere Badekleidung und wieder zurück – je nachdem, wo wir uns gerade aufhielten und wie viele oder welche anderen Menschen gerade in Sichtweite waren.
Dazu blieben wir nicht nur an einem einzigen Fleck, sondern wechselten häufiger die Location. Das Erkunden dieser bezaubernden Küste mit ihren versteckten Sandstränden, den natürlich entstandenen oder mühsam in die Felsen geschlagenen Höhlen, dunklen Tunneln und fantastischen Felsformationen macht einfach viel Spaß. Besonders für junge fantasiebegabte oder geistig junggebliebene Menschen ist es ein reizvolles Abenteuer herumzulaufen, auf die Klippen zu klettern und ständig etwas Neues vom genialen Künstler Natur zu entdecken.
Auf zwei hohen, mit einem vom Wasser ausgespülten Felsenbogen verbundenen Felsformationen kletterten irgendwann Olga, Olea und Lena wie drei splitternackte Nymphen herum und riefen dann lautstark lustige Sprüche zu uns vermeintlichen Feiglingen herunter. Voll überschäumender Lebens- und Abenteuerlust sprangen sie ziemlich gewagt auf der schmalen, verbindenden Felsbrücke herum und verlangten nach schönen Schnappschüssen. So etwas sind natürlich sehr reizvolle Fotomotive, die ich sowieso zu knipsen versucht hätte.
Aber beinahe versenkte ich dabei meine kleine Schnappschuss-Ixus im salzigen Meer, weil ich für den optimalen Winkel recht tief in die Dünung gehen musste, von einer unerwartet höheren Welle fast umgeworfen wurde und zudem auch noch auf dem glitschigen, von Algen bewachsenen Untergrund den Halt verlor.
»Ahaha… kletterst du jetzt zu uns hoch, oder müssen wir runterspringen und den tapsigen Kapitänsbären retten?« prusteten unvermeidlich mit viel schadenfreudigem Lachen die drei Frechen oben auf dem windigen Felsbogen.
Dann sprangen sie tatsächlich nacheinander jauchzend hinunter ins erfrischende Meerwasser, was ich allerdings niemandem raten würde, der sich hier nicht bestens auskennt. Knapp unter der Meeresoberfläche könnten sich raue Felsen verbergen, die man wegen der rauschenden, um die Felsspitzen verwirbelten Brandung schlichtweg nicht sehen kann. Das würde aus dieser Höhe mindestens mit üblen Knochenbrüchen enden, wenn nicht gar mit Schlimmerem.
Aber Olga und Olea waren schon früher hier und wussten, dass man an dieser speziellen Stelle gefahrlos in ausreichend tiefes Wasser herunterspringen kann. Daher kannten sie auch den vom Ufer aus nicht sichtbaren Pfad, auf dem man mit etwas Klettergeschick auf die ansonsten unzugänglichen Felsformationen hochkommt.
Wie könnte es anders sein, wollten das jetzt natürlich alle nachmachen – auch ich mit meiner zum Glück recht gut durchtrainierten Bärenstatur. Und ja, so ein kleiner Nervenkitzel macht einfach riesigen Spaß. Selbst Lois kannte diese Stelle noch nicht und zögerte zunächst, doch auch sie ist als Model sehr fit und schaffte es langsam, aber sicher nach oben.
Das Riskanteste an der ganzen Sache war, dass man, um auf den Felsbogen zu gelangen, sich auf einem schmalen, etwas bröckeligen Grat erst vorsichtig um die äußere Felsnadel herumarbeiten musste. Ganz ungefährlich ist es also wirklich nicht, aber was wäre das Leben ohne ein bisschen riskantes Abenteuer?! Man sollte allerdings wirklich fit sein und zumindest etwas Erfahrung im Felsklettern haben, sonst könnte so ein Ausflug übel enden.
Der steile Rückweg hinauf zur Finca verlangte uns in der sengenden Mittagshitze dann noch mal einiges ab. Mit staubigen Füßen, leicht verschwitzt, aber bester Laune stapften wir die ausgetretenen Klippenpfade empor, wobei uns der köstliche Duft aus Marias Küche schon von Weitem wie ein unsichtbarer Wegweiser entgegenwehte.
Wie vereinbart kamen wir gegen 13:15 Uhr zurück in die Finca, um uns an einem leckeren, von Maria zubereiteten Mittagessen zu erfreuen und uns mit neuen Kräften zu stärken. Es gab zunächst kalte, köstliche Antipasti in Tapas-Art mit eingelegten Oliven, Schafskäse, Avocado, Sardellen, Paprika und Tomaten, die wunderbar delikat schmeckten und beim Verzehr in größeren Mengen auch locker als komplette Mahlzeit ausgereicht hätten.
Es folgten zarte Hähnchenbrüste auf einem frischen Gemüsebett, serviert mit der portugiesischen Variante von würzigem Djuvec-Reis, abgerundet durch einen schmackhaften Tomaten-Kräutersalat. Selbstverständlich kann man die hiesigen Tomaten nicht mit dem eher geschmacklosen Gemüse vergleichen, das man in deutschen Märkten bekommt. Hier an der Algarve sind sie, genau wie in Italien, prallvoll mit Sonne, fleischig und geschmacksintensiv – ein echter Genuss. Dazu tranken wir gut gekühlten, fruchtigen Roséwein und eiskaltes Mineralwasser.
Zum krönenden Abschluss gab es feines Krokant-Eis, einen herrlich frischen Fruchtsalat mit viel Wasser- und Honigmelone, süßen Erdbeeren und einem großzügigen Schuss Portwein sowie eine würzige Käsemischung auf Crackern mit Weintrauben und natürlich exzellenten Kaffee.
Rodrigo schaute sichtlich amüsiert zu, wie die schlanken, ansonsten sehr auf ihre Figur bedachten jungen Frauen dennoch mit erstaunlich gesundem Appetit zulangten und teils beachtliche Mengen verdrückten. Natürlich wurde in der munteren Tischrunde auch wieder ausgiebig gescherzt, gefrotzelt, gelacht, und vor allem Lena berichtete dem Hausherrn mit leuchtenden Augen haarklein von unseren Küstenabenteuern.
Wie schon mal beschrieben, kennt Rodrigo das selbst natürlich alles in- und auswendig, war er doch als Kind und Jugendlicher schon unzählige Male an dieser Küste unterwegs gewesen. Diese Finca gehört seiner erfolgreichen Unternehmerfamilie schließlich schon seit Generationen. Doch wenn einem alten Mann so junge, sympathische und vor Lebenslust nur so sprühende Frauen mit funkelnden Augen von ihren Erlebnissen erzählen, dann lächelt man unvermeidlich gerührt dazu und erfreut sich an all diesem jugendlichen Enthusiasmus. Die mitreißende Energie junger Menschen, insbesondere hübscher, charmanter Frauen, kann auf einen reiferen Herrn wie ein wahrer Jungbrunnen wirken und neue Lebensfreude schenken.
Wie es die Vorhersage versprochen hatte, zeigten die Thermometer inzwischen an die 30 °C Lufttemperatur. Etwas vollgefressen legten wir alle erst einmal eine kleine Siesta ein und genossen die angenehme Brise am Pool mit einem guten Kaffee oder kalten Erfrischungsdrinks. Vicky war derweil mit ihrem Kohlebild fast fertig geworden, wollte morgen nur noch den letzten Feinschliff erledigen und schloss sich uns jetzt gut gelaunt an, als wir am späten Nachmittag erneut über die malerischen Klippen hinunter ans Meer stiegen.
Wir suchten uns ein paar schattige Plätze in der warmen Nachmittagssonne, und es ging spürbar ruhiger zu als noch am Vormittag. Vor allem mich verlangte es nach einem gemütlichen Nickerchen im warmen Sand, und prompt schlummerte ich für eine gute Dreiviertelstunde tief und fest ein. Ach, das tat gut. Das sanfte Plätschern der Brandungswellen am Ufer, das leise Säuseln des Seewinds und die gedämpften Stimmen der anderen im Hintergrund wirkten wie eine perfekte, einschläfernde Kulisse. Doch die Ruhe hielt nicht ewig…
»Wie lange willst du Faulenzer hier eigentlich noch pennen, haha-hihi?« Mit diesen Worten warf sich Lena superfrech, klatschnass direkt aus dem Meer kommend, mit ihrem abgekühlen Körper direkt auf mich.
»Na warte, du Frechdachs!« rief ich, schloss meine Arme wie fixierende Klammern um ihren gertenschlanken Körper und trommelte kräftig, aber selbstverständlich trotzdem zärtlich und spielerisch auf ihren knackigen Pobacken herum.
»Hiiiiilfeeee…, ein grausames Bärenmonster foltert mich…« kreischte sie prompt begeistert auf und schmiegte ihre entzückend nackigen, jugendlichen Formen extra frech und leicht provozierend an meine Brust.
»Mmh… so köstliches, zartes Mädchenfleisch«, fletschte ich die Zähne und biss ihr spielerisch sanft in die nasse Schulter.
»Aaiiiih… und jetzt frisst er mich auch noch auf, hihi!« prustete der Frechdachs mit wild funkelnden Augen, während sie sich lachend wand, aber mir nicht wirklich entkommen wollte.
»Deine eigene Schuld, das hast du dir ganz allein eingebrockt, haha!« lachten die anderen amüsiert, und Vicky reichte mir einen kühlen Fruchtsaft-Mineralwasser-Mix aus einer der Kühltaschen.
Sie weiß, dass ich nach dem Aufwachen aus einem Nickerchen oder richtigem Schlaf immer als Erstes etwas trinken möchte. Ich habe nun mal die Unart, mit leicht geöffnetem Mund zu schlummern, wodurch mein Mundraum schnell austrocknet – was durch meine Rauchgewohnheiten natürlich noch verstärkt wird. Nachdem wir uns lachend wieder auseinandergesetzt hatten, zündete ich mir auch gleich eine Zigarette an und paffte genüsslich.
»Bah, du mit deiner doofen Qualmerei…« wedelte Lena mir die Rauchfahne weg, die typischerweise wieder mal ausgerechnet zu ihr, der Nichtraucherin neben mir, herüberzog.
Sie, Olga und Olea rauchen vernünftigerweise nicht, ganz im Gegensatz zu Vicky, Britt, Demo und mir. Es ist wirklich eines der unerklärlichen Paradoxa des Lebens, dass der Qualm von Rauchern fast immer zielsicher zu den Nichtrauchern zieht, völlig egal, wie man die Zigarette hält oder woher der Wind weht.
»Entschuldige bitte, dass ich lebe, atme… und rauche«, grinste ich und kitzelte sie mit der Fingerspitze an der Seite.
Lachend und fast mädchenhaft kichernd sprang sie auf und lief flink mit hüpfenden, süßen Brüsten und Pobacken zu Olga und Olea hinüber, die es sich in der tiefen, kühlen Schattenhöhle einer Felsformation gemütlich gemacht hatten.
»Ja, komm nur zu uns, wir beschützen dich vor dem großen Kapitänsmonster, haha!« riefen die beiden lachend.
Nachdem ich fertig geraucht hatte, lief ich ins Meer und schwamm sportlich kraulend weit hinaus, wo ich mich entspannt auf dem Rücken treiben ließ, wie ich es so sehr liebe. Inzwischen dürfte es etwa 16:00 Uhr gewesen sein, und die Sonnenstrahlen brannten noch kräftig schräg vom tiefblauen Himmel herunter. Nur ab und zu milderten ein paar feine Schleier- oder Schäfchenwolken die Hitze der Sonne ab. Je nach Wellengang und Dünung glitzerten die Strahlen blendend auf dem Wasser.
Beim gemütlichen Treibenlassen passte ich dennoch gut auf: Jetzt in der Hauptsaison sind auch nicht wenige Sportbootfahrer auf dem küstennahen Meer unterwegs, und die können den kleinen Kopf eines Schwimmers zwischen den Wellen leicht mal übersehen.
Als ich zurückschwamm und ans Ufer watete, staunte ich nicht schlecht über eine weitere schlanke Schönheit von echtem Model-Format, die sich in Begleitung von zwei jungen Männern gerade genauso ungeniert wie wir nackt im Meer erfrischte.
»Das ist Abby, eine Model-Freundin von mir aus Paris«, erklärte mir Britt. »Wir sind gerade völlig überraschend aufeinandergetroffen. Sie macht einen kurzen Urlaub an der Algarve, und die beiden Typen sind ihre Begleiter.«
»Aha, Begleiter oder Lover?« zwinkerte ich, und Britt lachte amüsiert auf.
»Haha, es könnten gut beide ihre Lover sein. Abby ist sexuell sehr aktiv und mag auch gern Dreier oder sogar Gruppensex.«
Das überraschte mich natürlich kein bisschen. In der schillernden Model-Welt habe ich im Laufe der Jahre schon ganz andere, verrückte Sachen erlebt. Gleich darauf machte uns Britt alle miteinander bekannt, und die schöne Abby entpuppte sich als sehr clever, unkonventionell und mindestens genauso exhibitionistisch gepolt wie Vicky. Definitiv ein interessanter, ungewöhnlicher Charakter, zudem wunderschön und mit einer fantastischen Top-Figur gesegnet.
Menschlich oder charakterlich entsprach sie allerdings nicht unbedingt dem Typ Frau, mit dem ich privat gern enger befreundet wäre. Das merkte ich mit meinem großen Erfahrungsschatz und meiner ausgezeichneten Menschenkenntnis schon nach wenigen Minuten Smalltalk. Privat mag sie ja durchaus sympathisch und verführerisch sein, doch eindeutig gehört sie zu jener Sorte kühl berechnender Frauen, die den ihnen von der Natur geschenkten Vorteil außergewöhnlicher Schönheit und Cleverness sehr gezielt zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen wissen. Und zu der mir noch nie sonderlich willkommenen Kategorie »Für Geld oder Erfolg tue ich so gut wie alles« gehört Abby eben leider auch.
Nicht, dass ich solche Menschen deshalb pauschal verurteilen oder abwerten würde. Wir leben nun mal in einer harten, kapitalistischen Welt, in der solche Verhaltensweisen durchaus nützlich und manchmal sogar notwendig sein können. Aber sympathisch muss es mir deshalb ja noch lange nicht sein. Ich bevorzugte schon immer die eher ehrlichen, guten Menschen mit einem gewissen Anstand, die eben nicht für jeden materiellen Vorteil sofort ihre Prinzipien über Bord werfen.
Na ja, egal, es betrifft mich ja im Grunde nicht, wer oder was diese Abby und ihre Begleiter tatsächlich sind. Wir hatten jedenfalls noch jede Menge Spaß miteinander an dieser malerischen Küste und blieben bis zum romantischen Sonnenuntergang gegen 20:55 Uhr am Strand. Um diese Zeit waren die allermeisten Badegäste längst abgezogen, sodass wir noch mal völlig ungezwungen und in natürlicher Nacktheit in den herrlich erfrischenden Meeresfluten plantschen konnten. Seit gut zwei Stunden hatten wir uns keine Badesachen mehr überziehen müssen, weil einfach keine Fremden mehr an unseren Platz kamen.
Nach all den vielen Aktivitäten, den Strandspielen und den Klettereien in den Felsen kamen wir am doch ein bisschen wohlig müde und erschöpft zurück in die Finca. Frisch geduscht und luftig bekleidet, nahmen wir gemeinsam mit Rodrigo noch ein spätes, delikates Abendessen ein.
Ich ergötzte mich beispielsweise an gutem, dunklem Körnerbrot mit frischer Butter, hausgemachtem Aioli, Avocado und köstlichem Räucherfisch, reichlich garniert mit Oliven, Peperoni und scharfen Jalapeños, wie ich es deftig und würzig liebe. Dazu tranken wir einen hervorragenden Rotwein und eiskaltes Mineralwasser, während wir gemütlich miteinander plauderten und uns einfach nur wohlfühlten.
Rodrigo kann ein wirklich unterhaltsamer Geschichtenerzähler sein, voll von Anekdoten mit einem herrlich trockenen Humor, den man manchmal erst mit einer kleinen Verzögerung versteht; dann aber umso herzhafter lachen muss, wenn es im Kopf erst einmal Klick gemacht hat. Und heute Abend war der alte Herr sichtlich in Bestform. schmunzel
Bevor wir schließlich ins Bett schlüpften, zog mich Vicky noch an der Hand in das Atelier vor ihre Staffelei, um mir stolz ihr fast vollendetes Werk zu präsentieren. Die kraftvollen, kontrastreichen Kohlestriche fingen das Licht der Algarve auf eine so faszinierende Weise ein, dass ich sie einfach nur bewundernd in den Arm nehmen und küssen konnte. Ich bin eigentlich kein Fan von einfarbigen Kohlezeichnungen, erkenne aber mit Respekt gern an, dass sie diesbezüglich wirklich viel Talent hat und mit echter Künstlerleidenschaft agiert. Das kann ich bewundern, auch wenn solche großformatigen Bilder nicht dem Stil entsprechen, den ich mir selbst gern an die Wände hängen würde.
Kurz nach 23:00 Uhr zog sich Rodrigo schließlich in seine Gemächer zurück, und auch wir anderen verschwanden bald darauf in unseren jeweiligen Betten. Nach einem noch recht ruhigen, aber wunderbar sinnlichen Liebesspiel duschten wir uns noch mal kurz ab und pennten nach diesem erneut traumhaften Tag an der Algarve kurz nach Mitternacht glücklich und zufrieden ein.
Ach ja… schönes Sommerwetter, faszinierende Landschaften, zauberhafte Strände, köstliches Essen und nette, gute Menschen um sich herum – nicht zuletzt auch außergewöhnlich schöne, charmante Frauen, mit denen man jede Menge Spaß haben kann. Was will man mehr?
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