Australien, Lake Macquarie

 


#23.10.13 Australien, Lake Macquarie 

„Frieden ist der einzige Kampf, der es wert ist, geführt zu werden.“ - Albert Camus 

Gestern segelten wir mit frischem bis steifem Wind, 5 bis 7 Beaufort, hoch zum Lake Macquarie; das ist ein lokales Verwaltungsgebiet im australischen Bundesstaat New South Wales. Das Gebiet ist 648,6 km² groß und hat etwa 214.000 Einwohner. Lake Macquarie liegt in der südlichen Hunter-Region an der Pazifikküste etwa 150 km nordöstlich der Metropole Sydney. Wikipedia 

5 bis 7 Windstärken oder 16 bis 30 kn oder 30 bis 60 km/h, bedeutet ein das Seglerherz aufgehen lassenden, wilden Ritt durch die Wellen, mit überkommendem Spritzwasser, was Segler Spray nennen. Stürmischer Wind beginnt ab 8 Windstärken bis zum Orkan ab 12 Bf. Meist hatten wie 22 bis 26 kn, in Böen gelegentlich auch mal über 30 kn, zunächst von Backbord voraus, also Upwind (gegen die Windrichtung) segeln. Etwa zwei Drittel der gut 50 Seemeilen dann von Backbord achtern, also Downwind (vor dem Wind) mit sehr flotter Fahrt. 

Aus Sicherheitsgründen und um die Belastung des Materials zu begrenzen, reizten wir die möglichen Segelflächen und Leistungsfähigkeit der Yacht nicht voll aus. Fahrtensegler machen das selten oder gar nicht. Das wäre sonst so ungefähr, als würde man mit einem Wohnmobil ständig Vollgas über eine Buckelpiste brettern. Nur Idioten oder Regattasegler (Rennfahrer) machen das. 

 

Die drei Frauen wurden ein bisschen blass um die Nasen, John bekam auch leichte Probleme mit der Seekrankheit, aber nicht wirklich schlimm. Nur Lea als Unerfahrenste an Bord war mal kurz davor sich beinahe zu übergeben, was ich dadurch verhinderte, indem ich sie intensiv an der frischen Luft beschäftigte und dadurch ablenkte. Dieser psychologische Trick funktioniert verblüffend oft ziemlich gut und lässt die betroffenen, zumindest für einige Zeit vergessen, dass ihnen eigentlich arg übel ist. 

Leider ist dieser Trick immer nur begrenzte Zeit anwendbar; es reichte für unseren sechs Stunden Törn und auch das nur begrenzt. Irgendwann kann man jemanden einfach nicht mehr herum jagen, beschäftigen und ablenken; dann steigt in ihnen wieder die Übelkeit oder kommt diese ihnen zu Bewusstsein und dann wird’s meist übel.  

Seekrankheit ist kein Spaß oder eine Schwäche von Weicheiern. Nach Tagen auf See in nicht so angenehmen Wetter, sah ich schon sehr harte, starke Kerle wimmern wie Kleinkinder und sogar mit Suizid Gedanken spielen, nur um ihr Elend zu beenden. Kommt es durch das ständige Übergeben, „Kotzen ohne Ende“ auch zur unvermeidlichen Dehydration, weil die Betroffenen zuwenig oder gar keine Flüssigkeit & Essen bei sich behalten können, wird es tatsächlich lebensgefährlich. 


 

Südlich von Newcastle befindet sich der Lake Macquarie, mit 24 km Länge und einer Fläche von über 100 km² einer der größten küstennahen Salzwasserseen. Lake Macquarie, der von einheimischen und Insidern liebevoll „Lake Mac“ genannt wird, ist seit Jahren einer der Top Spots für Segler, bietet aber auch für nahezu jede andere Art von Wassersport ideale Bedingungen. Die Möglichkeiten reichen vom Schwimmen, Schnorcheln, Wakeboarden und Paddeln bis zum Windsurfen und Angeln. Das Ufer hat fast überall den Charakter einer Parklandschaft mit Spazier- und Fahrradwegen, die ebenso den Joggern, Rollerbladern und Skatern offenstehen. Die Picknickplätze sind vor allem an den Wochenenden sehr beliebt. Mehr Infos zu Lake Macquarie>>> 

Die Einfahrt zum See, eigentlich ja eher eine Meerwasser Lagune, bei Swansea unter der gleichnamigen Klappbrücke, ist für Yachten unserer Größe mit fast 2 m Tiefgang etwas diffizil. Die gut mit Fahrwasserbojen bezeichneten Strecken sollten strikt eingehalten werden. Krista und John sind hier mal mit dem Kiel voll in eine Sandbank gelaufen; zu ihrem Glück war es viel mehr weicher Schlick als harter Sand, so dass der Aufprall eher sanft vonstatten ging und ihr Segelboot nicht beschädigt wurde.  

Mit „voll zurück“ bei noch auflaufender Flut, gelang es ihnen sich in 20 Minuten wieder selbst zu befreien. Aber den Schreck werden sie so schnell nicht vergessen und bei ungünstigeren Umständen, hätte es sie viel Schaden am Boot kosten können. Zudem ist so ein Auflaufen durch Unachtsamkeit, auch immer eine peinliche, nautische Blamage, die kein Segler gerne zugibt. Aber die Beiden sind ehrlich genug zu ihren damaligen Fehlern mangels Erfahrung zu stehen.  

 

Das ist auch einer der Gründe, warum sie vom Segeln in der Ägäis so begeistert waren. Man kann in Stunden von Insel zu Insel hüpfen und überall gute Anker-, Mooring- oder Anlegestellen mit ausreichend Tiefgang finden; muss längst nicht so aufpassen, wie an vielen Abschnitten der australischen Ostküste. 

Die Fahrwasser innerhalb des eigentlichen See- / Lagunenbereichs, sind auch oft knapp bemessen. Viele Untiefen und Sandbänke „wandern“ von Jahr zu Jahr umher, so das die Aktualisierung der Seekarten kaum hinterherkommt. Große Bereiche der Seefläche können wir mit der AMELIA gar nicht ansteuern, nur mit dem Beiboot. Wobei der Waterjet Antrieb des Williams Tender dann wieder eine seiner Stärken ausspielen kann, nämlich besonders wenig Tiefgang zu haben; außerdem kann man nicht, wie bei einem Außenborder, die Antriebsschraube durch Grundberührung beschädigen. 

Wir steuerten vorsichtig eine Ankerboje in einem Bereich mit nicht so vielen Yachten an, wo wir unsere elegante Yacht vertäuten. Das Manöver gelang auf Anhieb, dann klarten wir das Deck auf, verstauten die Leinen und putzten die vielen Salzwasserspritzer mit Süßwasser ab. Zu sechst war das in 20 Minuten Tip Top erledigt und wir nahmen gut gelaunt Drinks mit einem kleinen, leckeren Snack im Cockpit. Kaum in ruhigen Gewässern, verfliegt das Übelkeitsgefühl durch Seekrankheit meist sofort und so ging es auch unseren Hübschen gleich wieder gut. 

Seefahrt macht hungrig und die vier Australier wussten auch schon, weil sie bereits hier waren, ein gutes, italienisches Restaurant. Leider wieder mit diesen dämlichen, angelsächsischen Öffnungszeiten, nur von 17 bis 2030. Viel lieber hätten wir noch an Bord kleine Snacks genommen und eine ausführliche Siesta gemacht, um dann wie in Europa, vor allem in Südeuropa, irgendwann nach 21 – 22 Uhr Essen zu gehen, Drinks zu nehmen, Spaß zu haben und das Nightlife zu genießen. *seufz* 



 

Wir zögerten es noch bis Sonnenuntergang heraus, den wir an Bord bestaunten. Dann setzten wir geschwind mit dem Tender an Land über und erreichten kurz nach 19 Uhr, dass nur wenige Minuten entfernte Salina>>>, 626 Pacific Hwy, Belmont NSW. Nach Meinung vieler Australier, ist das hübsche, gemütliche Lokal das beste italienische Restaurant weit und breit. Auf Google werden sie im Schnitt mit 4,6 Sternen bewertet, was vielleicht ein ganz klein wenig übertrieben ist. Aber wirklich nur minimal, das wäre „Erbsen zählen“ oder jammern auf hohem Niveau. Sehr freundliches, kompetentes Personal, bringt italienische Köstlichkeiten zu relativ günstigen Preisen auf die Tische und wir schlemmten bis Lokalschluss. Man sollte dazu etwa 40 – 60,- AUD (24-36,-€) pro Person einplanen; wer will kann natürlich auch deutlich mehr ausgeben. 

Ray und Dave wollten uns heute einladen, um sich für das Mitsegeln zu bedanken. Beide müssen spätestens Sonntag zurück in Sydney sein, weil sie nicht länger Urlaub machen können. Also werden sie der Einfachheit halber und damit Lea nicht alleine reisen muss, mit ihr schon am 14. „runter“ fahren. Krista und John könnten noch etwas länger Urlaub machen, aber auch nur wenige Tage und überlegen deshalb, ebenfalls gemeinsam mit den Anderen abzureisen.  

 

»Aber dann ist unser Captain ja ganz allein an Bord; können wir ihm das antun.« Stichelte Krista vergnügt und wie üblich sowieso die am meisten Plappernde am Tisch. 

»Ähm… ich bin Erwachsen und komme auch alleine klar.« Grinste ich. 

»Ach verflixt, musstet ihr mich daran erinnern, übermorgen schon weg zu müssen…« seufzte Lea tief und ein bisschen melancholisch. Zu gerne würde sie noch viel länger bleiben und hofft insgeheim wohl sogar, dass ich sie bitte zu bleiben. An sich würde mich das auch sehr freuen, aber wie lange soll diese bezaubernde, junge Frau, die sich jetzt schon ein bisschen verliebt hat, jedoch nicht zu meinen Kreisen gehört, ihre Jugend mit einem viel älteren Mann „verschwenden“; na ja verbringen.  

Da sollte man in ihrem Interesse ganz objektiv ehrlich sein! In Wahrheit wird sie nie wirklich in mein außergewöhnliches, polyamores Leben passen und wäre es letztlich nur ein schönes Abenteuer. Aber eines, dessen Beendigung ihr umso schwerer fällt und mehr Kummer einbringt, je länger sie bleibt und sich noch viel stärker verliebt. Nein es ist besser für Lea. Es jetzt zu beenden. Tief drinnen weiß sie das auch. *seufzerchen* 

»Aaaach tut mir so leid Süße!« Streichelte Krista der Lieben über die Haare und lenkte schnell mit einer ihrer scheinbar unendlichen, amüsanten Geschichten ab, plapperte drauf los und tatsächlich musste die Runde unvermeidlich schmunzeln oder lachen. Krista könnte locker auch als Entertainerin arbeiten, so gut kann sie das und hat selbst viel Spaß daran Leute zu unterhalten. *lächel* 

Köstlich gesättigt spazierten wir eine knappe halbe Stunde zur The Boat Shed Bar>>>, The Parade, Belmont NSW, am Ufer des Sees. Ein schicker Bar / Pub mit guten Drinks und auch recht gutem Essen, wie ich bei anderen Gästen sehen konnte. Sie haben bis 03 Uhr geöffnet und gehören zu einem Yachtclub oder befinden sich als Untermieter im Gebäude des Clubs; so klar erkennbar war das nicht und ich fragte nicht nach.  

 

Leider ist die Bar aufs Inland ausgerichtet, nicht auf den See, so dass man keine schöne Aussicht hat. Das Personal war freundlich, viele Gäste lieben offensichtlich die handgemachten, selbstgebrauten Craft Biere von kleinen Brauereien aus der Region. Unsere Cocktails waren auch ordentlich zubereitet, das Preisniveau ist typisch. Es ist nicht wirklich eine Sportbar, auch nicht wirklich eine Cocktailbar und viel mehr als sagen wir mal gute 4 Google Sterne würde ich ihnen nicht geben. Aber die Einrichtung ist schick, man kann gut Drinks nehmen, etwas Essen und Spaß haben, auch mit anderen in Kontakt kommen. Also OK und wie üblich außerhalb der großen Städte, hat man ja sowieso sehr wenige Möglichkeiten, um als Nachschwärmer noch länger auszugehen. 

Wir vergnügten uns gut und kamen etwas nach Mitternacht zurück an Bord. Alle mit einem leichten Schwips und in gehobener Laune. Lea sowieso immer arg verschmust anschmiegsam, war ganz besonders kuschelbedürftig und sehr süß- lieb verspielt, wollte vor allem nur knutschen. Wir verschwanden gleich alle in unseren Kabinen, machten uns im Bad etwas frisch und Leas funkelnde Augen verkündeten eindeutig, dass ich armer Captn heute Nacht noch arbeiten müsse… *grins* 

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Krista und ich mussten nach dem Frühstück zunächst beide Online arbeiten. Die Anderen unternahmen unterdessen eine größere Putzaktion, wechselten und wuschen Bettwäsche, Klamotten, Tücher usw., packten auch schon einige Sachen für ihre morgige Abreise zusammen, die sie aktuell nicht mehr benötigen. Dabei verging die Zeit wieder mal wie im Fluge und schon näherten wir uns Mittag. In einer kurzen Absprache beschlossen wir, an Bord etwas Einfaches zu essen und dann gemeinsam einen Ausflug mit dem Beiboot, über den See zu unternehmen. 


 

Das Wetter war schön sonnig, mit 24° und schwachen Winden aus wechselnden Richtungen angenehm. Mit zusätzlichem Picknick und Getränken in einer E Kühltasche, Kokosmatten und Badesachen, machten wir uns im Tender auf den Weg. Mit sechs Personen, davon zwei Schwergewichten wie Dave und mir, sowie allem, was wir mitnahmen, ist das Beiboot eigentlich deutlich überladen. Zugelassen ist er für fünf Normalgewichtige Personen, jedoch stabil genug gebaut, dass er bei vorsichtiger Fahrweise in relativ ruhigen Gewässern, auch das abkann. Auf hohe See und in stärkerem Wellengang, sollte man das allerdings nicht machen! 

Auszug aus einem Touristen Prospekt:  

Mit 174 Kilometern Seeufer, 32 Kilometern atemberaubender Küste und einem riesigen Buschhinterland kann es schwierig sein, bei der Planung Ihres Lake Macquarie-Urlaubs zu wissen, wo Sie anfangen sollen. Hier sind nur einige der Dinge, die Sie sind und rund um den See unternehmen können. 

Gehen Sie in Swansea angeln, wo der See auf das Meer trifft, lernen Sie Surfen am Blacksmiths Beach , fahren Sie die Küste entlang, um die berühmten Meereshöhlen am Caves Beach zu besichtigen, reisen Sie im ehemaligen Bergbaudorf Catherine Hill Bay am Strand in die Vergangenheit und unternehmen Sie eine Wanderung oder radeln Sie durch die Küstenheide des Wallarah-Nationalparks . 

Nehmen Sie an Kursen im Segelzentrum Belmont am Ostufer des Sees teil, um mit der Bootsfahrergemeinschaft in einem Segelclub zu essen und zu trinken oder eine Runde Golf am Strand zu spielen. Chartern Sie eine Yacht, um den See zu umsegeln, schwimmen Sie in den mit Netzen versehenen Belmont Baths, wandern oder radeln Sie durch Belmonts Green Point Foreshore Reserve oder den epischen Fernleigh Track und erkunden Sie den Belmont Wetlands State Park zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in einem Geländewagen. Begeben Sie sich zum nahegelegenen Flughafen Lake Macquarie und unternehmen Sie einen Helikopter-Vergnügungsflug, erleben Sie enge Kurven in einem speziellen Kunstflugzeug oder springen Sie bei einem Tandem-Fallschirmsprung aus einem Flugzeug. 

Verwöhnen Sie Ihre Familie im Restaurantviertel Warners Bay, bevor Sie die Kinder auf dem preisgekrönten Lake Macquarie Variety Playground im Speers Point Park unterhalten. Erweitern Sie Ihren Horizont, indem Sie dem Creative Lake Sculpture Trail auf dem gemeinsamen Weg von Warners Bay nach Speers Point folgen und auf Ihrem Weg zum beeindruckenden Multi-Arts Pavilion, Mima im Speers Point Park, öffentliche Kunst entdecken und anschließend die Galerien und den Skulpturenpark Besuchen Sie das Museum für Kunst und Kultur Yapang , auf der anderen Seite der Brücke bei Booragul. 

Decken Sie sich in Charlestown, dem Einkaufszentrum der Stadt, mit Vorräten ein, bevor Sie die Wander- und Mountainbikewege des nahegelegenen Glenrock State Conservation Area in Angriff nehmen oder am Redhead Beach oder Nine Mile Beach , der in der Nähe von Swansea an Blacksmiths Beach anschließt , ins Meer springen. 

Besuchen Sie Toronto, die größte Stadt am Westufer des Sees, für eine Mahlzeit am Wasser, machen Sie einen Spaziergang, eine Fahrt oder eine Rollertour um die ehemalige Wasserflugzeugbasis der RAAF in Rathmines und bestaunen Sie das anmutige Dobell House, das ehemalige Wohnhaus und Atelier des berühmten australischen Künstlers Sir William Dobell bei Wangi Wangi.  

Von Morisset aus haben Sie einfachen Zugang zum südlichen Ende des Lake Macquarie sowie zu den Buschwanderwegen und Abseilstellen des Watagans-Nationalparks und zum berühmten Awaba Mountain Bike Park westlich der Autobahn M1 


 

Es gibt also jede Menge Möglichkeiten etwas zu unternehmen und wochenlang Neues zu entdecken. In nur noch gut fünf Stunden bis Sonnenuntergang, mussten wir uns natürlich beschränken und ein, höchstens zwei Ziele auswählen. Über allem lag eine leichte Melancholie, weil es alle bedauerten, morgen abreisen zu müssen. Besonders spürbar natürlich bei Lea, obwohl sie sich bemühte, es sich nicht anmerken zu lassen. Aber nun ja, so ist das nun mal… 

Als wir am Fernleigh track vorbeikamen, einem Radwanderweg, der dort gerade durch einen sozusagen „romantischen“ Tunnel führt, fiel mir etwas ein, dass ich vergessen hatte. An Bord gibt es zwei E-Bike Klappräder und ich wollte eigentlich noch vier dazu kaufen, damit für eine typische, nach Anzahl der Kojen sechsköpfige Crew genügend vorhanden sind, um gemeinsame Radausflüge unternehmen zu können. Die nehmen zwar ganz schön Platz weg, aber die AMELIA ist ja nicht so klein und zusammengeklappt intelligent verstaut, geht es schon. Gedankennotiz für die to do Liste. 

Irgendwo unterwegs stießen wir an Land auf eine Art Lokal im typischen Style eines American Diner, von wo aus extrem verlockend duftete. Eigentlich hatten wir ja Picknick dabei, davon aber noch nichts gegessen und wollten am Abend wieder ausgehen. Doch dort roch es derart verlockend nach Gegrilltem, dass wir spontan beschlossen mal nachzuschauen. Tatsächlich grillten sie ein anscheinend gerade eben fertig werdendes, fettes Spanferkel auf einem offenen Holzkohlegrill, quasi im Hof des Diners. Gäste konnten sich davon Portionen, mit allen gewünschten Beilagen bestellen und es wartete auch schon eine beachtliche Menge Leute genau darauf.  

Wir fragten eine sehr attraktive, blonde Bedienung, in typischer Waitress Uniform danach und diese erklärte uns, ein bisschen gestresst, aber trotzdem nett: es gibt fixe Portionen vom Schwein, in der Reihenfolge des Bestelleingangs, bis alles verbraucht sei. Wir wären schon etwas spät dran und sie könne nicht garantieren, dass auch wir noch etwas abbekommen…, verdammt! Alle die schon länger mitlesen wissen, dass ich fleischfressende Pflanze genauso zubereitetes Spanferkel sehr liebe.  

Meine Crew und die Anderen, wartenden Gäste aber auch und wir beschlossen es ein anderes Mal zu versuchen. Wir wären quasi die Letzten und angesichts der Anzahl vorfreudig wartender Kunden, erschien es sehr unwahrscheinlich, überhaupt noch etwas davon abzubekommen. Aber auch hier machte ich mir eine Gedankennotiz, denn diese speziellen Grillangebote, machen sie wöchentlich und laut meiner aktuellen Planung, werde ich vermutlich zwei- drei Wochen in dieser Gegend bleiben; vielleicht auch noch länger. 


 

»Mist! Von den köstlichen Düften hatte ich schon den Geschmack im Mund haha!« Jammerte nicht nur Krista. »Wären wir doch eine Stunde früher hingekommen 

»Oh ja, ich LIEBE Spanferkel vom Holzkohlegrill!« Seufzte nicht nur ich. Nun ja, Pech gehabt. *schiefgrins* 

An einem hübschen Plätzchen am See, nahmen wir dann halt unser kleines, einfaches, aber auch leckeres Picknick. Nicht viel, denn es war ja schon Spätnachmittag und am Abend wollten wir noch mal, quasi zum Abschied, gut essen gehen. Geräucherte Wurststücke mit gutem, dunklem Brot, etwas Käse, typische Beilagen wie Peperoni, Oliven, Silberzwiebeln, Jalapeños usw., sowie Obst. Dort faulenzten wir auch noch ein Stündchen und machten uns dann langsam auf den Rückweg. 


 

Nach dem frisch machen an Bord, nahmen wir im romantischen Sonnenuntergang schon mal Sundowner Drinks und zogen uns für die nächtliche Kühle etwas wärmer an. Lea wie immer geschmackvoll feminin sexy, bildhübsch und verlockend süß, einfach bezaubernd zum Anknabbern. Krista hatte uns im Swansea RSL Club>>>, 5 Bridge St, Swansea NSW reserviert. Der schicke RSL Club liegt direkt an der Einfahrt zum See, neben der Swansea Brücke und war mir schon bei unserer Ankunft positiv aufgefallen. Freitag und Samstag haben sie bis Mitternacht geöffnet, sonst bis 22 Uhr. Also mussten wir nicht so früh ankommen und essen. 

Auf Google werden sie im Schnitt mit 4,3 bewertet, also gut genug, um lecker zu futtern und sich zu vergnügen. Ein schönes, modernistisches, großes Gebäude in prominenter Lage, mit wieder freundlich- hilfsbereitem Personal, schick- gemütlicher Einrichtung und am heutigen Freitagabend herrschte auch ziemlich viel Betrieb. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und es wurde ein netter, schöner Abend, mit interessanten Bekanntschaften, gutem Essen und ebensolchen Drinks. 

Diese RSL Clubs, keine Ahnung wie genau die eigentlich finanziert werden und wie sie ihrer Aufgabe, die Angehörigen der australischen Streitkräfte zu unterstützen nachkommen, sind anscheinend wirklich gute Treffpunkte zum Ausgehen und sich vergnügen. Obwohl ich schon früher in Australien war, waren mir dieser Clubs bisher völlig unbekannt. Interessant, wieder etwas Neues kennengelernt; die werde ich mir merken. *smile* 

Die Essensportionen waren ziemlich üppig und lecker. Was nur die Speisenqualität betrifft, würde ich ihnen gehobenen Kantinenstandard von gut 4+ Google Sternen geben. Mit Ambiente, Lage und Personal, gehen die 4,3 im Google Schnitt in Ordnung. Die Aussicht von der oberen Terrasse, auf die breite Mündungseinfahrt mit Booten und die nächtlich beleuchtete Brücke, ist toll. Bei Tageslicht kann man dort sehr gemütlich sitzen, etwas trinken, dem Betrieb auf Wasser und Brücke zuschauen usw. Jetzt in der nächtlichen Kühle gingen wir nur ab und zu mit Drinks raus und ich natürlich auch um zu rauchen. Von der unteren, verglasten Terrasse ist die Aussicht nicht so toll, aber auch nett. 



 

Aufgebaut sind die Clubs anscheinend immer nach dem gleichen Prinzip. Eine Art großer, zentraler Rezeption, wo man sich anmelden oder helfen lassen kann. Rundum diverse Unterhaltungsmöglichkeiten, bequeme Aufenthaltsbereiche, Spielzimmer –hier mit vielen Automaten, Bistro / Café, Speisebereich, Bar usw. Sie haben einen eigenen Anlegesteg, anscheinend auch mit einem Club Eigenen Ausflugsboot, oder vielleicht auch nur gelegentlich für Club Unternehmungen gechartert. Rentner, angehörige der Streitkräfte und Club Mitglieder bekommen übrigens vergünstigte Preise und besonders teuer sind sie für hiesige Verhältnisse sowieso nicht. 

Erst kurz vor Mitternacht kamen wir leicht beschwipst zurück und nahmen etwas melancholisch, aber gut gelaunt noch Absacker- Drinks. Plauderten über unsere leider so kurze Zeit als gemeinsame Crew und bedauerten, dass wir nicht noch länger zusammen unterwegs sein können. Lea total anschmiegsam, ein bisschen süß traurig und wie es so ihre Art ist, sehr verschmust. Gegen 01 Uhr gingen wir schlafen, schmusten wunderschön sehr zärtlich und die Liebe wünschte sich noch ein wundervolles Abschieds- Liebesspiel. Nun was das betraf, war das sinnlich- zärtliche Liebe machen mit Lea sowieso immer wunderschön! *lächel* 

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Etwas nach 0830 Uhr krochen wir wohlig ausgeruht aus dem Bett, gingen genüsslich duschen und frühstückten im strahlenden Sonnenschein im Cockpit. Die Wettervorhersage versprach perfektes „Kaiserwetter“ mit viel Sonne und bis zu knapp 30°.  

Wir konnten ganz gemütlich frühstücken und später auch noch gemeinsam Mittagessen, es blieb Zeit genug. Leas Flug nach Kanada, geht erst am Abend als Nachtflug von Sydney aus. Für 1430 Uhr hatten wir einen Fahrdienst mit ausreichend großen, bequemen Van für die Fünf geordert. Der wird sie in etwa zwei Stunden „runter“ nach SYD fahren, also immer noch genügend Zeit- und Sicherheitspolster für unvorhersehbare Zwischenfälle, Staus oder so, bis Leas Flug geht. 

Ich überlegte sogar mit runterzufahren, um die Liebe erst am Airport zu verabschieden, und dann halt irgendwann in der Nacht zurückzukommen. Aber alle, sogar Lea redeten mir das aus und meinten, es wäre besser hier Abschied zu nehmen und wirklich nicht nötig, dass ich auch noch Stunden mitfahre.  

Plaudernd verging die Zeit typischerweise viel zu schnell und wir verlegten die Yacht von der Boje, zu einem Anlegesteg am Lake Macquarie Yacht Club. So konnten wir das ganze Gepäck der Fünf viel leichter an Land, zum Van schaffen. Aber zunächst gönnten wir uns im Yacht Club Restaurant, auf der Außenterrasse im strahlenden Sonnenschein und mit reizvollem Blick auf all die festgemachten Boote, noch ein leckeres Mittagessen. 


 

Dann half alles nichts mehr und war es so weit. Lea fing an Tränen zu vergießen und sogar heftig zu schluchzen, als ich ihr noch ein Abschiedsgeschenk überreichte. Ihr langer Flug wäre ein unbequemer Economie Class Touristenflug gewesen und den hatte ich heimlich per Upgrade auf Business Premium hoch gestuft, so dass sie viel bequemer und mit etwas Luxus verwöhnt heimfliegen kann. *smile* 

»Aber…*schuchz*… das kostet doch… *heul*… viel zu viel Geld… *snüüüf* …du furchtbar lieber… *heeeuuuul*…« durchnässte ihr hemmungsloser Tränenstrom die Schulter meines weißen Polo Shirts ziemlich. Die Anderen und der wartende Fahrer des Van- Taxi- Limousinenservice schmunzelten sehr freundlich und auch ein bisschen angerührt. Ich schätze mal, vor allem Krista wird sich auf der zweistündigen Fahrt, noch viel von Lea anhören und sie trösten müssen.  

Nun gut… ein wirklich letzter, sehr langer, sehr lieber, sehr, sehr schöner Kuss, ich küsste und wischte Lea- Schmusemäuschen noch einige Tränen weg, dann kletterte sie sniefend, aber gefasst und entschlossen in den Wagen. Das Gepäck war längst verstaut, vergessen hatten sie auch nichts; der Fahrer saß schon hinter dem Steuer und hatte den Motor gestartet…, dann fuhren sie davon. Ach je, auch mir war ein bisschen weh ums Herz und werde ich Lea sicherlich etwas vermissen. Tja nun so ist das nun mal und nicht zu ändern. *seufz* 

Ich rauchte genüsslich eine Kippe und spazierte bei dem schönen Wetter zur Verdauung herum. Inzwischen hatten wir mindestens 28°, war es also wirklich warm, mit strahlenden, kräftig herunterbrennenden Sonnenschein- Strahlen und nur lauem Wind aus westlichen Richtungen. Gut gelaunte Menschen nicken dir freundlich zu oder grüßen auch direkt, nicht wenige eindeutig einem Schwätzchen nicht abgeneigt. Jetzt außerhalb der Haupt- Urlauber Saison offenbar überwiegend „Jeder kennt Jeden“ Einheimische. 

Als ich am Cassowary Café>>>, Shop 4/600 Pacific Hwy, Belmont NSW vorbeikam, musste ich zunächst über zwei Angestellte, oder vielleicht auch Mutter und Tochter der Betreiberfamilie schmunzeln, die gerade mit einem sehr goldigen Hündchen knuddelten: wohl ein junger Dackel, der gar nicht genug freundliche Zuneigung und Streicheleinheiten bekommen konnte. *schmunzel* 

»Hi, sehr goldig. Darf ich ein Foto von euch drei süßen Hübschen schießen?« Lächelte ich mit gezückter Snapshoot Cam. Hinter ihnen grinste auch der Wirt / Besitzer / Betreiber über die Theke zu mir. 

»Haha klar Mister… und sehr guten Café mit leckerem Gebäck, gibt’s bei uns auch!« Lachte die Ältere geschäftstüchtig. Tatsächlich duftete es sehr verlockend nach gutem, frischem Café und was ich an Gebäckauslagen sehen konnte, sah auch lecker aus. 

»Einfach Steve, die Damen und ein guter Café, könnte mich tatsächlich verlocken. Auf bestimmt sehr leckere Kuchen oder Gebäck würde ich aber lieber verzichten; meine Figur…« seufz- stöhnte ich übertrieben und kraulte dem goldigen, sehr zutraulichen Hündchen auch mal durchs Fell. 

Angesichts meine aktuell so Top durchtrainierten Figur und Fitness, lachten die Frauen darüber noch mehr und auch der Wirt grinste breit. Es ergab sich der typische, ein bisschen kennenlernen Small Talk; wer, woher, gegenseitiges vorstellen usw. eindeutig nette Menschen. Dann setzte ich mich und bestellte Cafe Crema und Mineralwasser, was flott sympathisch serviert wurde und sich tatsächlich als guter Café herausstellte.  

Kurz mal im Smartphone gecheckt…, auf Google wird das hübsche, kleine, einfache aber offensichtlich gute Café, bei 127 Rezessionen mit im Schnitt 4,5 Sternen hoch bewertet. Und das obwohl ist gerade in letzter Zeit einige sehr miese Bewertungen gab. Ich konnte jedenfalls nichts wirklich Negatives feststellen, im Gegenteil, auch wenn 4,5 ein wenig übertrieben erscheint. Ich würde ihnen 4,3 geben. 

»Sicher das du nicht doch noch etwas leckeres Gebäck oder einen Snack versuchen möchtest?« Versuchte die mich ein wenig anhimmelnde, sehr unscheinbare Bedienung zu überreden oder vielleicht auch nur mit mir zu plaudern. *schmunzel* 

»Besten Dank, aber ich habe erst vor gut zwei Stunden üppig zu Mittag gegessen und bin ohnehin nicht so der Typ für Süßkram.« Lächelte ich selbstverständlich freundlich und wurde auch gleich sozusagen erlöst, weil andere Gäste nach ihr riefen. 


 

Nun wurde es aber richtig amüsant. Am Nebentisch saßen zwei junge Mütter mit ihren sehr süßen Töchterchen. Eine davon mit großen, neugierigen Augen, guckte mehrmals so zu mir, wie sich das gewöhnlich halt nur unbedarfte Kinder so direkt trauen. Vergnügt zwinkerte ich dem hübschen Mädchen mal zu, was sie gleich zum geradezu erleichterten Lächeln brachte und sie wohl als Erlaubnis interpretierte, mich ankichern und mit Fragen nerven zu dürfen. *lach* 

»Dich hab ich noch nie gesehen!?« Stellte sie nachdrücklich fest. Die sehr sympathisch wirkende Mutter ging gleich lächelnd dazwischen und meinte. 

»Entschuldigung, meine Süße ist einfach zu neugierig und zutraulich. Du sollst doch nicht Fremde belästigen!« Wand sie sich an die Süßmaus. 

»Kein Problem, ich fühle mich nicht belästigt. Klar Süße, ich war ja auch noch nie hier, sonst hätte ich ein so hübsches Mädchen wie dich, ganz bestimmt nicht übersehen!« *zwinker* 

»Hihihi…« guckte sie gleich Stolz. »Ich bin Emmy und von hier; und Du?« 

»Hi hübsche Emmy, mich kannst du Steve nennen und ich komme von gaaaaaanz weit weg.« Kamen wir alle fünf ins Plaudern und machten natürlich auch den üblichen Small Talk gegenseitigen Kennenlernens. Beide Mütter sind sehr nette, clevere junge Frauen; das zweite süße, noch etwas jüngere Töchterchen, war eher schüchtern und traute sich kaum, mich mal anzuschauen. Emmy dagegen sehr selbstbewusst, benahm sich mit ihren höchstens 5 – 6 Jährchen schon fast wie eine junge Teen Frau, die wie eine Erwachsene sein will. Aber natürlich immer nur, bis es etwas zum Kichern gab, dann war sie sofort wieder ein sehr goldiges Kicher- Mäuschen. Jedoch eindeutig sehr clever, vermutlich überdurchschnittlich intelligent, sehr neugierig und interessiert an nahezu allem. *schmunzel* 

Das wurde ungefähr eine Stunde eine sehr amüsante Plauderei, wobei mir die Reaktionen der beiden jungen Mütter, vor allem der von Emmy andeuteten, dass ich ihnen als Mann auch gefiel und sie richtig gerne mit mir plauderten. Emmy als sehr aufgewecktes und eindeutig auch gut erzogenes, hübsches Mädchen war zu goldig, wurde aber auch nie zu vorlaut oder störte direkt, wenn wir Erwachsenen miteinander redeten. Aber sie hielt mich fast ständig aufmerksam im Auge; quasi als würde sie mich regelrecht beobachten und studieren. Wenn ich mit ihr scherzte, konnte sie genauso gut kindlich kichern, wie sich auch verblüffend vernünftig unterhalten. Eine Süßmaus der Sorte, die man quasi unvermeidlich sofort gerne haben und ein bisschen ins Herz schließen muss. *lächel* 

Die Vier waren gerade gegangen und ich wollte auch meine zwei Café plus Mineralwasser zahlen, kramte in meiner Tasche nach Geld… und stellte entsetzt fest, gar keinen Geldbeutel oder so eingesteckt zu haben. Also ging ich zum offensichtlichen Chef hinter der Theke, erklärte ihm den Sachverhalt und entschuldigte mich; bot an meine Cam als Pfand hierzulassen, während ich geschwind meine Brieftasche hole. Der nette Typ lächelte als erfahrener Wirt und sicherlich auch Menschenkenner nur und meinte, dass so etwas doch jedem schon mal passiert sei. Ich solle einfach Geld holen gehen und geschwind wieder kommen, denn es war schon 15 Uhr vorbei, wo das Café schloss. 

Zum Glück dürfte der Weg zum Liegeplatz der Yacht kaum 10 Minuten dauern, hin und zurück also 20. Bis sie im Café alles geputzt und aufgeräumt hatten, dürfte es deutlich länger dauern, also no Problem. So was war mir auch schon sehr lange nicht mehr passiert; aber wie der Wirt richtigerweise sagte, kann das jedem mal so ergehen. Nun ja, wie gesagt kein Problem, obwohl am Anlegesteg ein paar neugierige Segler die elegante AMELIA neugierig bestaunten und sicherlich auch Fragen hatten.  

Ich grüßte sie freundlich, wie es sich gehört, erklärte aber dringend etwas erledigen zu müssen und mich gerne ein anderes Mal mit ihnen zu unterhalten. Also schnell unter Deck Geld holen und zurück zum Cafe laufen, bezahlen und noch mal entschuldigend ein angemessenes Trinkgeld geben. Die junge, unattraktive, aber nette Bedienung himmelte mich schon wieder dankbar an… und ich machte, dass ich wegkam. *lach* 

Bekanntlich ist es ja schon seit Ewigkeiten sozusagen mein Schicksal, so gut wie nie länger als Stunden, höchstens Tagen, alleine ohne irgendwelche „Verwicklungen“ mit dem weiblichen Geschlecht bleiben zu können. Ist wirklich verrückt! So oft nahm ich mir schon vor, z. B. mal einige Wochen ganz ungestört als Mann alleine zu bleiben, doch das gelang mir schon seit Ewigkeiten nicht mehr.  

Selbst völlig in der Fremde, ohne irgendein bekanntes Gesicht und sogar in ganz anderen, strengen Kulturen, die ihre weiblichen Mitglieder sehr kontrollieren und abschirmen, wie z. B. in islamischen Ländern, gelang mir das seit Ewigkeiten nicht mehr. Ganz zu schweigen von „lockeren“, westlichen Ländern. Irgendwie gerate ich ständig an meist schöne, reizvolle Frauen, die mich dann nicht in Ruhe lassen. (oder ich sie nicht) *grins* 

Doch gerade aktuell, wollte ich aus verschiedenen Gründen etliche Tage, gerne auch Wochen, lieber allein bleiben. Es gibt einige Dinge, mit denen ich mich intensiv beschäftigen will und muss, wobei ich weibliche Ablenkung eher nicht gebrauchen kann. Zunächst muss ein sehr umfangreiches Unterlagenpaket durchgearbeitet werden, dass ich schon vor drei Tagen per verschlüsseltem Dateianhang aus dem New Yorker Büro erhalten hatte. Eine recht wichtige, geschäftliche Angelegenheit, welche konzentriert durchzuarbeiten schätzungsweise Tage beanspruchen dürfte. 

Dann muss ich darüber eine Analyse schreiben, was sicherlich mit Nachfragen, hin und her Mailen, noch mal ca. eine Woche beanspruchen dürfte. Also locker gerechnet, ohne dass ich von morgens bis abends daran sitze und auch noch Zeit habe, mir die schöne Gegend hier anzuschauen und etwas das Leben zu genießen. Immerhin eine interessante Sache, mit der ich mich nicht ungern beschäftige. 

Außerdem wollte ich auf der Yacht auch noch weitere Solarpaneele, für die unabhängige, umweltschonende Energieversorgung installieren, ebenso einen zusätzlichen Akkublock, die schon angesprochenen vier E Bike Klappräder, am besten vom gleichen Hersteller bestellen, anliefern lassen und weitere Kleinigkeiten an Bord in Angriff nehmen. Dazu werde ich mir später noch Unterstützung an Bord holen und denke dabei an Claudi und Teddy, die aktuell noch auf dem großen Katamaran bei Astrid und Thore als quasi Praktikum mitsegeln, dort aber nicht notwendig sind. Der Cat ist mittlerweile schon oben an der Nordküste des australischen Kontinents, mit zahlenden Gästen unterwegs. 

Wieder zurück hatten sich die neugierigen Segler zum Glück schon verzogen, so dass ich sofort an Bord ungestört mit der Arbeit an den Unterlagen beginnen konnte. Für mich interessant, weil aus dem Börsenbereich, was ja viele Jahre mein Leben war und womit ich mein Vermögen gemacht hatte. Aber halt auch stinklangweilige, endlose Zahlen- und Daten Kolonnen, komplizierte Fachchinesisch- Texte usw. Das kann man nicht einfach nur schnell lesen und abhaken, sondern muss auf jede Kleinigkeit genau achten, es im Kopf verarbeiten und durchdenken, um es dann angemessen zu analysieren und darüber einen Bericht zu schreiben… *ächz* 

 

Zum malerischen Sonnenuntergang genoss ich ein leckeres Abendessen an Bord, mit gutem Brot, Butter, Wurst, Käse, typischen Beilagen, Avocado usw.; dann arbeitete ich noch zwei Stunden weiter am Laptop und entspannte danach ganz faul, mit sozusagen tränenden, rechteckigen Augen, von all dem konzentrierten Lesen. Vermutlich werde ich in den nächsten Wochen weniger für den Blog schreiben. Wenn ich schon so viel von diesem Geschäftskram lesen und schreiben muss, habe ich logischerweise wenig Lust, dann auch noch lange Blogbeiträge zu tippen; außerdem gibt es dann ja auch deutlich weniger, über das ich überhaupt etwas schreiben könnte, was die Leser:innen meines Reise- & Segel Blog interessieren könnte. 

Gegen 23 Uhr ging ich, nach noch einem Spaziergang zur Verdauung in der nächtlichen Frische, dann auch gleich ins Bett. Noch etwas all das Gelesene im Kopf durchdenken, dann fielen mir bald die Augenlieder zu und pennte ich völlig ungestört von weiblichen Gelüsten, im gemütlichen Doppelbett meiner schönen Kabine ein…*schnarch* 

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