#26.08.30 – Antwerpen, erst Bella, dann Sightseeing zu dritt
»Mädels, wenn ihr weiter so rumtrödelt, falle ich hier noch glatt um vor Hunger und ihr müsst am Ende noch den Notarzt rufen!«, versuchte ich Bella und Deli ein bisschen anzutreiben.
Ich war längst komplett fertig angezogen zum Ausgehen und Frühstücken, während die beiden immer noch vollkommen unbekleidet durch das Hotelzimmer turnten und auf typische Frauenart endlos über die passenden Klamotten diskutierten. Immerhin waren sie bereits dezent geschminkt, hatten die Haare schön geföhnt und boten natürlich einen höchst entzückenden Anblick. Aber wir hatten heute noch einiges vor und schlichtweg noch nichts im Magen.
»Hetz mal nicht so rum, du Sklaventreiber, haha!«, konterte Deli wie immer schlagfertig, lustig und strahlend vor guter Laune. »Altes chinesisches Sprichwort sagen: Gut Ding will Weile haben! Und versuch erst gar nicht so zu tun, als würdest du unseren Anblick nicht mit größtem Vergnügen mit deinen Augen verschlingen!«
»Ich gestehe ehrlich, dass ich euch mit größter Freude noch stundenlang zuschauen könnte«, grinste ich amüsiert über solch freche Sprüche. »Aber im Ernst: Ich habe riesigen Hunger, ihr bestimmt auch, und du, liebe Deli, hast nachher schließlich noch einen Termin. Also los jetzt, auf gehts!« Ich erlaubte mir, beiden zärtlich auf die reizvollen Pobacken zu patschen. Darüber lachten sie nur noch mehr, schauten nun aber doch auf die Uhr, spürten den eigenen Appetit und sputeten sich jetzt deutlich gezielter.
Ich ging schon einmal nach unten und rauchte draußen genüsslich eine Zigarette. Das Wetter war bewölkt mit leichtem Regen – manchmal nur ein paar Tröpfchen, dann wieder Nieselregen oder ein kleiner Schauer. Laut Vorhersage sollte das den ganzen Vormittag bei 18 bis 23 Grad so bleiben und es erst um die Mittagszeit sonniger werden.
Mit einer guten, leichten Regen- und Windschutzjacke über meinem Gentleman-Outfit sowie einer Schirmmütze war das absolut kein Problem und wirkte sogar ein wenig romantisch, so nach dem Motto »Antwerpen im spätsommerlichen Regen erleben«. Die Luft in der immerhin rund 563.000 Einwohner zählenden Stadt duftete sauber und feucht so angenehm, wie es nur nach einem Frühlings- oder Sommerregen der Fall ist.
Eine knappe Viertelstunde später erschienen die Schönheiten: Deli in einem eleganten Trenchcoat, Bella in einem hellgelben, sehr kurzen Regenmantel und beide mit wehender Blondmähne. Sie boten einen Anblick verlockender Weiblichkeit, der nicht wenige Blicke vorbeikommender Männer auf sich zog. Deli verabschiedete sich kurz darauf zu ihrer Frühstücksverabredung mit Bekannten in Antwerpen, wohin sie nicht einfach Fremde mitbringen konnte.
Bella und ich spazierten untergehakt zum nicht weit entfernten kleinen Geheimtipp Kafeïno Meir in der Jezusstraat 8. Das ist ein geniales Café mit einer nicht zufällig ungewöhnlich hohen 4,7-Sterne-Bewertung auf Google. Äußerst freundlich-kompetentes Personal sorgt hier für hervorragenden Kaffee und sehr leckere Speisen sowie Gebäck in gemütlichem Ambiente zu angemessenen, fast schon günstig zu nennenden Preisen. Alles wird frisch und mit Liebe zubereitet, wie man so schön sagt, und die leckeren Brote oder Panini sind wirklich üppig belegt.
»Komm schon, nix wie rein, ich verhungere sonst noch!«, lächelte Bella, während ich draußen noch schnell ein Foto von ihr vor dem Eingang schoss.
»Hättet ihr Grazien vorhin nicht so lange rumgetrödelt, wären wir schon…«
»Ja, ja, papperlapapp, hätte, hätte, Fahrradkette, haha!«, unterbrach sie mich lachend, zog mich hinter sich her ins Warme und wir bestellten zunächst köstlichen Kaffee und frische Fruchtsäfte. Danach folgten delikat belegte, gegrillte Panini-Brote in einer Menge, die mühelos für ein vollständiges Mittagessen ausgereicht hätte.
»Madame…«, wollte ich ihr gentlemanlike aus dem kurzen gelben Regenmantel helfen, aber sie wehrte mich verschmitzt lächelnd ab und kicherte:
»Nein, Steve, darunter habe ich nur sexy Dessous an, hihi!«, blitzten ihre Augen frech.
»Oha!«, grinste ich breit. »Ein bisschen unpraktisch bei diesem Wetter, aber typisch Frau und fraglos ein entzückender Anblick, du Freche.«
»Als Frau habe ich schließlich das naturgegebene Recht, unlogisch und unpraktisch zu sein, haha!«, meinte sie, während wir es uns an einem Tisch gemütlich machten. Aktuell waren nur ganz wenige andere Gäste hier und wir wurden schnell mit allem Gewünschten versorgt.
»Ja… spiel du nur das unschuldige Weibchen… und wenn du damit fertig bist, dann verrate mir doch mal, was der eigentliche Grund ist, weshalb Deli mich her- und uns beide zusammengebracht hat!«, schaute ich ihr fest in die strahlenden Augen.
»Wa… ja verflixt, was bist du nur für ein cleverer Kerl, haha?!«, guckte sie kurz überrascht, dann vor allem über sich selbst belustigt, mit einer Spur anerkennendem Respekt für mich. Wie sie nun mal ist, reagierte sie vollkommen offen und ehrlich: »Deli hat mich ja gewarnt… ist das wirklich so durchsichtig, haha?«
»Na ja, allzu schwer zu erraten war es nicht gerade. Ich habe sozusagen das Erkennen von klassischen Weiberverschwörungen gegen das ehrenwerte männliche Geschlecht eingehend studiert, hehe.«
»Was für ein Gauner! Aber ein echt lieber, charmanter Gentleman-Gauner«, lächelte sie zauberhaft und mit ein klein wenig Ernsthaftigkeit im Blick, während sie geradezu erotisch von ihrem Kaffee schlürfte.
Ich biss herzhaft und innerlich stark schmunzelnd von einem köstlich belegten Panini ab und kaute mit Genuss. So herrschte ein Moment der Stille, in dem wir uns stärkten. Dabei trafen sich ständig unsere Blicke, die sehr viel gegenseitige Sympathie und auch schon etwas ehrliche Zuneigung zueinander verrieten. Bella biss ebenfalls mit spürbarem Appetit in eines der leckeren Brote, kaute unbekümmert und schien meine Gesellschaft ebenso zu genießen wie ich die ihre.
»Natürlich – das muss ich doch wohl nicht extra betonen – musst du mir überhaupt nichts verraten«, lächelte ich vergnügt und ehrlich fasziniert von Bella. »Aber ich schätze mal, das wäre gar nicht deine Intention, stimmts?«
»Nö, natürlich nicht, du Schlaumeier, haha!«, hatte sie einen Blick drauf, der selbst gestandenen Männern leicht wackelige Knie verursachen könnte.
Nicht allein ihre Schönheit, ihr Sexappeal, ihr weiblicher Charme und die verlockende Erotik sind das besonders Faszinierende an Ella-Bella. Es ist vielmehr ihre direkte Wesensart, wie sie ohne Arg oder Hintergedanken ihr Herz auf der Zunge trägt. Als erfahrenes Model in einer harten Branche hat sie fraglos auch lernen müssen, einen gewissen berechnenden Selbstschutz einzubauen. Doch offensichtlich ist sie am allerliebsten das unbeschwerte, sonnige, herzlich gerne lachende Gemüt und möchte die Welt mit guter Laune und Freundlichkeit verschönern.
Wenn sie lacht und mit dir scherzt, spürst und siehst du sofort vor allem in ihren Augen: Da kommt alles absolut ehrlich von innen heraus, ohne die geringste Berechnung, um mit weiblicher Raffinesse etwas Bestimmtes zu erreichen. Menschen und insbesondere Frauen dieser offenen Wesensart haben es in dieser brutal kapitalistischen Welt keineswegs einfach und werden häufig ausgenutzt oder benutzt.
»Hoi, was grübelst du da gerade hinter deiner Denkerstirn, Steve?«, hakte sie nach.
»Willst du es wirklich wissen oder fragst du nur so im Gesprächsverlauf?«, winkte ich dem bärtigen Mann hinter der Theke und bestellte zwei frische Kaffee.
»Doch, ja, das will ich wirklich wissen! Ich finde es ehrlich gesagt ganz schön faszinierend, wie du denkst.«
»Na gut, du wolltest es so, aber dann beschwer dich hinterher nicht!«, zwinkerte ich und erzählte ihr nahezu wortgleich genau das, was ich eben aufgeschrieben habe.
»WOW…«, schluckte sie, verschluckte sich fast an einem Happen und schaute mich auf kaum zu beschreibende Art an. »… du bist echt… erstaunlich! Und verblüffend! Und, hihi, ich mag es voll, wie du mich anschaust!«
»Ach ja, wie schaue ich denn?«, grinste ich. Ich kannte die Antwort im Grunde schon, weil ich das schon häufiger von cleveren Frauen gesagt bekommen habe. Aber ich wollte hören, wie Bella es formulierte.
»Frauen wie Deli und ich sind es gewohnt, von den meisten Männern wie Sexobjekte betrachtet zu werden. So nach dem Motto: ›WOW, geiles Stück, die will ich haben und durchficken, bis sie mich für ihren Gott hält!‹ Du weißt natürlich, was ich meine?«
»Ja natürlich, Bella.«
»Du dagegen schaust uns mit einem genüsslich bewundernden Respekt an. Ganz egal, ob wir wie vorhin nackt im Hotelzimmer vor dir stehen oder komplett bekleidet – dein Blick gilt nie nur der äußerlich reizvollen Fassade, sondern immer dem Menschen, der Frau dahinter. Du genießt unsere Schönheit und verlockende Weiblichkeit, freust dich wie ein Kind über liebreizende Gesellschaft und schätzt es, wenn du uns in all unserer Pracht unverhüllt sehen darfst. Aber du guckst uns eben niemals an wie bloße Objekte zur Befriedigung männlicher Gelüste, die gefälligst stets dienstbereit zu sein haben. Für dich sind wir wie ein kostbares Geschenk, das du zutiefst wertschätzt. Du guckst… einfach voll lieb und ehrlich. Und genau das genieße ich sehr. Besser kann ich es nicht erklären – ich bin schließlich keine so intellektuelle Denkerin wie du, haha!“
„Willst du noch etwas ganz ehrlich wissen, Bella?“
„Äh, was denn, haha?“, konnte sie offensichtlich kaum ein paar Worte sagen, ohne direkt wieder zu lachen oder zumindest strahlend zu lächeln.
„Jetzt sage ich WOW! Weil ich dir, ganz offen gestanden, gar nicht zugetraut hatte, solche komplexen Gedanken so treffend zu formulieren und auszusprechen. Das wiederum sagt mir, dass hinter deiner scheinbar leichtlebig-unbeschwerten Fassade weit mehr steckt, als man zunächst vermutet, wenn man dich flüchtig erlebt. Du hast einen klugen, schönen Kopf auf den Schultern, mit dem du tiefgründiger und reflektierter denken kannst als sehr viele andere Menschen.“
Ich dozierte mal wieder ein bisschen zu sehr und bremste mich deshalb an dieser Stelle schnell selbst ein, obwohl ich eigentlich noch viel mehr sagen wollte… aber ihr Blick in diesem Augenblick war schlichtweg herzerwärmend.
„Ach herrjemine… wenn das nicht das schönste Kompliment ever für mich war, dann weiß ich auch nicht. Schaust du eigentlich immer so schnell und tief hinter die Fassade von Menschen?“
„Nicht immer, aber sehr oft – fast immer“, lächelte ich und hätte in diesem Moment in ihren schönen Augen wie in einem bodenlosen See versinken können.
Also gut, du Klugkopf, hihi, hier kommt das, was hinter dieser besagten ‚Weiberverschwörung‘ wirklich steckt!“, kicherte Bella fast ein bisschen mädchenhaft. Sie zog ein sorgfältig zusammengefaltetes Blatt Papier aus ihrer Handtasche. „Du kennst doch bestimmt die Selbstbeschreibungen, die wir Models manchmal an Agenturen, Agenten, Fotografen oder zur Befriedigung neugieriger Fans über uns abgeben müssen? Hier habe ich dir eine absolut ehrliche Version von mir mitgebracht – lies das mal!“
„Lass sehen, jetzt bin ich aber doch ganz schön neugierig geworden!“, nahm ich den Zettel lächelnd entgegen. Ich entfaltete ihn und las, während ich gemütlich weiter futterte, was darauf geschrieben stand:
Hi, ich bin Ella, von vielen aber nur Bella genannt – ein durch und durch lebensfrohes Mädchen und eine echte Weltbürgerin. Bei mir dreht sich alles um positive Energie, die pure Liebe zum Leben und darum, jeden schönen Moment voll auszukosten. Ob beim Reisen, bei spontanen Abenteuern oder beim Genießen der kleinen Dinge des Alltags – ich bin immer mit viel Lachen und bester Laune dabei!
Ich liebe viel zu viele Dinge, um sie hier alle einzeln aufzuschreiben, aber seit ein paar Jahren haben es mir schöne Boote und das Fahrtensegeln besonders angetan. Ich träume oft davon, mit einem guten, erfahrenen Skipper auf Langfahrt-Törn zu gehen – vielleicht sogar ganz klassisch die Welt zu umsegeln. Das wäre die perfekte Entschleunigung in unserer hektischen, modernen Welt!
Als Fine-Art-Akt- und Erotikmodel liebe ich es total, reizvoll und ästhetisch für gute Fotografen zu posieren – aber niemals pornografisch. Wenn meine Art den Menschen, vor allem den Männern, gefällt und sie mir nette Kommentare schreiben, freut mich das riesig. Es gibt meiner Motivation immer wieder neuen Schub.
Yoga und Meditation sind meine persönlichen Geheimwaffen, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen – für mich ist die innere Balance einfach das A und O! Apropos Balance: Ich liebe die stimmige Kombination aus meinen fraulichen Kurven und meiner schlanken Figur. Es geht schließlich darum, genau das zu lieben, was mich ausmacht – eben mich selbst!
Und wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, dann wäre es definitiv die, überall Glück zu verbreiten und die Menschen um mich herum zum Lächeln zu bringen. Das ist mein allergrößtes Ziel! So bin ich nun mal, eure Ella-Bella, haha. 😉
„Ah ja… alles klar, liebe Bella. Wenn das kein überdeutlicher Wink mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl ist, was bitte dann, hoho!“, gluckste ich sehr amüsiert. Ich war vor allem ehrlich fasziniert von der Offenheit ihrer Selbstbeschreibung. Die meisten Models schwindeln bei solchen Texten typischerweise und schreiben schlicht das, von dem sie glauben, dass die Leute es hören wollen. „Du möchtest wohl gerne bei uns auf das gerade aufgerüstete Fahrtenboot in Vlissingen einsteigen?“
„Also eigentlich meinte Deli, haha, wenn sie doch selbst vorerst keine Zeit zum Mitsegeln hat, wäre ich der perfekte Ersatz für sie. Um mich ein bisschen um das Wohlbefinden des Captains zu kümmern, hahaha!“, überzog doch tatsächlich eine hauchdünne, kaum wahrnehmbare Röte die zarten Wangen ihres schönen Gesichts. Denn eines war natürlich auch sofort klar: Das würde unvermeidlich dazu führen, dass sie in meinem Bett landet – so sehr, wie wir uns jetzt schon zueinander hingezogen fühlten.
„Also doch eine klassische Weiberverschwörung, hoho! Hast du denn überhaupt schon praktische Erfahrung und weißt, wie das Leben auf einem echten Fahrtenboot wirklich aussieht?“
„Ehrlich gesagt nicht allzu viel, Steve. Ich kann einen Palstek knoten, am Ruder stehen, Segel setzen und bergen und kenne viele Seemannsregeln – allerdings mehr aus der grauen Theorie als aus echter Praxis. Ich werde dir aber bestimmt nicht aus Dummheit dein Boot versenken, haha, keine Sorge! Außerdem lerne ich schnell, passe mich problemlos an. Und natürlich ist mir völlig klar, dass das rein gar nichts mit dem Schlürfen von Drinks im Bikini an Deck im Sonnenuntergang auf einem Kreuzfahrtschiff zu tun hat, bei dem andere die Drecksarbeit erledigen.“
„Hm, das hört sich doch schon mal gar nicht so schlecht an, schöne Bella“, lächelte ich, von dem Gedanken, sie mit an Bord zu nehmen, ziemlich angetan. „Hast du denn Probleme mit Seekrankheit? Kannst du es ertragen, wenn sie dich irgendwo auf See erwischt? Oder flüchtest du dann sofort jammernd zurück an Land, sobald sich die erste Möglichkeit bietet?“
„Also echt, ich mag ja vieles sein, aber ganz bestimmt kein Jammerlappen, haha!“, lachte sie auf ihre so bezaubernd offene Weise. „Ich war durchaus schon mal seekrank und schön ist das echt nicht! Aber ich komme damit klar. Ich habe da allerdings noch einen ganz anderen Hintergedanken…“
„Ach ja? Welchen denn?“
„Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen, Steve: Ich hatte mal einen Lover, der gleichzeitig mein Manager war. Das funktionierte jahrelang sehr gut und wir hatten den gemeinsamen Traum, genug Geld für ein eigenes Boot zusammenzubekommen. Ich habe damals geshootet wie eine Wahnsinnige, um möglichst hohe Einnahmen zu generieren. Aber da ich supergerne vor der Kamera stehe, machte mir der Stress sogar Freude. Dann erwies sich der Kerl allerdings als riesiges Arschloch. Er wollte mich unbedingt in die Pornobranche und zu perversen Sachen drängen. Als ich das strikt ablehnte und unsere Beziehung immer stärker kriselte, haute das Schwein schließlich einfach ab – und nahm einen Großteil meiner bis dahin hart verdienten Model-Gagen gleich mit. Dämlich und naiv wie ich war, hatte ich ihm damals die volle Verfügungsgewalt über meine Konten überlassen.“
„Oh je, eine klassische und leider gar nicht so seltene Geschichte von jungen, schönen, aber naiven Models und den Arschlöchern, die sie eiskalt ausnutzen. Tut mir wirklich leid für dich – aber wie gehst du jetzt damit um?“, fragte ich einfühlsam. Ich griff kurz über den Tisch, um ihr freundschaftlich tröstend über die zarte Wange zu streicheln.
„Von so einem Depp lasse ich mich doch nicht unterkriegen, haha! Inzwischen habe ich mir schon wieder einiges neu verdient und baue mir gerade eine reine Selbstvermarktung auf. Keine Agenten mehr, keine Agenturen, die am Ende alle nur von meiner Arbeit abkassieren wollen!“, erklärte sie stolz. Sie musste gar nicht viel dazu sagen. Als erfahrene Profis wussten wir natürlich auch so recht genau, wie das Geschäft läuft. „Ich habe gut 50.000 Follower und einige echte Fans, die mir auf Abo-Basis und durch Einzelspenden Geld zukommen lassen. Dafür bekommen sie exklusive Einblicke in mein Leben, schöne Fotos und softerotische Bilderserien. Das bringt mir zwar keine Reichtümer, aber dafür sichere, regelmäßige Einnahmen, die ganz allein an mich fließen – ohne dass außer den üblichen Finanzgebühren noch jemand mitverdient.“
„Ich verstehe, Bella, und ich weiß auch schon, was als Nächstes kommt. Dazu benötigst du natürlich ständig einen guten Fotografen um dich herum, der täglich ausreichend schöne Pics von dir schießt, mit denen du deine Fans und Abonnenten zufriedenstellen kannst.“ Ich nahm den letzten Bissen meiner Paninis und bestellte beim Kellner erneut frischen Kaffee und Mineralwasser.
„Ganz genau, Steve! Und du bist doch ein richtig guter Knipser, wie Deli mir erzählt hat!“, lächelte sie mit spürbarer Begeisterung und wohl auch mit ein bisschen Hoffnung in den Augen. „Außerdem bist du ein erfahrener Geschäftsmann, ein echter Gentleman, ein versierter Skipper und… haha, eindeutig ein klasse Typ! So die Kategorie Beschützerbär, der niemals eine Frau ausnutzen würde, stimmt’s?! Da würde ich mit dir auf eurem schönen Boot – Deli hat mir schon tolle Fotos gezeigt – doch glatt mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, haha!“
„Herrje, deine schönen Augen sprühen gerade so viele begeisterte Funken, dass ich als Betreiber dieses Cafés ernsthafte Angst vor einem Brand hätte, hoho!“, gluckste ich sehr amüsiert, aber auch ehrlich fasziniert von ihrem weiblichen Zauber. „Okay, reden wir mal Tacheles: Wann und wie lange könntest du als Crew-Mitglied bei uns einsteigen? Und ist dir völlig klar, dass an Bord bereits alle Kojen fest vergeben sind? Du könntest also vorerst nur bei mir in der achteren Eignerkabine mit in meinem Bett schlafen, bis wieder jemand aussteigen muss. Und da wir zwei erwachsene Menschen sind, die sich eindeutig sehr mögen, ist ebenso klar, wohin das unvermeidlich führen würde, wenn gerade weder Deli noch eine andere Geliebte mein Bett teilt! Nicht dass ich das in irgendeiner Form zur Bedingung machen würde – auf keinen Fall –, aber reden wir nicht drum herum: Wir würden garantiert sehr schnell miteinander intim werden. Stimmt’s?!“
„Jaaa-haha…!“, prustete diese bezaubernde Schönheit los. „…na und?! Deli sagt, du bist obendrein ein fantastischer, unglaublich zärtlicher Liebhaber – und soll ich dir mal ganz ehrlich was sagen, haha? Ich glaube, es wäre einfach nur wunderschön mit dir, genauso, wie du offenbar als echter Gentleman bist!“
„Mal ganz ehrlich? Ich dachte eigentlich, du wärst die ganze Zeit ehrlich zu mir – oder hast du etwa irgendwo geschwindelt, hehe?“
„Du Wortklauber, du, hahaha!“, knuffte sie mir verspielt gegen den Oberarm. „Führ mich gefälligst nicht aufs Glatteis, indem du alles, was ich da so plappere sofort auf die Goldwaage legst! Und schau mich gefälligst nicht so an, Mensch!“
„Wieso, wie schaue ich denn, hoho?“, funkten wir uns mit derart viel spürbarer Sympathie und gegenseitiger Zuneigung an, als wollten wir augenblicklich in diesem gemütlichen Café übereinander herfallen und spontan in aller Öffentlichkeit heftig Liebe machen. Und das nach deutlich weniger als 48 Stunden des Kennenlernens! Bellas Gesichtsausdruck, ihre gesamte Körpersprache und vor allem das, was aus ihren leuchtenden Augen sprühte… um das treffend zu beschreiben, fehlen mir schlichtweg die passenden Worte.
„Wie… warte mal kurz…“, nahm sie eine Papierservierte, wischte mir superlieb lächelnd einen kleinen Krümel aus dem Mundwinkel und ließ ihre zarten Finger einen Moment länger als nötig streichelnd meine Wange berühren. „So ist es besser, hihi. Du schaust wie ein sechsjähriger Bub vor dem funkelnden Weihnachtsbaum voller toller Geschenke!“
„Genauso fühle ich mich ehrlich gesagt gerade auch, hoho, und amüsanterweise hat erst vor kurzem eine Frau das gleiche zu mir gesagt. Versuchst du mich hier etwa nach allen Regeln der Kunst zu verführen?“
„Ich dich? Ahaha, ist der feine Herr vielleicht ein klitzekleines bisschen zu sehr von sich überzeugt, hihi? Pah, wie käme ich denn bitte dazu?!“, sprühten ihre Augen geradezu ein optisches Feuerwerk ab.
Meine Güte, wie lange hockten wir jetzt eigentlich schon in diesem netten Café und wie viel Koffein hatte ich mittlerweile intus? Und sie erst? Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, dass es tatsächlich schon auf die Mittagszeit zuging, während um uns herum ständig andere Gäste gekommen und gegangen waren, ohne dass wir das auch nur ansatzweise registriert hätten. Ella-Bella würden fraglos nicht wenige Männer ohne Zögern als „Traumfrau“ bezeichnen, und sie gefiel mir sogar ein Stück weit besser als Deli – wobei die beiden in vielen Dingen sehr ähnlich sind.
Aber ein im Leben so erfahrener Mann wie ich weiß natürlich auch nur zu gut, dass es so etwas wie Traumfrauen im echten Leben schlichtweg nicht gibt – genauso wenig wie es den perfekten Traummann gibt. Und jemand meiner Natur verknallt sich auch nicht mal eben hopplahopp einfach so, egal wie hinreißend eine Frau auch sein mag. Aber verdammt noch mal: Was sich da mit Bella unübersehbar anbahnte, könnte wirklich etwas ganz Besonderes werden – und so etwas schreibe ich nun wahrlich nicht leichtfertig.
Unsere beiden Handys klingelten exakt gleichzeitig und natürlich war Deli am anderen Ende der Leitung:
»Hoi ihr Süßen! Jetzt hattet ihr aber wirklich genug Zeit zum Turteln, haha!«, lachte sie hörbar heiter durchs Telefon. »Jetzt muss ich nicht mehr so tun, als hätte ich einen wichtigen anderen Termin, haha! Schaut mal raus: Die Sonne kommt endlich zum Vorschein, wir haben angenehme 21 Grad – los, lasst uns Sightseeing machen!«
Uff! Hatten die beiden Schönheiten sich also tatsächlich in einer klassischen »Weiberverschwörung« hinter meinem Rücken abgesprochen, und Delis angebliche Verabredung war nur vorgeschoben, um mich mit Bella allein zu lassen… was für raffinierte Komplizinnen, hohoho! Ich musste heftig glucksend lachen und amüsierte mich köstlich darüber, während die zwei Grazien am Telefon sogleich einen Treffpunkt vereinbarten. Schnell bezahlte ich die Rechnung im Kafeïno Meir und wir liefen los, während ich immer noch extrem breit grinste.
»Ihr seid mir ja zwei hochprofessionelle Verschwörerinnen, haha! Da haben wir armen, ahnungslosen Männer gar keine Chance!«
»Am besten, haha, du kapitulierst gleich völlig bedingungslos, dann lassen wir eventuell Gnade walten… gnihihi!«, lach-kicherte Bella völlig unbeschwert. Und doch entdeckte ich in ihrem belustigten Seitenblick so etwas wie respektvolle Anerkennung dafür, dass ich keineswegs sauer reagierte, sondern mich darüber ebenfalls herzlich amüsierte. Es war doch wirklich zu köstlich, wie geschickt sie das eingefädelt hatten und es nun auch ganz offen zugaben.
Wir spazierten zum hübschen, ungefähr einen Kilometer entfernten »Historisch centrum«, der Altstadt von Antwerpen, wo Deli wie ein leuchtend blondes Signalfeuer bestens gelaunt vor den beeindruckenden Fassaden historischer Bürgerhäuser auf uns wartete. Diese verkündeten ganz ungeniert den Wohlstand der ehemals kriegerischen, seefahrend weltweit agierenden Handelsnation der Niederlande.
»Auf ihr Hübschen, ich habe schon ordentlich Fakten über Antwerpen für deinen Blog recherchiert! Hey, ihr seht übrigens schon aus wie ein richtig attraktives Paar, hahaha!«, stichelte Deli wie immer in allerbester Laune. Die Selbstbeschreibung von Bella hätte im Grunde genauso haargenau auf ihre Freundin gepasst. Natürlich entwickelten sich daraus sofort amüsante Wortgefechte und Scharmützel, während wir gemeinsam herumschlenderten und uns umschauten. Da dieser Beitrag aber ohnehin schon recht lang geraten ist, erzähle ich ab hier etwas zusammenfassender.
Und was für eine gigantische Kulisse das war! Wer Antwerpen nur flüchtig kennt, vergisst leicht, dass diese Stadt an der Schelde im 16. Jahrhundert die reichste Handelsmetropole Europas war. Das spürt man hier tatsächlich an jeder Ecke. Der gewaltige Grote Markt wird gesäumt von prachtvollen Zunfthäusern aus der Renaissance, deren goldverzierte Spitzen regelrecht mit den herbstlichen Sonnenstrahlen um die Wette eiferten, die sich nun endlich Bahn brachen. Mittendrin ragt der berühmte Brabo-Brunnen empor – ein herrlich monumentales Spektakel aus Bronze, das die Legende der Stadtgründung zelebriert.
Wir schlenderten zu dritt weiter durch das Labyrinth aus kopfsteingepflasterten Gassen. Antwerpen besitzt diesen ganz besonderen, unwiderstehlichen Vibe: Auf der einen Seite atmet die Stadt pure, altehrwürdige Geschichte, auf der anderen Seite ist sie die unbestrittene Mode- und Diamantenmetropole der Region. Diese Mischung aus historischer Opulenz und moderner, fast schon avantgardistischer Eleganz zieht einen sofort in ihren Bann. Über allem thront majestätisch die Liebfrauenkathedrale, deren filigraner, gotischer Turm wie ein steinerner Finger in den flämischen Himmel ragt und in der die weltberühmten Meisterwerke von Peter Paul Rubens hängen.
Besonders faszinierend fand ich das Spiel der Kontraste an diesem Nachmittag: Auf der einen Seite diese gewaltigen, steinernen Zeugen einer reichen, von Seefahrern und Händlern geprägten Vergangenheit – und auf der anderen Seite zwei umwerfende, moderne Frauen an meiner Seite, die mit ihrer unbeschwerten, sonnigen Art die altehrwürdige Kulisse regelrecht zum Leben erweckten.
Der spätsommerliche Regen hatte sich mittlerweile komplett verflüchtigt. Die feuchten Pflastersteine glänzten glatt in der warmen Mittagssonne, während wir uns treiben ließen, die leicht salzige Brise des nahegelegenen Hafens schnupperten und die imposante Architektur dieser flämischen Perle mit allen Sinnen genossen.
An den verlockenden Köstlichkeiten von Elle Chocolates am Grote Markt – die sonntags erfreulicherweise bis 18 Uhr geöffnet haben – konnten die beiden Verschwörerinnen natürlich unmöglich achtlos vorbeigehen. Die erfahrene Verkäuferin erkannte in den beiden Model-Schönheiten und ihrer Begleitung durch einen distinguierten Gentleman sofort die überaus zahlungskräftige Kundschaft. Sie legte sich geschickt ins Zeug, um uns möglichst viele Scheine aus dem Portemonnaie beziehungsweise vom Kreditkartenkonto zu locken. Eine solche Edelmanufaktur hat zweifellos ihren Preis, aber wir blieben einigermaßen standhaft und erlaubten uns lediglich, ein paar kleine, exquisite Süßigkeiten zu erwerben.
Da auch Deli üppig gefrühstückt hatte, ließen wir das Mittagessen komplett ausfallen und beschlossen, stattdessen relativ früh zu Abend zu essen. Zuvor schauten wir uns jedoch noch ausgiebig in der Stadt um, und natürlich zog es uns auch direkt an das geschäftige Flussufer der Schelde.
Für alle maritim Interessierten unter euch hier ein paar spannende Fakten: Obwohl Antwerpen etwa 80 Kilometer landeinwärts liegt, ist die Schelde – genauer gesagt die Westerschelde – bis hierher für die weltweite Seeschifffahrt uneingeschränkt zugänglich. Der Hafen von Antwerpen-Brügge ist nach Rotterdam immerhin der zweitgrößte Seehafen ganz Europas.
Die Unterelbe und die Westerschelde teilen ein ganz ähnliches Phänomen: Sie sind massiv von der Nordsee geprägte Gezeitenflüsse. Das bedeutet, dass selbst gigantische Containerschiffe, riesige Autotransporter und Massengutfrachter mit beträchtlichem Tiefgang flussaufwärts bis direkt an die monumentalen Schleusen und Hafenbecken fahren können. Der Tidenhub beträgt in Antwerpen beachtliche 4 bis 5 Meter.
Wer vom Atlantik oder der Nordsee hierherwill, muss zuerst durch die Mündung der Westerschelde fahren. Diese Mündung liegt allerdings komplett auf niederländischem Staatsgebiet in der Provinz Zeeland. Aus diesem Grund garantieren jahrhundertealte völkerrechtliche Verträge zwischen Belgien und den Niederlanden strikt, dass die Niederländer die Fahrrinne stets tief genug halten und kontinuierlich ausbaggern. Zum Schutz vor dem starken Gezeitenstrom ist der Hafen durch riesige Schleusen gesichert. Am rechten Ufer befindet sich die 2016 eröffnete Kieldrecht-Schleuse – gemessen am Wasservolumen die größte Schleuse der Welt. Sie ist sagenhafte 500 Meter lang, 68 Meter breit und knapp 18 Meter tief. Selbst große Kreuzfahrtschiffe nutzen den Fluss und legen oft extrem zentral am Zeescheldekaai an, nur einen kurzen Spaziergang vom Grote Markt entfernt.
Der ständige Wechsel zwischen dichterer Bewölkung, aufbrechendem blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein sorgte für fantastische Lichteffekte während unserer kurzen, aber schönen Besichtigungstour.
So langsam muss ich nun allerdings wirklich zum Schluss kommen. Deli und ich mussten heute Abend schließlich noch zurück nach Vlissingen fahren, weshalb ich beim Abendessen konsequent auf jeglichen Alkohol verzichtete. Wir wählten das erstklassige, hochgelobte japanische Restaurant I Ro Ha in der Haarstraat 8. Eine treffende Online-Rezension beschreibt die Atmosphäre dort perfekt:
»Ein rundum perfektes Erlebnis im Restaurant von Mineko und Kyoshi! Die Atmosphäre, das Essen – die Sorgfalt bei der Zubereitung und dem Servieren der Speisen sorgte für ein wirklich genussvolles Erlebnis. Alles war köstlich, und die Empfehlungen waren hervorragend. Mineko, die Bedienung, bot einen außergewöhnlichen Service. Ich kann dieses Restaurant wärmstens empfehlen. Authentische japanische Küche. Vielen Dank, dass Sie Ihre Kultur mit uns geteilt haben.«
Man kann dieses Lokal ohne Übertreibung als authentischen Gourmet-Tempel für exzellente Speisen aus dem Reich der aufgehenden Sonne bezeichnen. Man sollte etwa 50 bis 80 Euro pro Person einplanen, was sich für echte Liebhaber der fernöstlichen Küche jedoch in jeder Hinsicht lohnt. Wichtig zu wissen: Es ist ausschließlich von Freitag bis Sonntag zwischen 18:00 und 21:30 Uhr geöffnet, und eine rechtzeitige Reservierung ist dringend zu empfehlen! Wir wussten das vorher natürlich nicht und platzten einfach so hinein. Trotzdem wurden wir mit der typisch japanischen, erlesenen Höflichkeit empfangen und durften an den letzten freien Plätzen ausgiebig schlemmen.
Übrigens lohnt sich hier eine kleine Anmerkung zu den beiden ansonsten so lebensfreudig-ungenierten Schönheiten Deli und Bella: Ohne jeden Hinweis von meiner Seite passten sie sich sofort den feinen Gepflogenheiten der japanischen Gastronomie an. In Japan gilt es als ausgesprochen unhöflich, in öffentlichen Gaststätten laut zu plaudern oder zu lachen und dadurch andere Gäste beim konzentrierten Genießen zu stören.
Der Besuch von echten Edelrestaurants abseits der lauten Touristenströme gleicht dort tatsächlich fast dem Besuch einer religiösen Stätte. Köche und Personal zelebrieren die Zubereitung und den Verzehr exquisiter Speisen zusammen mit den Gästen beinahe wie einen Gottesdienst. Bella und Deli waren plötzlich ganz ruhig, kicherten nur noch leise unterdrückt mit vorgehaltener Hand und wir unterhielten uns ausschließlich in sehr gedämpftem Tonfall.
In ihrer typischen Höflichkeit würden Japaner einen ausländischen Gaijin niemals direkt auf Fehltritte ansprechen; man wird höchstens tolerant belächelt. Aber echten Respekt erntet man auf diese Weise natürlich nicht. Beim nächsten Besuch kann es einem dann passieren, dass man unter dem Vorwand, es sei bereits alles besetzt oder reserviert, gar nicht mehr hineingelassen wird. Schlechtes Benehmen gilt unter Japanern als unverzeihlicher Gesichtsverlust.
Okay, ich schweife schon wieder viel zu sehr ab – höchste Zeit für das Finale!
Gegen 22:15 Uhr verabschiedeten wir uns schließlich schweren Herzens von Bella. Zum Abschied bekam ich von der Model-Schönheit einen derart intensiven, hocherotischen Kuss voller unausgesprochener Versprechungen, dass selbst mir als gestandenem Gentleman kurzzeitig die Knie etwas weich wurden. Sie wird in den nächsten zwei oder drei Tagen nach Vlissingen nachkommen und möchte sofort fest als Crew-Mitglied einsteigen, sobald wir die Leinen losmachen.
Anfang September bricht für uns damit die Schlussphase an, um die HC-48T komplett seeklar zu machen. Vermutlich legen wir bereits kommende Woche mit Kurs Süd ab. Gerade noch rechtzeitig, wie ich hoffe, bevor die berüchtigten Herbststürme den Ärmelkanal und besonders die Biskaya richtig ungemütlich und gefährlich machen.
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