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Niederlande, Vlissingen, Ankunft mit bezaubernder Überraschung

 

#26.08.18 – Niederlande, Vlissingen, Ankunft mit bezaubernder Überraschung

Der Abschied fiel uns allen verdammt schwer. Auch mir, der ich seit vielen, vielen Jahren durch mein ständiges Reisen und Umherziehen eigentlich bestens an das stetige Kommen und Gehen gewohnt bin. Britt, Vicky und Demo sind einfach eine tolle Crew und auch als Menschen klasse – exakt von der Sorte Persönlichkeiten, mit denen man gerne befreundet ist und Zeit miteinander verbringt. Trotz unseres nicht ganz unerheblichen Altersunterschieds hatten wir uns supergut verstanden und während des gesamten Törns wirklich sehr viel Spaß miteinander gehabt. Aber es half alles nichts, nun musste ich weiterziehen. seufz

In den Niederlanden wartete eine frisch refittete und aufgerüstete Segelyacht auf mich, die jedoch noch etwas mehr Teile, Ausrüstung sowie weitere Modernisierungen benötigt. Vor dem Heraufziehen der ersten tückischen Herbststürme soll das Boot unbedingt fertiggestellt werden, um es dann sicher in den Süden zu segeln. Die berüchtigte Biskaya ist bekanntlich zu jeder Jahreszeit mit Vorsicht zu genießen; wenn die herbst- und winterlichen Stürme dort erst einmal loslegen, kann es mehr als ungemütlich und sehr gefährlich werden. Also sollte das Boot nach Möglichkeit noch im August, spätestens Anfang September fertig werden, damit ich sie vor Oktober, wenn die schweren Herbststürme meist loslegen, in südländische Gefilde segeln kann.

 

Nach dem gemeinsamen Frühstück, das wie gewohnt munter und lustig verlief, heute aber von einer spürbaren, schwermütigen Süße wegen des Abschieds durchzogen war, brachte mich die Crew zur Estación de Autobuses de La Línea de la Concepción, einem geschäftigen Busbahnhof. Mit Ausnahme von Demo wurde dort noch einmal heftig und ausgiebig geknutscht, und ich sprach den dreien ein letztes Mal aufmunternd Mut zu. Sie sind zwar noch keine wirklich erfahrenen Segler, aber als Crew bereits sehr gut und brachten die Vikarelia ja auch ohne mich vom Baltikum bis an die Algarve. Wenn sie jetzt allein als Crew weitermachen und wahrscheinlich auch die große Atlantiküberquerung in die Karibik angehen, werden sie auch das ohne mich schaffen.

»Och, Mensch, zu schade…« seufzte Britt und küsste mich so erotisch ab, als wäre ich und nicht Demo ihr Geliebter, der jetzt in den Krieg ziehen muss, oder so. »Aber ich…, wir verstehen, warum du dorthin musst. Alles Gute und vielleicht treffen wir uns ja auf den Kanaren, vor der Atlantiküberquerung nochmal im Hafen.«

 

»Das könnte tatsächlich klappen, mal schauen«, hielt ich sie vergnügt in einer engen Bärenumarmung und spürte durchaus etwas kribbelnd ihre wunderschöne, weiche und herrlich duftende Weiblichkeit hauteng an mir.

Mit Vicky wurde natürlich auch noch leidenschaftlich geküsst und ein bisschen sinnlich gefummelt, während Demo und ich uns als Männerfreunde in einer herzlichen Umarmung kräftig auf die Schultern klopften.

Der Bus brachte mich zum Aeropuerto de Málaga Costa del Sol, von dort aus ging es mit dem Flieger nach Rotterdam The Hague Airport. Dort angekommen war die kühle Begrüßung bei verregneten 18 °C ein kleiner Schock für meinen nun viele Wochen an südländische Hitze gewöhnten Körper. Aber eine erfrischende Abkühlung war es auch, und es tat mir eigentlich ganz gut, nicht mehr so schnell und viel zu schwitzen.



 

Ein weiterer Bus brachte mich zum Hauptbahnhof Rotterdam Centraal und von dort ein Zug weiter nach Vlissingen. Die niederländische Hafenstadt Vlissingen in der Provinz Zeeland hat 45.893 Einwohner und wird als frühere britische Garnisonsstadt auch Flushing genannt. Ansonsten ist es ein typisch holländisches, hübsches Kleinstädtchen an der Mündung der Westerschelde und an der Südküste der Halbinsel Walcheren.

 

Niederländische Gemeinden (Gemeenten) umfassen in vielen Fällen sehr große Wasserflächen. Bei Vlissingen ist das besonders extrem: Die gesamte Gemeindefläche umfasst ca. 345 km², wovon nur ca. 34 km² Land- oder Stadtfläche sind; die Wasserfläche beträgt hingegen ca. 311 km². Die Gemeindegrenze von Vlissingen geht also weit in die Westerschelde hinein. Das ist in den Niederlanden ganz normal – viele Küsten- und Inselgemeinden haben einen sehr hohen Wasseranteil an ihrer offiziellen Fläche gemäß Kadaster und CBS-Daten.

Auch der kleine Kopfbahnhof wirkt fast so, als gehöre er eher zum Hafen als zur Stadt. Ab 1873/1875 war Vlissingen ein wichtiger Übergangspunkt für die Verbindung nach England. Die Stoomvaart Maatschappij Zeeland (SMZ) betrieb ab 1875 eine regelmäßige Fähr- und Postdampfschiff-Linie von Vlissingen nach England; zuerst nach Sheerness, später nach Queenborough, Folkestone und Harwich.

Dazu gehörten die sogenannten »Boottreinen« (Bootstrains) aus dem Inland und sogar aus Deutschland, z. B. Berlin–Vlissingen. Das Bahnhofsgelände, damals »Vlissingen Haven« genannt, wurde bewusst sehr nah am Hafen und den Anlegestellen angelegt, damit Passagiere und vor allem die Post möglichst schnell umsteigen bzw. umgeladen werden konnten.

Es gab sogar einen königlichen Wartesaal, weil die Verbindung auch von Fürsten und Diplomaten genutzt wurde. Die Gleise reichten also weit in den Hafenbereich hinein, damit die Züge möglichst nah an den Schiffen halten konnten. Es handelte sich aber um einen klassischen Passagier- und Postumschlag, nicht um Eisenbahnfähren, bei denen Waggons mit an Bord genommen wurden, wie z. B. früher auf der Ostsee oder im Ärmelkanal bei Dover–Dünkirchen. Diese wichtige Funktion hatte Vlissingen vor allem von den 1870er-Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg verlagerte sich der England-Verkehr stärker nach Hoek van Holland, und mit dem Eurotunnel (1994) verlor die Fährverbindung endgültig an Bedeutung.

 

Bei meiner Ankunft tröpfelte es noch vom überwiegend grau verhangenen Himmel, und ein feiner Dunstschleier lag über der Küste. Doch ab und zu, leider nur sehr selten, blinzelten auch ein paar Sonnenstrahlen durch kleine Wolkenlücken, die sich rasch wieder zuzogen. Meine ersten Erfahrungen mit dem Meer als Bub machte ich einst an der deutschen Nordseeküste. Solche kindlichen Erfahrungen und Abenteuer graben sich einem tief ins unterbewusste Gedächtnis, und deshalb war ich nicht überrascht, dass sich sogleich wieder typisches Nordsee-Feeling mit einigen lebhaften Flashback-Erinnerungen einstellte.

Möwen kreischten laut im windigen Küstenwetter, und natürlich haben die Biester auch hier längst gelernt, dass Menschen Essen in der Hand halten, was sie als freies Buffet-Angebot nutzen. Besonders aggressiv werden sie, wenn man das Essen ungeschützt trägt oder kurz wegsieht. Ich sog die frische, salzige Luft von derzeit 19–20 °C, gefühlt eher 18 °C, tief in die Lungen; nach all der südlichen Wärme empfand ich es sogar als unangenehm frisch mit leichtem Frösteln, obwohl ich eine gute, schützende Jacke übergezogen hatte. Das dürfte ich typischerweise zwei bis vier Tage so empfinden, bis sich der Körper vollends akklimatisiert hat.

»Hoi, du musst der berüchtigte Captain Steve sein? Frierst du etwa, haha?« lachte eine blonde Schönheit von eindeutigem WOW!-Format, nur in einem dünnen Trägershirt mit unübersehbar prächtigem Busen darunter sowie Jeans und Turnschuhen.

»Berüchtigt?« grinste ich belustigt und schätzte die wirklich sehr attraktive Frau von Linda-de-Mol-Zuschnitt mit erfahrenen Fotografenaugen auf ca. Mitte 20, mit klassischen 90-60-90-Maßen, verteilt auf wohl knapp 170 cm. »Und ja, nach Südspanien ist es hier doch etwas frisch. Ich nehme an, du bist Delilah? Hoi, nett dich kennenzulernen.«

»Aye Captain, bin ich; nenn mich einfach Deli, wie alle, und ich verstehe dein Frösteln als verwöhnter Südsegler, haha; und das berüchtigt bezieht sich natürlich auf deinen Ruf«, lachte die offensichtlich sehr humorvoll-lockere Schöne in perfekterem Deutsch, als es die meisten Deutschen beherrschen, mit nur einem ganz kleinen, süßen holländischen Dialekt.

»Meinen Ruf? Als Segler oder als Mann, hoho?« konterte ich direkt und fand sie auf Anhieb ausgesprochen sympathisch – offensichtlich nett-frech, clever und schlagfertig, also genauso, wie ich es liebe.

Dennoch war ihr Verhalten als beauftragte Empfangsdame der von mir mit der Aufrüstung der Yacht beauftragten Fachfirma doch eher recht ungewöhnlich. Solche Leute sind im Allgemeinen sehr bemüht, den viel Geld ausgebenden und für Umsatz sorgenden Kunden möglichst höflich-freundlich zu empfangenen; wobei sie darauf achten, ja nichts Falsches zu sagen, was den Auftraggeber vielleicht verärgern könnte, wenn er irgendwas in den falschen Hals bekommt. Deli hatte also offenbar sehr sorgfältig recherchiert, wer, was und wie ich so drauf bin, vermutlich über den Blog, was auch für ihre Cleverness sprach.

»Sowohl als auch, Meneer Kapitein und Gentleman-Casanova«, zwinkerte sie schon regelrecht flirtend mit wachem Blick und neugierig-freundlich funkelnden Augen. »Willst du gleich auf dem Boot einziehen oder in einer Landunterkunft?«

»Ist der Kahn denn schon bewohnbar?« steuerte ich zu einem Kaffeestand mit kleinen Imbisshappen, ähnlich wie eine Brezelbude, nur ohne Brezeln, schaute Deli fragend an, die zustimmend nickte, und bestellte uns zwei Becher eher mittelmäßigen Kaffee; damit gingen wir zur Seite, damit ich auch eine Zigarette rauchen konnte.

In den Niederlanden ist das öffentliche Rauchen klar geregelt – innen streng, außen eher locker. Verboten ist Tabakrauchen in allen Innenräumen der Gastronomie (Cafés, Restaurants, Bars, Coffeeshops etc.), in öffentlichen Gebäuden, an Arbeitsplätzen, in Schulen und deren Geländen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen/Bahnsteigen sowie in geschlossenen Wartebereichen. Erlaubt ist das Rauchen auf der Straße und in Parks, meist ohne Einschränkung. Auf Außenterrassen der Gastronomie ist es gestattet, solange die Terrasse wirklich offen ist, mindestens eine Seite komplett offen bleibt und der Rauch nicht nach innen zieht. Kurz gesagt: Innen wird streng auf das Rauchverbot geachtet, außen wird es eher entspannt und alltagstauglich gehandhabt. Wer draußen raucht, fällt nicht besonders auf und wird in der Regel völlig in Ruhe gelassen.

»Dein Kahn, haha, den ich übrigens wunderschön finde – ich liebe klassischen Yachtbau – ist definitiv bewohnbar, mit Strom- und Wasseranschluss«, lachte sie wieder, wie sie es offenbar fast ständig sehr gern tut. »Aber er ist sozusagen völlig kahl; der letzte Eigner hat alles ausräumen lassen und mitgenommen, was Mensch so zum Leben braucht. Du müsstest also erstmal massiv alles einkaufen: Handtücher, Geschirr, Bettwäsche, Besteck, Kochgeräte…, halt alles. Wie in einer bis auf die Möbel und Gerätschaften völlig ausgeräumten Wohnung.«

»Aha, und was will er mit all dem Zeug, wenn er doch selbst nie mehr segeln kann? Verstehst du viel von Yachten und Segeln?«

»Woher soll ich das wissen? Vielleicht hofft er insgeheim, in ein paar Jahren wieder gesund genug zu sein, um doch mit einer neuen Yacht segeln gehen zu können?« antwortete Deli sachlich, aber nahezu permanent reizend lächelnd; sie ist eindeutig ein sehr sonniges Gemüt, wie man so sagt. »Ja, ich ging schon auf Segelboote, bevor ich richtig laufen konnte, haha.«

»Hm, das ist nicht ganz korrekt ausgedrückt. Du gingst nicht auf, sondern deine Eltern nahmen dich mit auf Boote, bis du alt genug warst, das selbst entscheiden zu können«, zwinkerte ich, und viele meiner Freunde würden das als typische Steve-Bemerkung bezeichnen. Mit einer Mischung aus minimaler Verärgerung und viel mehr belustigtem Amüsement reagierte Deli darauf und meinte lachend:

»Ach was, haha, bist du immer so ein Klugscheißer?«

»Ähm ja, meistens oder zumindest recht häufig, hoho«, musste ich darüber glucksen und bewunderte insgeheim ihre ungekünstelt direkte Schlagfertigkeit. Das würde sich normalerweise kein Mitarbeiter einer Firma gegenüber einem nicht ganz unwichtigen Kunden erlauben. »Also erst mal in eine Landunterkunft! Den ganzen Kram passend anzuschaffen wird mindestens Tage dauern.«

»Hoi, dabei könnte ich dir gern helfen«, lächelte die Schönheit schon wieder so strahlend wie eine humorvoll aufgehende Sonne. »Shopping ist immer geil und ich kenne mich mit allen Bordsachen gut aus.«

»Klaro, Frauen und Shopping…, wer kennt das nicht zu gut, hehe«, brachte sie mich erneut zum Mitlachen. »Aber solche Hilfe wäre sehr willkommen. Wenn der Arme wirklich alles ausgeräumt hat, ist die Ausstattung einer Fahrtenyacht doch ein Riesenaufwand. Welche Landunterkunft kannst du mir empfehlen?«

»Vlissingen ist eine Kleinstadt, aber auch ein Touristenort. Es gibt viele mehr oder weniger gute Pensionen und Hotels in der Stadt und an den Küstenstränden…« überlegte sie kurz und ergänzte: »…aber hey, wenn du möglichst nahe am Liegeplatz deines Bootes eine richtig gemütliche, nette Villenunterkunft bei einer reizenden, alten Witwe möchtest, könnte ich mit meiner Vermieterin reden. Dort lebe ich auch seit jetzt…, warte…, neun Wochen und es gibt noch viel Platz. Die liebe, alte Dame freut sich über jüngere Gesellschaft, kennt hier Gott und die Welt und kennt sich als Ex-Kapitänsehefrau auch mit Seefahrt- und Seglersachen gut aus.«

 

»Na, das klingt doch gut und passend. Eine schöne Unterkunft in Bootsnähe wäre natürlich praktisch. Sollte ich was über die alte Dame wissen, um nichts Falsches zu sagen, damit sie mich aufnimmt?« zwinkerte ich und gestehe hier schon mal ganz offen, dass die Vorstellung, quasi nahe mit Deli zu leben, durchaus einen nicht gar so kleinen Reiz für mich hatte. Auf meine Menschenkenntnis, viel Erfahrung, Intuition und Bauchgefühl vertrauend – wobei ich mich bekanntlich so gut wie nie täusche – stufte ich sie als einfach klasse Typ ein, mit dem man gern näheren Kontakt hat; mal ganz abgesehen von ihrer äußerlichen Attraktivität als reizvolle Frau, was selbstverständlich auch eine gewisse Rolle spielte; schließlich bin ich ein Mann und noch dazu einer, der genau diesen cleveren, schlagfertigen und humorvollen Frauentypus mit zudem auffälliger Schönheit sehr schätzt.

»Ach was, haha, ein Gentleman-Casanova deiner Art wird die alte Dame auch so bestimmt schnell ein bisschen verzaubern«, lachte Deli vergnügt augenzwinkernd.

Also machten wir uns mit meinen zwei großen Rollkoffern sowie einer Umhänge-Aktentasche – heutzutage sagt man eher Laptoptasche dazu – auf den Weg durch die kühlen, feuchten Straßen. Es tröpfelte unverändert nur ganz leicht, und da es kein weiter Weg war, gingen wir einfach zu Fuß. Ohne zu fragen schnappte sich Deli unkompliziert einen der schweren Rollkoffer und marschierte zielstrebig voraus, während das Klackern der Rollen auf dem Pflaster hallte. Dabei plauderten wir weiter in dieser von mir und offensichtlich auch ihr so geliebten, locker-lustig-humorvollen Art. Aber das kann ich nicht alles aufschreiben, obwohl es für die Leser sicherlich amüsant wäre.

Fotos soll ich vom Heim der alten Dame nicht öffentlich zeigen, aber es handelte sich um eine schicke, sehr gepflegte Mischung aus Stadthaus und Landvilla, mit hübschem, kleinem Garten voller duftender Rosenbüsche und wohnlich-gemütlicher Einrichtung; einige Teile, die von der tatsächlich schon 83-jährigen Witwe bewohnt werden, sind von erlesener, repräsentativer Qualität, andere Teile etwas vernachlässigt altmodisch, eher einfach und praktisch. Deli bewohnte eines der ehemaligen Gästezimmer, eher wie eine Suite oder ein kleines Appartement, ehemals für die noch nicht verheirateten Kinder gedacht, mit eigener kleiner Küche und natürlich auch einem Badezimmer.

Etwas Ähnliches bot die alte Dame auch mir an, nachdem wir uns bei duftendem Kaffee und frischem Kuchen kennengelernt hatten und sie mich offensichtlich als mindestens akzeptabel eingestuft hatte. Trotz ihres Alters ist die Witwe noch richtig flink im Kopf, redet, erzählt und plaudert wie viele alte Menschen eindeutig sehr gern und besitzt ebenfalls einen sehr gesunden, schlagfertigen Humor. Bezeichnenderweise bestand sie darauf, mich als nichtzahlenden Gast aufzunehmen, und auch Deli bezahlt als Untermieterin einen nur symbolischen Betrag, weil:

»Hier steht doch sowieso viel zu viel leer und wird kaum benutzt. Ich freue mich, wenn das Haus ein bisschen mit jungem Leben gefüllt wird«, zwinkerte die alte Dame und Witwe, schelmisch.

»Mevrouw Margriet, passen Sie bloß auf uns beide auf, sonst stellen wir die Villa noch auf den Kopf«, konterte ich, Deli miteinbeziehend, und typischerweise dürfte die alte Dame spielerisch die Rolle der »strengen, aber amüsierten Aufseherin« mit einem Lächeln annehmen.

Kurz gesagt: Wir kamen auf Anhieb erstaunlich gut miteinander aus, lachten und scherzten bereits wie alte Bekannte, und ich richtete mich dann erst mal in dem mir großzügig-herzlich überlassenen Gastbereich ein. Eine warme Dusche zum Frischmachen nach der etwas umständlichen Anreise tat ebenfalls verdammt gut. Da schon fast Mittagszeit war und uns Mevrouw Margriet natürlich sogleich zum gemeinsamen Speisen einlud, verzichtete ich vorerst auf eine Besichtigung der Yacht.

Natürlich war ich neugierig, welche Arbeiten bereits in welcher Qualität durchgeführt worden waren; und es musste geplant oder beauftragt werden, welche zusätzlichen Upgrades noch von der Fachfirma, für die Deli jobbt, erledigt werden sollen, bevor ich ablege und nach Süden segle. Aber dafür war noch genug Zeit. Nach meiner vorläufigen Planung werde ich vermutlich zwei bis drei Wochen hier verbringen, bevor es weitergeht, und dazu gibt es noch viel zu erzählen. Das ist dann jedoch Thema für einen neuen Blog, sonst wird es zu viel auf einmal.

 

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