#26.03.11-Bodensee-Region, Geschäftliche Visionen und ein bezaubernder Wirbelwind
»Hmm… das werde ich alles sehr vermissen!« murmelte ich leise, während ich die frisch geduschte Laura im Badezimmer sanft von hinten umarmte. Der Duft von ihrem Duschgel, eine feine Mischung aus Zitrusnoten und etwas blumig-leichtem, hing noch in der feuchten Luft des Raumes. Ich schloss für einen Moment die Augen und streichelte zärtlich ihre entzückenden, noch leicht feuchten Formen, während ich die Nähe in diesem privaten Moment genoss. Es war einer dieser Augenblicke, in denen die Zeit am liebsten stillstehen sollte.
»Sind doch nur drei Tage…, und du hast ja noch Irene als Ablenkung hier«, antwortete sie mit einem amüsierten Lächeln, das ich in ihrem Spiegelbild sehen konnte. Sie schmiegte sich kurz rücklings an mich, eine kleine, vertraute Geste der Zuneigung, doch dann löste sie sich sanft aus meiner Umarmung. Die Pflicht rief. Sie und Jörg mussten bald losfahren, um pünktlich in Freiburg anzukommen. Dort stand eine wichtige Uni-Versammlung oder eine ähnliche akademische Verpflichtung an – ich muss gestehen, ich hatte nicht allzu genau hingehört, als sie die Details ihrer studentischen Pläne erläuterten.
Eigentlich wollten wir vor ihrer Abfahrt noch in aller Ruhe gemeinsam frühstücken, aber wie das eben so ist, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen so massiv stimmt: Unser Abschieds-Liebesspiel am Morgen hatte deutlich länger gedauert, als wir es ursprünglich beabsichtigt hatten. zwinker. So blieb am Ende nur Zeit für einen schnellen Kaffee und ein paar hastig geschmierte Brote, bevor das Einpacken und Verladen losging.
Das Wochenende war gefühlt wie im Flug vergangen. Neben der großen Garten-Grill-Party von Jörgs Onkel Ernst, die sich bis tief in die Nacht gezogen hatte, und ein paar wirklich lohnenswerten Ausflügen in die malerische Umgebung des Bodensees – wir waren unter anderem im wunderschönen Meersburg –, verbrachten wir viel Zeit mit der Besprechung von Jörgs Geschäftsidee. Genau genommen sind es sogar zwei verschiedene Ansätze, die er verfolgt. Die erste Idee ist ein eher seriöses, handfestes Business-Projekt, während die zweite eher spielerischer Natur ist. Sie basiert auf seinen beeindruckenden Fähigkeiten als begeisterter Modder von Computerspielen.
Man darf das Thema Modding keinesfalls unterschätzen. Richtig gute Modder müssen hochgradig qualifiziert programmieren können, oft weit über das Maß hinaus, was man in einem Standard-Studium lernt. Auch wenn die meisten diesen Aufwand völlig kostenlos aus reinem privatem Engagement betreiben, ist ein technisch brillanter Mod ein erstklassiger Nachweis für die Fähigkeiten eines Programmierers. In der Branche gilt so etwas als eine Art digitale Visitenkarte, die bei der Karriere in seriösen Computergeschäften und Software-Häusern hilfreich sein kann. Es zeigt nicht nur technisches Verständnis, sondern auch Kreativität und die Fähigkeit, sich tief in komplexe, bestehende Systeme einzuarbeiten.
Was die erste, eher klassische Geschäftsidee betrifft, geht es im Kern um nichts wirklich bahnbrechend Neues – ähnliche Ansätze gibt es auf dem Markt bereits zur Genüge. Aber Jörg hat ein paar sehr spezifische Einfälle, wie man eine vergleichbare, KI-gestützte App durch bestimmte Algorithmen und eine intuitivere Benutzerführung deutlich verbessern könnte. Ein solches optimiertes Produkt ließe sich dann sicherlich gut vermarkten, da der Bedarf an intelligenten Lösungen in diesem Bereich stetig wächst. Das Ganze war natürlich in der Besprechung sehr technisch und die Verhandlungen über Anteile und Strategien verliefen zeitweise recht trocken – Themen, die nicht wirklich in den Fokus dieses eher lebenslustigen Blogs passen.
Jedenfalls war auch Onkel Ernst sichtlich angetan von den Plänen seines Neffen und signalisierte bereits Interesse, sich finanziell zu beteiligen. Eine erste, noch recht grobe Einschätzung meinerseits ließ erkennen, dass mich ein Einstieg wohl etwa zwei bis drei Monate intensiver Arbeit und einen Betrag im hohen fünfstelligen oder vielleicht sogar niedrigen sechsstelligen Bereich kosten würde. Natürlich werde ich die gesamte Angelegenheit in den nächsten Tagen noch einmal ganz genau prüfen und sie vermutlich auch durch spezialisierte Fachleute und Anwälte aus meinem Netzwerk checken lassen, bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe. Aber eines steht fest: Ich halte beide Ideen von Jörg für interessant und realistisch umsetzbar. Es könnte mich wirklich reizen, hier als Investor und Mentor mit einzusteigen. Mal schauen, wohin die Reise führt.
Gestern Vormittag waren Laura und Jörg dann schließlich in Richtung Freiburg im schönen Breisgau aufgebrochen. Freiburg ist eine herrlich kosmopolitische Studentenstadt mit einem ganz eigenen Flair, die ich von früher ein bisschen kenne und der ich demnächst definitiv mal wieder einen Besuch abstatten werde. In der näheren Umgebung dort leben sogar einige Menschen, mit denen ich seit vielen Jahren befreundet bin, meist in den typischen, beschaulichen schwäbischen Dörfern und kleinen Städtchen. Ich habe sie alle schon viel zu lange nicht mehr persönlich getroffen. Da Freiburg ohnehin der zentrale Anlaufpunkt ist, wenn diese Leute mal so richtig ausgehen wollen – vorausgesetzt, sie finden neben ihrem Alltag überhaupt die Zeit dazu –, bietet es sich geradezu an, dort bald ein Treffen zu verabreden, um gemeinsam zu feiern und mal wieder so richtig Spaß zu haben.
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Heute Morgen erledigte ich nach dem Frühstück zunächst meinen üblichen Routinekram am Laptop. Ich wurde dabei allerdings regelmäßig und auf eine sehr amüsante Weise von unserem bezaubernden Frechdachs Irene abgelenkt. Trotz ihrer oft so unbekümmerten und verspielten Art – sie produziert sich ja mit Vorliebe eher wie ein übermütiges Teengirl statt wie eine erwachsene, junge Frau – besitzt sie ein erstaunlich feines Gespür für soziale Situationen. Sie weiß ganz gut einzuschätzen, wann sie bei ernsten Beschäftigungen unangemessen stören würde und wann sie ihre freche, spielerische Seite ungestraft ausleben kann.
Herrje…, beinahe hätte ich in meinen Notizen schon wieder »Mädel« geschrieben, statt korrekterweise »junge Frau«, aber Irene ist wirklich ein so herzerwärmend kokettes Schätzchen, dem man eigentlich keine einzige Sekunde lang ernsthaft widerstehen oder gar böse sein könnte. Ich würde jede Wette eingehen, dass es in der näheren Umgebung bereits eine ganze Reihe von Jungs oder jungen Männern gibt, die total in sie verknallt sind, seit sie vor ungefähr fünf Wochen hierher zu ihrem Bruder Jörg an den See kam. Sie sprüht nur so vor guter Laune und scheint es sich fast zur Aufgabe gemacht zu haben, diese Energie großzügig um sich herum zu verbreiten.
Selbst wenn sie mal eine scheinbar betrübte Schnute zieht, ist das gewöhnlich nur eine weitere Facette ihres schauspielerischen Repertoires, ein kleiner, gespielter Moment der Theatralik. Und man glaubt es kaum: Man kann sich mit ihr durchaus auch über ernsthafte Themen unterhalten, wenn man es schafft, sich nicht von ihrem ständigen Liebreiz, ihrem hellen Lachen oder dem unvermeidlichen Kichern aus dem Takt bringen zu lassen.
Sie verkörpert perfekt diesen Typus von Frechdachs-Girl, in den sich vermutlich jeder, vom schüchternen Schulbuben bis hin zum lebenserfahrenen Gentleman oder gar dem altersschwachen Opa, eher früher als später ein kleines bisschen verlieben muss. Es ist eine fast schon magische Anziehungskraft, der man sich nur schwer entziehen kann… und eigentlich ja auch gar nicht entziehen will.
Kulinarische Genüsse, nackte Tatsachen und Meersburger Impressionen
»Na, vermisst du Laura arg?« blinzelte mich Irene während unseres gemeinsamen Mittagessens verschmitzt an. Sie saß mir gegenüber und sah in diesem Moment aus wie die sprichwörtliche Katze, die gerade den Kanarienvogel verspeist hat – oder wie ein kleiner Spitzbub, der im Stillen bereits seinen nächsten, garantiert nicht ganz jugendfreien Streich ausheckt. »Keine Sorge, hihi, ich bin ja noch da und sorge höchstpersönlich für deine gute Laune, haha.«
»Ja…, du bist auch noch da«, antwortete ich und musste unwillkürlich lächeln, während ich sie beobachtete. »Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es wirklich so gut für meinen Blutdruck und meine Konzentration ist, mit einer so bezaubernd kokett-frechen Mitbewohnerin hier allein im Haus zu leben, hoho.«
»Paaahaha, du kannst es ruhig zugeben, du liebst mich doch schon ein kleines bisschen!« konterte sie prompt mit dieser schlagfertigen Leichtigkeit, die ihr eigen ist. »Du liebst freche Girls nun mal…, solange wir dich nicht zu sehr bei deiner wichtigen Arbeit nerven.«
»Ach du meine Güte,ich gebe es ja zu, dir…« setzte ich an, doch sie schnitt mir mit einem übermütigen Funkeln in den Augen sofort das Wort ab.
»Mir kann ohnehin keiner länger als eine Minute widerstehen, haha!« Ihre Augen sprühten in ihrem hübschen Gesicht förmlich vor diebischer Freude und purer Lebenslust. »Hey Steve, sag mal, wann shooten wir eigentlich mal richtig? Ich bin schon total gespannt darauf und wahnsinnig neugierig, wie es sich anfühlt, dir nackig zu posieren, haha!«
»Jederzeit und immer gern«, antwortete ich mit einem breiten Grinsen und genoss die Unbeschwertheit dieses Augenblicks. »Du könntest dich von mir aus auch sofort ausziehen und überhaupt die ganze Zeit so entzückend nackig hier im Haus herumwandern. Ich hätte ganz sicher absolut nichts dagegen einzuwenden, hoho!«
»Ahaha, dass dir das gefallen würde, war ja mal wieder klar!« Sie musste so spontan losprusten, dass sie sich beinahe an einem Bissen verschluckt hätte.
Zum Mittagessen hatte sie eine Auswahl zusammengestellt, die zwar einfach und schnell zuzubereiten, aber geschmacklich lecker war. Als Vorspeise gab es eine feine, dampfende Pilzcremesuppe, deren intensives Aroma den ganzen Raum erfüllte. Als Hauptgang folgten zarte Matjes-Heringe, serviert mit einer ordentlichen Portion knuspriger Bratkartoffeln, die mit reichlich Zwiebeln, frischen Kräutern und würzigem Speck verfeinert waren. Den krönenden Abschluss bildete ein cremiger Vanille-Joghurt, in den wir eine Handvoll frischer Beeren und Früchte gemischt hatten. Es ist diese Art von ehrlicher Hausmannskost, die ich – neben all den exquisiten Top-Gourmet-Köstlichkeiten, die ich auf meinen Reisen kennenlernen durfte – immer wieder gern genieße. Für mich muss Essen nicht immer kompliziert sein, es muss schlichtweg lecker und mit guten Zutaten zubereitet sein.
»Ja doch, das würde mir gefallen! Und wie, hoho!« Wir blinzelten uns lächelnd an, und in Irenes Augen sah ich dieses geradezu sprühende Feuer. Es wäre vollkommener Unsinn bestreiten zu wollen, dass es auch zwischen uns beiden spürbar kribbelte. Wir sind uns als Mann und Frau ohne Frage sehr sympathisch, und diese spezielle Spannung in der Luft war fast schon greifbar.
»Klaro, typisch Männer mal wieder, haha! Ihr seid ja soooo leicht glücklich zu machen, hihi!« Sie zwinkerte mir frech zu, wie konnte es bei ihr auch anders sein.
Während wir später beim Kaffee saßen, dachte ich etwas intensiver über Irenes Situation nach. Ich finde es bemerkenswert für eine so lebens- und abenteuerlustige junge Frau, die zweifellos über das typische intim-körperliche Bedürfnis verfügt, das alle Menschen in diesem Alter umtreibt, dass ich sie bisher noch nie mit irgendjemandem habe herumknutschen sehen. Es tauchen keine verliebten jungen Burschen auf, die sie besuchen, sie abholen und mit ihr ausgehen wollen, um all das zu tun, was Männlein und Weiblein eben zu gern miteinander tun.
Natürlich trifft sie sich öfters mit anderen, sicherlich einer der typischen Freundes-Cliquen, wie sie in dieser Lebensphase schnell entstehen. Doch eine wirklich intime, feste Freundschaft scheint sie aktuell mit keinem zu pflegen. Als dieser unbekümmerte, fast schon exhibitionistische Frechdachs-Kumpel-Typ, mit dem man massig Spaß haben kann und den eigentlich jeder automatisch gernhaben muss, müsste es doch Heerscharen von ernsthaft verknallten Jungs und Verehrern geben. Aber ich konnte nichts dergleichen bemerken, und Irene ist niemand, der solche Dinge heimlich oder versteckt tun würde.
Vielleicht gehört sie zu jener Sorte Frau, die ich in meinem Leben auch schon öfters kennengelernt habe: Sie bezaubern praktisch jeden mit ihrem natürlichen Sexappeal, sind bei jedem Blödsinn dabei und verbreiten überall gute Laune. Doch sobald es ernsthafter werden könnte, sobald echte emotionale Tiefe oder Bindung gefordert ist, zucken sie zurück. Irene ist fraglos keine Jungfrau mehr, aber sie ist eben auch nicht die »wilde« Person, die ständig mit jedem ins Bett hüpft. Letztere bekommen von unserer oft so verlogen scheinheiligen Gesellschaft ja viel zu schnell das Etikett der »geilen Schlampe« aufgeklebt – eine Bezeichnung, die ich zutiefst ablehne, da diese Frauen oft nur dieselben sexuellen Freiheiten für sich beanspruchen, die bei Männern schon immer als völlig normal gelten.
Irene scheint eher dem Typus anzugehören, der zwar nach außen hin leicht provokant und extrem kokett wirkt, tief im Inneren aber vielleicht sogar eine sehr romantische, fast schon traditionelle Sehnsucht nach der »echten« tiefen Liebe hegt. Möglicherweise ist ihr ganzes Frechdachs-Gehabe nur eine wunderbare Fassade, um genau diese Verletzlichkeit zu überspielen. Ich muss gestehen, dass mich das Rätsel um ihr wahres inneres Wesen noch mehr fasziniert als ihre unbestreitbare äußere Verlockung. Solche Bekanntschaften sind unendlich viel spannender als Menschen, die man bereits nach fünf Minuten komplett durchschaut hat.
Später am Nachmittag wurde es dann ernst – oder besser gesagt: künstlerisch. Irene posierte mir tatsächlich als entzückend nackiges Model. Zu meiner Überraschung hatte sie sich ein paar altmodische Kunstblumen besorgt, mit denen sie sich selbst und die Umgebung dekorierte. Es war ein Stil, der in der Aktfotografie vor vielleicht dreißig Jahren mal absolut in Mode war, als man versuchte, die nackte Weiblichkeit hinter einer Art pseudo-künstlerischen Kulisse zu »kaschieren«.
Für meinen Geschmack ein wenig zu retro, aber natürlich ließ ich sie gewähren. Es ging schließlich darum, dass sie sich wohlfühlte und Spaß an der Sache hatte. So lange es kein Auftrags-Shooting mit bestimmten Vorgaben ist, sondern quasi ein Just for Fun-Shooting mit einer Freundin, lässt man das posierende Model am besten ganz frei, nach den eigenen Vorstellungen posieren und sie sich so zeigen, wie sie es eben möchten oder sich trauen.
»Meine Güte Irene…, du bist fraglos clever und verstehst schon eine ganze Menge vom Leben…« begann ich, während ich die Kameraeinstellungen anpasste.
»Ja und? Was meinst du damit?« Sie blinzelte mir durch die Blütenblätter hindurch so süß-frech und verlockend zu, dass es mir fast den Atem raubte.
»Aber verstehst du eigentlich wirklich, wie supersüß-bezaubernd hübsch du rüberkommst und welche immense Wirkung du auf das andere Geschlecht ausübst?«
»Auf das andere Geschlecht allgemein…, oder, hihi, ganz speziell auf dich?« Ihre Augen sprühten Funken, während sie diese Frage stellte.
»Auf beide, du entzückender Frechdachs, auf beide!« Ich seufzte innerlich und konnte ein männlich bewunderndes Grinsen nicht unterdrücken. »Es ist wirklich eine menschliche Unmöglichkeit, sich nicht zumindest ein ganz kleines bisschen in dich zu verlieben.«
»Das… haha, ist doch eigentlich etwas Schönes, oder?« Sie zwinkerte mir zu, fügte dann aber mit einem fast schon ernst-forschenden Blick hinzu: »Also…, solange es nicht völlig falsch verstanden wird, meine ich.«
»Ja Irene, das ist wunderschön. Und ja, leider wird das Verhalten von koketten Girls wie dir allzu oft von den falschen Leuten missverstanden.«
»Dankeschön, hihi. Aber du verstehst es nicht falsch, stimmts?« fragte sie, und für einen Moment war da dieses kribbelnde, tiefe Einvernehmen zwischen uns, das weit über das nackte Posieren hinausging.
»Selbstverständlich nicht…, obwohl es mir als Mann manchmal wirklich schwerfällt, mich zu beherrschen, statt einfach über dich herzufallen und dich mit Haut und Haaren aufzufressen, hoho!« gestand ich ehrlich. Unsere Blicke trafen sich, und das Kribbeln war in diesem Moment intensiver als jeder rein visuelle Reiz.
»Na dann… fall doch und friss mich, hihi…« konterte sie mit einer Leichtigkeit, die fast schon eine Provokation war. Es klang so, als wäre sie einem kleinen intimen Abenteuer mit einem erfahrenen Gentleman wie mir durchaus nicht abgeneigt – einfach aus Freude am Moment. Aber ich kenne mich und meine Selbstbeherrschung. Auch wenn manche Frauen es sich vielleicht anders wünschen würden, bleibe ich in solchen Momenten meist der kopfgesteuerte Beobachter, wenn ich mir relativ sicher bin, dass es von Seite der Frau aus eher doch nur Spiel und nicht wirklich ganz ernst gemeint ist.
Nach dem Shooting machten wir uns kurz frisch, zogen uns passend an – heute war es draußen etwas kühler und die Sonne ließ sich kaum blicken – und brachen mit dem EQS zu einem Ausflug nach Meersburg auf. Meersburg ist ein echtes Juwel am Bodensee. Mit seinen rund 6.000 Einwohnern wirkt es fast wie eine Kulisse aus einem Märchenfilm. Hoch über dem tiefblauen Wasser thront die mächtige alte Burg, die angeblich die älteste bewohnte Burg Deutschlands. Darunter schmiegt sich die charmante Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den steilen Weinbergen und den versteckten Treppen, die direkt hinunter ans Ufer führen. Es riecht nach altem Mauerwerk, frisch geröstetem Kaffee und dem kühlen Atem des Sees. Wir schlenderten durch die Gassen und genossen den Blick hinüber zur Schweiz und zu den fernen Gipfeln der Alpen, die heute im Dunst nur schemenhaft zu erkennen waren.
Am Abend kehrten wir in die Meersburger Winzerstuben in der Steigstraße ein. Ein klassisches, gemütliches Restaurant mit einer rustikalen Einrichtung, die sofort ein Gefühl von „Daheim“ vermittelt. Das Personal war ausgesprochen nett und das Essen – wir entschieden uns für deftige, lokale Spezialitäten – war wirklich lecker. In den gängigen Portalen hat das Lokal eine Bewertung von 4,8 Sternen. Meiner Meinung nach ist das zwar ein wenig hochgegriffen – solche Spitzenwerte erreichen normalerweise nur internationale Top-Gourmet-Tempel –, aber für den provinziellen Rahmen und die herzliche Atmosphäre sind solide 4,4 Sterne absolut angemessen.
Ursprünglich hatte ich ja Appetit auf italienische Küche, doch das Valentino an der Uferpromenade schreckte mich mit seinen nur 3,6 Sternen und eher durchwachsenen Rezensionen ab. Da wollte ich nach meinen kulinarischen Höhenflügen mit exzellenter italienischer Küche, zuletzt auf Sizilien, kein Risiko eingehen.
Um den Abend gebührend ausklingen zu lassen, besuchten wir schließlich noch die Go-In Cocktailbar. Es ist eine dieser wunderbaren, unkomplizierten Kneipen, in denen die Welt noch in Ordnung scheint. Es gibt einen Billardtisch, eine gut bestückte Bar und einen Barkeeper namens Julian, der nicht nur sein Handwerk versteht, sondern auch eine ordentliche Portion Humor besitzt.
Mitten in der Woche war es recht ruhig, was uns die Gelegenheit gab, ins Gespräch zu kommen. Prompt trafen wir drei Leute aus Irenes Freundeskreis: zwei aufgeweckte junge Männer und die hübsche, blonde Martina. Martina hatte eine ganz ähnliche Frechdachs-Natur wie Irene und begann sofort, auf eine unbeschwerte und völlig harmlose Art mit mir zu flirten, obwohl sie sichtlich mit einem der Jungs verbandelt war. Es war schön zu sehen, wie locker und vorurteilsfrei mich diese jungen Leute in ihrer Mitte aufnahmen, trotz des Altersunterschieds.
Irene war natürlich sofort wieder der Mittelpunkt des Geschehens, der Wirbelwind, der alle Anwesenden mit ihrem Charme verzauberte, ohne es darauf anzulegen. Wir spielten eine Runde Billard, bei der ich mich leider bis auf die Knochen blamierte. Früher war ich einmal ein wirklich passabler Spieler, aber heute fehlte mir jegliche Übung. Ich kassierte vergnügt den Spott der jungen Truppe und lachte einfach mit.
Da ich später noch den EQS sicher nach Hause steuern wollte, hielt ich mich beim Alkohol stark zurück. Irene hingegen hatte sich einen ordentlichen Schwipps angetrunken, was sie auf der Rückfahrt nur noch bezaubernder machte. Wir spielten aus reinem Übermut heraus das Spiel »Lady und Chauffeur«: Ich mimte den dienstbeflissenen Fahrer, der seine herrschaftliche Dame auf dem Rücksitz der Luxuslimousine nach Hause kutschierte. Wir lachten so viel, dass mir fast die Tränen kamen. Dabei sorgte die Mercedes-typische, romantische und vielfach einstellbare Ambi-Light Innenraumbeleuchtung dieses Luxuswagens aber auch für…, nun eben romantische Stimmung zwischen uns.
Wieder zu Hause angekommen, waren wir beide zwar noch etwas aufgedreht, aber die Müdigkeit forderte schließlich ihr Recht. Wir verabschiedeten uns in unsere jeweiligen Zimmer. Ich genoss noch eine letzte Zigarette auf der Balkonterrasse, blickte über den dunklen, stillen See und schaute kurz nach meinen Nachrichten, bevor ich mich unter die Dusche stellte. Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht kroch ich schließlich in mein Bett und schlief fast augenblicklich ein… schnarch
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