#26.03.01-Bodensee-Region, "Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt." Aus Wilhelm Busch "Plisch und Plum" (1882)
»Dein Café Crema…« blinzelte mich die Hübsche an und kam mit diesem herrlich unbeschwerten Schritt zu mir auf den großen Balkon hinaus, wo ich gerade eine Zigarette rauchte und die weite, fast schon meditative Aussicht über den westlichen Teil des Bodensees genoss. »…mit zwei Süßstoff, einem extra Schuss Milch und umgerührt habe ich ihn für dich auch schon.«
»Danke Laura, du bist wirklich ein Schatz.« Ich lächelte ihr zwinkernd entgegen und nahm den großen, angenehm schweren Pott mit dem dampfenden Kaffee entgegen. Das Aroma mischte sich mit dem kühlen Duft des Morgens zu einer ganz eigenen, belebenden Mischung.
Erst am vergangenen Sonntag war ich mit ihr von Wien aus hierher gefahren. Wir hatten uns für die Strecke gemütliche elf Stunden Zeit gelassen, sind entspannt im lautlosen Mercedes EQS>>> durch die noch kühlen, überwiegend kahlen Frühlings-Landschaften gefahren und haben viele Pausen eingelegt, um den Stress der Großstadt langsam abzustreifen.
Jetzt, an diesem frühen Morgen, war es mit etwa 7° C zwar noch richtig frisch, aber die ersten Sonnenstrahlen besaßen bereits eine erstaunlich wärmende Kraft. Man spürte diesen ganz feinen, fast schon scheuen Hauch von Frühling in der Luft, der die Lebensgeister weckt. Es lag noch etwas nebeliger Dunst über dem glitzernden See und der malerischen Küste, doch der wurde rasch von der aufsteigenden Sonne vertrieben und gab den Blick auf das beeindruckende Alpenpanorama am Horizont frei.
»Gefällt es dir hier eigentlich, du luxusverwöhnter Global Citizen? Vom kosmopolitischen Wiener Großstadtleben direkt in dieses ruhige, fast schon verschlafene Nest – das ist doch eine ziemlich heftige Umstellung, oder nicht? Nicht, dass dir am Ende vor lauter Beschaulichkeit noch langweilig wird?!« Sie schaute auf ihre liebreizend-sympathische Art mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen zu mir hoch und schlürfte selbst genüsslich an einem Caramel-Latte, dessen süßer Duft zu mir herüberwehte.
»Ach, weißt du, es gibt da einen sehr treffenden Spruch…, ich glaube, er stammt von Alain de Botton«, zitierte ich den geschätzten schweizerisch-britischen Autor und Philosophen. »Er sagte einmal: ›Man muss vom Leben erst ein bisschen durchgerüttelt werden, um den Sinn von Blumen, Sonnenuntergängen und ereignislosen, schönen Tagen zu erkennen.‹ Ich habe gegen ein bisschen echte Ruhe momentan absolut nichts einzuwenden und wie bitteschön sollte mir mit zwei so lieb-frechen Hübschen wie dir und Irene jemals langweilig werden?«
Laura lachte amüsiert über meine Antwort. »Du bist wirklich ein unverbesserlicher Charmeur, haha! Aber ich sagte dir ja schon in Wien: Irene wird dir ganz sicher gefallen. Du magst doch solche süßen, lieben Frechdachs-Girls mit dem Herz am rechten Fleck, stimmts?!«
»Stimmt auffallend, schuldig im Sinne der Anklage, Euer Ehren, hoho.« Ich gluckste leise vor mich hin und spürte, wie die Entspannung der letzten Tage tief in meine Knochen einsickerte.
Ich mag Laura als gute Freundin wirklich sehr. Wir kennen und verstehen uns blendend, hatten sogar schon einmal monatelang eine sehr heiße und intensive Affäre miteinander und trotz des doch erheblichen Altersunterschieds ticken wir in vielen, für das Leben wirklich wichtigen Dingen sehr ähnlich. Sie ist eine clevere, bildhübsche Studentin aus Litauen, die sich ihr Studium, das Leben und natürlich auch ein bisschen wohlverdienten Luxus als semi-professionelles Akt-Model finanziert.
Ihre Eltern in der Heimat haben leider nicht genug Geld, um ihr all das zu bezahlen, und außerdem ist sie sowieso ein sehr locker-ungenierter Charakter. Sie posiert mit großer Freude vor der Kamera und geniert sich kein bisschen wegen ihrer natürlichen Nacktheit, die sie als das sieht, was sie ist: pure, weiblich reizvolle Ästhetik. In Wien war sie gerade für ein mehrtägiges Shooting gebucht, und so trafen wir uns dort privat als Freunde wieder. Als sie mich dann bat, mit ihr an den Bodensee zu fahren, falls ich die Zeit dazu erübrigen könnte, sagte ich natürlich sehr gern ja.
Derzeit absolviert sie ein Auslands-Studienjahr im schönen Freiburg im Breisgau, wo sie auch Jörg kennenlernte, den sie offensichtlich sehr gernhat und mit dem sie auf die lockere Art moderner, junger Menschen auch manchmal intim wird. Jörg und seine jüngere Schwester Irene, ein wirklich bezaubernder Frechdachs, stammen ursprünglich aus einem winzigen, abgeschiedenen Schwarzwald-Dorf. Jörg ist ein sehr cleverer Kerl, gutaussehend und durch viel Sport ordentlich, jedoch nicht übertrieben durchtrainiert. Er entspricht so gar nicht dem typischen, blassen Nerd-Klischee, obwohl er wohl ein ungewöhnlich begabter Computer-Spezialist und Programmierer ist, der ebenfalls in Freiburg studiert. Ihn persönlich habe ich bisher noch nicht kennengelernt, aber Laura ist fest davon überzeugt, dass er mir gefallen wird – und sie kennt meinen Geschmack und meine Ansichten recht gut.
Sein jüngeres Schwesterherz Irene hingegen ist sozusagen das passende Musterbeispiel für ein liebes, süß-freches Mädchen vom Land. Sie sprüht nur so vor guter Laune, ist ständig zu kleinen Frechheiten aufgelegt, dabei aber offensichtlich niemals unverschämt, berechnend oder gar ausnutzend. Sie gehört eindeutig zu diesem ganz speziellen Girls-Typus, den man einfach auf Anhieb gernhaben muss und den man sogar ein bisschen ins Herz schließt, wenn man selbst kein gefühlskalter Klotz oder ein gemeiner Idiot ist.
Typisch für viele Dorfmenschen ist ihre Herkunft: In ihrer Heimatsiedlung leben keine 150 Seelen, da kennt natürlich jeder jeden bis ins kleinste Detail. Man hilft sich dort gegenseitig ohne große Worte, ist meist freundlich zueinander, kennt von klein auf die Eigenheiten der Nachbarn und vertraut einander deutlich mehr als die typischen, oft so anonymen Städter. Aber für junge Menschen mit Ambitionen ist so ein winziges Dorf natürlich auf Dauer auch ein wenig langweilig. Wenn man, wie Jörg, große Talente besitzt und mehr aus sich machen will als nur bäuerliche Tätigkeiten oder einen Job im regionalen Tourismus, dann muss man sein vertrautes Heimatdorf eben verlassen und zum Studieren in die Stadt ziehen, egal wie sehr man das gewohnte Umfeld eigentlich mag.
Diese drei jungen Leute leben nun hier am Bodensee in einer fast schon etwas luxuriösen Ferienhaus- und Wohnungsunterkunft, die einem geschäftlich sehr erfolgreichen Onkel von Jörg gehört, der das Dorf ebenfalls schon vor langer Zeit verlassen hat. Als Gegenleistung für die Unterkunft kümmern sie sich gewissenhaft um die Ferienwohnungen des Onkels direkt am See. Sie halten alles blitzblank sauber, reparieren die typischen Kleinigkeiten, erledigen Einkäufe für die Gäste oder helfen den zahlenden Urlaubern bei ihren täglichen Anliegen.
Vor allem Irene, die unbedingt ihren bewunderten, älteren und so klugen Bruder begleiten wollte, übernimmt dabei mit Begeisterung die Rolle eines Dienst- und Hausmädchens. Das macht ihr erstaunlicherweise sogar richtig Spaß. In einem Teenager-Alter, in dem man normalerweise eigentlich nicht besonders gern Hausarbeiten verrichtet, wurde sie als typisches Dorfkind jedoch schon von Kindheit an mit solchen Aufgaben betraut. Zudem hat sie Kurse als Hauswirtschafterin absolviert und kennt sich daher fachlich recht gut aus.
Laura und Jörg fahren gewöhnlich für einige Tage in der Woche, in rund zwei Stunden nach Freiburg, um dort ihren Studienverpflichtungen nachzukommen. Sie kommen aber spätestens immer dann zurück an den Bodensee, wenn ihre Anwesenheit erforderlich ist, um die vom Onkel übernommenen Aufgaben vor Ort zu erledigen. Clever und fleißig wie sie sind, bekommen sie diesen Spagat zwischen anspruchsvollem Studium und der Betreuung der Ferienwohnungen offenbar recht gut auf die Reihe. In der kommenden Hauptsaison dürfte das zwar etwas schwerer werden, aber es gibt ja auch Semesterferien und heutzutage lässt sich glücklicherweise auch vieles online erledigen, wozu man früher zwingend an den Unis physisch anwesend sein musste.
Wenn Jörg Lauras Beschreibung entspricht, dann sind sie also moderne, sehr clevere junge Menschen, die fleißig und überlegt ihren ganz eigenen Weg gehen. Zumindest gilt das für Laura und Jörg. Irene ist hingegen eher der bezaubernd unbekümmerte Typ eines Girls, der ohne großen Plan einfach in den Tag hineinlebt, dabei aber durchaus auch sehr fleißig sein kann. Sie drückt sich niemals vor unbeliebten Aufgaben, wie zum Beispiel dem Putzen der Toiletten oder ähnlichen Dingen, wie mir Laura bewundernd erzählte. Sie ist mir total sympathisch und ich mochte sie wirklich auf den ersten Blick. Jetzt muss ich eben noch Jörg kennenlernen und für mich beurteilen, ob er ebenfalls ein Guter ist.
Natürlich bin ich nicht ganz ohne Hintergedanken hier, auch wenn ich Laura als Freundin sehr gern auch einfach so getroffen und begleitet hätte. Der eigentliche Anlass für meinen Besuch ist jedoch folgender: Jörg scheint mit seinen gerade einmal 23 Jahren als Computer-Freak und Programmierer außergewöhnlich begabt zu sein, wie mir Laura versicherte. Und sie ist eigentlich viel zu clever, um auf einen Blender hereinzufallen. Er hat wohl eine ganz spezielle Geschäftsidee entwickelt. Diese soll ich nun als erfahrener Mensch und Geschäftsmann mit ihm in aller Ruhe besprechen und auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit hin einschätzen, darum hatte mich Laura engagiert gebeten.
Sie weiß von früher her noch sehr gut, dass ich es liebe, talentierte junge Menschen zu fördern und sie gegebenenfalls auch finanziell bei ihren Vorhaben zu unterstützen. Auch Laura habe ich damals in Vilnius ein bisschen unter die Arme gegriffen, als ich sie als Model kennenlernte und wir bald darauf unsere schöne Affäre begannen. Sie lebt ihr Liebesleben fast so offen und frei, wie ich es in meinem eigenen polyamourösen Leben tue. Als moderne, clevere Frau nimmt sie sich ganz selbstverständlich die gleichen Rechte heraus, wie wir Männer. Aber sie tut das nicht auf eine verbiestert-feministische Art, sondern einfach völlig locker, ungeniert und eben genau so, wie heutzutage viele junge, freigeistige Menschen drauf sind. Wenn ihr jemand wirklich gefällt und sie ihn mag, dann erlebt sie gern leidenschaftliche amouröse Abenteuer ohne unnötige Fesseln.
Verklemmte oder scheinheilige Moralvorstellungen sind ihr vollkommen fremd, aber sie ist gleichzeitig auch keine dieser sprichwörtlich geilen Party-Tussis, die dauernd mit jedem Beliebigen ins Bett hüpfen müssen. Typen, mit denen sie sich auf etwas Ernsthafteres oder Intimeres einlässt, müssen schon überdurchschnittlich viel auf dem Kasten haben und zumindest ein ähnliches geistiges Niveau wie sie selbst besitzen. Dämliche Anmache, Drogen, wilde Sexpartys oder Ähnliches, was heutzutage leider erstaunlich viele junge Menschen konsumieren oder mitmachen, sind absolut nicht ihr Ding. Im Grunde ist sie einfach eine sehr nette, liebe junge Frau und auf ihre locker-ungenierte Art oft anständiger als viele andere; ich mag sie wirklich richtig gern. smile
»Ich geh dann mal eine Runde joggen…, wie ich dich kenne, kommst du wohl eher nicht mit?« blinzelte mir Laura liebreizend zu. Sie ist körperlich sehr fit, ohne dabei übertrieben durchtrainiert oder gar drahtig zu wirken.
»Ach nee, du weißt doch, Joggen ohne Verfolger war noch nie mein Fall. Mach du nur in aller Ruhe, ich spaziere gleich ein bisschen in der Gegend herum und setze mich dann an den Laptop, um meinen üblichen Routinekram online zu erledigen. Jörg kommt erst am Freitagnachmittag hierher, habe ich das richtig in Erinnerung?«
»Ja, genau, Steve. Er sitzt drüben in Freiburg wie auf glühenden Kohlen und würde am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen, um dich endlich zu treffen und dir von seiner großen Geschäftsidee zu erzählen. Aber im Moment laufen dort ein paar echt wichtige Kurse für ihn, die er auf keinen Fall verpassen will.«
Ich lächelte beruhigend: »Kein Problem, ich habe es absolut nicht eilig, also soll er erst einmal das tun, was für seine Ausbildung wichtig ist. Wir haben hier ja alle Zeit der Welt.«
»Hach, du bist halt einfach der Beste, hihi.« Laura reckte sich kurz an mir hoch, hielt sich an meinen Schultern fest und gab mir ein liebes, flüchtiges Küsschen auf die Wange. Dann verschwand sie im Haus, um sich ihre Jogging-Sachen anzuziehen. »Ich zisch dann mal los…«
»Zisch nur…« grinste ich ihr hinterher und gab ihr zum Abschied noch einen ebenso liebgemeinten wie spielerischen Klaps auf die knackigen Pobacken, was sie nur mit einem frechen Kichern kommentierte.
Inzwischen war es zwar immer noch frisch, aber die hellen Sonnenstrahlen hatten mittlerweile den Dunst fast restlos vertrieben und wärmten nun spürbar die Haut. Außerdem hatte ich ja genug warme Sachen für alle Wetterlagen dabei und machte mich nun auf zu einem gemütlichen, ausgedehnten Spaziergang durch die mir noch weitgehend unbekannte, ländliche Gegend hier am westlichen Nordufer des Bodensees. Ich war zwar schon einige Male in dieser Region, aber viel kenne ich ehrlich gesagt noch nicht, oder ich habe bei meinen unzähligen Reisen um die Welt das meiste schlichtweg schon wieder vergessen.
An den sanften Südhängen des Bodensees erstrecken sich die typischen, weiten Weinberge – jetzt im frühen Frühjahr lugt jedoch nur hier und da ein schüchternes, frisches Grün aus dem dunklen Boden hervor. Die gesamte Region ist überwiegend ruhig und ländlich geprägt, mit vielen wirklich hübschen Kleinstädten und schmucken Dörfern, die selten mehr als 10.000 Einwohner zählen.
Als eines der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsziele in ganz Deutschland – besonders natürlich während der Sommersaison – ist der Bodenseekreis jedoch alles andere als hinterwäldlerisch oder rückständig. Orte wie Friedrichshafen mit dem beeindruckenden Dornier Museum>>> ziehen jährlich Tausende technikbegeisterte Besucher an. Gleichzeitig prägen prächtige, alte Villen vermögender Bewohner die gepflegten Uferpromenaden und die exklusiven Hanglagen. So entsteht hier eine wirklich einzigartige Mischung: ländlich-gemütlich und zugleich weltoffen-kosmopolitisch – eine Region, die Tradition und moderne Lebensart auf eine sehr charmante Weise miteinander verbindet.
Das Zeppelin Museum Friedrichshafen>>> ist übrigens ein eigenständiges Museum und nicht etwa, wie manche fälschlicherweise glauben, im Dornier-Museum untergebracht. Es liegt direkt am sonnigen Bodensee-Ufer beim Hafenbahnhof in der Seestraße 22. Seit 1996 befindet es sich in seinem aktuellen, architektonisch interessanten Gebäude und beherbergt die weltweit größte und bedeutendste Sammlung zur Geschichte der Luftschiffe. Zu den absoluten Highlights gehören eine begehbare Teilrekonstruktion der legendären Hindenburg (LZ 129), über 1.500 faszinierende Originalexponate, alte Filme, historische Fotos und eine gelungene Mischung aus Technik- und Kunstsammlung, inklusive süddeutscher Meisterwerke. Es ist ein absolutes Muss für jeden Luftfahrt-Fan und wird völlig zu Recht oft als eines der besten Museen am ganzen Bodensee gelobt.
Das Dornier Museum am Claude-Dornier-Platz 1, das sich direkt auf dem Flughafengelände etwa 15 Minuten entfernt befindet, widmet sich hingegen ausschließlich der Firma Dornier und ihren wegweisenden Flugzeugkonstruktionen wie der gewaltigen Do X, der Do 17 oder der Do 31. Es gibt dort keine Zeppeline zu sehen – die beiden Museen ergänzen sich aber perfekt, da sowohl Zeppelin als auch Dornier zwei der wichtigsten Luftfahrt-Pioniere aus Friedrichshafen waren und die Geschichte der Stadt maßgeblich geprägt haben.
Als ich bei meinem Spaziergang am Weingut Aufricht>>> im Höhenweg 8 in 88719 Stetten vorbeikam, beschloss ich ganz spontan, ein paar gute Weine für die nächsten Tage einzukaufen. Es ist ein sehr gemütliches, erstklassiges Weingut mit angeschlossenem Restaurationsbetrieb, professioneller Weinverkostung und Verkauf. Hier gibt es nicht nur hervorragende Weine, sondern auch leckere regionale Speisen und man trifft auf nette, geschäftstüchtige Leute. Ich bekam dort problemlos auch einen guten, frischen Kaffee serviert und dazu reichte man mir ungefragt kleine, feine Snacks, während ich in aller Ruhe einige edle Tropfen auswählte.
Da es am Ende schließlich mehr als nur eine Kiste wurde – insgesamt über ein Dutzend Weinflaschen, jeweils sechs Weiß-, Rot- und Roséweine –, versprachen mir die Mitarbeiter, diese noch heute direkt zu unserer Unterkunft zu liefern, damit ich die schwere Last nicht mühsam selbst schleppen muss. Anderenfalls wäre ich später noch einmal mit dem EQS hergekommen, um den Einkauf abzuholen, aber sie boten mir die Anlieferung sogar ohne jeglichen Aufpreis an, was ich natürlich sehr gerne annahm. Besonders hängen geblieben bin ich beim Grauburgunder »Sophienhalde« – ein herrlich stoffiger Wein mit feiner Birnennote und einer Mineralität, die direkt vom Seeufer zu kommen scheint. Davon musste ich mir definitiv einen Vorrat sichern, denn er ist genau der richtige Begleiter für tiefgründige Gespräche und leckere Speisen, zu denen Weißwein passt.
Dort kam ich auch ein wenig mit einer attraktiven Frau von ca. Mitte 20 ins Plaudern. Wie sich im Laufe unseres Gesprächs herausstellte, lebt diese Lina gar nicht weit von unserer Unterkunft entfernt und typischerweise für solche ländlichen Gegenden, in denen jeder jeden kennt, schien sie bereits bestens über meine Ankunft im schweineteuren Mercedes, in Begleitung der hübschen Laura und der quirligen Irene, informiert zu sein. In solchen Regionen spricht sich halt meist alles in Windeseile herum und es gibt kaum Geheimnisse, von denen die Leute nichts mitbekommen würden. schmunzel
Wieder zurück in der Unterkunft angekommen, erfreute ich mich zunächst einmal am Anblick von Laura. Sie war nach dem Joggen bereits frisch geduscht und hatte sich nur in ein großes, weißes Badetuch gewickelt. Vor dem großen Badezimmerspiegel richtete sie sich gerade konzentriert die Haare her. Wer schon länger in meinem Blog mitliest, der weiß es ja bereits: Hübsche, gut gebaute Frauen, die nur in ein weiches Frottiertuch gewickelt sind, empfinde ich als Mann stets als einen besonders reizvollen und ästhetisch-sexy Anblick.
»Hmm… was für ein wahrlich verlockend hübscher Anblick…, bloß dieses blöde Handtuch stört hier gerade ganz gewaltig!« Grinste ich sie also männlich-begehrlich im Spiegelbild an, was sie natürlich prompt mit einem weiblich-wissenden Schmunzeln konterte.
»Du schon wieder, haha! Wie immer der respektvoll galante Genießer. Aber sag mal, du kennst doch nun wirklich jeden einzelnen Millimeter unter diesem Stoff hier ganz genau.«
»Ja schon, das stimmt wohl, aber von einer so anmutigen Anblick weiblicher Reize bekommt ein Mann eben nie genug zu sehen. Besonders nicht bei so hübschen, toll gebauten Frauen wie dir, die zu allem Überfluss auch noch so verdammt nett und lieb sind!« Ich übertrieb meine verlangenden Blicke dabei ganz bewusst spielerisch, was sie natürlich nur noch mehr erheiterte. Wie schon erwähnt, wir kennen und verstehen uns ziemlich gut und selbstverständlich weiß sie als clevere Frau auch ganz genau um ihre Reize und ihre Wirkung auf das andere Geschlecht.
»Beruhige dich erst einmal wieder, haha! Wer weiß, vielleicht rutscht das Tuch ja noch ganz zufällig zu Boden und du darfst ein wenig mehr sehen…« zwinkerte Laura mir verschmitzt über ihr Spiegelbild zu, während ich schräg hinter ihr im Türrahmen stand.
»Ach, das würde ein armes, darbendes Männerherz wie das meine, aber ganz außerordentlich erfreuen!« Ich grinste noch breiter und legte meinen berühmten, leicht leidenden Dackelblick auf. Auch diese herrlich vergnügten und spielerischen Wortgefecht zwischen Mann und Frau mag ich sehr . Bekanntlich liebe ich solche Flirts sehr und Laura ist gewiss nicht auf den Mund gefallen, wie man so schön sagt.
»Ooooch…, dein armes, so furchtbar darbendes Männerherz tut mir ja wirklich sooooo unendlich leid, hihi!«
»Vorsicht, meine Liebe, sonst…! Werd mir jetzt bloß nicht zu frech, sonst muss ich mir ernsthafte Konsequenzen überlegen!« Ich versuchte so drohend wie möglich zu gucken, was mir angesichts ihres Anblicks natürlich kläglich misslang.
»Sonst? Was passiert dann?« Sie wackelte extra frech mit ihrem wohlgeformten Hinterteil und ließ das Tuch dabei absichtlich ein kleines Stück tiefer rutschen, sodass eine wohlgeformte, sehr süße, schöne Brust sichtbar wurde.
»Sonst verliere ich hier vielleicht auf der Stelle die Kontrolle, stürze mich auf dich und verspeise dich mit Haut und Haar!«
Wie könnte es auch anders sein, meine Drohung erheiterte sie nur noch mehr. »Ahaha, als ob ausgerechnet du, der Fels in der Brandung, jemals wirklich die Kontrolle über dich verlieren würdest!«
»Verdammt, du kennst mich einfach viel zu gut, Laura.« Ich kapitulierte also scheinbar vor ihrem Charme, während wir uns über den Spiegel hinweg mit den Augen anlächelten. Sie blickte weiblich verschmitzt mit funkelnden Augen zurück, ich männlich bewundernd und einfach die gesamte Situation genießend. Zwar kennen wir uns auch in vollkommener Nacktheit nur zu gut, aber ich finde dennoch, dass es stets eine ungemein reizvolle Situation ist, die auch viel Sympathie und tiefes Vertrauen ausdrückt, wenn eine sehr hübsche junge Frau solch intime Momente ganz locker und unverkrampft mit einem teilt.
Mit ihren wohlgeformten 170 cm hat sie immer noch den Körper und die beneidenswert schlanke Figur einer jungen Frau von vielleicht 18 oder 19 Jahren und sie entspricht auch äußerlich absolut meinem bevorzugten Frauentyp. Zudem ist sie schlagfertig, besitzt viel Humor, lächelt nahezu ständig und scherzt auf eine liebreizende Art sehr gern mit all jenen, die das nicht falsch verstehen oder sie blöd von der Seite anmachen wollen.
Auch in Laura steckt, wenn auch auf eine etwas reifere und intellektuellere Art als bei Irene, ein echter, süßer Frechdachs. Also sowohl äußerlich als auch innerlich genau so, wie ich Frauen eben besonders mag. Natürlich weiß sie längst sehr genau um die unschönen Härten dieser oft so brutal kapitalistischen Welt und sie kann sich bei Bedarf auch mit einem gesund berechnenden Egoismus durchsetzen.
Doch am liebsten ist sie einfach nur freundlich, supernett, immer hilfsbereit und würde von sich aus niemals jemandem etwas Böses antun wollen. Sie ist also ein wirklich guter Mensch, den man schon allein deshalb gernhaben sollte, ganz unabhängig von ihrem unbestreitbaren Sexappeal. Dass sie zudem auch noch sehr hübsch und ungeniert locker sexy ist, ohne sich und ihre weiblichen Reize verschämt verbergen zu müssen, ist sozusagen nur noch ein erfreuliches, zusätzliches Sahnehäubchen auf dem wunderbaren Gesamtpaket Laura. Wer solche Frauen nicht aufrichtig zu schätzen weiß und sie lediglich anhand ihrer äußerlichen Reize als reine Sexobjekte betrachtet, der ist kurz, knapp und deutlich gesagt einfach ein Vollidiot.
Nachdem ich am Nachmittag noch etwa anderthalb Stunden konzentriert online am Laptop gearbeitet hatte, aßen wir beide allein zu Mittag. Irene hatte am Vormittag noch eine gerade freigewordene Ferienwohnung für den Onkel blitzblank geputzt, traf sich dann mit einer neuen Freundin hier aus dem Ort und aß direkt bei deren Familie mit. Laura hatte in der Zwischenzeit ein einfaches, aber leckeres Gericht für uns vorbereitet. Sie kann recht gut kochen, auch wenn sie selbst sagt, dass sie eigentlich nicht besonders gern lange in der Küche steht. Es gab für uns:
- Eine feine Frühlings-Gemüsesuppe als leichte Vorspeise.
- Knusprig scharf angebratene Blinis mit einer würzigen Hackfleisch-Pilz-Füllung als kräftigen Hauptgang und dazu einen frischen Tomatensalat mit vielen Gartenkräutern.
- Sowie zum krönenden Abschluss einen Apfelkuchen à la „wie bei Oma“ mit reichlich Vanillesoße, den sie nach dem Joggen von einer guten Konditorei im Ort mitgebracht hatte.
»Uff, danke dir, das war hervorragend…« Ich rieb mir zufrieden den sattgegessenen Bauch. »…komm, lass uns jetzt den herrlichen Sonnenschein draußen genießen und einen ausführlichen Spaziergang machen.«
»Wehe, du hättest jetzt etwas anderes gesagt, haha!« Lachte sie mich an; wir räumten geschwind den Tisch ab und verstauten das Geschirr in der Spülmaschine. Es waren sogar noch etliche Blinis übrig geblieben, die wir luftdicht verpackten und im Kühlschrank als Appetithappen für zwischendurch bereitlegten. Inzwischen hatten wir recht angenehm milde 14° C draußen, mit deutlich spürbaren, wärmenden Sonnenstrahlen, wenn auch in einer immer noch frischen Brise. Die Südwestecke Deutschlands ist bekanntlich klimatisch besonders begünstigt und es war nun deutlich bemerkbar, dass der Frühling begonnen hat, auch wenn die Nächte noch kalt sind.
Dementsprechend passend gekleidet – nicht zu warm, aber auch nicht zu leicht –, spazierten wir gemeinsam los. Für Laura, in deren litauischer Heimat derzeit gerade einmal Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen und die ohnehin nur kurze Sommer mit überwiegend kühlen Temperaturen gewohnt ist, fühlte sich das hier schon fast wie ein frühsommerliches Feeling an. Sie genoss es sichtlich, während wir allgemein über dies und das, aber überwiegend private Dinge plauderten.
Sie amüsierte sich sichtlich über meine Erzählungen von meinen letzten Abenteuern, zum Beispiel dem Segeltörn in der französischen Südsee mit dem anschließenden Aufenthalt in Japan und auf Sizilien. Wie wohl alle jungen, abenteuerlustigen und neugierigen Menschen würde sie so etwas natürlich ebenfalls wahnsinnig gern einmal selbst erleben, obwohl sie ihr Leben in ihrer schönen Heimatstadt Vilnius auch sehr liebt. Wie üblich bei solchen Freundinnen, Models und Bekannten liest auch sie mehr oder weniger regelmäßig meine Blog-Beschreibungen mit und wir hatten ja auch gelegentlich Kontakt per Mail oder Video-Chat.
Sie ist also keineswegs gänzlich uninformiert über mein Leben und auch ich weiß im Gegenzug einiges über ihre Erlebnisse der letzten Monate, ihr Studium und natürlich auch über ihr privates Liebesleben…, was mich schließlich zu der Frage brachte: »Sag mal, ist das mit Jörg eigentlich etwas Ernsteres, so wie du dich für ihn und seine Idee einsetzt?«
»Etwas wirklich Ernstes…? Nö, eigentlich nicht…, jedenfalls bisher noch nicht. Wir sind gute Studien- und auch private Freunde, wir mögen uns sehr und gehen eben manchmal auch miteinander ins Bett. Aber jeder von uns ist vollkommen frei, auch andere Affären oder Bekanntschaften zu haben. Wie du weißt, mag ich es ähnlich wie du absolut nicht, Besitzansprüche aufeinander zu erheben und ich finde alberne Eifersuchtsszenen einfach nur vollkommen dämlich. Es hat ein bisschen zwischen uns gefunkt, ja, das gebe ich zu, aber eben auf eine lockere Art. Jörg ist ein attraktiver Kerl und mit seiner Cleverness bei den Frauen natürlich recht beliebt, sodass auch er viele Möglichkeiten haben kann, wenn er denn will. Natürlich erreicht er bei Weitem nicht dein Niveau, Steve, und er lebt bisher auch nicht bewusst polyamourös, aber auch er hat eigentlich kein echtes Interesse an so etwas wie einer klassischen, festen und ernsten Beziehung im herkömmlichen Sinne. Ich mag vielleicht nicht ganz objektiv sein, aber ich halte ihn in seinen Computerfähigkeiten, die mir auch von seinen Nerd-Freunden immer wieder bestätigt werden, für wirklich außergewöhnlich talentiert. Da ich wusste, dass du solchen talentierten jungen Menschen gern eine echte Chance gibst und sie förderst, habe ich dich halt einfach darauf angesprochen. Entscheiden musst am Ende natürlich du ganz allein mit deiner großen Erfahrung, was du von seiner Business-Idee hältst.« Erklärte Laura mir ihre Sicht der Dinge durchaus gut überlegt und offenbar sehr ehrlich.
»Hmm…, ich bin jedenfalls schon gespannt darauf, ihn am Freitag kennenzulernen und mehr Details zu erfahren.« Ich lächelte ihr zustimmend zu. Wie wohl alle cleveren jungen Menschen von heute, ist natürlich auch Laura ganz selbstverständlich mit moderner Technik, Computern und neuen Medien aufgewachsen, sie kann gut damit umgehen und versteht auch nicht gerade wenig davon.
Doch ein echter Computer- oder Programmierprofi ist sie natürlich nicht, weshalb sie vernünftigerweise auch gar nicht erst versuchte, mir Jörgs Idee in der Tiefe technisch zu erklären und ich fragte sie deshalb auch nicht weiter danach. Den groben Rahmen hat sie mir, um mein Interesse überhaupt erst einmal zu wecken, selbstverständlich schon skizziert, jedoch eben wirklich nur den groben Rahmen. Ich werde erst dann etwas Genaueres darüber schreiben, wenn ich mehr von Jörg selbst erfahren habe und falls es nicht notwendig sein sollte, diese Dinge zum Schutz der Idee vorerst noch geheim zu halten.
Erst nach einer schätzungsweise gut über 10 Kilometer langen, sehr gemütlichen Wanderung, die uns teils über die sanften Hügel mit den schlafenden Weinreben und teils direkt entlang des Seeufers führte, kamen wir kurz vor 18 Uhr wieder zurück. Auch jetzt im frühen Frühjahr, wo in der Natur noch nichts so richtig blüht und man eher noch kahle Nachwinter-Landschaften vorfindet, ist die Gegend hier wirklich ausgesprochen hübsch. Es ist ein idealer Ort, um einmal richtig abzuschalten und zur inneren Ruhe zu kommen. In der sommerlichen Ferien- und Urlaubssaison kann es auch hier etwas hektisch werden, wenn die Straßen nicht selten von Touristen verstopft sind und überall Trubel herrscht. Aber die meiste Zeit des Jahres geht es hier angenehm beschaulich und ruhig zu; das ist wie Balsam für die Seele gestresster Großstädter und wenn man sozusagen ganz bewusst in diese Ruhe eintaucht und sich darauf einlässt, dann tut es einem einfach nur richtig gut.
Wir machten uns kurz ein bisschen frisch, dann schaute Laura online nach Neuigkeiten aus ihrem Studium und ich sichtete meine neuen Mails oder informierte mich über die aktuellen Entwicklungen im neuen Iran-Krieg, welche ja massive Auswirkungen auf meine weltweiten Börseninvestitionen haben können. Natürlich bekomme ich all diese wichtigen Infos und Mails heutzutage auch direkt aufs Smartphone geliefert. Aber nur in Ausnahmefällen arbeite ich wirklich oder beantworte ausführliche Mails an einem so kleinen Handy-Screen mit dieser typisch winzigen Tastatur. Wann immer es mir möglich ist, bevorzuge ich ganz klar einen großen Computer- oder Laptop-Monitor, eine richtige, haptische Tastatur und eine gute Multifunktions-Maus für klassische Computerarbeiten.
Der Frechdachs Irene war inzwischen auch wieder zurück in der Unterkunft und lag… oh-la-la, inmitten eines riesigen Wäscheberges bäuchlings und vollkommen unbekümmert splitternackig auf einem Sofa im Wohnzimmer. Es war schon ein fast absurder Kontrast: Eben noch habe ich mich durch die düsteren Meldungen vom neuen Iran-Krieg und die nervösen Zuckungen der Weltbörsen gewühlt, wo in Sekundenbruchteilen über Existenzen entschieden wird, und im nächsten Moment blicke ich in diese vollkommene, friedliche und fast schon provokante sinnliche Ruhe mit zwei bezaubernden jungen Frauen hier im Haus. In solchen Augenblicken wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig diese privaten Rückzugsorte als Gegengewicht zum globalen Wahnsinn sind.
Die angehäufte Wäsche verbarg zwar geschickt viel von ihrem Körper, dennoch war unschwer zu erkennen, dass sie eindeutig absolut nichts anhatte… und das war natürlich wieder ein ungemein reizender Anblick für meine genießenden Männeraugen. Bei den allermeisten Frauen, selbst bei noch jungen Teen-Girls, hätte man bei so einer Szene wohl sofort auf weiblich-raffinierte Absichten schließen können; seien es nun bewusst überlegte oder eher instinktive, weibliche Absichten. Doch bei Irene, dessen war ich mir bereits nach weniger als drei Tagen des Kennenlernens sehr sicher, ist das anders. Sie denkt darüber einfach nicht weiter nach. Völlig unbekümmert macht sie schlicht spontan das, wonach ihr gerade der Sinn steht, und wenn sie sich irgendwo wirklich wohlfühlt und den Leuten um sie herum vertraut, dann ist sie eben auch sehr ungeniert.
Außerdem hatte sie mir erzählt, dass es gar nicht weit von ihrem winzigen Schwarzwälder Heimatdorf entfernt, eine kleine Nudisten-Enklave gibt. Schon als junges Mädchen hatte sie sich mit einem Jungen von dort angefreundet und in der warmen Jahreszeit offenbar supergern ganz natürlich nackig bei diesen Nudisten Zeit verbracht und dort gespielt. Ob sie jemals die typischen, oft so anerzogenen und genierten Schamgefühle der meisten anderen Menschen empfunden hat, das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen, dazu kenne ich sie einfach noch zu wenig. Doch heute als junge Frau ist sie ganz eindeutig völlig unbekümmert locker drauf, sie geniert sich kein bisschen für ihren Körper und das alles zusammen, mit ihrer ganzen restlichen, fröhlichen Art, macht sie zu einem wirklich sehr bezaubernden Frechdachs. schmunzel
»Was guckste denn schon wieder so, Steve, als ob du in deinem ganzen Leben noch nie ein nackiges Girl gesehen hättest?« schmunzelte sie prompt frech, aber nicht wirklich provokant, als sie meine genießenden Männerblicke bemerkte.
»Oh, glaub mir, ich habe schon jede Menge davon gesehen, du süßer Frechdachs. Aber von so einem Anblick bekommt ein alter Genießer eben niemals genug! Ganz besonders dann nicht, wenn sie so hübsch, süß und gleichzeitig so herrlich frech sind wie du!« Ich grinste cool zurück, jedoch durchaus mit einem sehr genüsslich-bewundernden Ausdruck im Gesicht. Weibliche Wesen, ob sie es nun offen zugeben oder nicht, sehnen sich nahezu alle immer auch nach ehrlicher männlicher Anerkennung und sie empfinden solche Blicke insgeheim fast immer als ein kribbelndes Kompliment für ihre Weiblichkeit.
»Pah…, obwohl, bei einem Fotografen wie dir stimmt das wahrscheinlich sogar, haha! Wo habt ihr euch denn den ganzen Nachmittag rumgetrieben?« Sie lachte völlig unbeschwert und räkelte sich ein wenig in der Wäsche. Irene ist vielleicht keine auffällig strahlende Model-Schönheit wie Laura, aber sie ist sehr hübsch, schlank und durch ihre supersympathische Frechdachs-Kumpel-Art übt sie eine oft viel stärkere Anziehungskraft auf das andere Geschlecht aus als viele klassisch schönere Frauen. Wie schon erwähnt, man muss sie einfach gernhaben und sogar ein kleines bisschen ins Herz schließen.
»Wir haben einen sehr langen und schönen Spaziergang durch die Umgebung gemacht, Irene.« In diesem Moment kam auch Laura dazu und amüsierte sich eindeutig ebenfalls über den Anblick der so unbekümmert frechen Schwester von Jörg. »Und du? Hattest du Spaß bei deiner Freundin im Dorf?«
Ich hörte den beiden dann nicht weiter zu, ließ die jungen Frauen ungestört miteinander palavern und setzte mich konzentriert an meinen Laptop. Wirklich Wichtiges gab es glücklicherweise nicht zu tun, nur der übliche Routinekram; ein paar Mails waren zu beantworten, es gab eine nicht uninteressante, aber weder dringende noch aktuell direkt zu nutzende Info von meinem Mannheimer Anwalt, eine weitere Nachricht von einer alten Freundin aus Ostfriesland, sowie die üblichen weltweiten Nachrichtenmeldungen. Zusätzlich schaute ich mir noch die Nachrichten im Fernsehen an, wobei ich, wie ich es eigentlich immer tue, verschiedene, auch internationale Sender betrachtete. So bekommt man einfach einen viel umfassenderen Überblick mit verschiedenen Sichtweisen und erfährt nicht nur die gefilterten Ansichten einer ganz bestimmten Nachrichtenredaktion.
Schon bald war es Zeit für das gemeinsame Abendessen und wir genossen eine wirklich üppige Vesperplatte, während auf dem riesigen, ca. 160 cm großen TV-Screen bereits irgendein ziemlich dämlicher Film lief, der den jungen Frauen aber offenbar gefiel. Köstlich frisches, dunkles Bauernbrot mit einer dicken Schicht Butter, Kräuterquark, feiner Räucherlachs, Heringe, kleine Garnelen, frisch gekochte Eier, knackiger Salat, Radieschen, Rote Beete, Zwiebeln und was weiß ich nicht noch alles, türmte sich dekorativ auf der großen Platte. Außerdem gab es Kräcker und auf einem gesonderten Teller verschiedene, sehr würzige Käsesorten zum Abschluss, sowie eine bunte Obst-Mischung aus den ersten Erdbeeren, Weintrauben, Mandarinen und frischen Apfelscheiben. Es war mehr als genug für uns drei, wobei die schlanken, jungen Frauen sowieso auf ihre Figur achten und nicht so viel futtern wie ich hungriger Bär.
Und das war es dann eigentlich auch schon für heute. Ungefähr eine Viertelstunde nach Mitternacht gingen wir alle gut gelaunt schlafen. Laura und ich sprachen vor dem Einschlafen noch einmal kurz über Irene, weil wir uns beide ganz ähnliche Gedanken über den liebenswerten Frechdachs machen. Sie mag zwar momentan vollkommen planlos und unbekümmert vor sich hinleben, ohne bestimmte Absichten oder ehrgeizige Ziele zu verfolgen, und sie ist damit, so wie es ist, offenbar auch vollkommen zufrieden. Aber wir beide meinen, dass sie eigentlich viel zu clever ist, um ihr Leben nur als eine Art Multifunktions-Dienstmädchen für Ferienwohnungen zu verbringen.
Irene ist zwar ziemlich eindeutig nicht der klassisch intellektuelle oder ehrgeizige Typ, jedoch ist sie eben auch ganz sicher kein durchschnittliches Dummerchen. Ich kenne sie zwar erst zu kurz, um es wirklich mit Sicherheit sagen zu können, doch sowohl Laura als auch ich schätzen, dass in dieser supersympathischen Mischung aus Teengirl und junger Frau deutlich mehr steckt, als ihr vermutlich momentan selbst bewusst ist.
Mal schauen, ich werde mich in den nächsten Tagen sicherlich auch etwas ausführlicher mit ihr allein unterhalten und sie dadurch besser kennenlernen, um sie als Mensch und junge Frau noch genauer einschätzen zu können. Wenn unser erster Eindruck richtig ist, dann wäre es doch wirklich schade, wenn Irene ihr Leben und ihr Potenzial lediglich als einfache Haushaltshilfe verschwenden würde. Es gibt gar nicht so wenige solcher Girls und Jungs, die zwar eigentlich clever sind, jedoch absolut keinen Plan für ihr Leben haben, einfach nur so vor sich hinwurschteln und damit scheinbar zufrieden sind. Aber manche von ihnen können eben von Menschen, die es ehrlich gut mit ihnen meinen, auch sanft angeleitet und sozusagen aus ihrem gewohnten Trott herausgeholt werden.
Ich kann das persönlich sogar sehr gut verstehen, denn genau genommen hatte auch ich nie einen wirklich richtigen, ehrgeizigen Plan für mein Leben. Ich wollte eigentlich nichts Bestimmtes erreichen oder so etwas. Im Grunde war meine gesamte Entwicklung zu dem, was ich heute bin, viel mehr eine Reihe aus ungeplanten Zufällen, als dass ich es jemals direkt angestrebt hätte. Klar, ich war immer schon viel zu clever, wusste und verstand zu viel von der Welt, um einfach nur ein dummer, ausgebeuteter und nicht besonders gut bezahlter Arbeiter zu bleiben.
Aber ich verfolgte zum Beispiel nie wirklich direkt das Ziel, unbedingt reich oder ein erfolgreicher Börsianer, Fotograf, Captain, Unternehmer, Segler und was ich sonst noch so alles gemacht habe, zu werden. Es ergab sich eigentlich alles immer ganz organisch, weil ich halt die nötigen Talente dafür hatte und habe. Das alles brachte mir dann sozusagen fast ungewollt auch eine Menge Geld, tolle Frauen und mein heutiges, außergewöhnliches, polyamouröses Global-Citizen-Leben ein…, jedoch eben ohne, dass ich es jemals mit fester Absicht so geplant oder angestrebt hätte.
Es waren immer zufällige Ereignisse oder interessante Bekanntschaften, die mich dann mehr oder weniger neugierig machten und mich schließlich in eine bestimmte Richtung lenkten, ohne dass ich dies vorher geplant hätte. All das führte schließlich zu meinem heutigen, ziemlich verrückten und sehr außergewöhnlichen Multifunktions-Leben, das ich manchmal selbst kaum glauben kann.
Mit all dem will ich eigentlich nur sagen: Man kann niemals wirklich wissen, was aus einem jungen Menschen noch alles wird. Insbesondere dann nicht, wenn jemand eben kein unwissender Dummkopf, sondern eigentlich recht clever ist. Viel Lebenserfahrung und eine gute Menschenkenntnis sagen mir, dass auch in Irene deutlich mehr steckt, als sie vermutlich momentan selbst von sich glaubt. Deshalb könnte womöglich auch aus ihr noch viel mehr werden, als man es aktuell für möglich halten würde, wenn man sie einfach nur so erlebt, wie sie eben ist.
Und falls ich, Laura oder sonst wer ihr dabei ein wenig helfen können, sie selbst es am Ende auch will, dann werde auch ich ihr sehr gern dabei helfen. Auch ich hatte als junger Kerl so eine Art Mentor – einen viel älteren, bereits pensionierten, klugen und gebildeten Herrn, der mir viele kluge Ratschläge gab und mich zumindest ein wenig anleitete. Ohne diese Zufallsbekanntschaft damals in einer Kneipe, wäre mein Leben sicherlich anders verlaufen.
So, jetzt habe ich aber wirklich genug geschwatzt für heute, gute Nacht an alle da draußen. 😊
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